F Ü R T H - I N F O - A R C H I V
Unter dieser Rubrik haben wir interessante Links und Texte zusammengetragen, die sich irgendwie mit Fürth beschäftigen.
Hier finden sich Artikel zur Stadtgeschichte, aber auch aktuelle Gegebenheiten und Informationen.
| Urkunde | Im PDF-Format ist hier die erstmalige urkundliche Erwähnung Fürths zu sehen. |
| Fürth | Internetseite der Stadt Fürth. |
| Verkehrsinfo | Aktuelle Informationen der Fürther Verkehrsbetriebe, die den öffentlichen Nahverkehr betreffen. |
| Nachrichten | Fürther Nachrichten, Lokalzeitung. |
| Fußball | Internetseite der Spielvereinigung Greuther-Fürth. |
| Stadtplan | Fürther Stadtplan. |
| Stadtjubiläum | Internetseite zum Fürther Stadtjubiläum. |
| Stadttheater | Fürther Stadttheater |
| Szene | Szene Fürth, Kulturveranstaltungen. |
| Volkshochschule | Volkshochschule Fürth, vielfältiges Kursangebot. |
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Stadtgeschichte
Gesichert wird Fürth zuerst in einer Urkunde Kaiser Heinrichs II. vom 1. November 1007 genannt. In der Urkunde von 1007 schenkt Heinrich
sein Eigentum "locum Furti dictum" im Nordgau dem Domkapitel Bamberg.
Dabei wird ein Gemeinwesen beschrieben, das schon etabliert ist. Kirchen, Mühlen, Brücken, zugehörige Dörfer und Weiler sind bereits
vorhanden.
Eine Besonderheit war die jahrhundertelang währende kuriose Herrschaft dreier Herren. Die Dompropstei Bamberg, die Marktgrafschaft Ansbach
und die Reichsstadt Nürnberg stritten sich um die Macht in Fürth. Das brachte viele Nachteile, hatte aber auch gute Seiten. Was der eine
nicht gewährte, war vom anderen zu holen. Und so entstanden in Fürth Verhältnisse, die freiheitlicher, liberaler und toleranter waren, als
in irgendeiner anderen Stadt in Bayern. Sie stellten die Grundlagen dafür dar, dass sich die Kleeblattstadt zu einer Hochburg des jüdischen
Lebens entwickeln konnte.
Aber auch die Voraussetzungen, dass hier Menschen das Licht der Welt erblickten und aufwuchsen, die weit über die Stadtgrenzen hinaus
bekannt wurden, weil sie in ihrem Denken und Handeln keine Grenzen akzeptierten.
2007 © Stadt Fürth - Fürther Stadtjubiläum
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Wie personalwirksame Regelungen vor 140 Jahren aussahen, zeigt die nachstehen- de Arbeitsordnung für Angestellte aus dem Jahr 1870, deren Abschrift vor einigen Jahren in einem städtischen Schreibtisch gefunden wurde:
1. Täglich vor Arbeitsbeginn ist das Bureau gründlich auszufegen, der Ofen auszuräumen und der Staub zu beseitigen. Alle Angestellten sind dafür verantwortlich, dass der Arbeitsraum gleichmäßig beheizt wird. Für das Heizmaterial sind die Herren Commis verantwortlich. Jeder Angestellte hat einen gleichmäßigen Anteil Kohlen beizusteuern.
2. Privatunterhaltungen während der Dienstzeit sind prinzipiell unerwünscht.
3. Die regelmäßige Arbeitszeit beträgt 12 Stunden. Es wird erwartet dass jedermann ohne Aufforderung Überstunden macht, wenn es die Arbeit erfordert.
4. Angestellte, die sich politisch betätigen, werden fristlos entlassen.
5. Es wird erwartet, dass sich der Angestellte nicht unmäßigem Alkohol- und Tabak-Genuss hingibt.
6. Ladys und anderen hochgestellten Personen ist anständig zu begegnen.
7. Als Lektüre wird vor allem die Bibel empfohlen, jedoch sind auch andere Bücher erlaubt, sofern sie als sittlich einwandfrei anzusehen sind.
8. Jeder Angestellte hat die Pflicht, für die Erhaltung seiner Gesundheit Sorge zu tragen. Kranke Angestellte erhalten keinen Lohn. Deshalb sollte jeder Verantwor- tungsbewusste Commis von seinem Lohn eine gewisse Summe zurücklegen.
9. Ein Angestellter darf sich nicht irren. Wer es dennoch tut, wird entlassen.
10. Wer dem Chef widerspricht, zeigt damit, dass er vor seinem Prinzipal keinen Respekt empfindet. Daraus ergeben sich Konsequenzen.
11. Weibliche Angestellte haben sich eines frommen Lebenswandels zu befleißigen.
12. Urlaub gibt es nur in dringenden familiären Fällen. Lohn wird für diese Zeit nicht gezahlt.
13. Jeder Angestellte hat die Pflicht, den Chef über alles zu informieren, was über diesen dienstlich und außerdienstlich gesprochen wird.
14. Denken Sie immer daran, dass Sie Ihrem Brotgeber Dank schuldig sind. Er ernährt Sie schließlich! Und vergessen Sie nicht, dass viele Menschen froh wären, wenn sie an Ihrer Stelle sein könnten.
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Wer war früher der Chef in Fürth?
Vortrag des Erlanger Professors Wolfgang Wüst zur Dreiherrschaft
FÜRTH (fn) - Über Jahrhunderte lenkten drei Herren die Geschicke Fürths: der Ansbacher Markgraf, der Bamberger Domprobst und der Rat der
Reichsstadt Nürnberg. Welche Auswirkungen hatte diese Vielherrschaft auf den Ort? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein Vortrag von Dr.
Wolfgang Wüst, Professor für bayerische und fränkische Landesgeschichte in Erlangen.
Überschrieben ist Wüsts Vortrag mit dem etwas sperrigen Titel «Kleeblatt Fürth – Konsensfindung und Herrschaftsteilung als Herausforderung
für die gesellschaftliche Entwicklung vor 1800.» Doch dahinter stecken Antworten auf einige spannende Fragen: Wer setzte sich in der
Marktherrschaft durch? Trieb Fürth chaotisch und ziellos durch die Jahrhunderte? Gab es ein
übergreifendes Interesse der drei Herren an der Entwicklung Fürths? Wie konnte im «dreigeteilten» Ort der Alltag organisiert werden? Wüst
will diesen Fragen mit alten Quellen auf den Grund gehen.
Der Vortrag des Erlanger Professors ist der dritte Teil der vom Geschichtsverein Fürth veranstalteten Reihe «Die Universität Erlangen zu
Gast im Geschichtsverein».
Vortrag zur «Fürther Dreiherrschaft», Donnerstag, 26. April, 19.30 Uhr, Casino der Sparkasse, Maxstraße 32. Eintritt für Mitglieder frei,
Nichtmitglieder 5 Euro.
26.4.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Verse eines grantigen Pfarrers überdauerten Jahrhunderte
Bei der Renovierung des Kirchturms von St. Michael tauchten in einer vergoldeten Kugel unter dem Kreuz alte Urkunden auf
FÜRTH - Eine Überraschung gibt es bei der Generalsanierung des ältesten Fürther Gotteshauses: Im Zuge der Restaurierung des dazu von der Kirchturmspitze genommenen Kreuzes sind zwei alte Urkunden ans Tageslicht gefördert worden.
Die beiden Pergamentstücke wurden in einem innen verzinnten Blechkästchen verwahrt, das wiederum in der vergoldeten Kugel unterhalb des Kreuzes eingeschlossen worden war. Beschriftet hatten sie einst die Pfarrer Carl Friedrich Lochner und Friedrich Theodor Eduard Lehmus.
Das Besondere an den alten Manuskripten sind nicht so sehr die chronistischen Angaben aus ihrer Entstehungszeit, sondern ein Gedicht. 1694 vermerkte Lochner nicht nur, dass die Kugel zuletzt 1594 in Stand gesetzt worden ist und er selbst seit fast 35 Jahren schon als Pfarrer in Fürth wirkt, er fügte auch ein die eigenen Verse hinzu: "Fast 100 Jahre sind vergangen/ als dieser Knopf ward abgenommen/ komm Jesu stille das Verlangen/ verkürz die Plag und Tag der Frommen". Der leicht erregbare Lochner war damals bereits von chronischen Krankheiten: Gelbsucht, Nierensteinen, einer Zungengeschwulst und Fieber, gezeichnet. Er starb am 3. März 1697. In seine Fußstapfen trat sein Sohn Daniel, der Fürth zu einem markanten Baudenkmal verholfen hatte. Als großer Liebhaber der Gartenkunst legte er in der Theaterstraße 33 einen wunderbaren Garten an und errichtete darin um 1700 das erst jüngst dem Verfall entrissene Lochnersche Gartenhaus.
Wie schon sein Vater, ging auch Daniel Lochner mit den Fürthern hart ins Gericht. Das brachte auch ihm freilich auch Anfeindungen ein. Gegen den Vater wurde sogar einmal ein Amtsenthebungsverfahren angestrengt, weil er mit seiner Gemeinde und ausgerechnet mit den Honoratioren hart ins Gericht gegangen war. Selbst den Bürgermeister kanzelte er gelegentlich ab. Wie wiederum sein Vater war Carl Friedrich Lochner auch musisch veranlagt und gehörte dem Pegnesischen Blumenorden an. Unter dem Pseudonym Periander II (der Vater war Periander I.) schrieb er Gedichte im barocken Stil.
Von Lehmus, dem Gründer des ersten Fürther Kindergartens in der Königstraße 110, stammt die zweite Urkunde aus dem Jahre 1867. Aus ihr geht hervor, dass Fürth damals 21 484 Einwohner zählte, von denen wiederum 18 369 Protestanten waren, und dass der Landesherr nach der Einverleibung Frankens im Jahre 1806 König Ludwig II. von Bayern hieß.
Zusätzliche Verpackung
Fünf Pfarrer waren damals an St. Michael tätig - zwei mehr als heute. Am 23. September 1867 hatte Schlossermeister und Blitzableiterkonstrukteur Johann Adam Frank das Blechkästchen für die beiden Urkunden gefertigt, wie die Gravur auf der Innenseite des Deckels vermerkt. Bevor die historischen Schriftstücke wieder darin verstaut werden, sollen sie noch einmal zusätzlich konserviert werden, erläutert Dekan Höchstädter. Außerdem will er eine aktuelle Urkunde mit Angaben zur jetzigen Situation der Gemeinde, der Stadt und des Staates hinzufügen.
Das Blechkistchen soll außerdem in einen weiteren Behälter gesteckt werden, bevor es wieder in die Kugel am Fuß des Kreuzes kommt. Das Kreuz ist derzeit zum Vergolden bei einem Fachbetrieb in Rothenberg. In zwei Wochen soll das Kreuz an seinem alten Platz befestigt werden. Wie alte Bilder belegen, handelt es sich um eine nachträgliche Zutat zum Kirchenbau.
Die Renovierung des 45 Meter hohen und rund 600 Jahre alten Turmes kostet rund 400 000 Euro. Da der Staat nur 100 000 Euro Zuschuss leistet, werden Spenden weiterhin dringend benötigt.
VOLKER DITTMAR
12.9.2006 0:00 MEZ
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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ehnsucht nach den alten «Bornkesseli»
Neuer Anstoß zur Wiederbelebung des Fürther Rathausgeläutes im Jubiläumsjahr
Bitte Bild anklicken! FÜRTH - Die Fürther nannten sie liebevoll «Bornkesseli» (nach dem Fürther Nachkriegsbürgermeister Hans Bornkessel). 40
Jahre nachdem sie verstummt sind, gibt das Stadtjubiläum einen neuen Anstoß, das Glockenspiel des Rathausturmes wiederzubeleben. Im März
will OB Thomas Jung den Ältestenrat dazu befragen.
Glockenklang gehörte über ein Jahrhundert lang zu den Markenzeichen des dem Palazzo Vecchio in Florenz nachempfundenen Fürther Rathauses.
Schon zur Fertigstellung läuteten in der Silvesternacht 1850 drei mit Schillers Worten: «Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe
Preis, Bürgerglück das höchste Streben» verzierte Bronzeglocken.
Um die Jahrhundertwende stellte man allerdings fest, dass die 33 Zentner schweren Glocken den Turm in seinen Grundfesten erschüttern. Aus
Sicherheitsgründen durften die Glocken deshalb nur noch bei besonderen Ereignissen wie dem Besuch von Bayernkönig Ludwig III. 1913 und
deutschen Siegen auf den Schlachtfeldern erklingen. 1942 war auch damit Schluss. Die Bronzeglocken wurden als «Kanonenfutter»
eingeschmolzen. Ein Verlust, den Bornkessel (OB von 1946 bis 1964) später als «Angriff der Machthaber des Dritten Reiches auf die
Integrität der Stadt» bezeichnete, «der gesühnt werden muss».
Bei Rosenthal in Selb bestellte die Stadt also 1950 fünf leichte Porzellanglocken, deren Klang der vom Stadtrat als musikalischer Gutachter
entsandte Johannes Mehl als «mustergültig» empfand. Damals eine Novität: Über eine Verstärkeranlage und Lautsprecher wurde der feine Klang
täglich um zwölf Uhr mittags in alle vier Himmelsrichtungen verbreitet.
Nachdem eine Glocke zersprang, war die Harmonie dahin. Als dann auch noch der Verstärker seinen Geist aufgab, verstummten am 20. November
1966 die «Bornkesseli». In der Folgezeit litt auch das Porzellan, doch vor den Restaurierungskosten schreckte der Stadtrat zurück. Vorerst
letzter Akt: Nach Abschluss des zweiten Bauabschnitts der Rathaussanierung überließ man das Geläut mit dem Segen des Stadtarchivs leihweise
dem Fränkischen Turmuhrenmuseum in Bayreuth. Doch das Museumsquartier in der Zeckenmühle bei Mistelbach wurde gekündigt und die Exponate –
darunter die «Bornkesseli» – harren seither auf der Kulmbacher Plassenburg einer neuen Ausstellungsmöglichkeit.
Für alles offen
Turmuhrmachermeister Karl-Ludwig Dittmar (72), der auch die neue Fürther Rathausuhr gefertigt hat, betont als treibende Kraft des rund 30
Mitglieder starken Fränkischen Turmuhrenmuseumsvereins: «Wir sind für alle Standortangebote offen.» Derzeit liege allerdings nur die
Offerte eines oberbayerischen Freilandmuseums vor. Um das Glockenspiel wieder zum Klingen zu bringen, müssten zwei der «Bornkesseli»
repariert werden – was bei Porzellan nicht gerade einfach ist.
Leider konnte ein preiswertes Reparaturangebot aus Meißen im Rahmen einer Studienarbeit nicht realisiert werden. Zudem ist die Melodie der
«Bornkesseli» nicht überliefert. Informationen darüber nimmt die Lokalredaktion der Fürther Nachrichten unter der Telefonnummer (09 11) 7
79 87 32 gerne entgegen.
OB Thomas Jung möchte jedenfalls kein Geschepper hören. Und Stadtheimatpfleger Alexander Mayer könnte sich auch leichte Röhrenglocken
vorstellen. Unrealistisch ist allerdings der Vorschlag aus der Festschrift zur Rathausrenovierung, Leichtbauglocken im Technikum fertigen
zu lassen.
Der Werkstoffwissenschaftler Andreas Volek hält die Idee zwar grundsätzlich für interessant, weiß allerdings, dass gerade neue Materialien
keine besonders guten Klangeigenschaften besitzen.
VOLKER DITTMAR
26.1.2007 0:00 MEZ
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Auf den Spuren der Wohltäter
Historischer Rundgang informierte darüber, was Fürth jüdischen Stiftern verdankt
Ein Rundgang durch Fürth zeigt die Großzügigkeit der jüdischen Mitbürger: Zahlreiche Stiftungen prägen das Stadtbild. Der Verein «Geschichte
Für Alle» lud Interessierte zur Spurensuche ein. Sinnfälliger Nebeneffekt der Tour: Die Teilnahmegebühr geht als Spende an die
Israelitische Kultusgemeinde. Mit dem Erlös soll die Renovierung der Aussegnungshalle unterstützt werden.
FÜRTH (sba) - 1871 billigte ein Gleichstellungsgesetz den Juden mehr Rechte zu. Wer es zu etwas brachte, wollte mit seinen Stiftungen seine
Zugehörigkeit zur deutschen Kultur unterstreichen. In Fürth waren die Mäzene keine Einzelerscheinung. Heinrich Berolzheimer, Alfred Louis
Nathan und Martha Krautheimer, um nur die prominentesten zu nennen, förderten Künste, Wissenschaften und wohltätige Einrichtungen. Die
Historikerin Stefanie Wien präsentierte im Rahmen ihres Rundgangs ihre Stiftungen in Fürth.
Der jüdische Bleistiftfabrikant und Ehrenbürger Berolzheimer zeichnet für eines der schönsten Denkmäler in Fürth verantwortlich: das Gebäude
der heutigen «Comödie», einst zum Zwecke der Volksbildung erbaut und noch heute unter dem Namen «Berolzheimerianum» bekannt. Rund drei
Millionen Mark hat Ehrenbürger Alfred Nathan im Laufe seines Lebens gespendet. Die Stadt verdankt dem jüdischen Fürther die Errichtung
eines Säuglings- und Wöchnerinnenheims in der Tannenstraße 17. Heute ist dort die Ullstein-Realschule zu Hause. Noch heute trägt die
Geburtshilfeabteilung des Fürther Klinikums den Namen Nathanstift.
Ergänzend zum Nathanstift wurde um die Ecke ein Kinderheim gebaut, die Krautheimerkrippe. Benannt ist es nach Martha Krautheimer, einer
jüdischen Kaufmannswitwe, die die Einrichtung finanzierte.
20.3.2007 0:00 MEZ
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Ein Baudenkmal in neuem Glanz
In der Königswarterstraße werden prunkvolle Wandmalereien wieder freigelegt
FÜRTH - Ein lange Zeit verunstaltetes Baudenkmal erwacht derzeit in einem Wohnhaus in der Königswarterstraße zu neuem Leben. Seit sieben
Wochen restauriert der Nürnberger Künstler Ludwig Aschenbrenner die prunkvollen Wandmalereien und Stuckarbeiten im Eingangsbereich des
Sandsteingebäudes.
«Die Verzierungen an Decke und Wänden sind alle dem Historismus zuzuordnen», erklärt der Restaurator. In dieser Epoche bedienten sich die
Künstler gerne verschiedenster Vorlagen aus der Kunstgeschichte. Wer die kunstvollen Arbeiten in der Königswarterstraße 52 angefertigt hat,
konnten weder Aschenbrenner noch die Gemeinschaft der Wohnungseigentümer bislang herausfinden.
Nur, dass er aus Italien kam, weiß man – und dass er auch in den Nachbarhäusern aktiv war. So zeigen die Wandgemälde denn auch Motive wie
den Petersdom oder die Engelsburg in Rom – alles im griechisch-römischen Stil. Den Wert des liebevoll verzierten Hausgangs konnten die
Eigentümer in den 60er Jahren allerdings gar nicht nachvollziehen. Als der Wandschmuck anfing, langsam zu verfallen, entschlossen sie sich
kurzerhand, die Wände, ganz im Stil der 60er Jahre, mit Kunststoffplatten zu verkleiden.
Zwischenzeitlich schlugen Elektriker Schlitze quer durch die Gemälde und verlegten darin Kabel. Die Zerstörungen aus der zweiten Hälfte des
vergangenen Jahrhunderts lassen Ludwig Aschenbrenner schaudern und stellen den Restaurator gleichzeitig vor eine große Herausforderung: In
den vergangenen sieben Wochen hat er die Malereien erst einmal von Kleber und Farbe befreit.
Noch sieben Wochen
Dort, wo Löcher in den Gemälden entstanden sind, ergänzt er die fehlenden Stellen mit eigenen Pinselstrichen. Auch die ehemals vergoldeten
und später bronzefarben übermalten Stuckarbeiten legt er derzeit in mühevoller Kleinarbeit wieder frei und erneuert die Vergoldung. Weitere
sieben Wochen plant Aschenbrenner bis zur Fertigstellung des Eingangsbereichs und des unteren Teils im Treppenhaus ein.
Dann haben die Wohnungseigentümer Grund zum Feiern. Schließlich sind sie es, die die Arbeiten in Auftrag gegeben haben und auch komplett
finanzieren. Zuschüsse der öffentlichen Hand gibt es für ihren Beitrag zum Denkmalschutz nicht, betont Bernd-Uwe Schinzel, dem eine der
Wohnungen in dem 1893 fertig gestellten Haus gehört.
Er hat zudem die Geschichte des Hauses recherchiert: Demnach beauftragte der einstige Brauereibesitzer Wilhelm Evora 1892 den damaligen
Star-Architekten Fritz Walter mit dem Bau. Ab 1937 gehörte das Anwesen einem Arzt, der dort seine Privatklinik betrieb. Ende der 50er Jahre
erwarb dann der Chirurg Eberhard Stutzbach das Gebäude und betrieb die Klinik bis 1986 weiter. Dieser verkaufte das Haus an eine
Immobilienfirma, die im Gebäude Eigentumswohnungen schuf. MARIO KRESS
23.3.2007 0:00 MEZ
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fanblock bekommt Unterstützung
Auf der Gegengeraden des Playmobil-Stadions ist eine «Singing Area» entstanden
In den letzten Jahren gehörte Block G, links außen auf der Gegengeraden des Playmobil-Stadions, eher zu den weniger frequentierten Bereichen
– seit einiger Zeit ist dies anders: Eine von Fans initiierte «Singing Area» sorgt für Aufsehen.
FÜRTH - Die Idee von Dieter Wirth und den «Sportfreunden Ronhof» war simpel: «Wir wollten viele, die im gesamten Rund verstreut sind, an
einem bestimmten Punkt zusammenziehen. So ist es wesentlich einfacher, gemeinsam Gesänge und Rufe anzustimmen.» Durch eine Konzentration
der Fans an einem zentralen Punkt, so Wirth, entstehe auch mehr Stimmung bei den Heimspielen der SpVgg.
Dass die Wahl auf den Block G fiel, hat einen simplen Grund: Durch das Dach über den Rängen erwarten sich die Sportfreunde, dass die
lautstarke «Anfeuerung» auf das Spielfeld besser übertragen wird. Was auch eingetreten ist. Als man im Spiel gegen den SC Freiburg Premiere
feierte, waren die Kleeblatt-Kicker auf dem Platz verblüfft, dass aus der ungewohnten Ecke plötzlich Unterstützung kam. Zuletzt, beim mit
11 000 Besuchern ohnehin sehr gut besuchten Heimspiel gegen Jena, war die «Singing Area» fast komplett gefüllt, da sich immer mehr
Unterstützer finden.
«Als die Sache an uns herangetragen wurde, waren wir vom Verein gleich offen dafür, denn die Idee erschien uns gut, und das hat sich ja nun
auch bestätigt», freut sich Daniel Kirchner, der bei der SpVgg für die Stadion-Organisation zuständig ist.
Unbürokratische Lösung
Die «logistischen» Probleme, nämlich dass die einzelnen Fans teilweise ganz unterschiedliche Tickets hatten, löst man nun auf
unbürokratische Weise: «Wer eine Karte hat, die eigentlich billiger wäre als der Platz auf Block G, der entrichtet eine Spende. Freikarten
gibt es für die Aktion nicht, das wollen wir auch gar nicht», sagt Wirth, der für das Spiel am Sonntag alle aufruft, die mitmachen wollen:
«Jeder, der unser Kleeblatt lautstark unterstützen will, ist willkommen.»
Das gesammelte Geld soll am Ende der Saison der SpVgg zugute kommen. «Entweder spenden wir es der Junioren-Abteilung, oder wir geben es als
Zuschuss, wenn unser Traum vom Dach über den Blöcken 2 bis 4 verwirklicht werden sollte», blickt Wirth voraus. Kirchner ist hoch erfreut,
dass die Aktion Wirkung zeigt: «Es rührt sich etwas in unserer Anhängerschaft. Ich bin sicher, dass Einrichtungen wie der Fanstammtisch und
der Arbeitskreis mittelfristig weitere Verbesserungen bringen werden.»
Fan-Stammtisch ist im Übrigen wieder am Donnerstag um 19 Uhr im VIP-Raum des Playmobil-Stadions. Dabei wird Kirchner die Fans über weitere
strukturelle Verbesserungen der Fan-Arbeit informieren und das eine oder andere auch zur Diskussion stellen. Der Zutritt zu dieser
Veranstaltung ist für jedermann offen.
Jürgen Schmidt
18.4.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Der «Spiegelstadt» ein Denkmal gesetzt
An der Adenaueranlage wurde eine neun Meter hohe Säule zum Stadtjubiläum aufgestellt
FÜRTH - Die Adenaueranlage hat einen neuen Blickfang: Zum Stadtjubiläum erinnert eine neun Meter hohe Säule an die Fürther Tradition der
Spiegelherstellung. Heute um elf Uhr wird das von Ingo Klöcker geschaffene Kunstwerk eingeweiht.
In einem sich nach oben verjüngenden Fünfeck sind bei Flabeg auf der Hardhöhe gefertigte Spiegel aus Sicherheitsglas rund um eine rot
lackierte Stahlsäule angebracht. Die fünf Sinne und die fünf Themenbereiche des Stadtjubiläums gaben Klöcker, der zuletzt im Dessauer
Bauhaus ausstellte, die formalen Impulse.
«Find’ ich toll», kommentiert Werner Zeitler die Aufbauarbeiten und meint damit vor allem den Hinweis auf die Spiegelstadt Fürth. 25 Jahre
lang hat er bei Flabeg gearbeitet. «Das ist mal was anderes und macht Fürth interessanter», meint Passant Peter Beubler. Als weitere
Aufwertung der Innenstadt empfindet auch Andreas Krempels die Säule. «Kann man anschauen – da waren schon ganz andere Sachen
herumgestanden», urteilt lakonisch Rudolf Pohl. Begeistert von der Idee ist Irene Müller: «Der Raum wirkt größer dadurch.» Beate
Pappenberger empfindet die Flabeg-Säule trotzdem nicht aufdringlich: weil sich nur die Umgebung darin widerspiegle, falle sie erst spät
auf.
«Dreht sich das?», will ein Passant wissen. Klöcker: «Daran habe ich auch mal gedacht, aber es wäre zu jahrmarktmäßig geworden.» Vorgesehen
ist lediglich eine indirekte Beleuchtung mit Lichtschnüren, die in Vertiefungen der Stahlträger verlegt werden können. Für Christine Böhner
trägt die Säule jedenfalls zur weiteren Aufwertung der reizvoll renovierten Grünanlage bei. Das ganze Jubiläumsjahr über soll die zwölf
Tonnen schwere Säule an der Fürther Freiheit stehen. In ihrer Größe entspricht sie der beleuchteten Glassäule vor dem Jüdischen Museum in
der Königstraße. Bei Gefallen könnte Klöckers Kunstwerk auch dauerhaft die Adenaueranlage bereichern. VOLKER DITTMAR
25.4.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Erhard bleibt Aushängeschild
Auch ohne CDU-Mitgliedschaft wirkt seine Ausstrahlungskraft
FÜRTH (di) - Als Vater des Wirtschaftswunders und Herold der sozialen Marktwirtschaft ist der Fürther Ludwig Erhard in die Geschichte
eingegangen. Dass der ehemalige CDU-Vorsitzende, Bundeswirtschaftsminister und Bundeskanzler nie offiziell CDU-Mitglied war, wie der Stern
in seiner neuesten Ausgabe berichtet, überrascht in Fürth kaum.
«So ein Quatsch», kommentiert der CSU-Kreisvorsitzende und Parlamentarische Staatssekretär Christian Schmidt Zweifel an der Rechtmäßigkeit
von Erhards Parteiführung und fügt hinzu: «Als Parteivorsitzender ist man doch automatisch bedeutendster Überzeugungsträger.» Erhard habe
das Bild der CDU stark geprägt und mit der sozialen Marktwirtschaft ihren Kern gestaltet. Zum 30. Todestag des Fürthers am 5. Mai will die
CSU an der Erhard-Büste vor dem Wirtschaftsrathaus laut Schmidt ein Zeichen des Gedenkens setzen.
Für Oberbürgermeister Thomas Jung zeigt die Tatsache, dass Erhard keinen Wert auf die Parteimitgliedskarte gelegt hat, «wie blöd es war, ihm
die Ehrenbürgerschaft zu verweigern». Der SPD-Mann hält allerdings dafür, dass es kein Parteibuch war, sondern Erhards Aussagen, die den
Widerstand der Gewerkschaft und der SPD-Mehrheit im Rathaus hervorgerufen hatten. Jung versöhnlich: «Ich will der CDU Erhard nicht streitig
machen.» Evi Kurz, Vorsitzende des Fürther Ludwig-Erhard-Initiativkreises, sieht in der eigenwillig geregelten Parteimitgliedsfrage nur
einen Ausdruck von Erhards Souveränität. Die Tatsache sei längst bekannt gewesen. Man habe sie nur nicht thematisiert, weil sie für die
Einschätzung der Person nicht von Bedeutung sei.
«Ludwig Erhard brauchte die Partei nicht für sein politisches Selbstverständnis», meint Kurz. Das bedeute jedoch nicht, dass er sich von der
CDU distanziert habe. Erhards Einstellung könne wegweisend für Menschen sein, die sich politisch engagieren wollten. Der Initiativkreis
selbst verstehe sich als eine parteiübergreifende Institution, unterstreicht Evi Kurz.
26.4.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Glocken für den Rathausturm aufgetrieben
Auf der Kulmbacher Plassenburg wurde Stadtheimatpfleger Alexander Mayer fündig
Still ist es geworden um den Fürther Rathausturm. Die Glocken, die dem Fürther Wahrzeichen seit der Fertigstellung 1851 einen besonderen
Klang verliehen haben, sind nach wechselvoller Geschichte 1966 verstummt. Doch jetzt hat das Stadtjubiläum den Bemühungen um die
Wiederbelebung des Glockenspiels neuen Anschub gegeben. Im Fränkischen Turmuhrenmuseum auf der Kulmbacher Plassenburg, wohin die Reste des
letzten Glockenspiels ausgelagert wurden, hat Stadtheimatpfleger Alexander Mayer ein geeignetes Geläut entdeckt.
FÜRTH – Im Lager des Museums fand Mayer ein Läutwerk aus 25 Glocken, chromatisch und tonrein über zwei Oktaven gestimmt. Zu dem Glockenwerk
gehört ein Spielcomputer für etwa 100 Lieder, Viertel- und Stundenschlag sowie eine Funkuhr. Sogar eine Klaviatur zur Einspielung neuer
Lieder ist vorhanden. Das Glockenspiel ist sofort einsatzbereit. Die Wartungs- und Betriebskosten waren laut Mayer bisher unerheblich. Das
Läutwerk spielte bis zu dessen Schließung vor dem bisherigen Turmuhrenmuseum in der Zeckenmühle bei Mistelbach. Gleichartige Glockenspiele
gibt es in den Städten Cham und Frankenthal in der Pfalz.
Mit 780 Kilo ist das Glockenspiel nicht einmal halb so schwer wie das erste Fürther Rathausturm-Geläut, das den Turm erschüttert hatte.
Seine unbeweglichen Glocken beeinträchtigen die Turmstatik nicht. Zudem ist es Witterungseinflüssen gegenüber nicht so anfällig wie das
letzte, 1950 konstruierte Geläut aus fünf elektronisch verstärkten Porzellanglocken.
«Das kriegen wir hin»
Der Preis ist nach Angaben des Stadtheimatpflegers Verhandlungssache und bewegt sich in relativ bescheidenen Grenzen. Das freut den
Ehrenvorsitzenden der CSU-Stadtratsfraktion Ferdinand Metz ebenso wie SPD- Fraktionssenior Hans Moreth, die sich seit Jahren schon für neue
Glocken im Rathausturm stark machen. Am kommenden Montag wollen die Stadträte das Thema in der Baubeiratssitzung ansprechen. Metz ist
sicher: «Das kriegen wir hin im Jubiläumsjahr – irgendwie.»
Bei der letzten Sanierung des Fürther Rathausturmes hatte die Stadt die unvollständigen Reste der nach dem früheren OB Hans Bornkessel
liebevoll «Bornkesseli» genannten Porzellanglocken dem Turmuhrmachermeister, der die Fürther Rathausuhr saniert hat, für das Museum
überlassen. Zur Reaktivierung wären eine aufwändige Reparatur und die Anschaffung eines Spielwerks nötig.
Die drei ursprünglichen, in Bamberg gegossenen Bronzeglocken waren mit Friedrich Schillers Worten verziert: «Arbeit ist des Bürgers Zierde,
Segen ist der Mühe Preis, Bürgerglück das höchste Streben». Bereits 1902 musste dieses 33 Zentner schwere Geläut wegen statischer Bedenken
eingestellt werden. Was die Fürther nicht hinderte, bei besonderen Anlässen, etwa beim Besuch des Bayernkönigs Ludwig II. 1913 oder nach
Siegen auf den Schlachtfeldern der Weltkriege, kräftig zu läuten.
1942 war auch damit Schluss. Die Bronzeglocken wurden als «Kanonenfutter» eingeschmolzen. Ein Verlust, den Bornkessel (OB von 1946 bis 1964)
später als «Angriff der Machthaber des Dritten Reiches auf die Integrität der Stadt» bezeichnete, «der gesühnt werden muss.»
Volker Dittmar
9.5.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fürth ist eine Stadt, in deren Stadtbild sich die geschichtliche Entwicklung vom 17. Jahrhundert bis heute in einer Deutlichkeit wie an kaum einem anderen Ort ablesen lässt. Das gilt auch für die Industrielle Revolution, einem rapiden und sozial spannungsreichen Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft: Im 18. bis zum 20. Jahrhundert gestaltete sich die Arbeits- und Sozialordnung Europas um. Fürth spiegelt diesen Übergang an vielen Ecken, Orten und Plätzen sinnfällig wider.
Die industrielle Revolution begann mit der Mechanisierung der Baumwollherstellung, durch Industriespionage kam diese Erfindung 1783 nach Deutschland und wurde in der ersten Fabrik auf dem Europäischen Festland in Ratingen am Rhein verwendet. Es folgte gegen großen Widerstand der Heimweber der mechanisierte Webstuhl. Die Textilindustrie trug die erste Phase der industriellen Revolution, die Umwandlung zur Industriegesellschaft.
In der Fürther Gustavstraße eröffnete 1832 Konrad Weber eine Handweberei mit drei Webstühlen, die später als „Buntweberei Weber und Ott“ firmierte. 1886 ist Weber und Ott „das größte Etablissement dieser Art nicht allein im Königreich Bayern, sondern in ganz Süddeutschland“ und beschäftigte 1000 Arbeiter.
1861 wird in den Fürther Betrieben an fünf Tagen in der Woche mindestens 12, manchmal 14 und in Extremfällen sogar18 Stunden am Tag gearbeitet. Oft gibt es dafür „unbezahlten Urlaub“: Wenn das Geschäft schlecht geht, werden die Arbeiter entlassen. In Webereien kriechen Kinder ab 5 Jahren zwischen den mechanischen Webstühlen, um die Mechanik störende Fussel zu entfernen und Wartungsarbeiten durchzuführen. Nicht selten kommen die kleinen Hände in die laufende Maschine, betriebliche Krankenversicherungen gibt es nur selten.
Ein Arzt stellt um 1860 bei den Arbeitern zwei weit verbreitete Krankheiten fest: Erstens Krätze und zweitens „Demoralisation“, heute würde man „burn out“ sagen – nicht verwunderlich, wenn man trotz 60 Stunden Wochenarbeitszeit dennoch nicht genug verdient, um eine Familie ernähren zu können.
Die Führung beginnt am Freitag, 11.05.07 und am Samstag, 12.05.07 am Waagplatz jeweils um 15.00 Uhr, führt über die Gustavstraße (Grüner Baum als Vereinslokal der Arbeiterbewegung, ehemalige Kürschnerfabrik Baur mit Storchenschlot) über die Schindelgasse (jüdische Druckerei) in die Gartenstraße (Brauerei Grüner). In der Rosenstraße gibt es etwas über die ehemalige Buntpapierfabrik Stern zu erfahren, in der Blumenstraße über die Spiegelfirmen Bechmann sowie Krailsheimer, die Ahnherren der FLABEG. In der Badstraße werden die Kißkalthäuser vorgestellt, in der Mathildenstraße die Zichorienfabrik Josef Scheuer. Weiter geht es über die Bronzefarbenfabrik Tabor und Eiermann an der Ecke Marien-/Hirschenstraße zum Standort der durch Industriespionage großgewordenen Brillenfabrik Abraham Schweizer, um am Stadtmuseum mit seiner thematisch passenden Ausstellung zu enden.
Die Führungen werden von unserem Stadtheimatpfleger Dr. Alexander Mayer in Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften durchgeführt.
Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich - die Teilnahme an der Führung ist kostenlos
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40 000 Fürther im Marathonfieber
Der Jahrtausendlauf mobilisierte die halbe Stadt - Lob für perfekte Organisation
«Super Stimmung», «tolle Atmosphäre», «prima Route»: Die rund 6000 Läufer und mehr als 40 000 Zuschauer entlang der Strecke des Fürther
Jahrtausendmarathons waren voll des Lobs für Organisatoren und Helfer. Der Lauf führte bis nach Mannhof im Norden und über Burgfarrnbach
und Dambach zurück ins Ziel auf der Fürther Freiheit, wo Volksfeststimmung wie sonst nur beim Fürth Festival und bei der Kärwa herrschte.
Mehr als 1600 Helfer waren im Einsatz. Am Ende konnten die Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes erleichtert Entwarnung geben:
Lediglich mit kleineren Verletzungen mussten rund 80 Menschen behandelt werden, vier wurden vorsorglich in die Klinik gebracht.
FÜRTH - Als die ersten Läufer gegen halb elf Uhr in Sack eintreffen, werden sie dort bereits ungeduldig empfangen. Sonja Köhn und Christine
Hofmann stehen wie Hunderte andere mit einer Ratsche an der Blütenstraße und blicken aufgeregt auf die Sportler, die die ersten zehn
Kilometer hinter sich haben. «Unsere beiden Männer haben gemeinsam trainiert, nun drücken wir ihnen fest die Daumen», erzählen sie stolz.
Wenige Meter weiter sitzt Robert Wagner, Leiter der Musikschule, an der Straße und macht mit der Gruppe Svatoplugged Stimmung. An fast 30
Stationen spielen, singen oder trommeln Bands der Musikschule für die Läufer – und die Zuschauer. Dort, wo es etwas ruhiger ist, tun sich
Nachbarn zusammen, pfeifen, winken und bauen kurzerhand kleine Versorgungsstationen auf. In Sack kümmert sich beispielsweise der TSV ums
Wohl der Läufer, in Burgfarrnbach ist ebenfalls der Verein aktiv, um die Sportler, die bei Kilometer 25 dankbar nach nassen Schwämmen und
Bananenstückchen greifen, zu unterstützen.
Viele Helfer haben schon früh am Sonntag ihren Dienst begonnen, etwa die Landeskirchliche Gemeinschaft, die spontan am Kohlenmarkt die
Versorgungsstation für die letzten Marathonkilometer übernimmt. Für Prediger Matthias Rapsch «eine wichtige Aufgabe», denn: «Am Ende wird’s
hart.»
Im Westen und Süden der Stadt gerät der lange Lauf zum Triumphzug für die Athleten. Vor den Häusern in der ehemaligen Offizierssiedlung und
in der Westvorstadt haben es sich zahlreiche Anwohner auf Garten- und Campingmobiliar bequem gemacht, um die Läufer anzufeuern. Immer
wieder erfrischen sie die dankbaren Läufer mit Wassergüssen aus am Straßenrand platzierten Rasensprengern und Gartenschläuchen. Die
Aufschriften auf den selbstgemalten Transparenten reichen von ehrerbietigen Liebesbekundungen («Armin, du bist der Held») bis hin zu
martialischen Aufmunterungen («Der Schmerz vergeht, der Ruhm bleibt»).
Hunderte Liter isotonischer Getränke halten die Helfer auch am Sportboothafen parat. Während auf der Wiese gegrillt wird, schwenken die
Cheerleader der Fürther Kanalflotte aufmunternd weiß-blaue Puscheln, der 25-köpfige Seemannschor aus Nürnberg begleitet die Läufer
vielstimmig.
Apropos Nürnberg: Die Oberbürgermeister der drei Städte sind glücklich, aber verschwitzt im Ziel eingetroffen, wo sie wie alle anderen vom
völlig euphorisierten Moderator Bernd van Trill und einer begeisterten Menschenmenge jubelnd empfangen werden. Während Nürnbergs OB Uli
Maly schon in die Kameras lächelt, wischt sich Fürths Stadtoberhaupt Thomas Jung noch übers Gesicht. «Am Ende hab’ ich meine Erkältung dann
doch gespürt», sagt er. Geschafft hat er die Strecke dennoch – und ist überwältigt von der Stimmung im Publikum. Die Zuschauer harren
tatsächlich bis kurz nach 16 Uhr aus, dann trudeln die letzten beiden Läufer nach gut sechseinhalb Stunden ein.
Sehr viel früher verabschieden sich bereits jene, die «nur» auf der Halbmarathonstrecke unterwegs waren. Klaus Wagenpfeil (49) etwa, der
früh aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt nach Fürth gefahren ist, poliert gedankenverloren seine Medaille, während er zum Auto geht.
«Zwofünfundzwanzig hab’ ich gebraucht», sagt er. Nicht ganz Bestzeit, aber es sei schließlich heiß gewesen. Wagenpfeil lobt Fürth für die
brillante Organisation. «In anderen Städten klappt das nicht so gut, und die Leute jubeln weniger», sagt er. (Mehr Berichte und Bilder auf
den Seiten 4, 5, 8 sowie in Politikteil und Hauptsport)
Martina Hildebrand, Wolfgang Händel und Thomas Scherer
18.6.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Arbeiten in Fürth
Führung zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Kleeblattstadt Sonntag 17.06.07 um 14 Uhr Treffpunkt Waagplatz um 14 Uhr weitere Termine: 20.6., 14.7., 8.9., 22.9 jeweils 15 Uhr, Treffpunkt Waagplatz Fürth ist eine Stadt, in deren Stadtbild sich die geschichtliche Entwicklung vom 17. Jahrhundert bis heute in einer Deutlichkeit wie an kaum einem anderen Ort ablesen lässt. Das gilt auch für die Industrielle Revolution, einem rapiden und sozial spannungsreichen Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft: Im 18. bis zum 20. Jahrhundert gestaltete sich die Arbeits- und Sozialordnung Europas um. Fürth spiegelt diesen Übergang an vielen Ecken, Orten und Plätzen sinnfällig wider.
Die industrielle Revolution begann mit der Mechanisierung der Baumwollherstellung, durch Industriespionage kam diese Erfindung 1783 nach Deutschland und wurde in der ersten Fabrik auf dem Europäischen Festland in Ratingen am Rhein verwendet. Es folgte gegen großen Widerstand der Heimweber der mechanisierte Webstuhl. Die Textilindustrie trug die erste Phase der industriellen Revolution, die Umwandlung zur Industriegesellschaft.
In der Fürther Gustavstraße eröffnete 1832 Konrad Weber eine Handweberei mit drei Webstühlen, die später als „Buntweberei Weber und Ott“ firmierte. 1886 ist Weber und Ott „das größte Etablissement dieser Art nicht allein im Königreich Bayern, sondern in ganz Süddeutschland“ und beschäftigte 1000 Arbeiter.
1861 wird in den Fürther Betrieben an fünf Tagen in der Woche mindestens 12, manchmal 14 und in Extremfällen sogar18 Stunden am Tag gearbeitet. Oft gibt es dafür „unbezahlten Urlaub“: Wenn das Geschäft schlecht geht, werden die Arbeiter entlassen. In Webereien kriechen Kinder ab 5 Jahren zwischen den mechanischen Webstühlen, um die Mechanik störende Fussel zu entfernen und Wartungsarbeiten durchzuführen. Nicht selten kommen die kleinen Hände in die laufende Maschine, betriebliche Krankenversicherungen gibt es nur selten.
Ein Arzt stellt um 1860 bei den Arbeitern zwei weit verbreitete Krankheiten fest: Erstens Krätze und zweitens „Demoralisation“, heute würde man „burn out“ sagen – nicht verwunderlich, wenn man trotz 60 Stunden Wochenarbeitszeit dennoch nicht genug verdient, um eine Familie ernähren zu können.
Die Führung beginnt am Sonntag 17. Juni 14 Uhr am Waagplatz, führt über die Gustavstraße (Grüner Baum als Vereinslokal der Arbeiterbewegung, ehemalige Kürschnerfabrik Baur mit Storchenschlot) über die Schindelgasse (jüdische Druckerei) in die Gartenstraße (Brauerei Grüner). In der Rosenstraße gibt es etwas über die ehemalige Buntpapierfabrik Stern zu erfahren, in der Blumenstraße über die Spiegelfirmen Bechmann sowie Krailsheimer, die Ahnherren der FLABEG. In der Mathildenstraße wird die Zichorienfabrik Josef Scheuer vorgestellt, weiter geht es über die Bronzefarbenfabrik Tabor und Eiermann an der Ecke Marien-/Hirschenstraße zum Standort der durch Industriespionage großgewordenen Brillenfabrik Abraham Schweizer, um am Stadtmuseum mit seiner thematisch passenden Ausstellung zu enden.
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Kanzlerin bleibt hinter der Kordel
«Ein gigantischer Aufwand»: Nächste Woche kommt Angela Merkel nach Fürth
FÜRTH - Hoher Besuch für Fürth: Am Mittwoch kommender Woche reist Bundeskanzlerin Angela Merkel an, um bei einem um 16 Uhr beginnenden
Festakt im Stadttheater eine Rede anlässlich des 110. Geburtstags von Ludwig Erhard zu halten. Die Vorbereitungen im Rathaus und beim
veranstaltenden Ludwig-Erhard-Initiativkreis laufen auf Hochtouren.
«Das ist ein gigantischer Aufwand, den ich völlig unterschätzt habe», gesteht Evi Kurz, Vorsitzende des Initiativkreises, der sich bemüht,
die Ideen des in Fürth geborenen Ex-Kanzlers am Leben zu erhalten. 700 Gäste einladen, einen Sitzplan ausarbeiten, der keinen der
prominenten Gäste aus Wirtschaft und Politik vor den Kopf stößt, die Pressevertreter koordinieren – Evi Kurz, selbst TV-Journalistin, weiß
manchmal nicht mehr, wo ihr der Kopf steht. Nicht zu vergessen: die Sicherheitsvorkehrungen. Letzte Woche kreuzte eine Delegation aus
Kanzleramt, Bundespresseamt und Bundeskriminalamt in Fürth auf und nahm einen Tag lang alles akribisch unter die Lupe. Seitdem weiß Evi
Kurz auch, dass es das Wort «abkordeln» gibt.
Für das Abkordeln, sprich: das Abmarkieren eines Sicherheitsbereichs um den Theatereingang, nämlich ist ihr Verein zuständig. Hunderte Meter
roten Seils, die die Absperrung fernsehtauglich machen sollen, waren zu beschaffen. Von außerhalb der Zone darf der Normalbürger einen
Blick auf die eintreffende Kanzlerin werfen, so er denn möchte. Mehr Gelegenheit dazu wird es nicht geben, denn Merkel sei in Eile, heißt
es. Anschlusstermine zwingen sie, gleich nach dem anderthalbstündigen Festakt wieder von dannen zu ziehen.
Auch das Sicherheitspersonal und – für alle Fälle – einen Notarzt samt Team hatte der Initiativkreis zu engagieren. Die Bundesbehörden indes
hielten sich vornehm zurück. Für die Kosten kommt ebenfalls der Verein auf. Dessen Kasse sei danach reichlich geplündert und könne Spenden
gut vertragen, lässt Kurz schon mal vorsorglich anklingen.
Weniger überraschen konnte der Aufwand die Leiterin des Fürther Bürgermeister- und Presseamts, Susanne Kramer. Sie kennt dergleichen von den
Besuchen Henry Kissingers anlässlich der Ernennung zum Ehrenbürger 1998 und von der Eröffnung des Jüdischen Museums ein Jahr später, zu der
Bundespräsident Johannes Rau kam. Erstmals aber erlebt sie den offiziellen Besuch eines Regierungschefs – respektive einer Regierungschefin
– in Fürth. Dass der nun ausgerechnet ins Jubiläumsjahr fällt, darüber freue man sich natürlich besonders. WOLFGANG HÄNDEL
10.7.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Pleitewelle rollt durch Fürths Kneipenmeile
Nach dem Grünen Baum hat in der Gustavstraße auch das Blue Note zugemacht - «Es gibt keine Krise»
FÜRTH - Kneipengänger, die derzeit die Gustavstraße ansteuern, stehen vor immer mehr verschlossenen Türen. Vor zwei Wochen hat Pächterin
Sonja Durakovic das Blue Note zugesperrt. In der Traditionsgaststätte Grüner Baum bleibt bereits seit Ende Mai die Küche kalt.
Am benachbarten Waagplatz steht seit einem halben Jahr das Café Insel leer, ebenfalls ein Urgestein der Fürther Gastro-Szene. Offenbar gibt
es zumindest bei der Insel einen Hoffnungsschimmer: Mit dem Text «Panolio – demnächst hier» kündigt ein Transparent das Ende des
Leerstandes an. Aus dem Umfeld des Vermieters heißt es, das neue Lokal «gehe in Richtung Pizzeria», ein Öffnungstermin stehe aber noch
nicht fest.
Ungewiss ist hingegen, was aus dem Blue Note wird. Nach aufwändigem Umbau wurde es vor vier Jahren in den Räumen des ehemaligen Gelben Löwen
eröffnet. «Ich hatte viel Spaß, habe mein möglichstes gegeben, aber es hat nicht gereicht», räumt Ex-Pächterin Sonja Durakovic offen ein.
Zwar waren nach ihren Worten das Lokal sowie der Clubraum im hinteren Teil des Hauses, wo man bis in die frühen Morgenstunden tanzen
konnte, an Wochenenden gut besucht, aber unter der Woche, so Durakovic, «haperte es doch sehr».
Für die Jazzreihe im Blue Note mit 14 Konzerten von Oktober bis März hat sich Organisator Burkhard Knauf bereits abgesichert. Vermieter
Hermann Schadler habe zugesichert, dass die Veranstaltungen des Vereins Szene Fürth auch dann im Blue Note stattfinden können, wenn bis
Herbst noch kein neuer Pächter gefunden werden konnte.
Ein paar Häuser weiter hatte bereits Ende Mai Christof Jungbauer nach gerade mal einem Jahr Bewirtschaftung im Grünen Baum das Handtuch
geworfen. Jungbauer, ein erfahrener Wirt, versuchte es mit fränkischer Küche. Heute sagt er offen: «Wir haben es nicht geschafft, den Laden
wirtschaftlich zu betreiben».
Ein Grund laut Jungbauer: «Vom Aufschwung profitieren bislang vielleicht Handy-Läden und Flachbildschirmverkäufer, aber nicht die
Gastronomie.» Veranstalter, die den großen Saal im Grünen Baum gebucht haben, müssen sich keine Sorgen machen. «Wir lassen niemanden
hängen», sagt Jungbauer, «alles, was vereinbart war, findet statt.»
Wirt trauert den 80ern nach
Café Insel, Grüner Baum, Blue Note. Hat das Fürther Kneipenviertel an Attraktivität eingebüßt? Jungbauer widerspricht: «Die Gustavstraße ist
ein klasse Umfeld und Fürths heimliche Innenstadt.» Auch Jens Graeser, seit fast 24 Jahren Wirt der Kaffebohne, will von einer Krise der
Kneipenmeile nichts wissen. Fachmagazinen zufolge sei es völlig normal, dass 30 bis 40 Prozent der Lokale innerhalb eines Jahres den
Besitzer wechseln.
Allerdings räumt er ein, dass es in der Altstadt derzeit ungewöhnlich viele sind. «Gastronomie war schwer, ist schwer und wird schwer
bleiben», betont er. Die «Goldenen 80er» etwa, als die Gäste «auch montags in Dreier-Reihen am Tresen anstanden», sind vorbei, meint
Graeser. «Die Leute gehen deutlich weniger weg.»
Laut dem Bohne-Wirt belegen zahlreiche Beispiele alteingesessener Läden, dass man im Kneipenviertel in der Altstadt nach wie vor erfolgreich
Gastronomie betreiben kann. Vom Alten Rentamt bis zum Bistro Galerie, vom Keimling bis zum Mephisto, von der «Bar» bis zur Stadt Venedig
zählt er einige auf.
Dass es hier und dort Geschäftsaufgaben gebe, sei jedenfalls nicht ungewöhnlich, weiß Graeser aus Erfahrung: «Ich habe in 24 Jahren
Gustavstraße bestimmt mehr als 100 Wirte kommen und gehen sehen.»
Johannes Alles
13.7.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Kanzlerin im Fernsehen
FÜRTH - Der Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel am morgigen Mittwoch in Fürth wird vom Fernsehen live übertragen. Der Nachrichtensender
Phoenix berichtet von 17 bis 18 Uhr über die Rede, die Merkel im Stadttheater beim Festakt anlässlich des 110. Geburtstags des in der
Kleeblattstadt geborenen Ex-Kanzlers Ludwig Erhard halten wird.
17.7.2007
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40 Brillanten im «teuersten Brot der Welt»
Kunstaktion, PR-Gag und Benefiz: Künstler backt mit Edelsteinen im Wert von 50 000 Euro
FÜRTH (mab) - Das angeblich «teuerste Brot der Welt» kommt aus einem Fürther Ofen: 40 Diamanten im Gesamtwert von 50 980 Euro hat Thor van
Horn gestern in Sauerteig gebacken. Mit seiner Kunstaktion will er der Welthungerhilfe Gutes tun.
Schauplatz: das Atelier des Künstlers – mit bürgerlichem Namen heißt er Stefan Horn – in der Otto-Seeling-Promenade. In feierlicher Stimmung
bricht Juwelier Wolfgang Jeske den dreifach versiegelten Umschlag und entlässt die 40 einzeln verpackten Steinchen ins Freie. Damit das
wertvolle Brot auch tatsächlich den Weg ins Guinness-Buch der Rekorde findet, ist außer einigen Pressevertretern ein Zeuge zugegen.
Nach einer zuvor angefertigten Skizze versenkt Horn die Steine in einer rätselhaften Formation («Das soll eine kleine Aufgabe für den
Betrachter sein») in den Sauerteig, formt einen Brotlaib, den er mit einem Teigdeckel schließt und schickt das Werk, versehen mit der Marke
«Das teuerste Brot der Welt», für knapp zwei Stunden bei 250 Grad in den Ofen. Diamanten, sagt der Juwelier beruhigend, halten sowas aus.
«Portrait unserer Zeit»
«Hinter dieser Aktion steckt Seriosität», betont der gebürtige Oberpfälzer Horn, der sich gemeinsam mit Atelierpartner Thomas Mohi auf Kunst
im öffentlichen Raum spezialisiert hat. 2003 etwa bat das Duo im Stadtpark die Fürther, mit Ein-Cent-Münzen das «Goldene Kälbchen» zu
bekleben. Nun also: kunstvolles Backen. Thor van Horn: «Mein Brot ist ein Portrait unserer Zeit. Jeder weiß um den Hunger auf dieser Welt
und kauft dann doch Luxusgüter. Ich verschmelze die Themen Existenznot und Reichtum.» Die Horizonte der Betrachter will er erweitern, «aber
alles ohne erhobenen Zeigefinger und ohne abschreckende Bilder».
Nach getanem Backwerk startet Horns Kunstaktion erst so richtig am kommenden Samstag in Nürnberg. In den Räumen des Altstadt-Juweliers
(Obere Wörthstraße 26) zeigt er unter dem Titel «Frühstück dein Tiffany» seine Installation, die aus drei Elementen besteht: dem Brot nebst
Röntgenaufnahmen vom Brotinneren – die er gestern im Nürnberger Nordklinikum machen ließ – und einer Spendenbox.
Am 8. September wiederum bittet Thor van Horn zum Frühstück neben dem Juwelierladen. Es kostet 12,50 Euro, von denen 2,50 Euro an die
Welthungerhilfe gehen sollen. Clou für Bissfeste: In einem der servierten Brötchen wird ein Diamant im Wert von 1000 Euro stecken. Beginn
ist um 10.15 Uhr, Reservierungen gibt es nicht. In seiner nächsten Kunstaktion will sich Horn mit dem Klimawandel befassen.
17.7.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Billinganlage: Herbe Kritik an «Fehlplanung»
CSU moniert, dass Brunnen 40 000 Euro mehr kostet als vorgesehen - Verkehrsführung soll überprüft werden
Vor zwei Jahren wurde die Billinganlage für über 400 000 Euro umgestaltet. Dennoch zieht der verkehrsumtoste Platz kaum Menschen an. Der
Fürther CSU ist nicht nur das ein Dorn im Auge. Sie kritisiert eine «Kostenexplosion» beim Bau des Brunnens und «verkehrliche
Fehlplanungen».
FÜRTH - Der Blick der Kandidatin schweift nachdenklich über die Billinganlage. Ein Bauzaun umgibt das kleine arenaartige Halbrund. Das
Pflaster wird gerade aufgerissen, um einem Brunnen Platz zu machen. Rund um den Stadtplatz rauschen Autos, bremsen an einer der zahlreichen
Ampeln, fahren wieder an. Ruhig ist etwas anderes.
«Kennen Sie den Mannheimer Wasserturm?», fragt Birgit Bayer-Tersch. «Das ist eine grüne Idylle, obwohl vierspurige Straßen vorbeiführen.»
Die Billing-Anlage ist keine Idylle, findet die Frau, die für die CSU das Amt des Oberbürgermeisters erobern will. «Hier lädt nichts zum
Verweilen ein.» Zu wenig Grün, zu wenig Bäume, kein Schatten, kein Leben.
Das war auch den Anwohnern schnell aufgefallen, die sich prompt bei der Stadt beklagten. Jetzt soll ein Brunnen dem Platz Leben einhauchen.
Seit zwei Wochen ist jedoch bekannt, dass das auf 156 000 Euro veranschlagte Wasserspiel 40 000 Euro teurer wird. «Rausgeworfenes Geld, das
man besser hätte investieren können», sagt Bayer-Tersch. Hätte man damals schon gewusst, wie teuer der Brunnen kommen werde, wäre die
Entscheidung wohl anders ausgefallen, so die Meinung in der CSU, die dem Projekt im Ausschuss mehrheitlich zugestimmt hatte.
Der Brunnen sei «eine Idee der Stadtspitze» gewesen und wurde in einer Bauausschusssitzung im Januar abgenickt. «Alles in allem ging das
aber viel zu schnell», meint Bayer-Tersch. Man habe sich kaum Gedanken machen können. Hinterher kam es dann zu Diskussionen in den
Parteien. Zu spät. «Ohne viel Geld in die Hand zu nehmen, kann man den Platz kaum verändern», sagt sie. Wie berichtet, will die CSU die
Billing-Anlage zumindest mit einem Denkmal aufwerten, das an den einstigen Straßenbahnverkehrsknotenpunkt erinnern soll.
Doch nicht nur die Gestaltung des Platzes bereitet den Christsozialen Kopfzerbrechen. «Verkehrliche Fehlplanungen», bemängelte der
Staatssekretär und Kreisvorsitzende Christian Schmidt bei einem Ortstermin, zu dem die CSU auch Norbert Weber, den Verkehrsexperten der
Fürther Polizei, und Polizeichef Roman Fertinger eingeladen hatte. Unter anderem weist die CSU darauf hin, dass es in «verkehrsstarken
Zeiten» in der Vacher Straße zum Rückstau komme. Ebenfalls betroffen seien die Linksabbieger von der Flutbrücke zur Cadolzburger Straße.
«Das wird noch schlimmer, wenn erst das Thermalbad öffnet», fürchtet Schmidt.
Auch Polizist Weber ist der Meinung: «Hier sind ein bis zwei Ampeln zu viel.» Er empfiehlt, eine Fußgängerampel über die Würzburger Straße
zu entfernen. Die CSU wünscht, dass «Experten» die aktuelle Verkehrsführung noch einmal eingehend prüfen.
Baureferent Joachim Krauße glaubt indes nicht, dass ein neues Gutachten wesentliche Veränderungen bringt. «Es handelt sich hier um einen
hochkomplizierten Knotenpunkt», sagt er und verweist auf jahrelange Planungen und Gespräche. Die Bauverwaltung habe das Beste aus den
Vorgaben gemacht. Es gebe kleinere Missstände, aber für eine Großstadt sei das «harmlos», meint Krauße. Das Thermalbad schrecke ihn nicht.
Es komme schließlich auch zu keinem Kollaps, wenn halb Fürth an einem heißen Tag ins Freibad ströme. Das Ampelsystem sei «intelligent» und
reagiere automatisch auf die Verkehrsmenge.
Dass der Brunnen teurer werde, habe mit steigenden Baupreisen im Zuge der boomenden Konjunktur zu tun. «Wir haben die Kosten nach bestem
Wissen und Gewissen geschätzt», sagt Krauße. Nicht akzeptieren will er den Vorwurf, die Verwaltung habe die Politiker mit den Planungen
überrollt. «Das ist normal verlaufen», betont er und fügt schelmisch hinzu: «Sonst geht es der Politik oft viel zu langsam. Es ist wirklich
nicht einfach, das passende Tempo zu finden.»
Johannes Alles
18.7.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Berühmte Fürther zwischen Pflastersteinen
Der «Ehrenweg» in der Fußgängerzone wurde still und heimlich in die Tat umgesetzt
FÜRTH - Fast unbemerkt hat in der Innenstadt ein Projekt Gestalt angenommen, das den Ruhm Fürths mehren soll – oder besser gesagt: den Ruhm
bekannter Söhne und Töchter der Stadt. Ins Pflaster der Fußgängerzone wurden Bronzetafeln mit den Namen 16 verdienter Persönlichkeiten
eingelassen.
Der «Fürther Ehrenweg», dem weltberühmten «Walk of Fame» mit den Namen bekannter Filmschaffender in Hollywood nachempfunden, beginnt einen
Steinwurf vom neuen Stadtmuseum entfernt in der Mathildenstraße. Anschließend biegt er um die Ecke in die Schwabacher Straße und endet auf
Höhe der Blumenstraße – zumindest vorerst. Denn die Stadtspitze hält sich die Option offen, weiteren berühmten Fürthern in dieser Form ein
ehrendes Gedenken zu bewahren. Bis zum Ende der Fußgängerzone am Kohlenmarkt wäre noch reichlich Platz für weitere Tafeln.
Wer allerdings zügig unterwegs ist und den Blick nicht gerade zufällig übers Pflaster schweifen lässt, wird die Gedenkobjekte wohl eher
nicht zur Kenntnis nehmen. Denn eingelassen ins neue Pflaster der Fußgängerzone, heben sich die Tafeln davon nicht allzu sehr ab; zudem
ähneln sie sehr manchem daneben platzierten Gullideckel.
Die Liste der auf der Strecke auftauchenden Namen reicht von Unternehmern wie Gustav und Grete Schickedanz und Max Grundig über Politiker
wie Ludwig Erhard und Henry Kissinger bis hin zu Sportlern (Karl Mai, Herbert Erhardt, Alfred Schwarzmann), Literaten (Jakob Wassermann,
Bernhard Kellermann) und Gewerkschaftern (Hans Böckler, Martin Segitz).
Zu wenig Frauen
Wie berichtet, hatte es vor der Stadtratsentscheidung über den «Ehrenweg» im vergangenen Jahr unter anderem darüber Diskussionen gegeben,
dass außer Grete Schickedanz keine Frauen verewigt werden sollten. Dem wurde durch die nachträgliche Aufnahme der ersten deutschen
Medizinstudentin Emilie Lehmus und Deutschlands erster Kirchenmusikdirektorin Frieda Fronmüller Rechnung getragen. In Zukunft soll es bei
den strikten Auswahlkriterien bleiben: Männer wie Frauen müssen demnach sowohl einen engen Bezug zu Fürth gehabt als auch nationale
Bedeutung erlangt haben. An der Namensfindung für die Parade Fürther Berühmtheiten hatten sich im vergangenen Jahr nach einem Aufruf der
Fürther Nachrichten auch deren Leser beteiligen dürfen. Die Vorschläge «Kleeblattprominade» und «Fürther Prominade» waren jedoch bei der
Abstimmung im Stadtrat durchgefallen. Die Mehrheit der Volksvertreter empfand diese Varianten als nicht erhaben genug und mithin als
ungeeignet für den hehren
Anlass. WOLFGANG HÄNDEL
18.7.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Die Bundeskanzlerin auf Stippvisite
Angela Merkel kam für zwei Stunden nach Fürth, um Ludwig Erhard zu würdigen
Premiere im Jubiläumsjahr: Zum ersten Mal kam ein Kanzler – falsch: eine Kanzlerin – als offizieller Gast der Stadt nach Fürth. Anlass für
die zweistündige Stippvisite von Angela Merkel im Stadttheater war der Festakt zum 110. Geburtstag von Ludwig Erhard, des in Fürth
geborenen Vaters der sozialen Marktwirtschaft und Ex-Kanzlers.
FÜRTH - Nein, einen roten Teppich haben die Fürther nicht ausgerollt. Als Angela Merkel kurz vor 16 Uhr aus einer der drei schwarzen
Limousinen steigt, die vor dem Theater vorgefahren sind, gibt es verhaltenen Applaus. Etliche der rund 100 Menschen sind extra gekommen, um
«Kanzlerin zu gucken».
Doch das Schauspiel dauert nur Sekunden. Merkel, die einen altrosa Blazer zur schwarzen Hose trägt, steigt von Bodyguards eingerahmt die
Treppen empor, dreht sich zweimal um, winkt und - verschwindet im Foyer. «Naja, einen eleganten Gang hat sie nicht», murmelt eine
56-Jährige, die ihren Namen lieber nicht nennen mag. Was die Kanzlerin «als Frau aus der Ex-DDR» geleistet habe, findet sie jedoch toll.
Ihr Mann schüttelt nur den Kopf: «Gegen Schröder ist sie einfach nur blass.»
Das sehen Sabine (17) und Rosalie (20) ganz anders. «Voll goldig», sagt die Erste und fügt gleich hinzu: «Die grinst immer so lieb.» Für
Politik, sagen die Mädchen, interessieren sie sich aber eigentlich nicht so sehr.
Ganz im Gegensatz zu den rund 30 Demonstranten, die sich in Hörweite vor der Kirche Unsere Liebe Frau versammelt haben. Mit weißer Schrift
auf einem roten, etwa fünf Meter langen Plakat protestieren Fürther Initiativen für soziale Gerechtigkeit und gegen Hartz IV.
Oberbürgermeister Thomas Jung schaut auf einen Sprung vorbei. «Das ist in Ordnung, dass Sie sich äußern.», sagt er. Diese Leute, fügt er
hinzu, würden sicherlich keine Randale machen. Eine Auseinandersetzung mit den Einsatzkräften gibt’s trotzdem. Laut Demonstranten werden
drei Personen festgenommen. Die Polizei verneint und spricht von einer Frau, die in Gewahrsam kam, weil sie «sehr unfeine» Worte benutzt
habe.
Im Theater hat sich – in diesem Fall trifft das Klischee einmal zu – unterdessen versammelt, was in Fürth Rang und Namen hat:
Wirtschaftsbosse, Parlamentarier, Vertreter von Religionen und Verbänden. Hausherr Werner Müller hatte zu diesem Zeitpunkt bereits eine
akribische Durchsuchung hinter sich: Ab 13 Uhr durchstöberten Mitarbeiter des Bundeskriminalamts noch den hintersten Winkel des
Musentempels mit Spürhunden. Der Bühnenunterboden wurde aus Sicherheitsgründen versiegelt, damit kein Schlupfloch für Unbefugte blieb.
Um eine Ehre für Fürth, zumal im Geburtstagsjahr, handele es sich bei Merkels Besuch, sagte OB Jung in seiner Ansprache. Erneut betonte das
SPD-Stadtoberhaupt, dass gerade ihm die Würdigung Ludwig Erhards ein Anliegen sei. Schließlich hatte die damals im Stadtrat dominierende
SPD dem berühmten Sohn Fürths die Verleihung der Ehrenbürgerwürde in den 60er und 70er Jahren gleich zwei Mal verweigert. «Ein peinliches
Versagen», wie Jung findet.
Merkel betonte, sie habe dennoch «fast ohne Zögern» zugesagt, als sie zum Festakt eingeladen wurde. Schon immer sei sie Anhängerin der
Erhardschen Idee von sozialer Marktwirtschaft gewesen. Gerade in Zeiten von drohenden Kartellen und Monopolen in der Wirtschaft müssten
diese Gedanken neues Gewicht bekommen.
Dass die Regierungschefin nicht nur einen ausgeprägten Hang zum trockenen Humor besitzt, sondern sich auch in ihrem einst erlernten Metier
noch passabel zurecht findet, stellte das erstaunte Publikum bei der Übergabe des Ludwig-Erhard-Preises an einen Nachwuchswissenschaftler
fest. Relativ präzise wusste die promovierte Physikerin zu erklären, wie das Geschenk hergestellt wird, das ihr die Gastgeberin und
Vorsitzende des Fürther Ludwig-Erhard-Initiativkreises, Evi Kurz, mit auf den Rückweg nach Berlin gab: eine Ludwig-Erhard-Büste, mit Hilfe
von Werkstoffexperten der Uni Erlangen innovativ aus zellularem Titan gefertigt.
Die letzten Lacher hatten die – wohl unvermeidlichen – Fürther Vorzeigekomödianten Volker Heißmann und Martin Rassau auf ihrer Seite: In
einem Überraschungsauftritt durften sie vom ersten Rang aus in ihren Paraderollen als Waltraud und Mariechen kalauern. Die Kanzlerin nahm‘s
sichtlich verdutzt, aber auch freundlich amüsiert zur Kenntnis. (Einen ausführlichen Bericht über die Rede Merkels lesen Sie im Politikteil
der FN)
Birgit Heinrich und Wolfgang Händel
19.7.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Ein echter Knaller
Urlaubsreif ist das strapazierte Konsumklima hier zu Lande. Auch in der Geschäftswelt schweifen die Gedanken nach Italien, wenn sie zu
Ferienbeginn nach etwas Salz für die gepfefferten Preise verlangt. «Sale» prangt es jetzt wieder unübersehbar in vielen Schaufenstern.
Dahinter treibt die hohe Kunst des raffinierten Rabattierens sagenhafter Preise die schönsten Blüten und bei der werten Kundschaft macht
sich Endzeitstimmung breit: wer jetzt nicht zugreift, greift wahrscheinlich nie mehr zu. Der Fürther Ausverkauf hat es jedenfalls in sich.
Ein namhaftes Geschäft im Stadtzentrum machte kürzlich in großen Lettern auf sein scharfes Schnäppchensortiment aufmerksam. Dazu wurden
insbesondere gezählt: «CDs», «DVDs» und «MPs». Letzteres ein echter Schlussverkaufsknaller. Ob es sich um Uzis oder Kalaschnikows handelt,
stand nicht dabei.
Haben die Ballerspiele jetzt auch die Warenlandschaft erfasst? Lässt Amerika grüßen – jenes Land, wo man sich eine Knarre an fast jeder
Tanke besorgen kann? Oder hat der Dekorateur in der Eile nur vergessen, eine 3 samt Player den MPs anzuhängen? di
26.7.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Festprogramm 2007
Freitag, 27. Juli
ab 19.00 Uhr: Die "Nachtschwärmer" (Festzelt)
19.30 Uhr: Eröffnung der Burgfarrnbacher Kärwa mit Bieranstich durch Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung und Bürgerverein
Samstag, 28. Juli
17.00 Uhr: Standkonzert des Musikzuges Burgfarrnbach auf dem Festplatz.
Liebe Burgfarrnbacher, kommt und hört unseren Burgfarrnbacher Musikanten zu, es lohnt sich!
18.00 Uhr: Einholen und Aufstellen des Kärwa-Baumes durch die Ortsburschen (Festplatz)
ab 18.30 Uhr: spielen die Riedbachthaler im Festzelt
Sonntag, 29 Juli
09.30 Uhr: Festgottesdienst in St. Johannis
10.00 Uhr: Festgottesdienst in St. Marien
13.30 Uhr bis 15.30 Uhr Musikantenwettstreit im Festzelt mit
Musikzug des TSV 1895 Burgfarrnbach
Frankenkapelle Erlangen
Stadtkapelle Frankenland Neustadt/Aisch
ab 16.00 Uhr: Unterhaltungsmusik mit den Großlangheimern (Festzelt)
17.30 Uhr : Eröffnung der Ausstellung "Fürth - Bürgerstolz des Klassizismus" ,
im Schloß
19.00 Uhr: Eröffnungskonzert Sommernachtspiele mit dem Concerto Ensemble der Prager Solisten , Schloß Burgfarrnbach
Montag, 30. Juli
14.00 – 19.00 Uhr: Familiennachmittag mit Preisnachlässen an allen Kirchweihgeschäften (Festplatz)
ab 19.00 Uhr: spielt die Kapelle Ach und Krach (Festzelt)
19.30 Uhr: Betz’n – Tanz der Kärwaburschen und -madli (Festplatz)
Dienstag, 31. Juli
14.00 Uhr: Seniorennachmittag des Seniorenclubs der AWO Burgfarrnbach mit großem Überraschungsprogramm (2 Tassen Kaffee und 1 Kärwa-Küchla
nur 2 Euro im Festzelt)
ab 18.30 Uhr: spielen die Moonlights (Festzelt)
Mittwoch, 1. August
ab 19.00 Uhr: spielen die Vagabunden (Festzelt),
20.30 Uhr: Lampionzug mit unter Anführung des Musikzuges Burgfarrnbach
(Aufstellung Hummelstraße zwischen Schulhaus und Kindergarten St. Marien, Marschweg: Seilersbahn, Bernbacher Straße, Spitzackerweg,
Festplatz, dort Auflösung)
22.00 Uhr: Hochfeuerwerk am Schulhaus Hummelstraße
ca. 22.30 Uhr: "Kärwabeerdigung" durch die Kärwaburschen und – madli (Festzelt).
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Neues Leben im alten Café Fenstergucker
Fürther Traditionslokal an der Schwabacher Unterführung wird wieder bewirtschaftet
FÜRTH - Ein Stück Fürther Lokalgeschichte ist gestern wieder zum Leben erwacht. Das lange verwaiste Café Fenstergucker Ecke
Schwabacher-/Karolinenstraße hat seine Pforten erneut geöffnet.
Anstelle des vor einiger Zeit per Aushang angekündigten Shisha-Cafés für Wasserpfeifenfans ist in den schmuck renovierten Räumen nun ein
Tanzcafé für ein breites Publikum entstanden. Vor rund eineinhalb Monaten hat der Fürther Schausteller Adam Leider den Pachtvertrag
unterschrieben.
Aus der Zeitung hatte der 38-Jährige von dem Angebot erfahren. Er wusste zunächst gar nicht, dass es sich bei dem Objekt in der Schwabacher
Straße 66 um das populäre Café Fenstergucker handelt, das im Volksmund wegen seiner wie ein Hinterteil einst zweifach geschwungenen Fassade
(der Renovierung zum Opfer gefallen) «Oaschbaggncafé» genannt wurde. «Es war Liebe auf den ersten Blick», gesteht der Schausteller aus der
Ludwigstraße dessen Imbissbetrieb Leider & Dölle auf zahlreichen hiesigen Kirchweihen zu Hause ist.
Unverzüglich machte er sich ans Herrichten der Räume. Eine Bar und eine mit Raumteiler abgetrennte Lounge gehörten ebenso wie die Bistro-
und Restauranttische zur Ausstattung. Braun- und Rottöne prägen das Interieur. Die Tanzfläche ist rasch freigeräumt. Zum Tanz freitags und
samstags sollen Hits der 70er bis 90er Jahre den Ton angeben. An der Bar gibt es Cocktails. Den Kuchen für das traditionsreiche
Kaffeekränzchen am Nachmittag liefern örtliche Bäckereien. Außer montags (Ruhetag) ist das Fenstergucker täglich ab 14 Uhr geöffnet. Bis 5
Uhr früh hat Leider Betriebserlaubnis. Die will er auch ausnutzen und seine Gäste so lange verweilen lassen, wie sie möchten.
Die alte Fenstergucker-Ära endete vor sieben Jahren mit dem Rückzug der Pächter Fritz und Brigitta Wolf. Von 2001 bis 2004 wurde das Café
von den Eltern der Comödien-Betreiber weitergeführt. Bandleader Conny Wagner führte musikalisch Regie. Anschließend versuchte Matthias
Grimm sein Glück und setzte vorübergehend künstlerische Akzente. VOLKER DITTMAR
3.8.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Achtung, pünktlich!
«Wissen Sie, wann der nächste Zug kommt?» – «Keine Ahnung. Kann aber nicht mehr lang dauern. Die Gleise liegen ja schon.» Alter
Eisenbahner-Witz, aber topaktuell, nicht wahr? Das Schöne an den nun nahenden Streiks der Lokführer: Man merkt sie erstmal gar nicht. Ein
Zug mit Mörderverspätung, ist das etwa das Chaos? Aber nein. Das ist normal.
Lokführer, die uns wirklich einschüchtern wollen, müssten also eigentlich damit drohen, mit ihrer Lok zu einer Zeit aufzutauchen, die eine
gewisse Deckungsgleichheit aufweist mit der Zeit im Fahrplan. Auf dem Fürther Hauptbahnhof wird es heißen: «Achtung auf Gleis 2, der
Regionalexpress nach Nürnberg wird heute saumäßig pünktlich hier eintreffen. Bitte erschrecken Sie nicht.» Wir sind zudem auch sehr sicher,
dass die Lokparade, die Krönung des Fürther Eisenbahnwochenendes Mitte September, stattfinden wird. Die Lokführer sind bis dahin wieder
guter Laune.
Eher befürchten wir, dass dann die Gewerkschaft der Minibarschieber auf den Barrikaden sein wird. Es folgen die Schienenschleifer, dann die
Weichensteller, dann die WC-Seifenspender. Wird noch ein stressiges Jahr, Herr Mehdorn. mab
7.8.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Kurz berichtet
Kabarett aus Fürth
FÜRTH – Eine Aufzeichnung des Auftritts von Bernd Regenauer im Fürther Stadttheater sendet das Bayerischen Fernsehen in seiner Reihe
«Fränkisches Kabarett» am Freitag, 24. August, von 22.30 bis 23.30 Uhr. (Wiederholung: nachts von 1.40 bis 2.40 Uhr) «Selten so gedacht»
ist der Titel von Regenauers aktuellem Kabarettprogramm.
15.8.2007
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Die Deutschland-Tour in Fürth
8. Etappe - Einzelzeitfahren
Freitag, 17. August:
Fürth (33,1 km)
Kurzbeschreibung:
Die Chance für die Zeitfahrspezialisten. Rund um Fürth sind auf dem meist flachen Kurs die Rouleure gefordert. Die reinen Bergfahrer an der
Spitze des Klassements kämpfen bei der von ihnen ungeliebten Disziplin um den Sieg der Rundfahrt. Der Tag, der über den Toursieg
entscheidet.
Charakter : flach, Spannung durch individuellen Kampf gegen die Uhr
Wertungsorte:
Keine
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«So etwas hat Fürth noch nicht gesehen»
Morgige Großveranstaltung ist nicht nur für die Feuerwehr größte Herausforderung
FÜRTH (st) - Nicht nur für die Feuerwehr stellt die morgige Radsportveranstaltungen alles bisher Dagewesene in den Schatten. Bei allen
Beteiligten gingen wochenlange Vorbereitungen voraus.
«Bayerisches Rotes Kreuz (BRK), Technisches Hilfswerk (THW), Polizei und Feuerwehr haben Hand in Hand zusammengearbeitet», so Christian
Gußner, Leiter der Fürther Berufsfeuerwehr. «Das ist ein Großereignis, das Fürth so noch nicht gesehen hat und nicht mehr sehen wird», ist
er überzeugt. Insgesamt werden 126 Feuerwehrleute an acht Standorten im Stadtgebiet im Einsatz sein. «Dieser Tag wird für uns die größte
Herausforderung», so Gußner. Normalerweise sei ein Einsatzleiter im Dienst, «am Freitag sind es drei». Nach all der Vorarbeit sei der
bestmögliche Brandschutz gewährleistet. Gußner ist sich allerdings auch sicher, dass es im Nachhinein negative Stimmen geben wird. «Von
Nord nach Süd geht nichts mehr und für die Leute, die an ihr Haus gefesselt sind, wird es vermutlich schwierig.»
Ordnungsreferent Christoph Maier hofft, dass es eine runde Sache wird, «aber wir sind angespannt». Je nach Wetterlage werden um die 50 000
Besucher erwartet. Das Ereignis - ein enormer Kraftakt für die Stadt und das lokale Organisationsteam. Heute ab 20 Uhr werden sich die
ersten Vorboten des Aufbaus bemerkbar machen. Freitagfrüh geht es um 6 Uhr weiter, gegen 7 Uhr soll die Strecke dicht sein.
150 Helfer des THW sind im Einsatz, dazu noch einmal so viele Polizeikräfte. Für die Sanitätsbetreuung sind um die 140 Personen tätig. Dazu
kommen für den Bereich der Fürther Freiheit noch einmal 25 Helfer, die zu Fuß unterwegs sind, Zelt und Notarzt befinden sich bei der Kirche
«Unsere liebe Frau» in der Königstraße.
«Wer von den Bürgern noch immer verunsichert ist, soll sich unter (09 11) 9 74 30 00 an die Stadt wenden», bittet Maier, «wir kümmern uns.»
16.8.2007
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Auszug aus www.fuerth.de
31.7.2007 - 1000 Jahre Fürth
Weiterer Radsporthöhepunkt
Nach der Bayern Rundfahrt können sich die Fürtherinnen und Fürther auf einem weiteren hochklassigen Radsportevent freuen: das Zeitfahren der
Deutschland-Tour (D-Tour), am Freitag 17. August, bei dem aller Voraussicht nach die Entscheidung um den Gesamtsieg fällt.
Ein weiterer Top Tausender: Nach der Zielankunft der Bayern Rundfahrt folgt am 17. August das Zeitfahren der Deutschland Tour.
Dieser Tage haben Rechts-, Ordnungs- und Umweltreferent Christoph Maier und der Leiter des Straßenverkehrsamtes Hans-Joachim Gleißner die 33
Kilometer lange Rundstrecke mit Start und Ziel an der Fürther Freiheit vorgestellt. Sie führt über Poppenreuth, Ronhof, Sack, Stadeln,
Vach, Niederndorf, Obermichelbach, Ritzmannshof und Burgfarrnbach zurück ins Herz der Kleeblattstadt. Sportlich gesehen handelt es sich um
ein anspruchsvolles Profil, das mit seinen 30 Kurven den Allroundern und den Roulleuren alle abverlangt.
Bei der D-Tour handelt es sich um das wichtigste Pro-Tour-Rennen in Deutschland, an dem laut UCI-Reglement alle Spitzenteams teilnehmen
müssen. Das bedeutet, dass sich nur zwölf Tage nach der Tour de France die deutschen Spitzenteams T-Mobile, Gerolsteiner und Milram erneut
mit der internationalen Elite messen muss. Dabei ist es auch durchaus wahrscheinlich, dass der Sieger der Frankreich-Rundfahrt an den Start
geht. Schließlich hat die Deutschland-Tour in den vergangenen Jahren immer mehr an Renommee gewonnen und zählt mittlerweile nach den großen
Drei Giro d'Italia, Tour de France und Vuelta a España zu den wichtigsten Radrennen der Welt.
Dabei sein will auch Vorjahressieger Jens Voigt vom dänischen Team CSC, der bei der Bayern Rundfahrt nur den dritten Rang belegte und nun
umso mehr auf seine Titelverteidigung brennt. Christoph Maier bat er bei der D-Tour-Pressekonferenz in Frankfurt bereits – natürlich im
Spaß –, dass man die Streckenführung in Fürth auf ihn zuschneiden solle.
Vor dem Rennen der Profis findet auch ein Jedermann-Einzelzeitfahren statt. Gestartet wird im Zehn-Sekunden-Abstand von der Original
Deutschland-Tour-Rampe. Interessierte können sich im rechten Bereich dieser Seite unter Links anmelden.
ACHTUNG: Unter (0911) 974-30 00 wurde ein Bürgertelefon eingerichtet . Dort gibt es alle Informationen zur Behinderungen im
Straßenverkehr.
Streckenbeschreibung zur D-Tour
Start: An der Fürther Freiheit in die Rudolf-Breitscheid-Straße Richtung Kirchenstraße – die Strecke ist die ersten 300 Meter vollständig
abgegittert.
Strecke: Rudolf-Breitscheid-Straße – links in die Kirchenstraße – rechts in die Nürnberger Straße – Nürnberger Straße geradeaus bis zur
Kurgartenstraße, nach links in die Kurgartenstraße, entlang der Kurgartenstraße, Kurgartenbrücke in die Herderstraße, die bereits im
Stadtgebiet Nürnberg liegt.
Die Strecke führt weiter über Herderstraße, Kreuzsteinweg, Poppenreuther Straße in den Ortsteil Poppenreuth, rechts in die Schneegasse und
weiter zur Gründlacher Straße. Der Gründlacher Straße wird bis Höhe des Ortsteiles Sack gefolgt, wo die Strecke in die Straße „Im Grund“
abbiegt. Über die Straße „Am Schallerseck“ geht es zur Straße „Am Reichgraben“ und weiter zum Ortsteil Stadeln, der über die
Theodor-Heuss-Straße, Fritz-Erler-Straße, Herboldshofer Straße und Mannhofer Straße durchfahren wird.
Über die Mannhofer Straße und Brückenstraße verläuft die Strecke in den Ortsteil Vach, der über die Herzogenauracher Straße in Richtung
Niederndorf verlassen wird. Am Ende einer Gefällstrecke biegt die Strecke in Niederndorf in die Straße „Am Behälterberg“ ab und führt von
dort auf direktem Weg zurück nach Obermichelbach. Obermichelbach wird geradlinig von Nord nach Süd durchfahren.
Über Rothenberg führt die Strecke in den Fürther Ortsteil Ritzmannshof und weiter über die Ritzmannshofer Straße und Oberfarrnbacher Straße
Richtung Burgfarrnbach. Von der Oberfarrnbacher Straße verläuft die Strecke über die Hintere Straße bis zur Hafenstraße und weiter die
Hafenstraße bis zur Auffahrt auf die Würzburger Straße in stadteinwärtiger Fahrtrichtung.
In der Würzburger Straße verläuft die Strecke auf der stadteinwärtigen Richtungsfahrbahn bis in die Innenstadt zur Maxbrücke. Über die
Königstraße, vorbei an Marktplatz, Obstmarkt und Rathaus wird nach 32,8 Kilometern das Ziel erreicht.
Ziel: Königstraße in Höhe des nh-Hotel
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Radsportler drücken heute in Fürth aufs Tempo Das Einzelzeitfahren der Deutschland-Tour versetzt die Stadt in einen unterhaltsamen Ausnahmezustand «Ich muss verrückt sein», sagte Cosima Kurp aus Burgwedel, als sie sich gestern im Helene-Lange-Gymnasium kurzentschlossen zum heutigen Jedermann-Rennen des Einzelzeitfahrens der Deutschland-Tour anmeldete. Für den sportlichen Höhepunkt des Fürther Jubiläumsjahres springen Radsportfans wie sie sogar über den eigenen Schatten.
FÜRTH - Am Dienstag erst hatte sich die Radlerin im Jedermann-Rennen der Königsetappe von Sölden aus im Regen auf den 2671 Meter hohen Rettenbachferner hinaufgekämpft. Zeitfahren liegt ihr eigentlich weniger, aber der Spaß ist größer als alle Zweifel an der eigenen Leistungsfähigkeit. Schließlich hat Cosima Kurp am Samstag noch die 100 Kilometer des D-Tour-Rennens in Hannover und am Sonntag die 155 Kilometer der Hamburger Cyclassics vor sich.
Vom Radsport-Virus infiziert ist auch der Kaiserslauterer Jürgen Drews, der ebenfalls in Sölden dabei war, sich freut: «Ich bin nicht vom Rad gefallen» und das Zeitfahren in Fürth nicht auslässt. Gute Erfahrungen hatte er letztes Jahr beim D-Tour-Zeitfahren in Bad Säckingen gesammelt. Nächste Woche will er bei der Senioren-WM in St. Johann starten.
«Ich will meinen Leistungszenit ausloten, und so lange es noch aufwärts geht, bin ich dabei», erklärt der 56-Jährige seine Rennleidenschaft.
Zwei Wochen lang jagt ein Renntermin den nächsten. Doping kommt für ihn nicht in Frage. «Das ist die Sache nicht wert», sagt Jürgen Drews.
Auch der Fürther Roland Gößwein sieht das Rennen unverkrampft: «Ich gehe kein Risiko ein, da geht?s doch nur um die goldene Ananas.» Was den 47-jährigen Triathleten des TV Fürth 1860 zur Anmeldung bewogen hat, war die Profi-Atmosphäre auf der abgesperrten Strecke, das Starten von der Rampe. «Die Zeit ist mir relativ egal», meint Gößwein.
Rund 800 Hobbyfahrer gehen heute ab 9 Uhr vor den um 13.30 Uhr startenden Profis auf die 33 Kilometer lange Fürther Tempostrecke. Die Stadt hat sich für alle geschmückt. Nicht auf Kosten des Steuerzahlers allerdings, wie OB Thomas Jung betont, sondern ausschließlich aus Sponsorenmitteln. Unternehmen wie uvex zeigen Flagge, andere haben ihren Mitarbeitern zum Zuschauen freigegeben oder bieten dem Publikum ein sportliches Unterhaltungsprogramm. Am Rathaus gibt es einen Trimmrad-Wettbewerb, auf der Freiheit ein Showprogramm samt Messe mit Neuheiten des Radsports. Hier kann man unter anderem der Vize-Weltmeisterin im Triathlon, Anja Ippach, und dem Kabarettisten Klaus Karl-Kraus begegnen. Für Stimmung werden am Nachmittag die «Waikiki Beach Bombers» und «The B. B. King Project» sorgen. Unterhaltsam geht es aber auch am Grünen Markt zu. Infostände, Musik, Bewirtung, der bekannte Tour-Teufel Didi Senft, eine Ballonaktion sowie ein Gewinnspiel erwarten hier die Fans. Ein weiteres Stimmungsnest mit Aktionen gibt es bei der Supol-Tankstelle in der Würzburger Straße.
Millionen von Fernsehzuschauern werden heute Fürth im Temporausch erleben. Wer live dabei sein will, sollte das Auto stehen lassen und die U-Bahn oder stilecht das Fahrrad benutzen. Wegen der umfangreichen Absperrungen kommt es zwischen 7 und 18 Uhr zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Über 500 Helfer sind zusammen mit dem städtischen Organisationsteam und der Polizei im Einsatz.
Nach dem Zieleinlauf der Bayern-Rundfahrt am 3. Juni in der Südstadt und dem Jahrtausendmarathon markiert das Einzelzeitfahren einen weiteren Höhepunkt in der Sportgeschichte des Jubiläumsjahres. Für Anfragen hat die Stadt unter (09 11) 9 74 30 00 ein Bürgertelefon eingerichtet.
Volker Dittmar
17.8.2007
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Küsschen für Voigt
Fürth macht bei der Deutschland-Tour eine gute Figur Fürth im Ausnahmezustand: Das Zeitfahren der Deutschland-Tour , das gestern auf 33 Kilometern quer durchs Stadtgebiet führte, stellte mit zahlreichen Straßensperrungen den gewohnten Tagesablauf der Fürther auf den Kopf. Nicht nur in der Innenstadt genossen Tausende die Atmosphäre des Radrennens und feuerten die Sportler an. Die ARD sendete live von 16 bis 17 Uhr aus der Kleeblattstadt, die für einen Tag im Rampenlicht stand. Dort sonnten sich auch zwei junge Fürtherinnen, die bei der Siegerehrung den Erstplatzierten Jens Voigt küssten.
FÜRTH - Man kennt es von der Tour de France. Bei der Siegerehrung treten zwei Damen aufs Podest, busseln den strahlenden Gewinner und überreichen Blumen. Eiserne Regel: Die beiden Frauen haben stets aus dem Zielort der jeweiligen Etappe zu kommen. Weil das bei der Deutschland-Tour nicht anders ist, durften auch bei der gestrigen Siegerehrung zwei Fürther Mädels ran.
Stefanie Pausch (25) und Anna Sankowski (26) kamen zu dem Job wie die Jungfrau zum Kind. Walter Landgraf, Chefkoordinator der Jubelfeiern zum Stadtjubiläum, fragte seine beiden Mitarbeiterinnen aus dem Projektbüro, ob sie bereit wären, bei der Siegerehrung mitzumachen. Das war am Mittwoch. Besonders viel Zeit, um beispielsweise noch mal zum Friseur zu gehen, blieb da nicht mehr. Stefanie Pausch nahm?s mit Humor:
«War eh nicht nötig, wir wollen ja natürlich rüberkommen und nicht so gekünstelt.» Für den großen Auftritt durchforsteten sie daheim noch schnell den Schrank nach Kleidungsstücken, die zu den Stadtfarben passen. Pausch entschied sich für ein grünes Kleid, Sankowski für eine weißgrüne Bluse, grüne Ohrringe und ein Schweißbändchen mit Kleeblatt.
Gestern Vormittag stieg dann langsam die Nervosität. Großes Rätselraten gab es beim Thema Küssen. Bekommt der Sieger nur ein Bussi auf die Wange, oder zwei oder gar drei? «Ich geh? mal davon aus, dass man uns das noch rechtzeitig sagt. So was kann zu peinlichen Situationen führen», meinte Anna Sankowski schmunzelnd vor dem Kuss aller Küsse.
Bloß nicht zu Stefan Raab
Beide Frauen hatten schon ihren Favoriten gewählt: «Der Ciolek, der am Donnerstag gewonnen hat, ist gar nicht übel», fand Stefanie Pausch und Anna Sankowski fügte hinzu: «Na ja, mit Armstrong und Ullrich werde ich hier wohl Pech haben, aber der Zabel wäre auch was.» Eigentlich sei das auch egal. «Hauptsache wir stolpern nicht über irgendein Kabel, fallen von der Bühne und tauchen dann zur allgemeinen Belustigung bei Stefan Raab im Fernsehen auf.» Kurz vor 17 Uhr dann der große Moment. Sieger Jens Voigt tritt auf die Bühne, eingerahmt von Anna und Stefanie. Zig TV-Kameras fangen die Szene ein. Voigt bekommt von beiden exakt drei Küsschen. Blitzlichtgewitter. Niemand strauchelt, niemand fällt. Zufriedene Mienen nach der Ehrung. «Das war schon etwas Einmaliges, das bleibt in Erinnerung», sagen die zwei Fürtherinnen unisono.
Ein glückliches Gesicht machte gestern Abend auch Fürths Ordnungsreferent Christoph Maier. Er freute sich über «eine rundum gelungene Sache». Für die Streckenauswahl und die Verkehrssicherung habe die Stadt von den Organisatoren der DeutschlandTour ein großes Lob bekommen.
Maier reichte das Lob weiter an die rund 700 Helfer entlang der Strecke und zog zufrieden das Fazit: «Die Arbeit hat sich gelohnt.» (Weitere Berichte zur D-Tour in Fürth lesen Sie auf Seite 5, im Lokalsport, im Hauptsport und auf Seite 3 des Politikteils.) Johannes Alles
18.8.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fürth über den grünen Klee gelobt
D-Tour-Chef Rapp: «Alles hat wunderbar geklappt» - Polizei und BRK zufrieden
FÜRTH - Die Veranstalter der Deutschland-Tour haben Fürth über den grünen Klee gelobt: «Alles hat wunderbar geklappt», sagte Tourdirektor
Kai Rapp und erklärte, er komme mit der Veranstaltung gerne wieder, «wenn Fürth das möchte».
Rapp sagte, das lokale Organisationsteam habe tolle Arbeit geleistet, und die Polizei für einen «extrem gut abgesperrten Kurs» gesorgt. Das
sei wichtig, so der Tourchef, «denn wenn den Radsportlern, die mit 40 bis 50 Stundenkilometern unterwegs sind, plötzlich ein Auto in die
Quere kommt, ist das lebensgefährlich.» Als großes Plus an Fürth wertete Rapp die Freiheit: «So ein schöner, großer Platz im Zentrum einer
Stadt ist selten.»
Zufrieden zeigten sich auch die lokalen Organisatoren und Helfer (siehe nebenstehendes Interview). Ein Polizeisprecher bezeichnete das Fazit
der Einsatzleitung als «sehr, sehr positiv». Es habe «weit weniger Staus und Verkehrsprobleme» gegeben als erwartet, die Bürger hätten sich
wohl gut auf diesen besonderen Tag eingestellt. Um die Strecke freizubekommen, musste die Polizei 30 Fahrzeuge abschleppen. «Doch das ist
bei 33 Kilometern Gesamtstrecke wenig.»
«Sehr ruhig» war der Freitag aus Sicht von Arthur Sieder, stellvertretender BRK-Chef in Fürth. 70 Helfer hatte das BRK auf der Gesamtstrecke
postiert – viele von ihnen so, dass sie Notfallpatienten in jenen Stadtteilen rasch hätten versorgen können, die wegen der Absperrungen
schlecht erreichbar waren. Nötig wurden solche Einsätze ebenso wenig wie Stopps der Tour, um Rettungswägen zum Klinikum passieren zu
lassen. Laut Sieder waren zwei Dutzend kleinere Blessuren zu verarzten, fünf Menschen kamen ins Krankenhaus. In einem Fall war ein Schild
mit einer Etappenangabe umgefallen und hatte eine Frau am Kopf verletzt.
Im Vergleich zum Jahrtausendmarathon im Juni war die D-Tour für die Sanitäter offenbar ein Kinderspiel. Denn: Beim Marathon traten nicht
1200, sondern 6000 Sportler an, darunter viele Amateure. Das BRK war damals mit 250 Leuten präsent.
Birgit Dachlauer
20.8.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Absurdes Theater
Zu den tragikomischen Begebenheiten des Fürther Deutschland-Tour-Tages zählte der VIPBereich in der Adenaueranlage. Jeder Sponsor hat ja
Geschäftsfreunde, die mit Butterbroten einfach nicht froh werden. Und gegen den großen Durst hilft ja auch nichts so sehr wie ein Gläschen
Prosecco oder zwei. Überall im Park standen also weiße Zelte herum; drinnen Köche, Servierer, Gratisgesichter.
Den großen Zugang vor dem Pavillon bewachte ein Anzugträger mit dunkler Brille und dem festen Willen, an diesem Tag nicht zu lachen. Er
passte auf, dass die, wie soll man sagen, Stammgäste der Adenaueranlage an diesem Tag mal woanders ihr Discounterbierchen trinken mussten.
Kurz nach der Radler-Siegerehrung schlug auch für das VIP-Areal die Stunde des Aufbruchs. In all dem Trubel kehrten prompt die Stammgäste
zurück. Einer erblickte das Zelt voller Leckereien und lief los. Daraufhin bildeten mehrere Bedienstete vor dem Zelt eine Art
Menschenkette, gerade so, als müssten sie einen wütenden Gorilla in Schach halten. Absurdes Theater. Wir lernen: Zu den unerlaubten
Substanzen im Radsport gehört offenbar auch Menschlichkeit. mab
20.8.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Klebe wohl!
An dieser Sensation werden wir Fürther noch lange zu kauen haben. Und das im Jubiläumsjahr. Wenn es stimmt, was gestern als Pressemeldung
herumgeisterte, dann müssen wichtige Teile der Stadthistorie völlig neu betrachtet werden. Der alte Slogan «Fürth zieht nicht an, aber es
hält fest» muss ab sofort heißen: «Fürth zieht nicht an, aber man klebt dort fest». Und aller Wahrscheinlichkeit nach hat Heinrich II. anno
1007 Fürth ans Bistum Bamberg verschenkt, weil ihm hier immer was am Schuh klebte. Ist ja auch zu lästig, so was. «5000 Jahre altes
Kaugummi von Archäologie-Studentin entdeckt», heißt es in jener Meldung.
Im Westen Finnlands, wo man eigentlich nur kauende Rentiere vermutet, hat es gelegen, das wertvolle Stück. Die Packung war allerdings
futsch, der Automat auch. Sagenhaft. Schon in der Jungsteinzeit haben sie also Kaugummi gekaut; schon damals rotzten pubertierende Lümmels
ihren Klebeklumpen aufs nagelneue Pflaster der Fußgängerzonen.
Was entdecken die Archäologen als nächstes? Lag Wallenstein mit einer Packung Snickers vor Fürth? Schwor Gustav Adolfs Schwedenheer auf
Gummibärchen? Wir bleiben gespannt. mab
21.8.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Bahn frei!
Die Bahn ist nicht romantisch. Wie schön waren doch die Zeiten, als ICEs die Namen sehr berühmter Landsleute trugen. Das ist seit 2002
passé; seitdem werden die Züge auf Städtenamen getauft, und im Fahrplan taucht nur noch eine schnöde Nummer auf. Was also früher der ICE
«Leo von Klenze» war, ist heute der ICE 598. Auch «Seppl Herberger» gibt's nicht mehr und «Prinz Eugen». Tolle Namen, die irgendwie
vermitteln sollten, dass eigentlich auch die Bahn toll ist.
Aber immer noch bedeutet ICE so viel wie «wahnsinnig schnell». Ungeheuer berühmt ist deshalb ja auch der Zug zwischen Fürth und Cadolzburg,
der zwar landläufig «Bibertbahn» heißt, doch wegen seines extrem höllischen Tempos streng genommen ICE «Speedy Gonzales» heißen müsste -
dachten wir bis gestern. Folgende Szene: Kontrolleur spricht Fahrgast an. Fahrgast zeigt Fahrkarte: ein Ticket für Kinder. Falsch. Kein
Problem, denken Sie? Doch. Der Kontrolleur war Stotterer und der Fahrgast ein Mitmensch mit bescheidenen Deutschkenntnissen. Die beiden
diskutieren wahrscheinlich heute noch aneinander vorbei - im ICE «Kannitverstan» auf der Fahrt von Fürth nach Cadolzburg. mab
23.8.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Trulla, trulla!
Das Lied hat 16 Strophen, aber spätestens bei Strophe drei ist ein Musikant wie du und ich in einem Zustand, der nur noch mit Psychopharmaka
in den Griff zu kriegen ist. Das liegt vor allem an diesem Refrain, in dem es immer wieder heißt: «Trulla, trulla, trulla-la».
Und wir dachten uns, das wäre doch eine passende Bestrafung für die «Moststraße» von gestern; nämlich, dass wir das Gleis der Bahnstrecke
von Fürth nach Cadolzburg sauber lecken und dabei alle 16 Strophen des Welthits «Auf de’ schwäb’sche Eisebahne» singen. Ja, in dem Lied
geht es wirklich um die schwäbische Eisenbahn, das ist gesichert. Wir hingegen stiegen gestern witzetechnisch in den Zug nach Nirgendwo -
haben wir doch glatt «Bibertbahn» geschrieben, obwohl selbstverständlich die Rangaubahn gemeint war. Zum Glück gibt es aber nicht nur auf
den Zügen aufmerksame Kontrolleure, sondern auch unter den FN-Lesern. Die Bibertbahn ist ja längst stillgelegt und führte einst von
Schtuagart über Meckabeure und Durlesbach . . . nein, schon wieder falsch. Sie führte von Stein über Großhabersdorf nach
Unternbibert-Rügland. So, aber jetzt treten wir an zum Gleisputzen. Trulla, trulla, trulla-la! mab
24.8.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fürth promoviert
Wer damit angefangen hat, Fürth in Verruf zu bringen, lässt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit sagen. Vielleicht war es die Steilvorlage
jenes zweiten Heinis, der Fürth vor 1000 Jahren schon vulgär zum Locus der Geschichtsschreibung erklärt hatte. Später dichtete ein
Schöngeist namens Wassermann dem anrüchigen Hinterhof der Freien Reichsstadt noch tausend Schlote übelster Art an.
Irgendwann war jedenfalls die Toleranzgrenze selbst der toleranten Fürther überschritten und sie begannen, sich Genugtuung zu verschaffen,
indem sie ihre Stadt über den grünen Klee lobten. Dabei wurden Schlag auf Schlag illustre Bezeichnungen wie Fränkisches Jerusalem,
Solarstadt und Denkmalstadt erfunden.
Wer meint, diese Selbstbeweihräucherung genüge, um den Locus-Hauch nachhaltig zu vertreiben, wurde jetzt eines Besseren belehrt. Ein
Ortsfremder, der sich Bayerns Wissenschaftsminister nennen darf, verhalf der aufgemotzten Kleeblattstadt – wie der Jungfrau zum Kind – auch
noch zum Titel Wissenschaftsstadt. Der Minister ist nämlich ein intimer Kenner der heimlichen Fürther Wissenschaften, wie etwa die
angewandte Chaosforschung auf dem Fürther Grafflmarkt und die Kärwa-Kybernetik. di
27.8.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Massenansturm auf die Fürther Privatsphäre
Oasen urbaner Lebensqualität verwandelten sich beim Höfefest in ungeahnter Vielfalt zu Besuchermagneten
Wer meinte, das Publikumsinteresse an Fürth sei nach dem Ansturm auf die neue Uferpromenade vor einer Woche zunächst einmal erschöpft, den
belehrte der erneute Massenandrang am Samstag und Sonntag eines Besseren. Nach der Neuheit der Promenade machte diesmal das Alte neugierig.
In bisher nie gekanntem Ausmaß wurden die Höfe der Innenstadt dem Publikum zugänglich gemacht.
FÜRTH – Auch auf den zweiten Blick ist Fürth faszinierend. Was sich hinter Altbaufassaden und schlichten Toreinfahrten an atmosphärisch
reizvollen Oasen verbirgt, lässt viele Besucher schwärmen. «Fürth ist schön», sagt die Nürnbergerin Ingeborg Barthels. Auf ihrem gestrigen
Rundgang hat sie sogar schon eine Traumwohnung ausgespäht. «Wunderbar» kommentiert die Fürtherin Anne Fiedel die Einblicke und der Fürther
Uwe Schmidt ist beeindruckt von den originalen hölzernen Treppenaufgängen.
Zugabe erwünscht
«Ich fände es super, wenn so etwas künftig regelmäßig veranstaltet werden könnte», meint Roland Heurig. Von einer Gartenbank aus beobachtet
der Mieter interessiert den Zulauf Neugieriger im Hof der Theresienstraße 16. «Wie im Dschungel ist das hier», schwärmt neben ihm Karin
Schmidl. Hofbesitzer Michael Brendeckes ist indes vollauf damit beschäftigt, den Besuchern seine mit Solarkraft betriebene Elektrowerkstatt
im Hinterhaus vorzustellen.
Grüne Fahnen an den Pforten weisen den Weg zu ganz unterschiedlich gestalteten Oasen abseits der Alltagshektik. Bereitwillig geben Anwohner
Einblick in ihre Privatsphäre. Im Haus der Familie Sulzer, Marienstraße 42, kann man die Familienchronik studieren, zu der die Geschichte
der Waschanstalt Sulzer zählt.
Es sind Begegnungen wie diese, die die Veranstaltung «Einblick in Fürther Höfe» prägen. Über 100 sonst meist verborgene kleine Idylle kann
man besichtigen. Was auffällt, ist die veränderte Stimmung in der Kleeblattstadt. Die Menschen gehen so freundlich miteinander um, dass es
einem wohlig warm wird. Sie öffnen sich selbst, nicht nur ihren sonst verschlossenen Privatbereich. Ein Zusammenhalt tritt zu Tage, den man
in einer Großstadt kaum erwartet hätte.
Einige Bürger lassen sich anstecken und öffnen einfach spontan ihre Höfe. «Da müssen wir auch mitmachen», meint eine kräftige Frau in der
Theaterstraße. Ihr Gatte zögert zuerst etwas, es sei doch nicht aufgeräumt, aber dann stimmt er zu, das Tor öffnet sich und gibt einen
lauschigen Hof mit Holzbank und Biertisch frei.
Bei Führungen, Ausstellungen und Publikumsaktionen wird die Stadt transparent. Auch das junge Publikum lässt sich begeistern. Zu einer
Schatzsuche durch Fürther Höfe zum Beispiel, bei der es anhand einer bebilderten Hinweisliste versteckte Kostbarkeiten zu entdecken gilt.
«Wenn man mit dem Auto in der Innenstadt unterwegs ist, nimmt man schöne Details, wie Sandstein-Ornamente an den Fassaden, gar nicht wahr»,
wundert sich die auf der Hardhöhe wohnende Fürtherin Gabi Mlnarik.
Köstliche Leckereien
Eine verführerische Duftwolke mit Apfel-Zimt-Aroma lockt die Besucher magisch in den Innenhof der Schwabacher Straße 44. Hier gibt es
Apfeleis, frisch gepressten Apfelsaft und köstliche Apfelküchle. Der Andrang lässt Kreisbäuerin Gisela Schilmeier eigentlich kaum Zeit zum
Rezeptetausch.
Eine neue Lebensqualität spricht aus den individuell gestalteten Höfen. Ruhebänke, Wasserspiel und üppiges Grün prägen das Bild. Längst hat
sich der Staub ihrer einstigen Werkstätten verzogen, ist der Lärm des Arbeitslebens hier verstummt. Nur noch vereinzelt weisen Relikte wie
Schienen im Pflaster auf den ursprünglichen Charakter hin.
Einen interessanten Kontrapunkt setzt eine Ausstellung in der Eingangshalle des Rathauses. Hier werden Zeichen an den Altbaufassaden
untersucht. Erhalten gebliebene Spuren des Bombenkrieges. Sie weisen auf Luftschutzräume hin, die in vielen Kellern eingerichtet worden
waren. (Siehe auch Impressionen auf Seite 3 und Kulturkritik auf Seite 6)
Claudia Schuller, Thomas Voigt und Volker Dittmar
3.9.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Zwei Tage auf Dampflok-Wolken
Eisenbahn- und Busfestival lockte 35 000 Zuschauer - Ausverkaufte Tribünen
Das Eisenbahn- und Busfestival in Fürth macht Furore: 35 000 Besucher an zwei Tagen, die Zaungäste sind dabei nicht einmal mitgezählt.
FÜRTH (gap) - Um es gleich zu verraten: Eine historische Bahn ist stundenlang liegen geblieben, und der Fahrplan für die Sonderzüge, die am
Hauptbahnhof starteten, wurde kurzfristig umgeschmissen. Kurzum: Nichts, wodurch sich Bahngewohnte noch die Stimmung verderben lassen. Die
war wie das Wetter: sonnig strahlend.
Für Wolken, sprich Qualm, über der Stadt sorgten allenfalls Dampf- und Dieselloks. Und zehn Euro, die für Tribünenkarten fällig wurden. Aber
für den guten Zweck – die Wiederherstellung der Dampflok 45010, die beim Brand des DB Lokschuppens zerstört wurde – akzeptierten die
meisten dann doch. Alle 2000 Plätze waren an beiden Tagen ausverkauft.
Überhaupt die Fans: Der Shop des DB-Museums war in Teilen ausverkauft. Zu haben: Der eloxierte ,Adler‘, Schaffnermütze und die Computermaus
als ICE oder ein Toaster, der das DB-Logo auf die Brotscheibe brennt . . . Auch die Erinnerungs-Shirts für das Eisenbahnfestival gehen wie
wild. «Wir haben das Zählen aufgehört», sagen die netten Damen und sinken erschöpft auf die Bank. Ruheplätzchen sind begehrt. Die Besucher
besiedeln Bierbänke und Randsteine, lehnen an Wänden und Zaun. Glück hat, wer’s durch Fünferreihen ganz nach vorn schafft.
So viele Menschen und kein Problem für die Sicherheitskräfte: «Störungsfrei» meldet die Polizei, die mit 30 Beamten vor Ort war. Die
Freiwilligen Feuerwehren pumpten mit 25 Mann Wasser für die Loks und das BRK hielt sich mit 48 Helfern bereit. 52 Blessuren vom
Insektenstich über Blasen bis hin zum niedrigen Blutdruck waren zu verarzten. Da kann Mann – Frauen und Kinder sind Begleitservice an
diesem Tag – aber auch schwach werden: Fast 40 rare Lokomotiven auf den Gleisen, im Hof der infra mehr als 80 Busse aus dem In- und
Ausland, dazu jede Menge Futter für Modellbahnfans. Speziell die Zirndorfer Eisenbahn Freunde e.V. sind längst auf Höhe der Zeit angekommen
und fahren neben Bahn auch elektromagnetisch gelenkte Busse und Autos.
17.9.2007
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Vergnügen als Kassenschlager
Die Fürther Kirchweih fällt zum Stadtjubiläum eine Nummer größer aus
FÜRTH - Eine Kirchweih der Superlative hält Einzug in Fürth. In der seit gestern Abend für den Durchgangsverkehr gesperrten Innenstadt
beginnt jetzt die heiße Aufbauphase.
Die zum 1000-jährigen Stadtjubiläum beschlossene Verlängerung um vier Tage über damit drei Wochenenden (die ersten beiden Sonntage sind
verkaufsoffen) soll nach OB Thomas Jung mit Rücksicht auf Anwohner und Geschäftsleute eine Ausnahme bleiben. Die Schausteller sind da
anderer Meinung. Eine neue Runde der nicht zum ersten Mal geführten Verlängerungsdiskussion ist eingeläutet.
Dahinter stehen wirtschaftliche Interessen. Wie Wirtschaftsreferent Horst Müller erläutert, liegen die Ausgaben jedes Fürther
Kirchweihbesuchers mit erfahrungsgemäß 20 bis 25 Euro um das Doppelte über dem Bundesdurchschnitt vergleichbarer Veranstaltungen. Das hat
die Fürther Kirchweih nach den Erkenntnissen der Veranstalter vor allem dem vergleichsweise starken Zulauf von Familien zu verdanken. So
zahlt sich der Verzicht auf große Bierzelte und einseitige Ausrichtung auf schnelle Karussells aus.
Mit 1,5 bis zwei Millionen Besuchern rechnen Stadt und Schausteller heuer. Als Renner erweisen sich erneut die Kirchweihtaler. 33 000 Stück
– über die Hälfte der diesjährigen Auflage – wurden in der Tourist-Info am Bahnhofplatz 2, in der Bürgerberatung, Hirschenstraße 2, und im
Jubiläumsshop am Kohlenmarkt 4 bereits verkauft. Die Taler kosten 90 Cent, sind aber einen Euro wert. Einlösen kann man sie bei allen
Schaustellern und Marktständen auf der Kirchweih sowie in extra gekennzeichneten Geschäften der Fürther Innenstadt.
Höhepunkt der vom 29. September bis 14. Oktober andauernden Fürther Kirchweih ist der heuer besonders umfangreiche Erntedankfestzug am
«Bauernsonntag», 7. Oktober, von 11 bis 13.30 Uhr. Zu den 3500 Teilnehmern in 105 Gruppen zählt erstmals seit dem Truppenabzug wieder eine
amerikanische Militärkapelle. Nicht weniger als 26 Kapellen geben den Ton an. Das Bayerische Fernsehen überträgt den Festzug wieder live.
Am darauffolgenden Montag lassen es die Schausteller krachen: Auf dem Parkhausdach an der Freiheit wird um 20.30 Uhr ein von klassischer
Musik untermaltes Feuerwerk gezündet. Das dritte neben den Feuerwerken zur Eröffnung und zum Finale.
Eine besondere sportliche Note bekommt die Kirchweih im Jubiläumsjahr nicht nur durch den Kärwalauf am Bauernsonntag, sondern auch durch
zwei Heimspiele (30. September gegen Jena und 5. Oktober gegen Wehen Wiesbaden) ein Derby gegen den Club am 10. Oktober und ein
Kärwafußballspiel der Stadtverwaltung gegen die Fürther Nachrichten am 6. Oktober. Für den launigen Anstrich der Kirchweiheröffnung am
kommenden Samstag um 10.15 Uhr auf dem Theatervorplatz wird heuer erstmals der Fürther Komödiant Volker Heißmann als Moderator sorgen. Dem
Anlass der Michaelis-Kirchweih wird im Festgottesdienst am kommenden Sonntag um 10 Uhr in St. Michael Rechnung getragen. Die Fürther
Altstadtkirche ist bereits am Freitag um 19 Uhr Schauplatz einer Kirchweihvorfeier mit Schaustellern und Marktkaufleuten.
100 Händler, 66 Fahrgeschäfte, 81 Gastronomiebetriebe und 25 Ausschankstätten hat der Vergnügungspark zwischen Rathaus und Freiheit zu
bieten. An den Zugängen gibt es erstmals Lagepläne zur groben Orientierung. Das Programm ist dicht gedrängt. Dazu gehören ein
«Kärwa-Gwerch» mit Gauklern und Musikern am 4. Oktober und der traditionelle Betz’n-Tanz am 11. Oktober um 20 Uhr auf dem Theatervorplatz.
(Näheres unter
www.1000-jahre-fuerth.de)
Volker Dittmar
26.9.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fürth steht Kopf
Morgen beginnt die Kirchweih: Jugend@fn weiß, wo was los ist
Ab morgen ist es endlich wieder soweit: Die Michaelis-Kirchweih beginnt. Noch größer, noch bunter und noch länger soll das Event schlechthin
in Fürth im 1000. Jubiläumsjahr werden, versprechen die Veranstalter. Sehen und gesehen werden. Keine Frage, die Fürther Kirchweih ist ein
Ereignis, da muss man hin. Doch wo beginnen? Wo gibt’s die coolsten Fahrgeschäfte? Und wo trifft man immer jemanden, den man kennt?
Die letzte Frage ist schnell und leicht beantwortet: natürlich an einem der beiden Autoscooter. Da gibt’s immer fetzige Musik und wenn’s
regnet, kann man sich unterstellen. Und man trifft immer auf Bekannte und Freunde, mit denen man dann abhängen oder losziehen kann.
Neue Währung
Apropos losziehen: Denkt dran: Die Währung auf der Kirchweih ist nicht der Euro, sondern der Kirchweihtaler. Damit könnt ihr nach Belieben
einkaufen, schlemmen oder euren Spaß bei einem der Fahrgeschäfte haben. Und noch mehr: Auch in den entsprechend gekennzeichneten Geschäften
in der Innenstadt kann man bis zum Ende der Kärwa, die heuer vier Tage länger und somit bis zum 14. Oktober dauert, damit bezahlen. Falls
was übrig bleibt, kann man die Taler einfach bis zum nächsten Jahr aufheben. Ach ja, das Beste am Taler ist übrigens, dass er einen Euro
wert ist, aber nur 90 Cent kostet. Damit wäre dann auch schon der Grundstein gelegt für eine ausgiebige Runde durch die Fahrgeschäfte der
Kirchweih.
Beginnen wir mit dem Hot Snow in der Königstraße. Das verspricht eine rasante Schussfahrt im Schnee. Mit Hilfe einer versteckten
Schneemaschine sollen einzigartige Bilder und ein absolut authentisches Fahrgefühl wie bei einer Abfahrt im Gebirge ermöglicht werden. Nach
diesem Wintererlebnis geht’s die Königstraße weiter Richtung Hallplatz, wo schon der erste Autoscooter steht, aber gleich nebenan auch der
Klassiker schlechthin für Verliebte: der Wellenflug, mit dem man im romantischen Doppelsitzer durch die Lüfte schweben kann. Unser nächster
Halt ist am Beginn der Rudolf-Breitscheid- Straße/Ecke Friedrichstraße beim Top Spin. Das ist die Mega-Überschlagschaukel für
Fortgeschrittene, die mal richtig abheben wollen. Aus zwölf Metern Höhe bietet sich ein super Blick über Fürth – auch kopfüber.
Dann wagen wir uns ins Take off. Zu fetziger Musik schrauben sich hier die Gondelreihen um die eigene Achse schräg in die Höhe. Na, noch
fit? Gut, dann vorbei am zweiten Autoscooter, der absoluten Attraktion: das Sky Trip. Zu übersehen wird das Fahrgeschäft nicht sein, denn
der Hauptarm mit seinen drei Gondeln, in denen jeweils acht Leute Platz haben, schraubt sich in eine Höhe von 23 Meter. Mit seiner
Bewegungsvielfalt und -kombination ist das Sky Trip wohl ein wahres Bewegungswunder.
Claudia Bidner-Wunder
28.9.2007
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Heini ist der Beste
«Vereint im Chor singt man im Norden, Süden, Osten und im Westen: Heinis Gurken sind die Besten!« Wir haben lange gegrübelt, sind in uns
gegangen, haben diskutiert, uns die Köpfe darüber heißgeredet, was von dieser Kirchweih, der einmaligen Fürther Jubiläumskirchweih, uns
wirklich nachhaltig im Gedächtnis bleiben wird – und es führt einfach kein Weg an der Erkenntnis vorbei: Es ist dieser wegweisende
Werbespruch an Heinis Gurkenbude.
Einmal zur Kenntnis genommen, lässt er einen nicht mehr los. Man ertappt sich dabei, wie man ihn, einem Mantra gleich, vor sich hinwispert;
man singt ihn zur selbst erdachten Melodie, man hat ihn als erstes nach dem Aufwachen im Kopf. Ach, Heini, nicht nur deine Chili-,
Pfeffer–, Dill-, Knoblauch-, Zwiebel-, Salz-, Gewürz- und Senfgurken sind die Besten. Dein Spruch schlägt alles auf den an Sprücheklopfern
beileibe nicht armen Rummelplätzen dieses Landes.
Diese mitreißende Mischung aus feuilletonistischem Wohlklang, aus Appell an den Gemeinschaftssinn und an die gesamtdeutsche Solidarität, wir
werden sie in unserem Herzen bewahren. Und voller Spannung darauf warten, mit welch froher Botschaft du uns nächstes Jahr beglücken wirst.
Vereint im Chor schmettern wir: Heini, komm bald wieder – wir setzen auf dich!hän
14.10.2007 14:07 MEZ
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Wehe, das sieht Mutter!
Kärwabesucher legte sich aus Angst im Park schlafen
FÜRTH (fn) - Ein 34-Jähriger, der am Abschlusstag der Kirchweih noch einmal kräftig getankt hatte, legte sich aus lauter Furcht vor dem Zorn
von Mutter und Freundin auf einer Parkbank schlafen .
Ein besorgter Passant hatte die Polizei alarmiert, weil er den Mann am frühen Sonntagabend, «wie tot« daliegend, vorfand. Den Beamten gelang
es allerdings rasch, den schnarchenden und schwer alkoholisierten Mann wieder zum Leben zu erwecken. Als Begründung für die Wahl seines
ungewöhnlichen Schlafplatzes gab er gegenüber den Helfern an, dass weder seine Mutter noch seine Freundin ihn in seinem momentanen Zustand
ins Haus lassen würden.
Um wieder in einen akzeptablen Zustand zu gelangen, habe er sich zum Zwischenstopp im Park entschlossen. Weil er eine weitere polizeiliche
Betreuung vermeiden wollte, machte sich der Betrunkene aber dennoch auf den Nachhauseweg.
15.10.2007 15:38 MEZ
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Die Uhr für den Tabak-Anbau läuft ab
Eine lange Landwirtschaftstradition neigt sich im Knoblauchsland ihrem Ende entgegen
FÜRTH - Eine spektakuläre Abschiedsvorstellung haben die Tabakbauern des Knoblauchslandes beim Erntedank-Festzug der Fürther Kirchweih
gegeben. Ihr letzter gemeinsamer Auftritt kündete zugleich vom Ende einer 400 Jahre alten Anbautradition.
Die Kürzung von EU-Subventionen und der zunehmende Mangel ausländischer Erntehelfer machen den Anbau nicht mehr lukrativ genug. Für den
Steinacher Landwirt Gerhard Pfann ist es vielleicht die letzte Ernte, die derzeit an Schnüren in den Plastikhallen trocknet. Die Stunde der
Wahrheit schlägt für ihn im Februar, wenn der Tabak verkauft wird.
Kommt die Tabakindustrie dann nicht für den Ausfall der Subventionen auf, wird es keine Fortsetzung der Anbautradition geben. Als
Damoklesschwert schwebt zusätzlich der Ausfall von Arbeitskräften über dem Geschäftsfeld. Vor allem die bewährten polnischen Erntehelfer
wandern nach England und Holland ab. In diesen Ländern gibt es – anders als in Deutschland – keine Beschränkungen auf dem Arbeitsmarkt.
Lediglich von vier polnischen Erntehelfern hat Pfann für nächstes Jahr noch eine Zusage bekommen, und das auch nur für die Spargelernte. Der
Kreisobmann des Bauernverbandes, Siegfried Tiefel sieht das jedoch weniger dramatisch: «Die Polen werden bald sehen, dass auch in Holland
und England das Geld nicht auf der Straße liegt.» Kritisch betrachtet Tiefel hingegen die zum Ausgleich der Konkurrenz in Billiglohnländern
gewährten Subventionen, die seiner Ansicht nach in anderen Bereichen der Landwirtschaft sinnvoller angelegt wären.
Dagegen meint Gerhard Pfann: «Wir wollen keine Subventionen, sondern nur einen gerechten Preis.» Dabei denkt er an frühere Jahrzehnte
zurück, als der Weltmarktpreis noch keine dominierende Rolle spielte. Mit Sorge betrachtet der Steinacher den Aufbau der Tabakproduktion
etwa in Polen mit in Deutschland aufgekauften Hallen und Gerätschaften.
Die Haselnuss, die etwa beim Gonnersdorfer Landwirt Fritz Stiegler bereits den Tabak abgelöst hat, kommt für Pfann als Alternative nicht in
Betracht. Schließlich müsste er bis zur ersten Ernte fünf Jahre überbrücken. Zudem war der Anbau in der engeren Wasserschutzzone des
Zweckverbandes Knoblauchsland bisher genehmigungspflichtig.
Vor einer Betriebsumstellung auf Gemüseanbau schreckt Gerhard Pfann wegen der damit verbundenen Investitionen ebenfalls zurück. Allenfalls
das Verpachten seiner Tabakfelder an einen Gemüseanbaubetrieb kommt für ihn in Frage. Sollte sich kein Interessent finden, der Tabak nicht
mehr rentabel sein, wird Pfann auf den Feldern zunächst einmal Gerste anbauen. An die Einnahmen aus dem Tabakanbau kommt das Getreide
allerdings auch nach seinem diesjährigen Preisanstieg nicht heran.
Tiefel: «Das war die reinste Goldgrube.» Den Gemüseanbau wertet der Bauernverbandssprecher durchaus als «gute Alternative». Über das nötige
Know-how verfügten die Landwirte jedenfalls.
Volker Dittmar
17.10.2007
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Bäcker dankten mit Spenden für die Ernte
Mit einem Gottesdienst feierte die Bäckerinnung Fürth gestern das Erntedankfest in der katholischen Stadtpfarrkirche Unsere Liebe Frau.
Angeführt von Fahnenträgern der Innung wurde eine gebackene Erntedankkrone, die in diesem Jahr von der Bäckerei Gräf in Zirndorf gefertigt
wurde, zum Altar getragen. Die musikalische Gestaltung übernahmen der Bäckergesangsverein unter Leitung von J. H. Schmeller, der
Posaunenchor der Kreuzkirche Nürnberg unter Ruth Johnke sowie Dieter Neuhof an der Orgel. Der Erlös des Verkaufs der von den Bäckereien in
Stadt und Land gespendeten Backwaren soll dem Kinderheim St. Michael zugute kommen. Sie waren auf einem eigenen Altar ausgebreitet worden.
svo/F.: Svoboda
22.10.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Liebeserklärung an eine Tausendjährige
Das Bayerische Fernsehen strahlt an Allerheiligen ein Porträt der Stadt Fürth aus
Zum Jubiläum der Stadt Fürth strahlt das Bayerische Fernsehen am Donnerstag, 1. November, um 19 Uhr einen 45-minütigen Film über Nürnbergs
oft verkannte kleine Schwester aus. «Tausend Jahre Fürth – ein Stadtporträt» lautet der schlichte Titel. Dahinter verbirgt sich die
Liebeserklärung einer Fürtherin an ihre Heimatstadt. Gedreht hat den Film die Fernsehjournalistin Evi Kurz, die mit ihrer «Kissinger-Saga»
bundesweit für Aufsehen gesorgt hat.
FÜRTH - Die kunterbunte Michaeliskirchweih bei Nacht und ein prächtiges Feuerwerk – diese letzten Bilder brennen sich ins Gedächtnis ein und
bleiben für ein paar Augenblicke haften. Als die Leinwand im Sitzungssaal des Fürther Rathauses schon wieder nüchtern weiß erscheint,
herrscht noch immer eine fast feierliche Ruhe. Stünde Sekt oder Champagner bereit, Oberbürgermeister Thomas Jung, wäre wohl versucht,
seiner wunderbaren Stadt zuzujubeln. «Prosit, mein Kind, auf die nächsten tausend Jahre!» So räuspert er sich, dankt Evi Kurz sodann mit
belegter Stimme für ihr «Meisterwerk» und lobt ihren Film als «echten Botschafter der Stadt».
In der Tat ist es Evi Kurz gelungen, Fürth als Stadt mit tausend Facetten darzustellen und dabei historisch schwer Verdauliches
locker-leicht und schon mal augenzwinkernd zu transportieren. Dankbare Helfer sind die prominenten Fürther Spaßmacher Volker Heißmann und
Martin Rassau. Die lümmeln, wo einst der Ludwigsbahnhof stand, auf dem Straßenpflaster, vor sich einen Spielzeug-«Adler», und räsonieren
über Deutschlands erste Eisenbahn. Und sie kalauern im Zusammenhang mit der Gründung der Stadt an einer Furt: «Komische Leut’ habe man
«rausgeschmissen», so sei Nürnberg entstanden.
Wer Fürth für eine graue Maus unter Deutschlands Großstädten hielt, dem öffnet der Film die Augen: Evi Kurz präsentiert die Tausendjährige
mit all ihren Schätzen, den Baudenkmälern wie den standorttreuen Global Playern, zig Hinterhöfen, die einst Werkstätten beherbergten und
jetzt neu erblühen – als grüne Oasen und Orte der Begegnung.
Die Zuschauer lernen Fürth als moderne, tolerante, aufstrebende Stadt mit großer Vergangenheit kennen. Sie machen Bekanntschaft mit
berühmten Söhnen der Stadt, darunter viele Juden wie Henry Kissinger, Jakob Wassermann, Leopold Ullstein, aber auch mit heutigen Bewohnern.
Mit Ilias Berisha etwa, der aus dem Kosovo stammt und in den «Interkulturellen Gärten» am Rednitzufer sein «kleines Paradies» gefunden hat.
Oder mit Karl–Heinz Neumeier, einem Münchner, der jetzt in der Fürther Innenstadt lebt und schwärmt, er habe sich «in viele Ecken» seiner
neuen Heimat verliebt. BIRGIT DACHLAUER
25.10.2007
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Drei Pläne fürs Fiedler-Areal
Die Stadt hat das ehemalige City-Modehaus ersteigert
FÜRTH - Eine unschöne Lücke in prominenter Innenstadtlage könnte bald geschlossen werden, denn die Weichen für eine neue Nutzung des
Fiedler-Areals sind gestellt. Der Stadt ist es gelungen, das Gebäude des 2003 wegen Insolvenz geschlossenen Modehauses bei der
Zwangsversteigerung für 1,2 Millionen Euro zu erwerben. Drei planerische Varianten liegen nun auf dem Tisch.
Dass sich die Stadt selbst unter die Bieter mischte und am Ende gegen einige Konkurrenten durchsetzte, zeigt: Im Fürther Rathaus misst man
dem Komplex an der Rudolf-Breitscheid-Straße und der Hallstraße enorme Bedeutung bei; selbst möchte man entscheiden können, wie die Zukunft
hier aussieht. Von «einer der ganz, ganz wenigen Lagen der Innenstadt, in denen man noch etwas gestalten kann» spricht der städtische
Wirtschaftsreferent Horst Müller. Noch dazu handelt es sich um eine so genannte 1 A-Immobilie, das heißt: einen City-Standort vom Feinsten,
mit besten Absatzchancen für den dort ansässigen Einzelhandel.
Um so bitterer muss für die Stadtspitze das Drama sein, das sich hier seit Mitte 2003 abspielt. Dem Leerstand mit dunklen Fensterfronten
folgten Zwischennutzungen durch Billig-Textildiscounter und einen «Schnäppchenmarkt» im Erdgeschoss – nicht gerade das also, was den Ruf
des Fürther Zentrums zu mehren vermag.
Neuer Stadtrat gefragt
Nun aber sei man auf dem besten Weg, die jahrelange Durststrecke zu beenden, ist sich Müller sicher. Und auch wenn der Oberbürgermeister die
Devise «Gründlichkeit vor Eile» ausgegeben hat, soll es relativ zügig vorangehen. «Noch im ersten Halbjahr 2008 muss eine Entscheidung
fallen», sagt Müller. Sinnvollerweise werde sie wohl erst der im März neu zu wählende Stadtrat treffen.
Die Minimallösung sieht den Verkauf an einen Investor vor, der das 1966 erbaute Fiedler-Haus modernisiert und je 1300 Quadratmeter Fläche im
Erdgeschoss sowie im ersten Stock an Geschäfte vermietet; darüber könnten Büros und Praxen einziehen. Ein Interessent stehe bereits in den
Startlöchern, so Müller, eine «respektable Liste» von Bewerbern aus dem Einzelhandel liege vor. Die Anfragen seien nicht alle neu, doch nun
könne man endlich ausreichend große Flächen in Innenstadtlage anbieten.
Der Schwerpunkt soll nach den Vorstellungen der Kommune auf dem Textilsektor liegen. Gerade hier habe Fürth in den vergangenen Jahren durch
die Schließung der Modehäuser Fiedler und Bätz mit zusammen 7500 Quadratmetern Verkaufsfläche am meisten bluten müssen.
Die kleine Lösung kann man laut Müller sofort und auf jeden Fall umsetzen, doch in Begeisterung versetzt sie ihn nicht: «Das wäre eine
Verbesserung, aber es bringt die Stadt nicht wirklich weiter.»
Also weiter zu Variante zwei, zur «mittleren Lösung»: Sie sieht den Abriss des – nicht denkmalgeschützten – Fiedler-Gebäudes und einen
Neubau an gleicher Stelle vor. Vorteil: Die verschachtelten Räumlichkeiten und versetzten, durch Treppen verbundenen Ebenen des Altbaus
wären passé. Nachteil: Ob sich der Kauf von der Stadt und der Neubau für den Investor rechnet, ist fraglich. Dennoch stehe auch für diese
Variante bereits ein Bewerber parat.
Das alles verblasst jedoch neben der Luxusvariante, einem bereits 2002 erstmals ins Gespräch gebrachten Einkaufszentrum, das auch das an
Fiedler angrenzende Park-Hotel umfasst. Dafür interessiere sich eine «internationale Investorengruppe», deren Namen Müller noch nicht
nennen will. Derzeit liefen jedoch Gespräche mit den Hotel-Eigentümern. Auch zu den Vorstellungen über mögliche Nutzungen des Gebäudes und
darüber, ob der Altbau erhalten bleibt, möchte sich der Wirtschaftsreferent nicht äußern. So weit seien die Überlegungen nicht gediehen.
Auch ihm ist bewusst, dass Abrisspläne für das 125 Jahre alte, in den 50er Jahren umgestaltete Hotel heikel sind und ganz schnell Kritiker
auf den Plan rufen werden. Immerhin ist das maisgelb gestrichene Traditionshaus mit seinen 70 Zimmern seit Jahrzehnten prägender Teil des
Stadtbilds in diesem Bereich.
Die «große Lösung» bietet noch eine «weitere interessante Option», weiß Müller: In die Pläne einbezogen werden könnte das auf der anderen
Straßenseite liegende Wölfel-Areal, dessen Löwenanteil das City-Kinocenter einnimmt. Das Lichtspielhaus müsste laut Müller «modernisiert
oder aber den Bedürnissen Fürths entsprechend neu geschaffen werden».
Wie es auch kommt: Sorgen, dass alles gleichzeitig umgekrempelt wird und die City in wesentlichen Teilen erneut zur Baustelle mutiert, müsse
sich niemand machen. Gehe man die Luxusvariante tatsächlich an, dann Schritt für Schritt, heißt es. Dass Müller damit liebäugelt, verhehlt
er nicht: «Es ist die letzte Chance, einen neuen Einkaufsschwerpunkt im Fürther Zentrum zu schaffen.»
Wolfgang Händel
26.10.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Ein lebenswichtiges Geschenk wird hundert
«Andere Umstände - Von Magie, Medizin und Mäzenen»: Ausstellung zum Jubiläum des Fürther Nathanstifts
Woran erkennt man einen echten Fürther? Zum Beispiel an seinem Stolz, im Nathanstift auf die Welt gekommen zu sein. 1906 stiftete der
Rechtsanwalt Alfred Nathan 300 000 Mark für ein Wöchnerinnen- und Säuglingsheim in seiner Heimatstadt. Vor hundert Jahren wurde die
Einweihung gefeiert. Zum Jubiläum ist nun im Jüdischen Museum die Ausstellung «Andere Umstände – Von Magie, Medizin und Mäzenen» zu sehen.
Bei der Eröffnung schaute sich gestern Margarete Meyers, die 80-jährige Großnichte von Alfred Nathan, im Museum um.
FÜRTH - Ein weißer Kindersarg, gezimmert um das Jahr 1900, steht am Rande der Ausstellung, in der es doch um Schwangerschaft und Geburt
geht. Er sagt mehr als Zahlen und Worte, wie lebenswichtig das großzügige Geschenk war, das Alfred Nathan den Fürthern machte: Zahlreiche
Babys und ihre Mütter starben um die Jahrhundertwende im Kindbett, die hygienischen Umstände waren schlecht, die Versorgung oft notdürftig.
Das änderte sich dank der Geburtsklinik in der Tannenstraße. Heute beherbergt das Gebäude die Leopold-Ullstein-Realschule.
Wölbt sich der Bauch . . .
Helle Räume, modernste Ausstattung – ein historisches Foto zeigt, wie vorbildlich das Nathanstift war. Wie geradezu revolutionär das vor
hundert Jahren war, macht die Ausstellung deutlich. Da gibt es Amulette, die Neugeborene schützen sollten. Und auf Knopfdruck raunen
Stimmen abergläubige Weisheiten («Wölbt sich der Bauch spitz nach vorne, wird’s ein Junge»), die noch heute vertraut klingen. «Trotz aller
Forschung und Fortschritte gibt es bei diesem Themenkreis doch nach wie vor Unerklärliches», sagt Museumsleiterin Daniela Eisenstein.
Dem spürt die Schau, die unter der Leitung von Heidi Frenzel unter anderem von Monika Berthold-Hilpert und Christiane Twiehaus erstellt
wurde, kenntnisreich nach. Beleuchtet werden jüdische und christliche Traditionen und Bräuche mit Blick auf den medizinischen Fortschritt.
Daneben stehen Erinnerungen an Alfred Nathan, zu denen seine in Amerika lebende Großnichte beitrug. Margarete Meyers beispielsweise auf die
Frage, warum keine persönlichen Dinge von Nathan mehr zu finden sind: «Er war ein großer Stifter, aber ein bescheidener Mensch, der nie
etwas für sich ausgab. Deshalb trug er auch nur alte Anzüge, die fast verschlissen waren.»
Meyers musste Fürth 1938 mit ihren Eltern verlassen. Die jüdische Familie emigrierte in die USA: «Aber Fürth ist meine Heimat», sagt sie.
Nathan, der rund drei Millionen Mark in seinem Leben spendete – das entspräche heute etwa dem Vierfachen – starb 1922. In seinen letzten
Lebensjahren erfuhr er den aufkeimenden Antisemitismus. In seiner Stiftung wurde 1933 der jüdische Facharzt Richard Fleischer entlassen,
der Name «Nathanstift» für unheilvolle Jahre getilgt. Vergessen war er nicht. Nach 1945 wurde er wieder eingesetzt und lebt auch nach dem
Umzug in das Klinikum seit 1967 als «Frauenklinik mit Nathanstift» fort. Deren Arbeit wird noch immer mit Mitteln aus der «Nathan Stiftung»
unterstützt, die auch Auftraggeber und alleiniger Sponsor der Ausstellung ist. Im ursprünglichen Haus in der Tannenstraße wurden zwischen
1907 und 1967 rund 20 000 Kinder geboren. Mehr als 500 von ihnen schauen von einer bunten Fotowand im letzten Raum der Schau auf die
Besucher. Zwischen den Bildern sind schwarze Flecken – Erinnerungen an die jüdischen Jungen und Mädchen, die deportiert und umgebracht
wurden.
Die Ausstellung «Andere Umstände - Von Magie, Medizin und Mäzenen» ist bis 30. März 2008 im Jüdischen Museum in der Königstraße 89 zu sehen.
Öffnungszeiten: Di. 10–20 Uhr, Mi. bis So. 10–17 Uhr
Sabine Rempe
6.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Streit um Kirchweih geht in die letzte Runde
Zwölf, 15 oder 16 Tage - Befürworter und Gegner der Verlängerung erwarten gespannt das Votum im Stadtrat
FÜRTH - Das Tauziehen um eine generelle Verlängerung der Fürther Michaeliskirchweih soll morgen ein Ende finden. Um 15 Uhr befasst sich der
Stadtrat mit dem heißen Eisen.
Eine Entscheidung ist auch fällig, denn schon Mitte Dezember hat der städtische Kirchweihausschuss über die Standvergabe zu befinden. Soll
die Kirchweih künftig 16 Tage dauern, vier mehr als bisher? Wirtschafts- und Kirchweihausschuss ließen die Antwort gestern noch offen.
In der Sitzung kamen nach wochenlanger, hitzig geführter Debatte alle Interessenvertreter erneut zu Wort: Schausteller, Einzelhändler,
Gastronomen, Handwerker, Anlieger. Die Befürworter der Kirchweih-Verlängerung verwiesen noch einmal auf die beliebte Straßenkirchweih als
Imagefaktor, ihren wirtschaftlichen Profit und Umfragen, nach denen die Fürther eine längere Kärwa wollten. Die Gegner führten Umfragen mit
konträren Ergebnissen ins Feld und warnten vor dem hohen Preis, den viele Betroffene zahlen müssten.
Beispiel Gastronomie. In einem von rund 40 Betroffenen unterzeichneten Schreiben, das den Ausschussmitgliedern vorlag, beklagen die
Wirtsleute «Umsatzeinbrüche bis zu 40 Prozent». Als Gründe nennen sie, so Norbert Straub, Kreisvorsitzender des Hotel- und
Gaststättenverbands und Inhaber des Gasthofs «Zur Hardhöhe», die «stetig steigende Anzahl von Festivitäten» im Stadtzentrum und die «immer
größere Zahl überdachter Sitzplätze» auf der Kirchweih. «Früher haben die Firmen bei uns gegessen und sind dann zum Bummel auf die
Kirchweih», sagte Straub. Doch das habe in dem Maß abgenommen, in dem die Bestuhlung auf der Freiheit zugenommen habe.
Elke Gabsteiger, Direktorin des NH-Hotels, lehnt, wie sie betonte, nicht nur die Kirchweih-Verlängerung strikt ab. Sie würde die Kärwa am
liebsten auch von der Königstraße verbannen. Weil ihr Haus jedes Jahr mitten im Kärwa-Getümmel steht, müssen sich ihre Gäste im Oktober
immer mit dem Auto an Gewürzgurken und Ledertaschen vorbeizwängen und sich trotz Durchfahrerlaubnis «auch bei Schritttempo und
entschuldigendem Gesicht blöd anreden lassen», berichtet Gabsteiger. Die Folge: Eine Fluggesellschaft, die Stammkunde ist, ließ ihre Crew
heuer woanders übernachten. «Das hat uns 37000 Euro gekostet», sagt die Hotelchefin. Gabsteigers Sorge ist, dass sie im Jahr 8000
Übernachtungen verlieren könnte, wenn Stammkunden, die während der Kirchweih ausweichen, auch im Rest des Jahres wegbleiben.
Schausteller und Marktkaufleute hingegen warben für 16 Kirchweihtage. «Wir sind 60 Familienbetriebe und gehören zur Fürther Wirtschaft wie
andere Betriebe auch», argumentierte Helmut Dölle, Sprecher des Süddeutschen Schaustellerverbands. Und: «Wir verdienen unser Geld in der
ganzen Bundesrepublik, aber wir zahlen unsere Steuern in Fürth.» Eduard Wentzl, Sprecher des Verbands der Marktkaufleute und Schausteller,
sagte, man sei zu Kompromissen bereit. Denkbar seien reduzierte Öffnungszeiten bis 22.30 statt bis 23 Uhr und ein um einen Tag verkürzter
Aufbau der Buden und Fahrbetriebe.
«Ein Prozent der Tage...»
Eine kürzere Auf- und Abbauphase wären für Norbert Staudt, Kreisvorsitzender des Einzelhandelsverbands, und Christian Nowak, Geschäftsführer
des Industrie- und Handelkammer Gremiums, zwingende Voraussetzung für einen etwaigen Kompromiss. Wie der aussehen könnte, führte Tobias
Wagner (CSU) aus: 15 Tage Kirchweih, von Samstag bis Samstag, rascherer Auf- und Abbau sowie eine Ende des Betriebs um 22.30 Uhr von Montag
bis Donnerstag.
Die Vertreter der Ausschüsse verzichteten auf eine Abstimmung und damit auf eine Empfehlung an den Stadtrat. Dass dort echte
Gewissensentscheidungen anstehen, zeigt sich schon an den Stellungnahmen der SPDler Sepp Körbl und Markus Braun. Während Körbl eine Lanze
für die Verlängerung brach («Vier Tage, das ist ein Prozent der Tage in einem Jahr!»), mahnte Braun, «Maß zu halten» und die Kirchweih nur
zu besonderen Anlässen auszuweiten.
Birgit Dachlauer
13.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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«Brot anfassen wie eine Jungfrau»
Irmgard Zettner verkauft seit 1965 mit flotten Sprüchen Backwaren und Wurst
Eigentlich ist Irmgard Zettner längst in Rente. Aber den Laden schließen? Das kann sie ihren Kunden nicht antun. Landbrote und
Bauernwurstwaren gibt es am Obstmarkt seit fast 60 Jahren – und dazu immer einen guten Spruch des Fürther Originals.
FÜRTH - 18 Stunden, mehr sind nicht erlaubt. «In diesen wenigen Stunden bin ich mit vollem Einsatz und ganzem Herzen da», hat Irmgard
Zettner mit ihrer schwungvollen Schrift notiert. Damit die Kundschaft Bescheid weiß. Denn die Fürther, sagt Irmgard Zettner, «sind schwer
zu kriegen, dann aber sehr treu».
Wer wüsste das besser? Seit 1965 betreibt die Chefin den kleinen Laden in der Königstraße, davor hatte ihn «meine Mutti». 1948 eröffnet, in
einer Zeit, als noch keiner was hatte. Brot und Wurst gibt es seither, die Ladentheke ist von längs auf quer gewandert, der kleine Ofen
fort und der bauchige Kühlschrank – «den bekam man damals nur durch Beziehungen» – eine schöne Erinnerung.
Vom Fuß zum Ohr
Geblieben sind genau 9,8 Quadratmeter und die offene Tür. Frische Luft, sagt Irmgard Zettner, brauche sie immer. Und einladender ist’s
sowieso. «Eine Scheibe grobe, eine Scheibe feine. Ist in Ordnung!» Ruckzuck zieht das Messer durch die Leberwurst, dazu 50 Gramm Gelbwurst
und vier Leberknödel. Und vielleicht eine Scheibe Sülze? «Bäckle, Füßle, Ohrwascheln – alles drin», sagt die Chefin. Und dass die
Tellersülze so grau scheint, weil gekochtes Fleisch in der Gelatine erstarrt ist.
Warenkunde gibt es frei Haus in der Königstraße 65 – und eine Lehrstunde in Sachen Geschmack. Der ist so individuell wie jeder Mensch, das
hat die Frau mit den stahlgrauen Haaren und dem großen Herzen in Jahrzehnten gelernt. «70 Prozent der Männer», sagt sie, mögen den
gekochten Schinken «zerwutschelt». So dünn geschnitten also, dass er zwischen den Fingern zerfällt und auf dem Brot gehäufelt werden kann.
Oder die Kindersalami, die so heißt, weil die Pfefferkörner feingemahlen enthalten sind. «Ich mag das Geziepf auch nicht», sagt Irmgard
Zettner und schneidet die Wurst so dünn oder dick, wie der Kunde will. «Ich halte mal hin, da können Sie mir sagen, wie Sie’s mögen.» Und
das Brot, das ist sowieso eine Philosophie für sich. In Scheiben kann man es bei Frau Zettner kaufen. Mancher trägt ein Pfund Brot davon
und jede Scheibe hat anderen Geschmack. Walnussbrot, Gewürzbrot, Landbrot, zwei- und vierfach gebacken – und von Irmgard Zettner per Hand
durch die Maschine gekurbelt. «Das
frische Brot muss man behandeln wie eine Jungfrau», sagt sie und wartet förmlich auf die Nachfrage. Wie? Na, ganz ohne Druck. 100 Gramm
geschnitten kosten 40 Cent. So billig, behauptet die Chefin, kriegt man’s nirgendwo sonst. «Weil man schmeißt ja nichts mehr weg und der
Opa kommt zu seinem Zusatzbrot.» Jene Sorte, von der man nur eine Scheibe mag. Für die Zunge, den anderen Geschmack.
Der ist – vorwiegend – deftig. Saure Lunge, Thalheimer Schmalzfleisch und Omas Sauerkraut sind eingedost, Griebenschmalz und «heute frisch:
Fleischsalat» liegen gleich obenauf. Für neue Gaumenkitzel ist Zettner offen. Spanischen Serrano-Schinken und Bärlauch-Salami reicht sie
als Probierhäppchen über die Theke. «Däi is wergli goud», sagt die Kundin.
Ein ganzes Maulvoll
Alle kommen her. Die Rentnerin, die für den Mann daheim drei Scheiben Brot holt und das Geld abgezählt in einem Plastikbeutelchen bei sich
trägt. Der Bauarbeiter wie der Rechtsanwalt, der dem hungrigen Sohn eine Semmel kauft, und auch der Oberbürgermeister schaut öfters auf ein
«Maulvoll» vorbei. Auch so eine Wortkreation der Zettnerin: Zirka 70 Gramm, das was in einen Mund passt und den Magen aufs Erste sättigt.
Rundumbetreuung sozusagen. Das Wissen um persönliche Vorlieben der Kundschaft gehört dazu. Frau Zettner merkt sich aber auch, wann
Fußpflegetermine sind und die Kinder Musikstunde haben. Sie ahnt, wem der Mann gestorben ist und hat ein warmes Wort. Nur die notorischen
Nörgler mag sie nicht; sie weiß inzwischen aber, wie sie parieren muss.
Sie ist ja selbst nicht auf den Mund gefallen. Deshalb hört ab und an Volker Heißmann mit und notiert sich die besten Sprüche (siehe oben).
«Ich bin bekannt wie ein bunter Hund», seufzt Irmgard Zetter – und genießt es insgeheim. Ein «Fürther Mädchen» sei sie, sagt sie noch mit
65 Jahren. In Fürth geboren – die Großeltern hatten ein Fahrradgeschäft am Heiligenberg – in Fürth geblieben.
Und sie verwurzelt und glücklich hier. Natürlich rechnet sie gerade durch, ob sich die Selbstständigkeit noch lohnt. Aber es gibt ja noch
einen zweiten Aspekt, sagt Irmgard Zettner: «Mei Kundschaft is mei Medizin.»
Gabi Pfeiffer
13.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Rassel störte
FÜRTH - Eine laute Rassel war beim Spiel der SpVgg Greuther Fürth gegen den SC Freiburg am Sonntag Auslöser einer heftigen Rangelei im
Fürther Fanblock. Ein 19-Jähriger schlug dem 42 Jahre alten Rasselbenutzer ins Gesicht. Dabei ging dessen Brille kaputt. Die Polizei
ermittelt.
13.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Ein Neuanfang für Bayerns ältestes Parkhaus
Central-Garage: Wohnungen und Gewerbeflächen sind geplant - 2003 fuhr der Autoaufzug zum letzten Mal
Zerbrochene Fensterscheiben, graue Fassade: Seit der Stilllegung Ende 2003 hat sich der Zustand von «Bayerns ältestem Parkhaus mit
Autoaufzug » nicht gerade gebessert. Doch schon bald soll wieder Leben in die Central-Garage einziehen, die aus den 1920er Jahren stammt.
FÜRTH - Das Haus ist ohne Zweifel ein Blickfang. Wer die Mathildenstraße entlang in die Fußgängerzone läuft, kommt zwangsläufig an dem
markanten Altbau mit dem kleinen Ecktürmchen vorbei. Bis zum Jahr 2003 beherbergte er ein Parkhaus. Mit einem Aufzug beförderte
Ex-Betreiber Peter Fasig die Wagen von bis zu 70 Stammkunden in die oberen Geschosse.
Ein Parkhaus mit Aufzug. Fasigs Großvater hatte diese Idee 1928 aus den Staaten mit nach Fürth gebracht. Gut 70 Jahre lang war es ein
Erfolgsmodell. Seit vier Jahren ist das Haus verwaist. Einzig im Erdgeschoss hält ein Ein-Euro-Shop die Stellung. Doch nun zeichnet sich
eine neue Nutzung ab. Wie berichtet, hat die P & P-Wohnbau das Gebäude vor rund vier Wochen erstanden.
«Der perfekte Schlusspunkt»
Die Firma mit Sitz in Fürth hat bereits reichlich Erfahrung in der Sanierung alter Gebäude gesammelt und ist unter anderem für den
Kasernenkopfbau im Südstadtpark und das Ex-Carrera-Gelände verantwortlich. Und für das ehemalige Ottoschulhaus. Das heute so genannte
Stadtpalais mit über 40 Wohnungen liegt direkt gegenüber der Central-Garage.
Michael Peter, Geschäftsführer von P & P-Wohnbau, räumt ein, dass er schon während der Arbeiten an der Ex-Schule ein Auge auf das Gebäude
geworfen hatte. Nach dem Stadtpalais, der Sanierung der Fußgängerzone und dem Neubau des Parkhauses in der Mathildenstraße wäre die
Sanierung der Central-Garage, so Peter, «der perfekte Schlusspunkt für das Eck».
Noch stehen die Planungen am Anfang, doch ein paar Gedanken hat sich Peter schon gemacht. Im Erdgeschoss Gewerbe. Vermutlich Ladenflächen.
Alteingesessene Fürther Unternehmen hätten bereits Interesse signalisiert. In Stock eins und eventuell auch zwei seien Büroräume
vorstellbar. Und ganz oben Wohnungen. «Das werden sicher nicht mehr als zehn», sagt er. Eine «echte Herausforderung» werde es, für
ausreichend Tageslicht zu sorgen, weil das Haus von zwei Seiten eingebaut ist. Peter spielt mit dem Gedanken, einen Lichtkanal wie einen
kleinen Innenhof in der Mitte des Gebäudes einzuziehen.
Auf das Dach der Garage soll noch ein weiteres Stockwerk gesetzt werden, um einen «bündigen Abschluss» zum Nachbargebäude zu erreichen,
dessen Brandschutzwand die Garage derzeit überragt. Für die kleine Freifläche Ecke Mathilden-/Ottostraße sei eine Begrünung denkbar oder
eine «transparente Bebauung» mit viel Glas.
Markante Elemente des Gebäudes will Peter nach Möglichkeit erhalten. Etwa das Türmchen und die lang gezogenen Fensterschlitze. Genaueres
wird sich in der Planungsphase ergeben, die jetzt anläuft. Frühestens Mitte 2008 sei an Bauarbeiten zu denken. Abbrechen müsse man nicht
viel. Die Garage sei schließlich nicht mehr als ein Hohlkörper mit Stützen. Peter ist vom Erfolg des Projekts überzeugt: «Wir halten die
Ecke für eine strategisch wichtige Lage in Fürth.»
Dieser Meinung ist auch Baureferent Joachim Krauße. Nach seinen Worten handelt es sich um den «zentralen Zugang zur Innenstadt. Das Haus
schreit geradezu nach einer Wiederbelebung». Das Engagement von P & P-Wohnbau ist laut Krauße auch eine Folge der städtischen
Investitionen, etwa in die Fußgängerzone. «Dort, wo die Stadt etwas baulich aufwertet, bewegen sich auch private Eigentümer.» Krauße ist
schon gespannt auf Peters Ideen: «Wir würden natürlich gerne etwas sehen, das gut zum Ottoschulhaus passt.»
Johannes Alles
15.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Die U-Bahn lenkt Busse in neue Bahnen
Wegen des zusätzlichen Bahnhofs Hardhöhe stehen Änderungen im Streckennetz an
FÜRTH (ja) - Schon wieder umgewöhnen heißt es für alle Fürther, die häufig mit dem Bus fahren: Die Eröffnung des U-Bahnhofs «Hardhöhe» am 8.
Dezember bringt jede Menge Änderungen im Streckennetz mit sich.
Zwangsläufig, findet Klaus Dieregsweiler von der infra fürth verkehr. Jede Einweihung eines neuen U-Bahnhofs verändere automatisch das
Busnetz. Dieses Mal hat es gleich zu einer Art Flurbereinigung geführt. So gebe es im neuen Netz möglichst gleich lange Linien. Das laut
Dieregsweiler verspätungsanfällige «große Hufeisen» von Vach nach Großgründlach, das die alte Linie 179 befuhr, entfällt.
Auf den Namen der Buslinie 176 müssen die Fürther ab dem 9. Dezember verzichten: Den 176er wird es nicht mehr geben, er geht in der neuen
Linie 171 auf. Diese führt von der Haltestelle Eigenes Heim über Klinikum und Hardhöhe nach Oberfürberg. Die Taktfrequenz der Busse werde
sich nicht verschlechtern. Ausnahme ist die Strecke zwischen Hardhöhe und Klinikum, wo die neue 171 wegen der parallel fahrenden U-Bahn
nicht alle 10, sondern nur noch alle 20 Minuten verkehre. Auch die Namen zweier Haltestellen ändern sich: Die Komotauer Straße heißt
künftig Hardhöhe, die Allensteinerstraße wird in Hard-/Soldnerstraße umbenannt.
Auch den 180er wird es nicht mehr geben: Die Linie wird mit der östlichen Strecke der alten 179 (Rathaus– Großgründlach) verknüpft. Das
Ergebnis ist die neue «Innenstadtlinie» 179. Sie führt von der Rothenburger-/Sigmundstraße über die Kalbsiedlung durch die Innenstadt zu
Hauptbahnhof und Rathaus bis hinaus nach Großgründlach.
Das westliche Teilstück der alten 179 (Vach–Klinikum–Rathaus) wird indes mit der Linie 175 verknüpft. Die neue 175 verläuft demnach von Vach
über Eigenes Heim, Klinikum, Rathaus und Poppenreuth bis zur Stadtgrenze. Auf ihrem Weg von und nach Vach erschließt sie auch das neue
Gewerbegebiet «Am Golfpark» auf dem ehemaligen Kasernengelände. Die Haltestelle Atzenhofer Flugplatz wird verlegt und erhält die neue
Bezeichnung Gustav-Weißkopf-Straße. Außerdem wird eine neue Haltestelle mit dem Namen «Otto-Lilienthal-Schule» auf Höhe der gleichnamigen
Förderschule eingerichtet.
Keine Änderungen in der Streckenführung gibt es für die Linien 172, 173, 174 und 178. Allerdings werden sich einige Abfahrtszeiten ändern,
um einen zügigen Anschluss an andere Buslinien beziehungsweise die U-Bahn zu gewährleisten.
16.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Unter einstiger Landebahn hält die U-Bahn
Am neuen U-Bahnhof Hardhöhe soll an den Fürther Industrieflughafen erinnert werden
FÜRTH - Die U-Bahn hat die Luftfahrt auf der Hardhöhe abgelöst. Wo zwischen 1950 und 1955 internationale Verkehrsmaschinen Station machten,
startet am 8. Dezember die Fürther U-Bahn in eine neue Ära. An den inzwischen überbauten Industrieflughafen soll eine Tafel erinnern.
Während sechs Meter unter der Erde der neue U-Bahnhof mit seiner verspiegelten Wandmalerei auf Hochglanz gebracht wird, suchen der
U-Bahn-Projektbeauftragte der infra, Leonhard Rückert, und der ehrenamtliche Fürther Flughafen-Archivar, Winfried Roschmann, oben im
Eingangsbereich Ecke Soldner-/Komotauer Straße nach einem Standort für den Hinweis auf die Vergangenheit.
Der Industrieflughafen ist 1950 auf dem intakten Gelände der Flugzeugfabrik Bachmann, von Blumenthal & Co ausgebaut worden, weil der 1933
eröffnete Nürnberger Flugplatz am Marienberg im Krieg völlig zerbombt worden war. Er knüpfte an die Zeit zwischen 1926 und 1933 an, als
noch der Flugplatz Atzenhof alleinige Drehscheibe des Luftverkehrs im Großraum war. Allerdings sollten seine Tage gezählt sein. Bereits
1951 wurde der (1954 in Angriff genommene) Bau des Großflughafens bei Kraftshof beschlossen.
So improvisiert das Fürther Tor zur Welt in der Nachkriegszeit auch war, es hatte alles, was ein internationaler Flughafen braucht: Eine
richtige Zollstation mit neun Beamten, eine Passagierabfertigung und sogar eine Gaststätte mit Bar und Terrasse.
Zu den prominenten Fluggästen gehörten die englische Prinzessin Maria Viktoria, Heinz Rühmann, Max Schmeling, Hildegard Knef und
«Schorschla», der Nürnberger Eisbär, der 1951 in einer Transportkiste nach Berlin verfrachtet wurde. Verglichen mit heutigen Verhältnissen
(der Nürnberger Flughafen verbuchte 2006 knapp vier Millionen Fluggäste) nahm sich das Fürther Passagieraufkommen mit rund 30 000
Fluggästen im Jahr allerdings recht beschaulich aus.
An die denkwürdige Vergangenheit soll nun mit einem eingravierten historischen Flugplatz-Foto aus Roschmanns Fundus und einer Inschrift an
einer Seitentür des U-Bahn-Eingangs erinnert werden. Der U-Bahn-Bau selbst liegt voll im Zeitplan. Nach Abschluss des Probebetriebs
verkehren ab 21 Uhr schon die Züge bis zur neuen Endstation – freilich noch ohne Fahrgäste. Was Rückert freut: Der Kostenrahmen wurde
deutlich unterschritten. Zur Einweihung am 8. Dezember gibt es ab 10 Uhr ein buntes Unterhaltungsprogramm und freie Fahrt auf der U 1 in
Fürth.
Volker Dittmar
20.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Neues aus Schilda
Was wenig wohlmeinende Menschen aus der großen Nachbarstadt den Fürthern vermutlich immer insgeheim wünschten, nun wird es wahr: Fürth kommt
unter den Hammer, der Ausverkauf steht an. Für den Anfang schmeißt die Stadt 30 Ortstafeln auf den Markt. Wer Minimum 20 Euro springen
lässt, kann am Samstag um 11 Uhr vor dem Jubiläumsshop am Kohlenmarkt eines der original Fürth-Schilder im signalgelben Design ersteigern.
Das ist weder der angesagteste Witz aus Schilda noch eine letzte verzweifelte Maßnahme, um Haushaltslöcher zu stopfen. Die Dinger müssen
einfach raus, weil sie ausgedient haben. Nagelneue Exemplare mit dem eitlen Zusatz «Wissenschaftsstadt» haben dafür gesorgt, dass die
altgedienten Aushängeschilder schnöde vom Stadtrand in muffige Rathauskammern verbannt wurden.
Das triste Übergangsdasein hat jetzt ein Ende, die Schilder dürfen sich auf eine neue Heimat freuen. In üppig grünenden Gärten
wahrscheinlich, bunt blühenden Beeten oder auf akkurat abgegrenzten Stellplätzen. Alles ist recht, nur eines muss sicher sein: Kein Schild
kommt nach Nürnberg! Wer will seine alten Tage schon dort fristen, wo – wie diesem Blatt kürzlich zu entnehmen war – der Karikaturist Toni
Burghart Nürnberg vermutet: am Arsch der Welt. hän
22.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Neuer Rundweg zu den Fürther Heilquellen
Heute wird der 8,8 Kilometer lange Quellenweg zusammen mit dem Uferstadtsteg eröffnet
FÜRTH - Das vor 100 Jahren entdeckte Heilwasser wird wieder zu einem Fürther Markenzeichen. Mit dem heute eingeweihten Heilquellenweg rückt
der flüssige Bodenschatz noch stärker ins Blickfeld.
Auf 8,8 Kilometer Länge verbindet der mit einem stilisierten «Q» (für Quelle) ausgeschilderte Fürther Heilquellenweg die Espanquelle in der
Kleinen Mainau mit den beiden König-Ludwig-Quellen sowie der Bavaria-Quelle in der Uferstadt und der neuen Kleeblattquelle am Thermalbad
Fürthermare. Mit Bus oder Rad kann man auch die fünf Kilometer entfernte Gustav-Adolf-Quelle bei Weikershof mit einbeziehen.
Der Fürther Quellenforscher Dr. Franz Kimberger hat den vom Förderverein Fürther Heilquellen finanzierten Weg angeregt. An allen
Thermalquellen wurden Tafeln mit Hinweisen auf die Wegstrecke und die Beschaffenheit des Mineralwassers aufgestellt. Der Rundweg bietet
sich vor allem für Thermalbadbesucher an, die mehr über das Fürther Heilwasser erfahren möchten. Dabei rückt auch die Stadtgeschichte ins
Blickfeld. In einem Faltblatt, das bei städtischen Dienststellen ausliegt und im Internet unter
Link www.fuerth.de/heilquellenweg aufgerufen werden kann, sind bedeutsame Plätze und Gebäude aufgeführt.
Erst der Brückenschlag an der Uferstadt über die Pegnitz hat die Voraussetzungen für den Quellenweg geschaffen. Von den 730 000 Euro
Gesamtkosten hat die EU im Rahmen ihres Ziel-2-Programms 291 000 Euro übernommen. 116 000 Euro steuerte der Freistaat bei.
Eine reizvolle Ergänzung erfährt der neue Uferstadtsteg durch einen hölzernen Steg, der in einem öffentlich geförderten
Beschäftigungsprogramm am Ufer der renaturierten Pegnitz errichtet wurde. Die Stadt musste lediglich die Materialkosten in Höhe von 70 000
Euro schultern. Der Ufersteg stellt eine Verbindung zum Stadtpark her und bietet als Besonderheit eine in die Feuchtbiotopzone
hineinragende Aussichtsplattform.
Grund zum Feiern gibt es mithin reichlich, wenn Brücke, Heilquellenweg und Ufersteg heute um zwölf Uhr am neuen Uferstadtsteg eingeweiht
werden. Mit großem Aufwand sind im Zuge der Erschließung der Thermalbadquelle die Espan-, König-Ludwig- und Gustav-Adolf-Quelle erst
kürzlich wieder in Stand gesetzt worden.
Mit dem Fürther Heilquellenweg wird nicht nur eine lange vernachlässigte Stärke der Stadt wieder ins rechte Licht gerückt, es werden auch
Besonderheiten wie Rundfunkmuseum, Stadtmuseum und das Geschäftszentrum der Innenstadt tangiert. VOLKER DITTMAR
23.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Grüner Baum: Eine Familie gibt nun den Ton an
Traditionsgaststätte hat nach einem halben Jahr Leerstand wieder neue Pächter - Fränkische Küche
Ein halbes Jahr lang blieb im «Grünen Baum» in der Gustavstraße die Küche kalt. Ab heute, 17 Uhr, brutzelt wieder vor allem Fränkisches in
den Kochtöpfen. Eine Familie aus Cadolzburg hat das Ruder in der Fürther Traditionsgaststätte übernommen.
FÜRTH - Endlich wieder zu Hause. Etwa so, sagt Michael Barth, habe er sich gefühlt, als er Anfang November nach vielen Jahren wieder einen
Fuß in die Gaststätte Grüner Baum setzte. Wochenlang hatte er vergeblich nach einem passenden Lokal gesucht. Doch in dem alten Haus in der
Gustavstraße habe er sofort gewusst: Das ist es. Nur wenige Tage später unterschrieb er den Pachtvertrag mit der Brauerei Tucher.
Vor einer gefühlten Ewigkeit war der Grüne Baum schon einmal Barths Arbeitsstätte. Unter Ex-Wirtin Heidi Sänger, die das Lokal zwischen 1989
und 2006 unter dem Namen «Kartoffel» führte, arbeitete Barth nach eigenen Worten «ein bis zwei Jahre» als Geschäftsführer. 18 Jahre ist das
her. Jetzt ist Barth der Wirt. Gemeinsam mit Ehefrau Monika und Tochter Juliane will er der Gaststätte wieder Leben einhauchen.
Seit rund einer Woche bemühen sich die Barths, den Laden auf Hochglanz zu bringen. Kein leichtes Unterfangen. «Hier ist halt lange nichts
gemacht worden», stöhnt Michael Barth. Umgebaut wird jedoch nichts. Auch an der recht verspielten Dekoration, die noch auf Heidi Sänger
zurückgeht, soll sich wenig bis gar nichts ändern.
Wie Vorgänger Christof Jungbauer, ab Mai 2006 Chef im Grünen Baum, setzt jetzt auch der neue Pächter auf Fränkische Küche. Jungbauer, ein
erfahrener Wirt, warf schon nach einem Jahr das Handtuch: «Wir haben es nicht geschafft, den Laden wirtschaftlich zu betreiben», sagte er
vor gut einem halben Jahr den Fürther Nachrichten. Was will Barth anders machen, damit es ihm nicht ähnlich ergeht?
«Unser großes Plus ist der Familienbetrieb», betont der gelernte Bäcker- und Konditormeister. So soll sich die 20-jährige Tochter Juliane um
den Service kümmern, während Ehefrau Monika «eher im Hintergrund» für Buchhaltung, Personal und Dekoration zuständig ist.
Michael Barth zählt «Küche, Büro und Gäste» zu seinen Aufgabengebieten. Gäste? Barth nickt. «Ähnlich wie früher Frau Sänger möchten wir
gerne ein persönliches Verhältnis zu unseren Gästen aufbauen», erklärt er. Dazu gehöre zum Beispiel, irgendwann den Namen der Stammgäste zu
kennen. Alles in allem ein weiterer Punkt, meint er, indem man sich vom Vorgänger unterscheide.
«Innovativer Koch»
In der Küche wird Stefan Berger den Ton angeben, er kommt vom Arotel in Eibach, einem Betrieb des Teppichunternehmers und FCN-Präsidenten
Michael A. Roth. «Ein junger, innovativer und zielstrebiger Koch», sagt Barth über Berger.
Auf der Speisekarte steht überwiegend Fränkisch-deftiges wie Schäufele, Schnitzel, Bratwürste, Tafelspitz, Zwiebelrostbraten. Zudem soll
Saisonales seinen Platz finden: Gans im Winter, Spargel im Frühsommer, Pilze im Herbst. Die Vegetarier wollen die Barths ebenfalls nicht
vergessen. Preislich sieht er sein Lokal im «Mittelfeld» angesiedelt. Das Schäufele gibt’s für 7,50 Euro.
Wie schon unter den Vorpächtern Sänger und Jungbauer können Gäste den großen Saal des Grünen Baums für Feste, Hochzeiten oder Vorträge
buchen. Zur Verfügung stehen außerdem das Gustav-Adolf-Zimmer mit rund 20 Sitzplätzen und das «Kaminzimmer» mit Kachelofen.
Erfahrung in der Gastronomie hat Barth bereits gesammelt. Seit 2005 betreibt er den Party-Service «Dessert und mehr». Seit April führt er
das Restaurant Physalis beim Puschendorfer Golfplatz. Beide Projekte sollen weiterlaufen. «Das Hauptaugenmerk», sagt er, «liegt aber jetzt
erst einmal auf dem Grünen Baum.»
Johannes Alles
26.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Luxus aus Fürth
Nun geben Sie’s schon zu: Sie haben schon immer von einem ausgestopften Säbelzahntiger für Ihr Wohnzimmer geträumt. Oder von einer mit 24
Karat vergoldeten Espressomaschine. Oder von der diamantbesetzten Bentley-Limousine. Doch woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Auch dieses Problem gehört nun der Vergangenheit an: Auf der Millionärsmesse, die derzeit in Moskau über die Bühne geht, sind derlei
Mitbringsel für Stilbewusste ganz legal zu haben. Vorausgesetzt, man hat ein paar hunderttausend Euro aus den letzten Aktiengewinnen zur
Seite gelegt.
Wenn nicht, raten wir zu gediegenem Luxus Fürther Strickart. Zum Beispiel zum schicken Ortsschild, das sich über der Sitzgruppe im
Wohnzimmer ganz formidabel ausnimmt. Gut, für schlappe 75 Mäuse, wie am vergangenen Samstag (siehe Artikel oben), wird auch dieses
ausgesuchte Liebhaberstück künftig nicht mehr zu haben sein. Aber bei einem Internet-Auktionshaus, behauptet Fürths Oberbürgermeister steif
und fest, hat er noch einen frei gehandelten Restposten entdeckt. 7000 Euro koste dort das Objekt der Begierde, sagt der OB. Wenn das kein
Schnäppchen ist. hän
26.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Schmucke Geschäfte in trister Umgebung
U-Bahn-Station Hardhöhe: Die optische Aufwertung der Ladenzeile ist vorerst gescheitert
Wenn am 8. Dezember die U-Bahn erstmals zur Hardhöhe fährt, die VAG-Straßenbahnerkapelle aufspielt und Scharen von Luftballons in den Himmel
tanzen, dürften die Geschäftsleute der benachbarten Ladenzeile aufatmen. Sie haben gelitten unter der Dauerbaustelle, hoffen nun auf viele
neue Kunden. Die würden sie gerne in einer attraktiven Umgebung empfangen. Doch das wird wohl nichts.
FÜRTH - Der ramponierte Flachbau aus braunen Klinkersteinen wirkt alles andere als einladend. Seit dem Wegzug von Edeka, bis Anfang 2006
Kundenmagnet im Nahversorgungszentrum auf der Hardhöhe, verkauft der Drogeriefilialist Schlecker Parfum und Putzmittel hinter teils
undurchsichtigen Scheiben. Das Gebäude in der ersten Reihe ist das Sorgenkind der Geschäftsleute in der zweiten Reihe. Hinter dem Flachbau
bleiben ihre schmucken, in einem Fall frisch renovierten Läden, in denen sie Blumen, Obst, Gemüse, Arzneimittel, Wurstwaren, Brillen, Döner
Kebap und schicke neue Frisuren anbieten, für Passanten und Autofahrer unsichtbar. Erschwerend hinzu kommt: Auch der Platz zwischen
vorderer und hinterer Ladenzeile wird wohl bleiben, wie er ist: schmucklos, trostlos. Achtlos weggeworfene Orangenschalen, zerknüllte
Alufolie und anderer Unrat klemmt zwischen löchrigen Sträuchern, sammelt sich mit losem Laub zu hässlichen Häufchen.
«Ein Schandfleck», urteilt Renate Ebert, Inhaberin eines Friseursalons, und fragt sich, «warum die Stadt da nix machen kann». Sonja Soydan
vom Amt für Wirtschaft würde die Passage gerne optisch aufwerten. Nur: Ihr sind die Hände gebunden. Der Flachbau in Reihe eins, so Soydan,
gehöre samt dahinter liegenden Pflanzkästen der Hamburger Pensionskasse und (über einen Erbpachtvertrag) Edeka. Am Telefon habe man ihr
gesagt, dass sich Edeka nicht mehr mit dem Standort identifiziere und «keine Notwendigkeit zur Imagepflege» sehe.
Eine größere Investition
Um die Ladenpassage zum Start der U-Bahn zumindest etwas herauszuputzen dachte man bei der Stadt über Neupflanzungen nach. Das
Grünflächenamt winkte ab. Es bestehe die Gefahr, dass die gemauerten Pflanzkästen beim Entfernen der alten, stark verwurzelten Sträucher
auseinanderbrechen. Soydan: «Das wäre dann gleich eine größere Investition in etwas, das uns nicht gehört.»
Zusätzliche Pflanztröge indes dürfen nicht aufgestellt werden. Die Passage dient als Rettungsweg und ist freizuhalten. Auch von Tischen und
Stühlen. Die hätte ein neuer Mieter gerne aufgestellt - die Wiener Feinbäckerei, die am Tag der U-Bahn-Einweihung offiziell eröffnen wird.
Volkmar Huschke ist froh darum. Wie seine Nachbarn musste der Optiker, bedingt durch die U-Bahn-Baustelle und den Wegzug von Edeka,
eineinhalb Jahre lang empfindliche Umsatzeinbußen hinnehmen. «Jetzt sehe ich wieder Land», sagt Huschke.
Er hofft, dass die neue Bäckerei mit Stehcafé viele Pendler anzieht, die ihre Einkäufe bestenfalls an Ort und Stelle erledigen. Bequem wäre
es für sie, zumal die Stadt 80 neue und kostenlose Parkplätze geschaffen hat. Wer zur Eröffnung der U-Bahn-Station kommt, wird die
benachbarte Ladenzeile ungewohnt einladend erleben: Geplant sind ein Adventsmarkt und viele Attraktionen.
Birgit Dachlauer
28.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Burgfarrnbach eine Runderneuerung verordnet
Zu schmale Gehwege, fehlende Einrichtungen zum Verweilen und ein unter Wert präsentiertes Schloss beklagt
FÜRTH - Die Fürther Innenstadtsanierung ist noch nicht abgeschlossen, da drängt bereits das nächste Sanierungsgebiet ins Blickfeld: Mit
Hilfe staatlicher Zuschüsse soll Burgfarrnbach runderneuert werden.
Einziges Problem: Es gibt derzeit keine Fördermittel. Für Baureferent Joachim Krauße ist das allerdings kein Hinderungsgrund. Im Vorfeld der
Landtagswahl am 28. September 2008 rechnet er fest mit zusätzlichen Geldgeschenken aus München. Erste Signale dafür gebe es bereits.
Im Juni erst hatte die Stadt vorbereitende Untersuchungen bei einem Bamberger Stadtplanungsbüro in Auftrag gegeben. Das Resultat stellte
Stadtplaner Leonhard Valier gestern Nachmittag den Mitgliedern des Bauausschusses und zahlreichen Zuhörern aus Burgfarrnbach im Technischen
Rathaus vor. Sein Fazit: es besteht Handlungsbedarf an vielen Stellen.
Anregungen erwünscht
Das sinnvolle Nahversorgungszentrum an der Würzburger Straße könne ebenso besser in Szene gesetzt werden wie der Bahnhof, das Kleinod
Schloss, das Umfeld der St. Johanniskirche und das dörfliche Zentrum an der Einmündung der Graf-Pückler-Limpurg-Straße in die Regelsbacher
Straße. Viel zu schmale oder gar fehlende Gehsteige gehörten zu Burgfarrnbachs Schwächen, aber auch der Mangel an geordneten Parkplätzen.
Die Turnhalle hinter dem Gasthof Krone könnte nach Valiers Ansicht in eine Bürgerhalle verwandelt werden – allerdings mit erheblichen
Aufwand.
Im Februar soll der Bauausschuss nach Kraußes Vorstellungen das neue Sanierungsgebiet ausweisen und umgehend konkrete Maßnahmenpläne
entwickeln. Bis dahin hofft die Verwaltung auf weitere Verbesserungsvorschläge aus der Bevölkerung, die möglicherweise in das Vorhaben mit
einbezogen werden können. Für den Burgfarrnbacher CSU-Stadtrat Franz Stich geht es vor allem um Sicherheit, Sauberkeit, Verkehrsberuhigung,
ein gepflegtes Ortsbild, breitere Gehsteige und gute Einkaufsmöglichkeiten. Der Vorortcharakter soll dabei aber gewahrt bleiben.
Fördermittel werden auch dringend benötigt, um den alten Marstall des Burgfarrnbacher Schlosses vor dem Verfall zu bewahren. Damit der
Einsturz des bereits mangelhaft konstruierten Gemäuers aus dem Jahre 1734 verhindert werden kann (das zu schwere Dach drückt die Mauern
auseinander), muss jetzt ein massives Stützkorsett angebracht werden. Das 1968 von der Stadt erworbene Schloss wird laut OB Thomas Jung als
einziges Fürther Projekt für eine Nachfolgeförderung des Ziel-2-Programms der Europäischen Union angemeldet.
Zur Verbesserung der Burgfarrnbacher Verkehrssituation soll die in ihrer Trassenführung umstrittene Westumgehung beitragen. Die bisherigen
Pläne waren auf den Widerstand der Landwirte gestoßen. Nachdem die Regierung für einen von den Kritikern geforderten Ausbau der
Oberfarrnbacher- und Schwarzachstraße kein Fördermittel bereitstellen will, schlägt der Baureferent eine direkte Verbindung zwischen
Rezatstraße und Oberfarrnbacher Straße vor. Das sei jedenfalls besser als die von der Regierung angeregte Verlängerung der Mainstraße mit
Anbindung an die Oberfarrnbacher Straße.
Das Wohnquartier an der Hinteren Straße, das durch die Umgehung vom Gewerbeverkehr entlastet werden soll wäre, so Krauße, bei der
Regierungsvariante nicht genug vor dem Verkehrslärm geschützt. Die Gewerbetreibenden wiederum bevorzugten eine möglichst geradlinige
Trasse. Noch vor Weihnachten will die Stadt mit allen Beteiligten verhandeln. Um vernünftige Ackerflächen zu gewährleisten soll eine
begleitende Flurbereinigung durchgeführt werden.
Volker Dittmar
29.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fußgängerzone: «Nicht noch ein Bäcker!»
In der Fürther Einkaufsmeile eröffnen heute weitere Filialisten - Kritik am Branchenmix
In der Fußgängerzone schließt sich eine Lücke. Im Erdgeschoss des Hauses am Dreiherrenbrunnen, das viele Fürther immer noch mit dem
Fischimbiss «Nordsee» verbinden, eröffnen heute eine Bäcker- und eine Metzgerfiliale. Nicht jeder freut sich.
FÜRTH - Nein, das muss wirklich nicht sein, findet die junge Frau. Noch ein Bäcker. Als ihr Blick am Dreiherrenbrunnen auf das neue Geschäft
fällt, beschwert sie sich lautstark bei ihrer Freundin: «Ich dachte, es kommt mal was G’scheits nach Fürth», sagt sie und verdreht die
Augen.
«Nicht wirklich begeistert» ist auch Petra Büttner-Krauss von den Kreativen Einzelhändlerinnen. «Was wir in der Fußgängerzone bräuchten, ist
ein guter Branchenmix», sagt sie. Stattdessen nehmen Handy-Shops und Bäckerfilialisten überhand. Etwas Positives kann sie den neuen Mietern
trotzdem abgewinnen. Der Metzger, der bereits in Erlangen und Nürnberg Filialen unterhält, habe einen «ausgesprochen guten Namen».
Vielleicht, hofft sie, lockt das Kunden an, fügt aber hinzu: «Eine Marktlücke besetzt er hier sicher nicht.»
Auch die städtische Innenstadtbeauftragte Karin Hackbarth-Hermann spricht von «Qualität». Schließlich ziehe nicht irgendein «SB-Bäcker»,
sondern etwas «Hochwertiges» in das Haus Ecke Breitscheid- und Schwabacher Straße. Bis 2003 hatte hier die «Nordsee» Fischbrötchen
verkauft, ihr folgte das Restaurant «Centrale». Im April 2007 zog der Italiener jedoch an die Fürther Freiheit. Ein halbes Jahr standen die
Räume leer.
«Es ist ein typisches Gastro-Eck», betont Hackbarth-Hermann. So gesehen passe die neue Belegung. Im Angebot haben Bäcker und Metzger nämlich
jede Menge Snacks für zwischendurch. Auch ein Café ist integriert. Im Sommer sollen die Kunden Speisen und Getränke an Stühlen und Tischen
vor dem Laden genießen. «Klar, ein richtiges Restaurant hätte ich mir hier auch vorstellen können», räumt sie ein. Aber die bräuchten meist
Parkplätze vor der Haustür.
Alles in allem glaubt die Innenstadtbeauftragte, dass das neue Bäcker-Café «gut angenommen wird». Der «Beck» in der Nähe des Kohlenmarkts
und das «Casa Pane» an der Friedrichstraße seien auch immer gut besucht. «Die Leute wollen beim Einkauf auch mal eine Pause machen und
etwas essen», sagt Hackbarth-Hermann.
Derweil geben sich in der Fußgängerzone die Filialisten weiter die Klinke in die Hand. Beispiel Breitscheidstraße: Hier steht ein Laden
leer, den ein Billig-Bäcker verlassen hat, um ein paar Meter weiter in die Schwabacherstraße zu ziehen. Im Schaufenster kündigt sich
bereits der neue Mieter an. Ein Mobilfunk-Unternehmen. JOHANNES ALLES
29.11.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fürth zieht bei Geschäftswerbung die Zügel an
Historische Bausubstanz soll besser zur Geltung kommen – Eine neue Satzung reglementiert Werbeanlagen
FÜRTH – Die Stadt will den Wildwuchs im Erscheinungsbild ihrer Geschäftswelt eindämmen. Erreicht werden soll das mit einer neuen Satzung
über besondere Anforderungen an die Werbeanlagen in der Innenstadt.
Dahinter steht ein geschärftes Bewusstsein für die Bedeutung der außerordentlich reichhaltigen historischen Bausubstanz. Seit vergangenem
Jahr präsentiert sich Fürth schließlich mit Hinweistafeln an Schnellstraßen stolz als Denkmalstadt. Aber auch die teure Runderneuerung der
Fußgängerzone hat den Blick für Störendes geschärft.
So moniert die Bauverwaltung, dass die architektonischen Qualitäten vieler Gebäude in den Geschäftsstraßen durch zu große oder an falscher
Stelle angebrachte Werbetafeln mit aufdringlichen Schriften zusehends in den Hintergrund gedrängt werden.
In Abstimmung
Das ist insbesondere auf Filialisten gemünzt, die im zunehmenden Maße das Bild der Fürther Einkaufsmeile prägen. Großen Wert legt die Stadt
bei der Ausgestaltung der so genannten Innenstadt-Satzung auf eine enge Abstimmung mit den Vertretern des Einzelhandels. Mit Erfolg, wurden
die vorgeschlagenen Regelungen von den Einzelhändlern nach städtischen Angaben doch als Instrument zur Schaffung und Erhaltung von Qualität
in der Präsentation ihrer Geschäfte begrüßt. Auch der Wunsch nach baldiger Umsetzung sei laut geworden.
Doch die Kommune will nichts überstürzen. Der jetzt erfolgten Präsentation des Satzungsentwurfs im Bauausschuss werden deshalb auch noch
weitere Beratungen folgen.
Unzulässig sollen künftig bewegliche, blinkende, und wechselnde Lichtwerbung sowie mit Spiegeln hinterlegte Werbeanlagen sein. Auch grelle
oder fluoreszierende Farben, senkrecht untereinander gesetzte Schriftzeichen, Fassadenverkleidungen im Erdgeschoss, sichtbare
Tragkonstruktionen von Werbeanlagen und akustische Werbung sind tabu.
Besondere Regelungen beziehen sich auf die drei Zonen des Geltungsgebietes der Satzung: Im Altstadtviertel St. Michael müssen Schriftzüge in
Einzelbuchstaben ausgeführt werden, die nicht selbst leuchten und nicht größer als 35 Zentimeter sein dürfen. In der Fußgängerzone und im
Rathausumfeld ist dagegen eine Schriftgröße bis 40 Zentimeter (auch in Leuchtbuchstaben) zulässig. Leuchtkästen sind hier ausgeschlossen.
In der westlichen und östlichen Innenstadt können schließlich maximal 50 Zentimeter hohe kastenförmige Werbeanlagen auf die Fassaden
gesetzt werden. Sie dürfen allerdings die Fassadengliederung nicht beeinträchtigen.
Automaten sind nur in Haus- und Ladeneingängen, Hofeinfahrten oder Passagen zulässig. Schaukästen will die Stadt nur Gastronomiebetrieben
erlauben. Werbeanlagen müssen sich stets in Art, Form, Größe, Lage, Material und Farbe der Architektur unterordnen. Werbefahnen und
Transparente sind nur vorübergehend erlaubt. Laut Satzung müssen auch Markisen auf die Gebäude abgestimmt sein und sich auf einzelne
Schaufensterbreiten beschränken. An jedem Gebäude ist je Gewerbebetrieb nur eine horizontale Werbeanlage zugelassen.
Volker Dittmar
3.12.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Die U-Bahn fährt im Schneckentempo
20 km/h zwischen Klinikum und Stadthalle - Schienen schlecht verankert - Einbaufehler?
FÜRTH - Gleisarbeiten sind der Grund dafür, dass die U-Bahn zwischen den Stationen Klinikum und Stadthalle seit Wochen im Schneckentempo
verkehrt. Zur Eröffnung der U-Bahn-Haltestelle Hardhöhe am Samstag soll das Problem zumindest so weit behoben sein, dass die U-Bahn ihr
Tempo von jetzt 20 Kilometern pro Stunde verdoppeln kann.
Wie Leonhard Rückert, U-Bahn-Koordinator bei der städtischen Tochterfirma infra verkehr, auf Anfrage der Fürther Nachrichten erklärte, haben
hunderte so genannter Ankerbolzen im betroffenen Streckenabschnitt «zu wenig Anzugskraft». Für Laien bedeutet das: Befestigungsschrauben,
die die Gleise im Betonboden verankern, sitzen nicht so fest, wie sie sollten.
Rückert betonte ausdrücklich, man dürfe sich nicht vorstellen, dass diese Schrauben regelrecht «locker» seien. «Sie halten aber den
vorgeschriebenen Prüfdruck nicht aus und müssen deshalb ausgetauscht werden.» Eine aufwändige Arbeit, die Gleisbautrupps, so Rückert,
Abschnitt für Abschnitt erledigen müssen. Und das sei immer nur dann möglich, wenn der Betrieb nachts zwischen ein Uhr und vier Uhr ruht.
«Schwebendes Verfahren»
Auf die Frage, wie es zu solch gravierenden Mängeln in dem erst vor drei Jahren eröffneten Streckenabschnitt kommen kann, sprach Rückert von
«Einbaufehlern vor der Inbetriebnahme». Zu den voraussichtlichen Kosten für die Nachbesserungsarbeiten wollte sich der U-Bahn-Fachmann
nicht äußern. Er sagte nur: «Das wird sehr teuer» und verwies auf ein «schwebendes Verfahren» zwischen der infra und den bauausführenden
Firmen.
Die stellvertretende Sprecherin der VAG, Susanne Muhlert, beteuerte auf Nachfrage, für die Fahrgäste habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr
bestanden. Vorsichtshalber habe man das Tempo der U-Bahn dennoch gedrosselt. Rückert zufolge soll die U 1 im betreffenden Abschnitt ab dem
Wochenende mit 40 Stundenkilometern unterwegs sein. Ihre eigentliche Geschwindigkeit aber, 60 bis 80 Kilometer pro Stunde, erreiche sie
voraussichtlich erst im Frühjahr. Der Grund: In den Osterferien rücken Gleisbauarbeiter, so Rückert, den besagten Ankerbolzen erneut zu
Leibe. Zwischen Klinikum und Hardhöhe soll es dann einen Busersatzverkehr geben. BIRGIT DACHLAUER
5.12.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Angefragt
Lisa Lehmann,
17 Jahre altes Fürther Christkind, über Bayerns ältestes Christkind, die 42-jährige Judith Herberth aus Pottenstein:
«Was Kinder über ein Christkind mit Falten denken? Na ja, die wundern sich vielleicht ein bisschen und würden wohl in ihrer direkten Art
fragen: ,Warum bist du älter als die anderen Christkinder?’ Aber stören würde es sie bestimmt nicht. Außerdem: Mit 42 hat man mehr
Erfahrung, vielleicht auch eigene Kinder und weiß daher mit der einen oder anderen Situation besser umzugehen. Trotzdem kann ich es mir
nicht vorstellen, in 25 Jahren immer noch Christkind zu sein. Vielleicht mal als Ersatz bei Krankheit, aber sicher nicht über komplette
vier Wochen.»
5.12.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Abfahrt: U-Bahn rauscht auf die Hardhöhe
Feierliche Eröffnung mit Politprominenz und Bratwurstweggla - «Verkehrsachse für die Völkerverständigung»
FÜRTH - Der neue U-Bahnhof Hardhöhe ist eingeweiht. Tausende nutzten die freie Fahrt auf Linie 1 am Samstag, um sich die spiegelnde
Endstation anzuschauen.
«30 Jahre lang, praktisch eine ganze Generation, ist gebuddelt und gegraben worden», resümierte Oberbürgermeister Thomas Jung. Die
«Hardhöhe» setzt als sechste Station auf Stadtgebiet nun den Schlusspunkt unter den U-Bahn-Bau in Fürth. Ein guter Grund zu feiern - mit
Musik, einer großen Luftballontraube und den Reden der politischen Prominenz.
Fürth als «kleinste Großstadt in Deutschland, vielleicht weltweit mit eigener U-Bahn», lobte Staatssekretär Engelbert Lütke-Daldrup aus dem
Bundesverkehrsministerium. Bayerns Europaminister Markus Söder scherzte gleich über die Verlängerung in Richtung Brüssel und pries die
«Vollendung einer Verkehrsachse, die der Völkerverständigung dient – nämlich zwischen Nürnberg und Fürth».
Kleine Sticheleien
Kleine Sticheleien beiseite: Fünf Kilometer Strecke legt die U-Bahn nun unter Fürther Stadtgebiet zurück, die Fahrtzeit von der Hardhöhe zur
Stadtmitte ist von einer Viertelstunde auf vier Minuten verkürzt und zum Nürnberger Hauptbahnhof sind es nur noch 20 Minuten. Weil ein
ganzer Stadtteil mit 5000 Bewohnern nun angebunden ist und Pendler aus dem Landkreis einsteigen werden, rechnen die Verkehrsbetriebe mit
steigenden Fahrgastzahlen. Schon nach Eröffnung der Stationen Rathaus und Stadthalle 1998 sowie Klinikum 2004 gab es ein dickes Plus von 30
Prozent, zählte Herbert Dombrowsky in seiner Rede auf. Der VAG-Vorstandschef gab sich großzügig: «Ein vorgezogenes, aber sehr nachhaltiges
Weihnachtsgeschenk.»
In jeder Beziehung, denn mit der Streckenlänge wächst auch das Defizit: 6,5 Millionen Euro Minus hat der öffentliche Nahverkehr Fürths noch
im Jahr 2003 eingefahren, 2004 waren es fast 7,2 Millionen. In diesem Jahr werden es 9,1 Millionen sein, für 2008 rechnet die infra mit
10,7 Millionen Euro. Aber darüber wollte am Samstag niemand nachdenken, lieber sprach man über die Baukosten. Kalkuliert waren 41
Millionen, verbaut wurden nur 30 Millionen - finanziert zu 90 Prozent von Bund und Land.
Das Publikum applaudierte spontan, man war in Feierlaune. Jetzt, wo nach zweieinhalb Jahren Bauzeit «viele Unannehmlichkeiten und
Behinderungen» ein Ende haben. «Ich glaube in vielen Stadtteilen hätte es Aufstände gegeben», sagte der OB und dankte der Bevölkerung.
Ihre Geduld soll belohnt werden: Mit schnellem Anschluss und der Aufwertung des Stadtteils. Einige der größten Arbeitgeber sind hier
ansässig, das Wohnviertel ist ruhig und im Sommer sehr grün. «Das Werk ist vollendet, es zieht wieder mehr Freude in den Stadtteil», sagte
Pater Eduard von Christkönig bei der Einweihung.
Dann durften die Luftballons in den Stadtfarben Weiß und Grün steigen, ein paar goldene noch dazu. Das Christkind griff zur Schere.
Schnipp-schnapp, das Band fiel, und die Gäste durften den neuen Bahnhof in Augenschein nehmen. Der gefiel so gut, dass Stadtrats-Urgestein
Ferdinand Metz Eigenwerbung betrieb: «Das hast du mir zu verdanken», sagte er jedem, der es hören wollte. Altoberbürgermeister Lichtenberg
staunte – «Ich kenne meine Hardhöhe nicht wieder» – und Christkind Lisa saß entspannt neben der Prominenz.
Während Europaminister Söder seufzte («Für einen Nürnberger war das schon viel Fürth»), konnten andere gar nicht genug davon kriegen. Auf
dem U-Bahn-Vorplatz trank und speiste das Volk, die Straßenbahnerkapelle spielte dazu und im Zug gaben die vier Fürth City Stompers -
original von der Hardhöhe - den Ton an.
Gabi Pfeiffer
10.12.2007
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Erlanger Daten in Fürth gepflegt
bei ihrer Finanzbuchhaltung
FÜRTH (di) – Die Stadt Erlangen vertraut Fürth ihre kaufmännische Buchführung an. Den Kooperationsvertrag unterzeichneten gestern im Fürther
Rathaus Erlangens OB Siegfried Balleis und sein Fürther Amtskollege Thomas Jung.
Dank einer neuen Lichtwellenleiterverbindung mit einer Kapazität von einem Gigabit kann die Erlanger Stadtverwaltung zwei Server des
kommunalen Fürther Rechenzentrums und die darin gespeicherte Finanzbuchhaltung nutzen. So spart man sich den Aufbau eines eigenen
Verfahrens. Knapp 10000 Euro im Jahr zahlt Erlangen für die Datenpflege.
Rund 200 Erlanger Anwender werden das in Fürth bereits eingeführte Verfahren nutzen. Die Voraussetzungen dafür wurden von den Mitarbeitern
der städtischen Informationstechnik im Fürther Rathaus nebenbei geschaffen. Auch die Pflege der Erlanger Daten erfordert nach Angaben von
Amtsleiter Günter Nägelein keine Stellenmehrung.
In einer guten Finanzbuchhaltung sehen die Stadtoberhäupter die entscheidende Basis für das wirtschaftliche Florieren der Kommunen. Darüber
hinaus könnte eine funktionierende Zusammenarbeit Anstöße geben für weitere Kooperationen geben. Der Leiter des in Erlangen angesiedelten
Projektbüros der interkommunalen Zusammenarbeit und frühere Nürnberger Kulturreferent, Georg Leipold, denkt hier an das Personalmanagement
und das Geoinformationssystem der Nachbarstädte.
Lust auf mehr könnte die gemeinsam Finanzbuchhaltung auch nach Ansicht von OB Balleis machen. Ihm schweben Kompetenzzentren vor. Bislang
waren die Rechenzentren von Fürth und Erlangen zum Datenaustausch im kleinen Stil nur über private Networks im Internet verbunden.
Von der zu Beginn der Legislaturperiode 2002 beschlossenen interkommunalen Zusammenarbeit hat Fürth nach Angaben von OB Thomas Jung bereits
profitiert. So konnten allein bei der Gewerbesteuer-Nachzahlung Einnahmen in Millionenhöhe verbucht werden.
12.12.2007 14:26 MEZ
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Eine begehbare Kamera im Rathausturm
Weitblick beweist der Lochkamerafotograf Günter Derleth: Seit Montag richtet er im obersten Stockwerk des Rathausturms eine begehbare Camera
obscura ein. Das Ergebnis dieser Aktion, die Derleth als eine Hommage an Fürth zum Jubiläumsjahr versteht, werden Aufnahmen in alle vier
Himmelsrichtungen über die Stadt sein - und das im Format von drei mal vier Metern. Erwarten kann man die für Lochkamerafotos typischen
Randunschärfen und -abdunklungen. Derzeit macht Derleth den Raum im Turm lochkameratauglich: Die vier Fenster des Stockwerks und alle
weiteren Zugänge müssen lichtdicht verschlossen sein. Nur jeweils eines der Fenster wird mit einer winzigen Lichtöffnung versehen.
Gegenüber dieses kleinen Lochs entsteht an der Wand ein Holzgestell, das mehrere Bahnen Fotopapier trägt. Laut Derleth bildeten derartige
Räume die Ursprungsform, aus der sich die Lochkamerafotografie im 19. Jahrhundert entwickelte.
13.12.2007
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Palastwache des Fürther Rathauses zieht ab
Hausmeister Roland Linz geht in den Ruhestand - Das Ende einer 100-jährigen Tradition
«Hausl» wurde er von der Fürther Rathausbelegschaft liebevoll genannt. Doch Roland Linz, der nach 22 Jahren im städtischen Dienst jetzt in
den Ruhestand geht, war nicht nur ein guter Kumpel, sondern auch ein umsichtiger Herrscher.
FÜRTH - In seinem Palast, Fürths Antwort auf den Palazzo Vecchio in Florenz, hatte er alles unter Kontrolle: Ein Heer von Putzfrauen, Licht,
Wärme, Wasser und manchmal sogar die Stadträte, wenn sie seine Dienste in Anspruch nahmen. Die Stadtoberhäupter wechselten, Roland Linz
blieb. Das verschaffte ihm eine natürliche Autorität.
Ehrenbürger Henry Kissinger muss sie gespürt haben, als er dem «Hausl» beim Besuch im Rathaus hinterherlief, um ihn nach seiner Funktion zu
fragen. Linz, der keine Berührungsängste kennt, hat sich prompt ein Autogramm geben lassen. Fotografien berühmter Persönlichkeiten, denen
er im Berufsalltag begegnet ist, zieren die Wände seiner Diensträume.
Die 1906 eingerichtete Hausmeisterwohnung im Parterre, die Linz seit 1989 mit Ehefrau Monika bewohnt, verlässt er nur ungern, sind ihre
Mauern doch ein Bollwerk gegen den Lärm der Stadt. Einem Nachfolger wird er die Residenz nicht hinterlassen, denn das neu geordnete
städtische Hausmeisterwesen sieht keinen eigenen Rathausmeister mehr vor. Damit geht nicht nur eine lange Tradition zu Ende, sondern auch
ein Stück persönliche Bindung zwischen Gebäude und Menschen.
«Das war mein Leben», beschreibt der 63-jährige Fürther sein Verhältnis zum Rathaus. Zuvor hatte der aus einer Gastronomenfamilie stammende
Fürther Fußballfan sieben Jahre lang die Gaststätte der Spielvereinigung geführt. Auch im Rathaus kümmerte er sich anfangs noch um den
Getränkenachschub für den Stadtrat. Doch die Zeiten, in denen er zum Weinholen geschickt wurde, sind längst vorbei. Und auch das
Alkoholversteck im Kellergewölbe hat seine Anziehungskraft verloren.
Keine Freude an Linz hatte das heimische Handwerk, denn der gelernte Installateur reparierte in der Regel alle kleineren Schäden selbst. Der
letzte Dienstherr, Oberbürgermeister Thomas Jung, ist vo seinem Arbeitseifer dagegen beeindruckt. Wie Linz in aller Herrgottsfrühe schon
den Rathaushof kehrte und die Blumen goss, wie er besonders günstige Adressen zur Reinigung von Teppichen und Vorhängen auftat, das zeuge
von seltener Liebe zum Beruf. VOLKER DITTMAR
28.12.2007
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Durchstarten zur Silvesterfete
Auf der Freiheit machen Weihnachtsmarktbuden dem Bühnenaufbau Platz
FÜRTH (di) - Szenenwechsel auf der Fürther Freiheit. Der größte Teil der Weihnachtsmarktbuden wurde gestern abgebaut, um einer Bühne für die
Silvesterfete Platz zu machen.
Nur die Imbissstände an der Eislaufbahn und der zentrale Weihnachtsbaum halten noch bis 6. Januar die Stellung. Schausteller, die auf der
Freiheit auch die Bewirtung während der Silvesterfete übernehmen, packten zur Unterstützung der städtischen Mitarbeiter beim Abbau mit an.
Der 30 Meter hohe künstliche Weihnachtsbaum am Paradiesbrunnen bleibt bis 12. Januar stehen. Mit dem Weihnachtsmarktverlauf ist der Fürther
Schaustellersprecher Helmut Dölle rundum zufrieden. 25 Prozent Umsatzzuwachs können sich sehen lassen. Das Publikum war laut Dölle vor
allem von der etwas großzügigeren Gestaltung im zur Schickedanzstraße vorgezogenen Marktbereich angetan. Auch die Eislaufbahn habe sich –
entgegen der Erfahrungen anderer Städte – als Zugnummer bewährt.
Dölle: «Es gibt schon Stimmen, die sich das als dauerhafte Bereicherung des Weihnachtsmarktes wünschen.» Ob die Stadt dafür allerdings wie
im Jubiläumsjahr finanziell einsteht, ist fraglich. Bereits heute wird die Bühne angeliefert, die am Samstag vor dem Modehaus Wöhrl
aufgebaut wird. Am Sonntag folgen dann weitere Bühnenaufbauten in der Fußgängerzone, am Kohlenmarkt, in der Gustavstraße und am Grünen
Markt.
Für die Bewirtung in der Fußgängerzone sorgt ein Cateringservice, an den übrigen Standorten benachbarte Gastronomen. Eine Absperrung wie bei
der Silvesterfete zum Auftakt des Jubiläumsjahres am Rathaus und Grünen Markt wird es diesmal nicht geben. Sicherheitskräfte und Polizei
sollen darüber wachen, dass in den Veranstaltungszonen um die Bühnen keine Glasflaschen transportiert und Feuerwerkskörper gezündet werden.
28.12.2007
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Lehmann II.
Jetzt sind wir also 1001, schön. Aber wie das damals ganz genau ablief mit diesem Fürth, wir wissen es immer noch nicht. Damit Sie für den
nächsten Partyplausch gewappnet sind, erzählen wir’s Ihnen. Da war also Heinrich I., der hatte einen Stellvertreter, Heinrich II. Und weil
ihm seine Vorzimmerdame gesagt hatte, dass der Terminkalender arg voll sei, er außerdem auch mal wieder ins Kino wollte, sagte er: «II.,
hör mal, könntest du nicht den Termin ,Schenkung Fürths ans Domkapitel Bamberg‘ übernehmen?» II. hatte gerade Zeit. Ziemlich genau so war
das. Wirklich.
Die Moral von der Geschichte: Nicht jeder Heinrich ist der Richtige. Gilt letztlich aber auch für Lehmann. Kardinal Karl Lehmann saß ja, wie
jeder weiß, zuletzt sehr unglücklich bei Arsenal London auf der Ersatzbank. Jüngst hieß es, er gehe nach Dortmund, weil, er braucht ja nun
ordentlich Spielpraxis für die EM. Doch was hat er gemacht gestern? Hat seinen Rücktritt angekündigt, aus gesundheitlichen Gründen. Mit 71.
Ist doch kein Alter. Nun aber mal ehrlich: Wird jetzt dieser Jens Lehmann Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz? Nee, oder? mab
16.1.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Frohes Fest
Die Lust am Superlativ hat Fürth im Jubiläumsjahr reichlich ausgelebt. Den spektakulären Schlusspunkt setzte bekanntlich ein 30 Meter hohes
Christbaum–Monstrum aus Stahl und Kunststoff. Auch daran hatten sich die toleranten Fürther rasch gewöhnt. Nach den natürlichen
Weihnachtssymbolen ist inzwischen auch dieser Überbaum aus Fürther Produktion entsorgt. Weil das Teil jeden Schredder geschrottet hätte,
wurde es kurzerhand in seine Einzelteile zerlegt und auf fünf Sattelschlepper verladen und anderweitig wiederverwertet.
Gestern haben moderne Nachfahren von Luis Trenker, so genannte Industriekletterer, in Frankfurt am Main damit begonnen, den 42,5 Tonnen
schweren Koloss auf dem Platz zwischen der dortigen Kongress- und Festhalle wieder zusammenzubasteln. Bis Dienstag werden sie mit dem
Dekorieren beschäftigt sein. Danach ist das Trumm als Blickfang der Frankfurter Christmasworld-Messe zur Besichtigung freigegeben, laut
Herstellerangaben zwar nur vom 23. bis 23. Januar, aber immerhin. Vielleicht drängt ja bereits der nächste Termin. Eine weitere Fürther
Erfolgsstory bahnt sich an. di
21.1.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Handy ersetzt Parkgroschen
Im Februar startet in Fürth ein Test mit Bezahlen per SMS
FÜRTH (di) - Das Füttern der Parkuhr kann zum Fluch werden, wenn man gerade keine Zeit oder kein Kleingeld zum Nachlegen hat. In Fürth
künftig kein Problem: Ab Mitte Februar wird hier eine neue Methode zum Bezahlen per SMS ausprobiert.
Auf der großen und kleinen Freiheit sowie vor dem Amtsgericht weisen dann Schilder auf die Möglichkeit hin, sich alternativ zum Parkschein
aus dem Automat einfach per Handy als Parker registrieren zu lassen. Die Bubenreuther Firma Sunhill Technologies hat der Stadt ein
Testangebot gemacht, das der Verkehrsausschuss gestern einstimmig angenommen hat.
Ein Jahr lang soll nun ausprobiert werden, ob dieser Service auch angenommen wird. Die Stadt trägt im Wesentlichen nur die Kosten für die
Hinweisschilder. Und so funktioniert es: Nach dem Einparken schickt man dem Inkasso-Unternehmen eine SMS mit der Angabe des
Autokennzeichens. Die SMS-Gebühr berechtigt zum Parken für eine Stunde. Für die Verlängerung bis zur Höchstparkdauer ist eine weitere SMS
nötig.
Kontrolle möglich
Bei der Einwahl wird automatisch das Handy-Guthaben oder der Handy-Vertrag überprüft, um Betrug auszuschließen. Kontrolleure wiederum können
mit ihren Handys leicht überprüfen, ob die bezahlte Parkzeit abgelaufen ist. Dazu melden sie dem Inkasso-Unternehmen nur das
Auto-Kennzeichen.
«Einen Versuch ist es wert», meint Straßenverkehrsamtsleiter Hans-Joachim Gleißner und fügt gleich hinzu: «Wir wollen aber keine
Parkscheinautomaten abschaffen.» Hinsichtlich der Akzeptanz will sich Gleißner nicht festlegen. Fest steht: Das vor einigen Jahren
eingeführte Angebot des Bezahlens mit Geldkarte wird in Fürth kaum angenommen. Die SMS-Methode versteht sich ebenfalls als Zusatzservice.
Die Stadt wird dadurch nicht mehr Geld einnehmen. Ermöglicht wird das Bezahlen mittels SMS durch eine am 1. Januar in Kraft getretene
Ausnahmeregelung zur Straßenverkehrsordnung.
22.1.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fürther schenkt Bistum wertvolle Karte
Das Archiv des Erzbistums Bamberg ist um eine Rarität reicher. Am Vorabend des 300. Geburtstages von Fürstbischof Adam Friedrich von
Seinsheim (reg. 1757 – 1779) erhielt Erzbischof Ludwig Schick eine Karte mit den Besitzungen des Hochstifts Bamberg aus dem Jahr 1771 als
Geschenk überreicht. Der Fürther Heimatforscher Karl Albert war durch seine Forschungen auf den äußerst seltenen, in einer Auflage von
maximal 30 Exemplaren hergestellten Druck aufmerksam geworden. Schließlich entdeckte er die von Johann Wilhelm Heyberger gestochene, in
Würzburg gedruckte Karte im Antiquitätenhandel. Mit Unterstützung der Raiffeisen-Volksbank Fürth gelang es dem pensionierten Oberförster
schließlich, das kostbare Stück zu erwerben. Auf Grund seiner langjährigen guten Beziehungen zum Diözesanarchiv entschloss er sich jetzt,
den Druck der Erzdiözese Bamberg zu schenken. Erzbischof Schick - zugleich erster Protektor des Bistumsarchivs - dankte für diese
«wertvolle Bereicherung». Unter dem Porträt von Fürstbischof von Seinsheim präsentieren die Schenkung (v. li.) Diözesanarchivar Dr. Josef
Urban, Thomas Gimperlein (R-V-Bank), Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Karl Albert, Pfarrer Dr. Michael Hofmann und Markus Engelmayer (R-V-Bank
Fürth).
4.2.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fürther Visitenkarte soll aufgewertet werden
Der Platz zwischen Stadttheater und Frauenkirche erhält ein repräsentatives Erscheinungsbild mit viel Grün
FÜRTH - Wo heute noch eine von Autos besetzte Steinwüste gähnt, soll künftig ein repräsentativer Platz den angrenzenden Baudenkmälern
gerecht werden. Die Stadt Fürth möchte mit Zuschüssen des Förderprogramms «Soziale Stadt» das Areal zwischen der Kirche Unsere Liebe Frau
und dem Stadttheater aufwerten.
Den Ausschlag zur geplanten Umgestaltung haben die 25. Bayerischen Theatertage im Jubiläumsjahr gegeben. Dazu war der Vorplatz des
Amtsgerichts mit Blumenrabatten, Spiegelzelt und Liegestühlen in eine kleine Oase verwandelt worden. Das Publikum war begeistert und
wünschte den Ausnahmezustand als Dauereinrichtung. Beim Stadtplanungsamt rannte es offene Türen ein. Dort beschäftigten sich die
Landschaftsplanerin Andrea Marquardt und die Architektin Yvonne Oppermann nämlich bereits mit Entwürfen zur Neuordnung der unbefriedigenden
Situation. Das Hauptproblem: Wohin mit den störenden Parkplätzen vor dem Amtsgericht? Die Lösung wurde im Verlagern der Stellplätze in die
dazu umgestaltete Grünanlage an der Alexanderstraße gefunden. Allerdings werden nach den gestern im Bauausschuss vorgestellten Plänen rund
zehn der insgesamt 49 Parkplätze wegfallen.
Platz für Bäume
Der Anlagencharakter soll durch die drei Reihen Stellplätze nicht verloren gehen. Es sollen sogar neue Bäume hinzukommen und das
Trafohäuschen verschwinden. Der Platz vor dem Amtsgericht wird geebnet und begrünt. Nicht nur Theater und Amtsgericht sollen durch den so
gewonnenen Freiraum viel besser zur Geltung kommen, auch die nach Plänen des bayerischen Hofarchitekten Leo von Klenze konzipierte
Frauenkirche soll gewinnen. Vorgesehen ist dazu auch die Verbreiterung des Gehsteiges im Bereich des Chorraums an der Einmündung
Friedrichstraße.
Mit der katholischen Kirche muss das Vorhaben allerdings noch abgestimmt werden. Zu den Kosten will Baureferent Joachim Krauße noch keine
Angaben machen. Nur 40 Prozent der Kosten muss die Stadt bei Förderprojekten der «Sozialen Stadt» selbst tragen. In den nächsten
Haushaltsberatungen am Jahresende sollen nach Kraußes Vorstellungen, die sich mit denen von OB Thomas Jung decken, die nötigen Mittel
bereitgestellt werden, damit das Areal in mehreren Abschnitten bis zur Kirchweih 2009 in neuer Pracht erstrahlen kann. Den Anforderungen
zum Aufstellen der Kirchweihkarussells wurde bei den Planungen bereits Rechnung getragen. Auch soll Gottesdienstbesuchern wie bisher das
Parken vor der Kirche gestattet werden.
Langfristig will sich die Fürther Bauverwaltung jedoch nicht mit der Runderneuerung des Freiraums am Theater begnügen. Wenn die
Berufsfeuerwehr endlich in den längst geplanten Neubau am Schießanger umziehen kann, soll auch der Helmplatz vor der alten Feuerwache aus
seinem Asphaltkorsett befreit und begrünt werden. Als dritten Sanierungsfall hat Stadtplanungsamtschef Christian Schöner schließlich den
Königsplatz im Blick. Er setzt im Übrigen darauf, dass durch die Vorleistung der Stadt – ähnlich wie bei der Sanierung der Gustavstraße
1985 – Hausbesitzer animiert werden, ihre Gebäude ebenfalls herauszuputzen. Die für die Aufwertung des Amtsgerichtsumfeldes zuständigen
Stadtplanerinnen Andrea Marquardt und Yvonne Oppermann haben sich bereits einschlägig empfohlen: Ihre Handschrift trägt zum Beispiel der
neue Burgfarrnbacher Kapellenplatz und generalsanierte Grüne Markt.
Volker Dittmar
14.2.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Meine Katze!
Aus der Reihe «Dialoge, die kein Schwein kapiert» nun drei schöne Beispiele. Fürth, U-Bahn-Fahrt zwischen Stadtgrenze und Jakobinenstraße.
Zwei Knirpse, vielleicht 11, sind gerade eingestiegen. Der eine zückt sein Handy und zeigt dem anderen ein Foto (Für unsere älteren Leser:
Man telefoniert mit einem Handy praktisch nie). Jetzt der tolle Dialog: «Guck mal, meine Katze!» ? «Du hast ?ne Katze? Du hast doch gar
keine Katze!» ? «Stimmt!» Ja, die Jugend. Dada in Reinkultur.
Aber warten Sie mal ab, wie erst Erwachsene reden. Letzter Spieltag der Fußball-Bundesliga. Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld wird zum
Bayern-Träner, als er, von Rührung übermannt, den Abschiedsblumenstrauß schwenkt. Auch der Manager muss weinen (Für unsere jüngeren Leser:
Erwachsene weinen nicht). Dann das Interview: «Herr Hoeneß, auch Sie haben geweint.» ? «Was heißt hier geweint??!!» Wer erklärt also nun
Herrn Hoeneß, was weinen heißt? Ein erstaunlicher Fall ist auch jener Nürnberger Teppichhändler, der vor ein paar Wochen auf die Frage «Ist
das nun der Abstieg?» antwortete: «An Abstieg denke ich gar nicht!» Sicher. Klar. Hat Herr Roth eigentlich eine Katze? mab
21.5.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Angesagt
Angesagt
Leckere Seiten . . .
. . . schlägt das kleinste Kaffeehaus Fürths auf. An jedem Mittwoch lädt Birte Baumgärtner vom Café LebensLust (Waagstraße 3) zur
kulinarischen Mittagslesung. Jeweils von 12.30 bis 13 Uhr schlägt ein literarisch bewanderter Gast ein Buch seiner Wahl auf und liest vor.
Die Zuhörer können sich einen Cappuccino, eine Suppe oder andere Kleinigkeiten bestellen. Das Konzept ist der Reihe «Eine Stadt liest»
nachempfunden, was aber seinen Wert nicht schmälert. Heute liest Ulrike Rauh, Vizechefin des Autorenverbands Franken. Der Eintritt ist
frei.
18.6.2008
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Das Rathaus peilt den ganz großen Wurf an: Im Herzen der Stadt soll ein modernes Einkaufszentrum an Stelle alter Bausubstanz entstehen
Das Herz der Innenstadt steht vermutlich vor einem der größten Eingriffe in der Nachkriegsgeschichte: Ein 12 000 Quadratmeter großer Komplex
inklusive Fiedler-Gebäude, Commerzbank, Park-Hotel und dem gegenüberliegenden Wölfel-Areal soll in weiten Teilen abgerissen und durch ein
modernes Einkaufszentrum mit 110 Geschäften, Kino und Restaurants ersetzt werden. Der Clou: Breitscheid- und Hallstraße werden integriert
und überdacht, wären für den Verkehr also tabu.
FÜRTH - Was schier unglaublich klingt, ist so weit gediehen, dass der Stadtrat bereits in seiner Sitzung am 30. Juli einen
Grundsatzbeschluss fällen wird, wie unsere Zeitung erfuhr. Ab Ende 2009 könnte gebaut, Ende 2011 die Eröffnung gefeiert werden. Am Montag
wird das Mammut-Vorhaben in einer Pressekonferenz präsentiert. Auf Anfrage der FN legte Fürths Wirtschaftsreferent Horst Müller vorab
einige Karten auf den Tisch.
Dass es sich um einen Bluff handeln könnte, schließt Müller aus, er spricht von einer «Realisierungswahrscheinlichkeit» von 90 Prozent; die
Investoren hätten 80 Prozent der Verträge in der Tasche und schon einige Millionen Euro hier investiert. Auch Oberbürgermeister Thomas Jung
sieht «keinen vernünftigen Grund mehr für Bedenken», wie er den Fürther Nachrichten sagte. Was beide so zuversichtlich stimmt, ist zum
einen der Investor, die portugiesische Gruppe «Sonae Sierra» - europaweit die Nummer zwei, wenn es um Bau und Betrieb großer
Einkaufszentren geht.
48 davon in sieben Ländern nennt Sonae Sierra ihr Eigen, 13 sind im Bau, 15 in Planung, darunter auch jenes in Fürth. Jüngst wurde am
Berliner Alexanderplatz das «Alexa» im Art-Deco-Stil eröffnet. Markenzeichen der Portugiesen: Keiner der Einkaufstempel gleicht einem
anderen, begeistert sich Müller, jeder habe ein eigenes Motto. Für Fürth im Gespräch: der «Adler» und die Eisenbahngeschichte.
Was Müller, der zugibt, vorher noch nicht von den Portugiesen gehört zu haben, besonders überzeugt: «Sie bauen die Zentren nicht nur, sie
betreiben sie auch.» Und: «Sie haben noch kein einziges verkauft, das sind keine Heuschrecken.» Finanziell sei das Fürther Projekt, das
einen dreistelligen Millionenbetrag verschlingen würde, für die Investoren kein zu großer Kraftakt, denn dahinter stehe der Mutterkonzern
Sonae - laut Müller größter Arbeitgeber in Portugal, bedeutendster Mobilfunk-Betreiber des Landes und weltmarktbeherrschend bei der
Spanplattenproduktion.
Dass sich ein derart großer Fisch ausgerechnet nach Fürth verirrt - nicht einmal der Rathauschef mochte es glauben, als vor anderthalb
Jahren erste Kontakte geknüpft wurden. «Ich habe das damals nicht ernst genommen», gibt Jung zu. Inzwischen ist es ihm so ernst damit, dass
er das Projekt – bezeichnender Arbeitstitel: «Neue Mitte» - sogar aus dem Kommunalwahlkampf heraushielt, um ja nichts zu gefährden. «Das
ist eine Möglichkeit, die eine Generation nur einmal hat», schwärmt Jung.
Dass man sie keinesfalls vorüberziehen lassen darf, steht für ihn fest. Horst Müller schlägt in dieselbe Kerbe: «Es ist die letzte Chance,
dass wir als Einkaufsstadt mitspielen können», sagt er mit Blick auf die modernen Zentren in Erlangen («Arcaden») und Nürnberg («Mercado»
und andere). Man könne auf diese Weise Kundschaft zurückgewinnen, die heute in Nachbarstädte ausweicht.
Einige Tücken
Und warum nun ausgerechnet Fürth? Müllers Antwort ist erstaunlich simpel: Die Portugiesen hätten in einer Marktanalyse deutsche Städte mit
über 100 000 Einwohnern prüfen lassen. Fürth sei hinsichtlich Kaufkraft, Bevölkerungsentwicklung und Einzelhandelsdefiziten auf einem
vorderen Platz gelandet. In vielen Sektoren gebe es eine Unterversorgung, vor allem auf dem der Bekleidung.
Weder der Wirtschaftreferent noch der OB übersehen freilich die Tücken, die mit dem Bau einhergehen. So müssten das stadtbildprägende
Park-Hotel und drei denkmalgeschützte Gebäude an der Breitscheidstraße (nicht aber die frühere Hypo-Bank) weichen: Unter dem Einkaufstempel
mit einem Unter- und zwei Obergeschossen sowie unter der Freiheit entstünde eine Tiefgarage für 580 Autos; ein ganzer Straßenzug würde zum
Hauptweg des Zentrums gemacht. Drei verglaste Zugänge, zwei inmitten der heutigen Breitscheidstraße, einer in der Hallstraße sind
vorgesehen, zwei Abzweigungen führen bogenförmig ins Wölfel-Areal, aus dem das Kinocenter verschwindet. Ein neues Kino mit vier Sälen soll
im zweiten Stock des Gebäudes Platz finden, das an Stelle des Park-Hotels hochgezogen wird.
Offen und luftig soll alles wirken. Damit werde verhindert, dass das neue Zentrum «wie ein Staubsauger» auf den Rest der Innenstadt wirkt,
so Müller. Die größten Sorgen aber, dessen ist er sich bewusst, wird die «Neue Mitte» dem alteingesessenen und angeschlagenen City-Center
machen, das gleich um die Ecke liegt. Es beherbergt ebenfalls rund 80 Geschäfte und hat mit 25 000 Quadratmetern etwa so viel
Verkaufsfläche wie die geplante Konkurrenz. Doch kaum einer glaubt, dass es daneben in der jetzigen Form dauerhaft bestehen könnte.
Deshalb, sagt Müller, laufen Verhandlungen: darüber, dass die Portugiesen das 23 Jahre alte City-Center ebenfalls übernehmen, dessen
komplexe Eigentümerstruktur bereinigen und es aufpäppeln. Aus eigener Kraft, glaubt Müller, könne es das City-Center nur schwer schaffen -
ob mit oder ohne Konkurrenz. (Wie reagieren Einzelhandel, Politik und Bürger auf die hochfliegenden Pläne? Mehr dazu in der morgigen
Ausgabe der FN)
Wolfgang Händel
10.7.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Achtung, es kommt!
Achtung , es kommt! Mit diesem Ruf sollen Menschen ihre Nachbarn noch vor wenigen hundert Jahren gewarnt haben, wenn sie den Nachttopf aus
dem Fenster leerten. Dies scheint inzwischen in Vergessenheit geraten zu sein: In Lüdenscheid hat kürzlich eine Mutter ein altes Sofa
entsorgen wollen. Bevor sie das Teil entschlossen aus dem Dachfenster kippte, schaute sie, rief wohl auch - und traf ihre Tochter.
Das Kind bog just in dem Moment um die Ecke, als das Möbel aus 15 Meter Höhe fiel. Das Mädchen hatte die Warnung entweder nicht gehört oder
einfach ignoriert. Kinder halt. Achten Sie aber bitte künftig bei Spaziergängen durch Fürther Straßen dringlichst auf alle «Achtung-Rufe».
Ohne jede (hörbare) Vorwarung hat es den Start des Fürth Festivals verhagelt. Party-König hin, Party-König her, das hübsche Grillzelt ist
wohl hinüber (die FN berichteten).
Vielleicht sollte man manchmal einfach abtauchen. Ein Schweizer hat ein Unterwasser-Cabrio entwickelt. Die Insassen tragen Taucheranzug und
Atemmaske. Sehr schön das. Nur der Ruf «Achtung . . . es kommt!» könnte schwer zu verstehen sein. gap
14.7.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Drohender Rauswurf aus Fürths «Neuer Mitte»
Anwohner müssen dem geplanten Einkaufszentrum weichen - Händler fürchten zweijährige Übergangszeit
Wenn in Fürth eine «Neue Mitte» entsteht, werden einige Gebäude der Abrissbirne zum Opfer fallen. Häuser, in denen Menschen leben und
arbeiten - und beileibe nicht alle sind von einem Zwangsumzug begeistert.
FÜRTH - Dass das Haus, in dem sie wohnt, abgerissen werden soll, weiß Ute Hedrich erst seit wenigen Wochen. Kein Wunder, wenn die bald
50-Jährige ihren Gemütszustand als «ein wenig entgleist» beschreibt. Seit drei Jahren lebt sie zur Miete in einer
100-Quadratmeter-Altbauwohnung in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Ihr gefällt es so gut, dass sie vor hatte, hier alt zu werden.
Jetzt durchkreuzt Fürths «Neue Mitte» ihre Pläne. Und was sie stört, ist die Art und Weise, wie es geschieht. Hedrich hatte bislang den
Eindruck, die Anwohner würden von der Stadt ignoriert. Ergo sind bei ihr noch viele Fragen offen. Welche Unterstützung bekommen die
Anwohner bei einem Umzug und der Suche nach einer gleichwertigen neuen Bleibe? Und: Wie schnell wird alles ablaufen? Wann kommt die
Abrissbirne?
«Völlig überdimensioniert»
Eine Frage, die auch Iwona Pfänder ratlos stimmt. «Ich hoffe nicht, dass auf einmal der Bagger vor der Tür steht und ich mit den
Schuhkartons unterm Arm aus dem Laden rennen muss», sagt die Inhaberin des Modegeschäfts La Pelle und ringt sich ein Grinsen ab. Zum Lachen
ist ihr eigentlich nicht zumute. Unumwunden gibt sie zu, mit der Situation noch überfordert zu sein. Wie es mit ihrem Geschäft, das seit
drei Jahren in der Breitscheidstraße zu Hause ist, weitergehen soll, weiß Pfänder nicht. «Es ist alles noch zu frisch.» Dass sie sich im
neuen, nach ihrem Geschmack überdimensionierten, Einkaufszentrum ansiedeln wird, glaubt sie nicht. «Da werden nur große Filialisten
reingehen», sagt sie und prophezeit: «Das City-Center wird ein Geisterhaus.»
Gleich nebenan verkauft Martina Krug Schmuck. Alles, was sie bislang zur Zukunft ihres Geschäfts weiß, ist: Nächstes Jahr ist es nicht mehr
hier. «Man zieht mir den Laden unter den Füßen weg», sagt sie. Das Einkaufszentrum hält sie zwar für «ein gutes Projekt», sie könne sich
auch vorstellen, mit ihrem Laden einzuziehen - sofern Miete und Nebenkosten bezahlbar sind. Aber: «Wie soll ich bitte die zwei Jahre
Bauzeit überbrücken?», fragt sie sich. Ein Problem, das auch Walter Schäfer von der gleichnamigen Metzgerei umtreibt. In der
Breitscheidstraße 8 hat der Zirndorfer Anfang des Jahrzehnts eine Filiale eingerichtet und dabei einen hohen sechsstelligen Betrag
investiert. Der Mietvertrag laufe noch bis 2023.
Auch Schäfer sieht die Zukunft seiner Filiale, an der nach seinen Worten zehn Arbeitsplätze hängen, in der «Neuen Mitte». Aber was passiert
während der Bauzeit? Für zwei Jahre übergangsweise eine Metzgerei eröffnen? «Das würde viel Geld kosten», sagt er. Schäfer baut darauf,
dass ihm Investor und Stadt entgegenkommen. «Verhandlungssache», sagt er.
Wirtschaftsreferent Horst Müller will sich diesen Gesprächen nicht versperren - im Gegenteil. «Wir werden auf jedes Einzelschicksal
eingehen», kündigt er an und verspricht «Umzugsbeihilfen». So werde man den Anwohnern, die nach seinen Worten bislang «noch etwas wenig im
Fokus standen», Wohnungen anbieten - eventuell gleich um die Ecke in der Friedrichstraße.
Auch die Ladenbesitzer wolle man «nicht alleine lassen». Im Raum stehen finanzielle Hilfen. Zwar müsse hier laut Müller der Investor den
Löwenanteil erbringen, aber auch die Stadt dürfe nicht außen vor bleiben. Der Wirtschaftsreferent geht davon aus, dass ihm der Stadtrat bei
den Haushaltsberatungen einen Etat zur Verfügung stellt. «Und da ist es mit 1000 Euro nicht getan», sagt er. Und wie viel Zeit bleibt den
Menschen? «Etwa ein Jahr», sagt Müller. Er geht davon aus, dass die Abrissarbeiten im Sommer 2009 beginnen könnten.
Johannes Alles
17.7.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fürther Ladenpassage ist kein Thema mehr
Aus für Durchgang zwischen Friedrichstraße und Fußgängerzone - Kein Zusammenhang mit «Neuer Mitte«
FÜRTH - Die Pläne für eine Ladenpassage zwischen Friedrichstraße und Fußgängerzone scheinen endgültig in der Schublade zu verschwinden. Nach
Auskunft der Stadt konnte keine Einigung mit dem Teppichhandel Bonakdar erzielt werden. Das geplante Einkaufszentrum «Neue Mitte« ist nach
Aussage des Oberbürgermeisters nicht für das Aus des Projekts verantwortlich.
Jahrzehntelang haben Lokalpolitiker und Stadtplaner dieses Ziel verfolgt: Eine kleine, aber feine Ladenpassage sollte die Friedrichstraße
und die Fußgängerzone miteinander verbinden - von den Flächen der ehemaligen Metzgerei Lode an der Friedrichstraße, die die Stadt zu diesem
Zweck im Jahr 2005 ersteigert hat, bis zu den daran angrenzenden Liegenschaften einer Erbengemeinschaft, die bis in die Fußgängerzone
reicht.
Ein Teilstück, in dem der Mieter Bonakdar seine Ausstellungshalle für Orientteppiche betreibt, sollte an die Stadt verkauft, dann abgerissen
und durch einen Neubau ersetzt werden, der Raum für die Passage lässt. Der Durchgang zur Schwabacher Straße wäre zwischen den Geschäften
von Bonakdar und Juwelier Weigmann möglich gewesen.
«Kauf bricht Miete nicht«
So weit der Plan, doch jetzt scheitert das Vorhaben nach Angaben der Kommune an dem Teppichhandel. «Bonakdar räumt nicht, also gibt es auch
keine Passage«, stellt Oberbürgermeister Thomas Jung klar. Und auch Baureferent Joachim Krauße, der das Projekt jahrelang vorangetrieben
hat, räumt ein, die Stadt werde die Pläne für die Ladenpassage nicht weiter verfolgen. Laut Krauße hat bei Bonakdar die Geschäftsführung
gewechselt, und die neuen Strippenzieher können sich nicht auf eine Lösung einigen. «Das muss respektiert werden«, sagt er.
Bonakdar habe einen sehr langfristigen Mietvertrag mit den Eigentümern unterzeichnet. Sollte die Stadt das Gebäude kaufen, könne sie das
Unternehmen, das seit vier Jahrzehnten in der Innenstadt zu Hause ist, nicht einfach vor die Tür setzen. «Hier gilt der Grundsatz: Kauf
bricht Miete nicht«, sagt Krauße. Ein Hintertürchen hält er sich offen: Dass das Projekt irgendwann in der Zukunft wieder auf der
Tagesordnung steht, sei nicht auszuschließen, so der Baureferent.
Oberbürgermeister Jung kann das vorläufige Scheitern der Planungen offenbar verschmerzen. «Ich habe der Passage nie übergeordnete Bedeutung
beigemessen«, bekennt er. Zumal man ihm zufolge wegen der räumlichen Verhältnisse eher von einem Durchgang denn von einer großzügigen
Passage hätte sprechen müssen. Dass die geplante Neue Mitte dem Projekt den Todesstoß versetzt habe, weist er zurück. Die Planungen seien
«unabhängig und parallel« erfolgt.
«Das ist alles kein Beinbruch«, sagt auch Wirtschaftsreferent Horst Müller und fügt hinzu: «Weniger denn je, wenn wir die Neue Mitte
realisieren.« Ihm zufolge will sich die Stadt nun zügig daran machen, das brach liegende Lode-Areal zu vermarkten. Im Erdgeschoss zur
Friedrichstraße soll ein Laden Platz finden, im hinteren Bereich gebe es Raum für bis zu zehn Wohnungen.
Ein so genanntes «Erstbelegungsrecht« soll dabei den Bewohnern der Rudolf-Breitscheid-Straße zugesprochen werden, die im Sommer 2009 ihre
vom Abriss bedrohten Häuser verlassen müssten, sollte die Neue Mitte Realität werden. Bei einer zeitigen Ausschreibung könnten die
Wohnungen laut Müller rechtzeitig fertig werden. Nächste Woche will sich der Wirtschaftsreferent mit den Mietern aus der Breitscheidstraße
treffen und dabei abfragen, wer von ihnen in der Innenstadt bleiben will und welche Bedürfnisse - zum Beispiel die Größe der Wohnung - es
gibt. «Wenn wir den Bedarf kennen«, sagt Müller, «können wir auf dem Lode-Areal zielgenau planen.« Die Ausschreibung für den Umbau soll
dann so bald wie möglich erfolgen.
Johannes Alles
23.7.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Festzugteilnehmer Kärwazug Burgfarrnbach | 27. Juli 2008
1] Polizeifahrzeug
2] Festkutsche Bürgerverein
3] Musikzug TSV 95 Burgfarrnbach
4] TSV 95 Vorstandschaft
5] TSV 95 Tischtennis
6] TSV 95 Kegeln
7] TSV 95 WIWA
8] TSV 95 Fitness
9] TSV 95 Leichtathletik
10] TSV 95 Tennis
11] TSV 95 Turnen
12] Frankenkapelle Erlangen
13] TSV 95 Fußball
14] Feuerschützengesellschaft Burgfarrnbach
15] AWO Ortsgruppe Burgfarrnbach
16] ------------
17] ------------
18] BRK Bereitschaft u.Jugendgruppe Burgfarrnbach
19] Siedlergemeinschaft
20] Spielmannzug Bad Windheim
21] Wagnertanzgilde Bad Windheim
22] Soldatenkameradschaft Burgfarrnbach
23] Ev. u. Kath. Kigem. Burgfarrnbach
24] Kindergarten St. Marien
25] Musikkapelle FW Vach
26] ------------
27] Apotheke zur grünen Schlange
28] Western Club Fürth
29] Musikschule Schönweiß
30] Musikkapelle Hallstadt
31] Geflügelzuchtverein Burgfarrnbach
32] 1. Formation Tanzclub Fürth
33] Förderverein Farrnbachschule
34] Autolackiererei Pfeffer
35] Hinterndorfer Reiter
36] Soli Fahrradclub Vach
37] Moderner Spielmannszug Lauf
38] Vdk Ortsverband Fürth
39] DLRG Ortsverband Fürth
40] 1. Fürther Wassersportclub Fürth
41] Baseballclub Pirates Fürth
42] Reitstall Zenngrund
43] Shooting Stars Square Dance
44] KIGA Geißäckerstraße
45] Musikkapelle Wilhermsdorf
46] Firma Ammon Metzgerei
47] 1. Auto Club Europa
48] Fahrschule Kloska
49] Kärwa Burschen u. Madli Burgfarrnbach
50] Räuberladen Gladiolenweg
51] Europa Musikzug Scheinfeld
52] Kärwa Burschen Obermichelbach
53] Lustige Brüder Burgfarrnbach
54] Festwagen Tucherbräu
55] Oltimer Eichner Club
56] -------------------
57] Musikkapelle Diespeck
58] Autohaus Burgfarrnbach
59] FFW Burgfarrnabch
60] TSV 95 Freitagssportler
(Änderungen vorbehalten!)
Shuiro® visuelle Medien GmbH, burgfarrnbach.net.
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Festprogramm 2008
Freitag, 25. Juli
ab 19.00 Uhr: Die "Nachtschwärmer" (Festzelt)
19.30 Uhr: Eröffnung der Burgfarrnbacher Kärwa mit Bierfaßanstich durch Oberbürgermeister Dr. Thomas Jungund Bürgerverein
Samstag, 26. Juli
17.00 Uhr: Standkonzert des Musikzuges auf dem Festplatz!
Liebe Burgfarrnbacher, kommt und hört unseren Burgfarrnbacher Musikanten zu, es lohnt sich!
18.00 Uhr: Einholen und Aufstellen des Kärwabaumes durch die Ortsburschen (Festplatz)
ab 18.30 Uhr: spielen die "Wernthalspatzen" im Festzelt
Sonntag, 27 Juli
09.30 Uhr: Festgottesdienst in St. Johannis
10.00 Uhr: Festgottesdienst in St. Marien
Großer Kirchweihzug - über 60 Gruppen und ca.1500 Teilnehmer, sowie 9 Musikkapellen.
(Die Zugfolge finden Sie im Internet unter: www.burgfarrnbach.net/kaerwa2008)
13.30 Uhr: Kirchweihzug, Zugstrecke: Hintere Straße – Moosweg – Geißäckerstraße – Würzburger Straße – bis Kapellenplatz – Bernbacher Straße
– Külsheimstraße - Würzburger Straße – Festplatz, anschließend
Abschlußkonzert der Musikkapellen im Festzelt.
ab 16.00 Uhr: "Hochreiner Musikanten" im Festzelt
18.30 Uhr : Vernissage “Material & Struktur” im Schloß
19.00 Uhr: Eröffnungskonzert Sommernachtspiele mit dem Windsbacher Knabenchor + Modern Slide Quartett
Montag, 28. Juli
14.00 – 19.00 Uhr: Familiennachmittag mit Preisnachlässen an allen Kirchweihgeschäften
ab 19.00 Uhr: spielt die Kapelle "Ach und Krach" (Festzelt)
19.30 Uhr: Betz’n–Tanz der Kärwaburschen und -madli
Dienstag, 29. Juli
14.00 Uhr: Seniorennachmittag des Seniorenclubs der AWO Burgfarrnbach mit Überraschungsprogramm (1Haferl Kaffee und 1 Kärwa-Küchla nur 2
Euro im Festzelt
ab 18.30 Uhr: spielen die "Moonlights" im Festzelt
Mittwoch, 30. Juli
ab 19.00 Uhr: spielen die "Vagabunden" im Festzelt
20.30 Uhr: Lampionzug unter Anführung des Musikzuges Burgfarrnbach
( Aufstellung Hummelstraße zwischen Schulhaus und Kindergarten St. Marien, Marschweg: Seilersbahn, Bernbacher Straße, Spitzackerweg,
Festplatz, dort Auflösung)
22.00 Uhr: Hochfeuerwerk am Schulhaus Hummelstraße
ca. 22.30 Uhr: "Kärwabeerdigung" durch die Kärwaburschen und -madli im Festzelt
© 2000_2008 - Shuiro® visuelle Medien GmbH
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Rumänisches Schiff stellte sich quer
62 Meter langer Frachter machte auf dem Main-Donau-Kanal schlapp
FÜRTH (fn) - Ein manövrierunfähiger Frachter trieb am Dienstagvormittag quer auf dem Main-Donau-Kanal bei Burgfarrnbach.
Das 62 Meter lange rumänische Güterschiff, beladen mit 784 Tonnen Stahl, war in belgischen Gent gestartet und auf dem Weg zum Deggendorfer
Hafen. Als der Kapitän plötzlich bemerkte, dass das Ruder nicht mehr ansprach, ging er auf geringstmögliche Fahrt und steuerte den Frachter
mit Hilfe des so genannten Bugstrahlruders.
Trotz intensiver Bemühungen gelang es aber nicht, das Schiff an einem der beiden Ufer festzumachen. Ein herannahender Frachter schließlich
half den Rumänen aus der Patsche: Er nahm das havarierte Schiff längsseits, um es dann zum nahen Hafen Fürth zu schleppen.
Die Schifffahrt auf dem Kanal war zwei Stunden lang behindert. Nachdem der Defekt behoben war, konnte das Schiff seine Fahrt fortsetzen.
6.8.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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SpVgg: Neue Bauten, alte Prinzipien
SpVgg-Präsident Hack hält an seinem Sparkurs fest: keine Ablöse für Spieler
Noch sind bis zum ersten Heimspiel zwei Wochen Zeit. Ein Zwischenbericht von der Großbaustelle im Ronhof.
FÜRTH - Seit Tagen werden am Laubenweg Stühle gerückt. Hellblaue Plastiksitze raus, dunkelblaue und weiße rein. Auf der Gegengerade war
gestern auf der einen Seite noch «Play...« zu lesen, auf der anderen schon «...Blatt«. In Kürze werden sich dort die weißen Sitze zu einem
«KLEEBLATT« auf dunkelblauem Grund formiert haben. Weiß und Blau, das sind die Farben der KarstadtQuelle Versicherungen (KQV), des
Hauptsponsors der SpVgg.
Das «Playmobil-Stadion« ist also schon Geschichte, zumindest als Schriftzug auf der Gegengerade. Nein, sagt Vereinspräsident Helmut Hack auf
Anfrage unserer Zeitung, eine offizielle Umbenennung der Fußball-Arena sei noch kein Thema. Doch die gravierenden Meinungsverschiedenheiten
zwischen Pächter und Verpächter beim letztlich gescheiterten Versuch, den Ronhof komplett umzubauen, scheinen das Verhältnis zu «Playmobil«
nachhaltig zu belasten. «Heimat. Tradition. Zukunft«. Mit solchen Schlagworten will Hack offenbar endlich das Plastik-Image seines Klubs
verscheuchen.
Auch die notgedrungen etwas kleiner ausfallende Schönheitsoperation ist nicht ganz billig. 1,7 Millionen Euro kostet allein das Dach über
der Nordtribüne. Mit ganz so viel hatte die SpVgg nicht gerechnet. Die Mehrkosten entstanden, weil zusätzliche Kanäle gegraben und neue
Versorgungsleitungen gelegt werden mussten.
Weitere 250000 Euro verschlingen die Medienwände in den Stadionecken und die neue Bestuhlung. Immerhin: Da die Gegengerade künftig nahezu
ausschließlich für die KQV wirbt, zahlt der Sponsor künftig nicht mehr nur 500000, sondern geschätzte 700000 Euro pro Jahr an den
Fußball-Zweitligisten. Mehreinnahmen verspricht auch «VIP-Nord«. Die dortigen Logen und «Unternehmenstische« an den Mann zu bringen, sei
das geringste Problem, heißt es.
Dennoch kann die SpVgg laut Hack den Stadionumbau nicht stemmen, ohne Schulden zu machen. Der sattsam bekannte Fürther Sparkurs wird also
fortgesetzt. Das heißt auch, dass heuer für keinen Spieler eine Ablösesumme gezahlt wird. Sogar für den unbekannten und demzufolge relativ
preiswerten Kosovaren Shqipran Skeraj will Hack höchstens eine Leihgebühr an den FC Pristina überweisen.
Vor diesem Hintergrund hat das Pokalspiel der SpVgg in Offenbach (Freitag, 20.30 Uhr) traditionell große Bedeutung. Die zusätzlichen
Einnahmen aus diesem Wettbewerb können die Fürther stets besonders gut gebrauchen (siehe weiteren Bericht im Hauptsport).KURT
HEIDINGSFELDER
7.8.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Im Behördenkomplex entstehen schicke Lofts
Das frühere Gebäude der Bauverwaltung in der Breitscheidstraße wird nun saniert und seit gestern vermarktet
Wieder kommt die Erneuerung der Innenstadt ein Stück voran. Und wieder sind die inzwischen in diesem Zusammenhang fast schon obligatorischen
Altbausanierer von P & P Wohnbau im Boot. Auch das Objekt ist bestens bekannt: Im früheren Bauverwaltungsgebäude in der
Rudolf-Breitscheid-Straße, gegenüber dem «Marktkauf» gelegen, entstehen 26 schicke Wohnungen und Lofts. Mitte 2009 soll Einzug ins «City
Central», so der Name, sein.
FÜRTH - Wenn Michael Peter über seine Arbeit spricht, geht es ums Geldverdienen zuallerletzt. Durchaus glaubhaft versichert der P & P-Chef,
dass er seinen Beruf als «Berufung», als «Auftrag» gar empfindet. Eine Vision hat der smarte 37-Jährige von Fürth, der Stadt mit der hohen
Denkmaldichte. «Wir sehen Dinge, die noch nicht sichtbar sind», sagt er und meint damit: Fürth werde sich dank konsequenter Sanierung von
angejahrter Bausubstanz weiter herausputzen, bis vom einstigen Mauerblümchen-Image nichts mehr übrig ist. Vor allem die Innenstadt sieht
Peter «unglaublich im Kommen» – ein Pfund, mit dem man wuchern müsse.
«Die Zeiten der Scham sind vorbei, da ist was aufgebrochen», formuliert der Unternehmer und: «Das ist wie ein Puzzle, das immer mehr Gestalt
annimmt.» Er will damit Ähnliches zum Ausdruck bringen wie der städtische Baureferent Joachim Krauße, der vom «Wendepunkt» spricht, den die
Stadtentwicklung passiert habe. «Wir müssen aber weitermachen, wir dürfen nicht nachlassen», sagt Krauße.
Das dürfte Musik in Peters Ohren sein, denn der scheint mit Fürth längst nicht fertig zu sein – obwohl er schon ein lange Liste erfolgreich
erledigter Projekte vorlegen kann: Der Kopfbau im Südstadtpark steht darauf, das Steuben-Karree, das zum «Stadtpalais» mutierte
Otto-Schulhaus, das derzeit im Bau befindliche «Carrée Verde» auf dem ehemaligen Atzenhofer Kasernenareal, das Carrera-Fabrikgebäude in der
Südstadt. Dort sind alle Wohnungen verkauft, die teuerste für eine halbe Million Euro an einen Firmenmanager.
Zeit, Neues anzupacken, Zeit fürs Bauamtsgebäude, das seit dem Umzug der Behörden ins Technische Rathaus in der Hirschenstraße Ende 2005
leersteht. Gestern wurde der Startschuss für die Vermarktung des Komplexes gegeben, den Architekt Wolfgang Loebermann total entkernen lässt
und an der Ecke zur Kirchenstraße hin um zwei Geschosse zu einer Art Turm mit Balkonen aufstockt.
Stattliche Vorteile
Die Wohnungen werden zwischen 57 und 130 Quadratmeter Fläche haben, bei Letzterer kommen 150 Quadratmeter Dachterrasse mit Blick in den
Stadtpark hinzu. Zwischen 140 000 und 580 000 Euro sind dafür zu berappen, doch den Käufern winken stattliche Steuervorteile, weil das
Objekt in einem von der Stadt ausgewiesenen Sanierungsgebiet liegt. «Eine der sinnvollsten Subventionen, die es gibt», schwärmt Baureferent
Krauße. Brachen würden dadurch sinnvoll genutzt.
Das ist die Basis für Peters Erfolg, der voll des Lobes für die «lösungsorientierte Sichtweise der Stadt» ist. Oberbürgermeister Thomas Jung
gibt die Blumen gern zurück. Ein Unternehmen, dass derart viel neuen Wohnraum in so kurzer Zeit schafft, habe es in Fürth allenfalls kurz
nach dem Krieg gegeben, lobt er.
Und die Wohnungen werden P & P regelrecht aus den Händen gerissen, wie nicht nur das Beispiel «Carrera» zeigt. Auch 50 Prozent des «Carrée
Verde», vermarktet seit Anfang 2008, seien an den Mann gebracht. Für die Wohnungen im «City Central»-Gebäude stehen nächste Woche vier
Notartermine an, obwohl man noch gar keine Reklame gemacht hat. Allein die Werbeplanen an der Fassade lockten Kaufinteressenten an.
Die nächsten Projekte hat Michael Peter schon im Kopf. An der Steubenstraße, dort, wo neulich der alte US-Sendemast fiel, saniert er zwei
weitere Armeegebäude, in der westlichen Innenstadt werden Häuser erworben, das Feuerwehrgebäude am Helmplatz hat P & P im Visier. Wenn
Fürths Floriansjünger in den nächsten Jahren in ihr geplantes neues Domizil am Schießanger umziehen, will Peter dort noch mehr Wohnungen
schaffen.
Wolfgang Händel
8.8.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Baubeginn an der Farrnbachschule
Die Burgfarrnbacher Einrichtung wird für 7,3 Millionen Euro saniert und erweitert
FÜRTH - Kaum haben die Schulkinder das Terrain verlassen, ist auch schon der Bagger angerückt. Die Generalsanierung und Erweiterung der
Farrnbachschule geht in die Vollen.
Lange hat die Stadt um das Projekt gerungen. Heftige Diskussionen entzündeten sich vor allem an dem vom Stadtrat zunächst gebilligten, dann
doch wieder verworfenen Vorhaben, das Schulgebäude in öffentlich-privater Partnerschaft einem privaten Investor zur Sanierung und zum
langjährigen Betrieb zu überlassen.
Zur Suche nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten hatten die kommunalen Sparzwänge veranlasst. Doch die Regierung von Mittelfranken
stand einer Privatisierung im Schulbereich skeptisch gegenüber und blieb die Genehmigung schuldig. Inzwischen hat sich die städtische
Finanzsituation deutlich gebessert. So deutlich, dass sogar ein Schulneubau in Erwägung gezogen wurde.
Schließlich summieren sich die 2006 noch auf 4,5 Millionen Euro geschätzten Baukosten inzwischen auf 7,3 Millionen Euro. Ein Neubau wäre
freilich noch teuer gekommen. Deshalb blieb es bei einer Generalsanierung in städtischer Regie. In Burgfarrnbach ist das Großprojekt
eingebunden in eine Reihe von Maßnahmen zur Aufwertung des Ortskerns.
Mit der Neugestaltung des Kapellenplatzes und dem Ausbau der Bernbacher Straße wurde bereits ein erster Anschub gegeben. Im nächsten Jahr
sollen mit Hilfe des Förderprogramms Soziale Stadt dann die ersten privaten Gebäude herausgeputzt werden und schließlich will die Stadt
unter Verwendung von EU-Fördermitteln auch noch das Schloss samt Schlosspark wieder auf Vordermann bringen.
Neuer Hort
An der Farrnbachschule wird wie bei anderen großen Fürther Schulsanierungsmaßnahmen die Ferienzeit fürs Grobe genutzt. Derzeit wird der
Boden für den Anbau ausgehoben. Bis 2011 werden sich die umfangreichen Arbeiten an der Hummelstraße hinziehen. Der nun in Angriff genommene
erste Bauabschnitt umfasst einen dreistöckigen Anbau im Schulhof. Hier werden für 3,2 Millionen Euro bis Februar 2010 acht Klassenzimmer,
Fach- und Zusatzräume sowie ein zweigruppiger Hort entstehen.
Wie Schulleiterin Waltraud Lieret erläutert, ist das die Voraussetzung dafür, dass anschließend der Altbau modernisiert werden kann. Dann
lassen sich nämlich Klassen, deren Räume aufgemöbelt werden sollen, in den Neubau auslagern. Bis April 2011 erhält das 51 Jahre alte
Gebäude ein neues Dach, neue Fenster und eine Wärmedämmung an der Fassade.
Innen sind ein behindertengerechter Ausbau mit Aufzug und zwei Rettungswege vorgesehen. Außerdem wird die Innenausstattung erneuert und eine
Solaranlage aufs Dach montiert. Die Altbausanierung schlägt mit rund 3,6 Millionen Euro zu Buche. Den Abschluss bildet die Gestaltung der
Außenflächen für 540 000 Euro.
Wie OB Thomas Jung zum Baubeginn erläutert, wird auch bereits an eine Sanierung der Farrnbachschul-Zweigstelle am Ligusterweg gedacht. Die
weitere Zweigstelle mit acht Klassen in der Lehenstraße soll allerdings aufgelassen werden. Das Gebäude könnte dann unter Umständen als
Wohnhaus genutzt werden. Von einem ausgewogenen Konzept sprechen übereinstimmend Schulleiterin Lieret und Schulpfleger Franz Stich.
Volker Dittmar
8.8.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Endspurt mit chinesischem Granitpflaster
Letzter Akt der Generalsanierung der Fürther Fußgängerzone hat begonnen - Zeit drängt
FÜRTH - Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt: In der Fürther Fußgängerzone wie am Zirndorfer Marktplatz pflastern Arbeiter derzeit
regelrecht um die Wette.
An beiden Schauplätzen geht es zum Endspurt groß angelegter Ausbaumaßnahmen über. Um den engen Terminplan des Fürther Projekts einhalten zu
können – bis Jahresende muss die öffentlich geförderte Generalsanierung der Fußgängerzone abgeschlossen und abgerechnet sein –, wird der
letzte Abschnitt sowohl von der Maxstraße aus als auch von Richtung Mathildenstraße her in Angriff genommen. Bis Ende September hofft
Tiefbauamtschef Manfred Pirkl das leidvolle Thema Pflasterarbeiten zu den Akten legen zu können.
Eigentlich hätte die Fußgängerzone nämlich bogenförmig gepflastert werden sollen. Doch nachdem sich keine Firmen für diese alte Technik
gefunden hatten, musste erneut ausgeschrieben werden. Eine weitere Panne folgte auf dem Fuß: Als sich herausstellte dass die in China
gebrochenen Granitpflastersteine zu grobe Kanten hatten, mussten die Arbeiten schon nach wenigen Metern gestoppt werden. Die Steine wurden
Stück für Stück von Hand nachgeschliffen, damit beim Verlegen die vorgeschriebene maximale Fugenbreite von 1,5 Zentimetern nicht
überschritten wird. Ohnehin gibt es bereits Klagen über in der neuen Fußgängerzone ruinierte Stöckelschuhe.
Eine weitere Zwangspause diktierten die Feiern zum 1000-jährigen Stadtjubiläum im vergangenen Jahr. Zuletzt mussten die Arbeiten Ende Juli
für eineinhalb Wochen pausieren, weil sich die jüngste 250 Tonnen schwere Steinlieferung erneut als nicht passgenau erwiesen hatte. Um die
Behinderungen für Geschäftsleute wie für die Laufkundschaft gering zu halten, wurde bislang abschnittsweise in einer Wanderbaustelle
gearbeitet. Doch trotz regelmäßiger Krisengespräche liegen die Nerven aller Beteiligten längst blank. Auch jetzt wieder können vor allem
Gehbehinderte den Baustellenbereich nur unter großen Schwierigkeiten passieren.
In Grenzen hält sich zudem die Begeisterung über die neue Möblierung der Fußgängerzone. Vor allem die Bänke werden als zu ungemütlich
empfunden. Auch die Materialqualität gab Grund zur Beanstandung. «Mit der Firma wird noch verhandelt», sagt Tiefbauamtschef Pirkl. Rund
fünf Millionen Euro kostet die Erneuerung der Fußgängerzone, wobei die Pflasterarbeiten mit 1,8 Millionen Euro zu Buche schlagen. 70
Prozent der Kosten werden durch das Förderprogramm Ziel 2 der EU getragen. VOLKER DITTMAR
20.8.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Die Kleeblattstadt ins Internet gehoben
Zwei Freunde gründen www.fuerthwiki.de, weil im Netz zu wenig über ihre Heimat stand
Im Internet steht viel, aber zu wenig über die Kleeblattstadt - das dachten sich die beiden Freunde Felix Geismann (21) und Marc Muzenhardt
(31). Deshalb haben sie sich zusammengesetzt und die Online-Enzyklopädie www.fuerthwiki.de gegründet.
FÜRTH - Mindestens zehn Minuten pro Tag verbringt BWL-Student Felix Geismann auf «seiner» Seite und schaut, ob sich etwas verändert hat.
Vielleicht hat ja einer der Schreiberlinge, die www.fuerthwiki.de regelmäßig mit ihren Texten befüllen, etwas Wissenswertes über das
Glockenspiel im Rathaus-Turm hinzugefügt. Oder ein anderer hat einen neuen Kneipentipp für die Innenstadt parat. Oder, ganz schlimm: Ein
Wüstling macht sich an den Seiten zu schaffen und schreibt Beleidigungen ins virtuelle Netz.
«Aber das ist bis jetzt nur zwei Mal vorgekommen, die meisten unserer Autoren schreiben fundierte Sachen», sagt Geismann.
Nahezu täglich wächst die Informationsfülle auf fuerthwiki. Seit der Gründung im Februar 2007 sind 796 Artikel entstanden. «Vorher hat es
keinen Autor gegeben, der ein öffentlich zugängliches Archiv über Fürth befüllt hat», bemängelt Muzenhardt, der als
Kommunikationselektroniker bei Siemens arbeitet. Über dieses Manko haben sich die Kumpels aufgeregt. Um den Missstand aus der Welt zu
schaffen, haben die jungen Männer, die laut Geismann beide mit dem Fürth-Virus infiziert sind, eine eigene Seite über ihre Stadt ins Netz
gesetzt.
Die Gestaltung von fuerthwiki ähnelt der der Mammut-Enzyklopädie Wikipedia. Das liege daran, dass beide Plattformen auf der gleichen
Software basieren. Ansonsten agierten die Internetseiten unabhängig voneinander, sagt Geismann.
Viele Artikel haben die Kumpels selbst auf die Seite gestellt, gibt Geismann zu: «Es müssten um die 400 sein.» Der Rest der Beiträge stamme
von zehn bis 20 anonymen Autoren, denen - genau wie Geismann und Muzenhardt - daran liegt, Infos über die Kleeblattstadt ins weltweite Netz
zu schicken.
Die Autoren der Fürther Enzyklopädie schreiben zum Beispiel über historische Gegebenheiten, wie über das Eisenbahn-Denkmal, das im
vergangenen Jahrhundert zwischen den Städten Nürnberg und Fürth hin- und hergewandert ist. Aber auch Informationen über aktuelle
Ereignisse, wie der Termin für die nächste Michaeliskirchweih, sind auf dem Online-Portal zu finden. DANIELA RAMSAUER
26.8.2008
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Häuser liebevoll saniert
Bezirk Mittelfranken hat zwei Baudenkmäler prämiert
FÜRTH (ja) - Drei Hauseigentümer in Fürth und Oberasbach dürfen sich über eine besondere Auszeichnung freuen: Der Bezirk Mittelfranken hat
sie prämiert, weil sie «Denkmäler» vorbildlich saniert haben.
Die Eigentümer des Fürther Evora-Hauses wurden für ihr Engagement bei der Wiederherstellung des prunkvollen Eingangsbereichs ebenso geehrt
wie die Sanierer der Gebäude Nürnberger Straße 27 in Fürth und Bachstraße 14 in Oberasbach. In ganz Mittelfranken wurden heuer 78 Gebäude
ausgezeichnet. Verantwortlich für die Entscheidung war eine Jury mit Bezirksheimatpflegerin Andrea M. Kluxen an der Spitze.
Bei der Preisverleihung in Erlangen betonte Kluxen, dass es eine wichtige Aufgabe ist, «Kulturdenkmale als Quellen und Zeugnisse
menschlicher Geschichte und Entwicklung zu schützen und für die Zukunft zu erhalten». Mit Bravour haben diese Aufgabe die Eigentümer des
Hauses Königswarterstraße 52 erfüllt, das 1893 für den Brauereibesitzer und Politiker Wilhelm Evora errichtet worden war.
In neuem Glanz erstrahlt auch das viergeschossige Haus Nürnberger Straße 27, das ebenfalls aus dem Jahr 1893 stammt. Vor zwei Jahren wurde
das Gebäude generalsaniert, um «zeitgemäßes Wohnen» zu ermöglichen, wie es heißt. Dabei wurden die Wohnungszuschnitte verändert und das
Dachgeschoss ausgebaut. Bei den großangelegten Arbeiten wurde jedoch darauf geachtet, bauzeitliche Details zu erhalten. Lobend erwähnt
werden beispielsweise die «repräsentative Eingangshalle» und die «mächtigen Holztore der Durchfahrt im Erdgeschoss».
Als einziges Gebäude im Landkreis wurde das Anwesen Bachstraße 14 in Alt-Oberasbach prämiert. Eigentümerin Claudia Beutler hat den zuvor
unscheinbar wirkenden Altbau aus dem Jahr 1818 aufwändig saniert. Die Fassade wurde überarbeitet, der Dachstuhl erneuert und das Dach neu
eingedeckt. Auch im Inneren verlief die Sanierung vorbildlich: Unter anderem wurden Böden, Decken, Wände und Türen «substanzschonend und
detailgetreu» überarbeitet.
Als Anerkennung erhielten die drei Sanierer vom Bezirk eine Urkunde sowie den Begleitband, der alle 78 prämierten Objekte ausführlich
vorstellt. Das Buch kann auch zum Preis von 15 Euro (zzgl. Porto) unter der Telefonnummer (09 81) 46 64 50 02 bestellt werden.
3.11.2008
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neu in Fürth ist jetzt das Fossilien-Museum in Poppenreuth, Espanstraße
Mitteilung der Fürther Bürgerberatung vom 10.11.2008.
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Heimatpfleger kritisieren die Neue Mitte
Landesverein beklagt Eingriff in die Bausubstanz - OB hält Bedenken für unbegründet
FÜRTH - Besorgt über einen Verlust historischer Bausubstanz im Zusammenhang mit dem geplanten Einkaufszentrum Neue Mitte hat sich der
Bayerische Landesverein für Heimatpflege geäußert. Die Bemühungen um die Aufnahme der Innenstadt in die Unesco-Welterbeliste würde durch
das Vorhaben konterkariert.
In einem Schreiben an OB Thomas Jung stellen die Heimatpfleger aber auch den wirtschaftlichen Nutzen des Projekts in Frage. Angesichts der
gefährdeten Rentabilität einer Reihe kleiner Geschäfte und des City-Centers sei die Neue Mitte kein Gewinn.
Jung spricht den Heimatpflegern im Gegenzug die Kenntnis der Verhältnisse vor Ort ab und verweist auf die Befürwortung des Vorhabens durch
den Fürther Einzelhandelsverband. Sorgen um die Kaufkraft macht sich der OB nicht. Der Investor Sonae Sierra habe Fürth gerade wegen der
Lücke zwischen dem großen Kaufkraftpotenzial und dem geringen Angebot ausgewählt.
Um die Aufnahme in die Unesco-Welterbeliste wolle sich Fürth allenfalls mit dem Gründerzeit-Ensemble an der ehemaligen Ludwigsbahntrasse
bewerben. Fiedler, Commerzbank und das Wölfel-Areal sind für Jung keine Aushängeschilder. Die Heimatpfleger sprechen dennoch von einem
prägnanten historischen Ensemble und befürchten, dass im Zuge einer Neuen Mitte weitere Eingriffe in noch ältere Bebauung nicht mehr
abgewehrt werden können.
Der Landesverein fährt in seinem Schreiben auch juristisches Geschütz auf und verweist auf einschlägige Entscheidungen der Bayerischen
Verfassungs- und Verwaltungsgerichtshöfe zum Erhalt kennzeichnender Ortsbilder. Ob damit eine Klage in Erwägung gezogen wird, lässt der
Fürther Stadtheimatpfleger Alexander Mayer auf Anfrage der Fürther Nachrichten offen. Er verweist jedoch auf einen Präzedenzfall: die vom
Landesamt für Denkmalpflege Ende der 70er Jahre durchgesetzte Aufhebung des Bebauungsplanes für den Bahnhofplatz. Wenn schon ein weiteres
Einkaufszentrum in der Innenstadt etabliert werden soll, kann das nach Ansicht der Heimatpfleger auch in verschiedenen benachbarten
Gebäuden geschehen.
Vor allem das geplante Glasdach über der Rudolf-Breitscheid-Straße stört nach Ansicht der Heimatpfleger – auch des Baukunstbeirates – das
Gesamtbild empfindlich. Das bauliche Kapital des geschlossenen Stadtbildes mit dem unverwechselbaren Sandsteinmaterial der Obergeschosse
könne in seiner gestalterischen Kraft und Wirkung nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Nachdrücklich setzen sich die Heimatpfleger für einen Architektenwettbewerb ein. «Damit rennen sie bei uns offene Türen ein», meint der OB.
Sonae Sierra will jedoch keinen offenen Architektenwettbewerb ausloben, sondern nur ein beschränktes Gutachterverfahren mit sechs vom
Investor ausgesuchten Architekten. VOLKER DITTMAR
10.11.2008
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Heinrichsblatt, Nr. 45 • 9. November 2008
Pfarrer Andreas Eckler beobachtete die Enthüllung der Gedenktafel für Leo von Klenze an der Fürther Stadtpfarrkirche.
Gedenktafel an „Unsere Liebe Frau" enthüllt
Plante Klenze auch Kirche in Fürth?
Fürth (eh) - Im Standardwerk der früheren Fürther Heimatpflegerin Barbara Ohm („Fürth - Geschichte der Stadt") wird ebenso wie auf der Außenwand der vor 180 Jahren erbauten Kirche „Unsere
iebe Frau" der königliche Bauinspektor Anton Brüger als Schöpfer des Baus genannt. Nun kündet eine neu angebrachte Tafel von der Erkenntnis des Cadolzburger Architekturhistorikers Robert Leyh, dass in Wirklichkeit der Star-Architekt Leo von Klenze den Plan schuf.
Lyh gestaltete die Tafel mit der neuen Information ebenso wie das Bronzerelief mit dem Kopf des berühmten Schöpfers vieler europäischer Bauten. Falls Leyh recht hat - und vieles spricht dafür - wäre das für die „Denkmalstadt Fürth" eine weitere Bestätigung ihrer Kompetenz. Die Stadtpfarrkirche stünde in einer Reihe mit so berühmten Bauwerken wie der Neuen Eremitage in St. Petersburg, der Walhalla bei Regensburg, Beffeiungshalle bei Kelheim und vieler Klenzescher Schöpfungen in München, darunter der Allerheiligen-Hofkirche.
Bemerkenswert ist diese Urheberschaft auch vor dem Hintergrund der Bevölkerung Fürths: wenige Jahre vor dem Kirchenbau zählte man in der Kleeblatt-
stadt neben 10.040 Protestanten und 2.385 Juden nur 314 Katholiken. Der erste Bau einer katholischen Kirche in Fürth nach der Reformation fand sogar bayernweite Unterstützung durch eine vom König Max I. Joseph genehmigte landesweite Kollekte, die die stolze Summe von 33.600 Gulden erbrachte. Auch die Fürther Protestanten und Juden spendeten namhafte Beträge für Kirche und Ausstattung.
Ganz sicher waren manche Spender allerdings nicht über die Zukunft der kleinen Pfarrei. So stiftete der Bamberger Geistliche Rat Franz Andreas Stapf zwar 1000 Gulden, verband damit aber die Forderung auf Rückzahlung der Summe, falls die Pfarrei eines Tages nicht mehr bestehen würde.
Vor der Enthüllung der neuen Tafel feierte die Pfarrei zusammen mit ihrem Pfarrer Andreas Eckler einen festlichen Gottesdienst, ehe sich die Gemeinde ins Freie begab. Dort sprachen neben Pfarrer Eckler und Robert Leyh auch der Leiter des Erzbischöflichen Diözesan-archivs Bamberg, Dr. Josef Urban. Auch er ist von der Urheberschaft Klenzes überzeugt - vor allem durch die
Original-„Unterschrift" Klenzes auf den Plänen für das Gotteshaus, das Zeichen „LvKlz" in schwungvoller Umsetzung.
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Schule am Samstag: Wenn Gesundheit verordnet ist
Schüler beginnen den 22. November mit selbstgemachtem Öko-Frühstück, Gymnastik inder Klasse und Zähneputzen
Weil die Herbstferien länger als üblich waren, müssen Schüler und Lehrer in ganz Bayern «nachsitzen»: Den Samstag, 22. November, hat das
Kultusministerium zum Gesundheitstag erklärt und Unterricht verordnet.
FÜRTH - «Ich bin ganz stolz auf mich», sagt Rektor Reinhard Heydenreich. Am Heinrich-Schliemann-Gymnasium müssen beim Gesundheitstag nämlich
die Eltern ran: Ein Vater, der Orthopäde ist, spricht über das richtige Sitzen und das jugendliche Skelett, ein Professor erklärt die
Chinesische Medizin und eine Ärztin informiert über Brustkrebs. In einer «Salatwerkstatt» wird geschnippelt, anderswo schnelle Verbände
angelegt und über Doping im Alltag können die Schüler auch so einiges lernen.
Vor der Klasse der eigenen Kinder wird kein Vater, keine Mutter stehen - für die Schülerinnen aber wird’s turbulent. Drei bis vier Vorträge,
sagt Heydenreich, werde an diesem Samstag jede Klasse hören.
Projekttag untersagt
Wenigstens eine «vernünftige Einheit zu Ernährung und Bewegung» will Gerhard Graefe von der Hauptschule Maistraße seinen 250 Schülern
bieten. Wenn er am Samstag schon keinen Projekttag anbieten darf. Genau den, seufzt der Schulleiter, hat das Kultusministerium untersagt.
Dabei hatte schon eine Tanzschule die Zusammenarbeit angeboten, wäre soviel möglich gewesen. Nun also gestutztes Programm mit Bordmitteln:
Am Mittwoch - der Buß- und Bettag bleibt weiterhin ein unterrichtsfreier Tag - wird eine Lehrerkonferenz stattfinden, bei der zwei
Kolleginnen Übungen zur Sitzgymnastik in der Klasse vorstellen.
Die Crux: Weil die Maischule nur eine alte Turnhalle besitzt und die nächstgelegenen Hallen von den benachbarten Schulen genutzt werden,
beziehungsweise am Samstag an Vereine vermietet sind, gibt es kaum Raum für Bewegung. Und mit dem Schulhof will Graefe bei launischem
Novemberwetter lieber nicht planen.
Aber der Tag soll mit einem gemeinsamen Frühstück beginnen, die drei Hauswirtschaftslehrerinnen machen sich im Vorgriff zum Thema gesunde
Ernährung fit. «Zu schlank», moniert auch Rainer Erhardt, Leiter des Helene-Lange-Gymnasiums, die Vorgaben aus München. «Wir hätten es uns
einfach machen können und sagen, dieser Samstag ist ein Mittwoch und wir halten Unterricht.»
Stattdessen widmet sich das HLG der präventiven Gesundheitsberatung. Aufklärung über Rauchen und übermäßiges Trinken steht auf dem Programm,
aber auch die Computersucht und riskantes Motorradfahren werden nicht ausgelassen. Ein Film über den Marlboro-Mann, der an Lungenkrebs
starb, wird vorgeführt und es gibt Workshops und Vorträge. «Die Kunst ist, das Thema für die Eingangsklassen wie auch für die älteren
Schüler aufzubereiten», sagt Erhardt. 1705 Mädchen und Buben zählt das HLG, 48 Klassen plus Kollegstufe.
Nicht alle Lehrer werden beschäftigt sein. Wer nicht vortragen muss, kümmert sich um die eigene Gesunderhaltung: mit Yoga und
Entspannungsübungen. Die üben in der Gustav-Schickedanz-Schule die Schüler. Dazu lernen sie viel über die Inhaltsstoffe von Lebensmitteln
und die gesunde Ernährung, sogar ein Kurs übers Seifenkochen wird angeboten. Eine schöne Einrichtung. «Endlich kann man sich mal Zeit
nehmen, abseits von Lernzielen und Proben, die noch geschrieben werden müssen», sagt Lehrerin Birgit Meyer.
Voll in Form
In der Farrnbachschule hat man am Gesundheitstag eine Sportstunde für jede Klasse eingebaut, sei es als Bewegungslied in der Klasse oder als
Cheerleading-Training mit Lehrern vom TSV-Burgfarrnbach. «Gesunde Ernährung und Bewegung an jedem Schultag ist sowieso und immer unser
Konzept», sagt Schulleiterin Waltraud Lieret. Der Samstag ist also mehr oder weniger eine Fortsetzung.
Anders im Gymnasium Stein. Dieses hat mit der kassenzahnärztlichen Vereinigung zusammenarbeitet und fängt bei den Kleinsten mit dem gesunden
Leben an: Fünftklässler lernen in der Turnhalle, wie sie ihre Zähne richtig putzen. Außerdem sprechen Apotheker im rollierenden System über
Magersucht und Drogenmissbrauch, zwei Klassen gehen sogar ins Fitness-Studio. Nur die Oberstufe verweigert sich der Gesundheit standhaft
und will Unterricht. «Die lernen freiwillig», sagt Schulleiter Herbert Schreiber, «die haben ’ne Menge Klausuren in nächster Zeit.»
Gabi Pfeiffer
13.11.2008
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Gefährliche Gaudi
SpVgg-Fans wollen mit dem «Adler» zum Derby fahren
Unnötige Provokation oder harmlose Gaudi? Diese Frage stellt sich angesichts der spektakulären Aktion, die ein Fan-Club der SpVgg Greuther
Fürth anlässlich des Frankenderbys am übernächsten Sonntag plant.
FÜRTH - Der Manni kann jetzt nicht mehr aufgeben. «Die ganze Vorbereitung», er bläst unter der Brille die Backen auf – «wos do alles
drohängt.» Seit Monaten ist er am Telefonieren. Mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL), dem Fernsehen, der Stadt, der SpVgg. Nur das Freibier
fehlt noch. Vier Fässer, so sein Plan, rollen am 23. November ostwärts. Und 43 Mann in Weiß und in Grün.
Das Bier allein ginge noch als Geschichtspflege durch. 1836 transportierte die Ludwigsbahn als erstes Eisenbahnfrachtgut überhaupt zwei
Fässer Lederer-Bier von Nürnberg nach Fürth. Manfred «Manni» Knaut kennt sich aus. Als Wirt der «Weißen Rose» in der Königstraße ist er
gewissermaßen vom Fach. Als Vorsitzender des gleichnamigen Fan-Klubs auch. Keine Auswärtsfahrt ohne ausreichend Bier. Er grinst schelmisch.
«Domols hom’s des Bier nundergforn, mir forns widder nauf – sugor mit Zinsen.» In Mannis Welt ist Nürnberg oben und Fürth unten, jedenfalls
topographisch.
Schon im August hat der 54-Jährige in Georgensgmünd angerufen. Dort steht ein Nachbau des legendären Adlers, jener Dampflok also, die 1835
Eisenbahngeschichte schrieb. Von da an harrte Knaut der Terminplanung der DFL. Es durfte kein Freitags- und kein Montagsspiel werden, denn
der Adler für die Straße hat kein Licht. Nur der Sonntagnachmittag kam in Frage, und so geschah es dann auch. Da nahm Mannis Traum
tatsächlich Gestalt an.
Für andere ist es offenbar der reinste Albtraum. Nicolas Heckel, der Fan-Koordinator der SpVgg, hat Knaut schon abgeraten, die Polizei
angeblich auch. Allerdings war gestern Nachmittag weder in Fürth noch in Nürnberg auch nur ein einziger Ordnungshüter erreichbar, der dazu
hätte Stellung nehmen können. Die einzige Auskunft lautete: «Der Vorgang ist bekannt». Knaut will schon vor acht Wochen Bescheid gegeben
haben. «Seitdem hobb i nix g’hört.»
1000 weißgrüne Luftballons
Man kann sich auch so vorstellen, wie begeistert die Polizei von Fußballfans ist, die am Derby-Tag mit einem Bähnchen und in vollem
Kleeblatt-Ornat von der Fürther Königstraße zum Nürnberger Stadion zuckeln. Am Ziel will die «Weiße Rose» – sozusagen als krönenden
Abschluss – in rot-schwarzem Hoheitsgebiet noch 1000 weißgrüne Luftballons aufsteigen lassen. Ein Staatsbesuch könnte kein höherers
Sicherheitsrisiko darstellen.
«Derby is war» (Derby ist Krieg). So stand es schon vor einigen Wochen eines Morgens in krakeliger Sprühschrift auf einem Hinweisschild auf
der Nordtribüne des Ronhofs. Bei den Verfassern handelt es sich mutmaßlich um Mitglieder der so genannten Nürnberger Ultras. Die Gruppe
gilt als besonders radikal. Unvergessen sind auch die Ausschreitungen, die sich 2500 FCN-Anhänger vor vier Jahren bei ihrem «Marsch durch
Fürth» leisteten. In der «Weißen Rose» gingen mehrere Fensterscheiben zu Bruch. Dieter Wirth, Vorsitzender der Sportfreunde Ronhof, will
gehört haben, «dass von der anderen Seite auch diesmal einiges kommen wird». Er meint Gewalt.
«Ich würde empfehlen», sagt der 52-jährige Kleeblatt-Fan, «nicht nur zu zweit oder zu dritt in der S-Bahn zum Frankenstadion zu fahren.»
Wirth hält das für zu gefährlich. Die Sportfreunde Ronhof, sagt er, hätten schon davon Abstand genommen, wie geplant mit einem Linienbus im
SpVgg-Design nach Nürnberg zu fahren. «Das muss nicht sein. Wir wollen unnötige Provokationen vermeiden.»
Inzwischen hat sogar der Manni «leichte Bedenken». Die genaue Route der Tour der «Weißen Rose» soll vorsichtshalber geheim bleiben. Aber
unterkriegen lassen will er sich auch nicht. «Egal, wäi des ausgäid, des Därby is für uns a Gaudi – iech hobb kanne Hassgfühle, a nedd fier
Nämbercher.»
Und außerdem hat der Manni die Erfahrung gemacht, dass es auch in der Nachbarstadt nette Menschen gibt. 2003 sind er und seine Kumpels schon
einmal mit dem Bähnchen zum Derby angereist. «Do homm am Blärrer die Leit gladdschd.»
Kurt Heidingsfelder
15.11.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fürths neues Christkind heißt Christina
Die 18-jährige Auszubildende hat in den kommenden Wochen rund 90 Termine vor sich
FÜRTH - Sie liebt es, mexikanisch zu kochen, geht gerne Tanzen oder schmust mit ihren beiden Meerschweinchen: Christina Gomez-Serrano tritt
als Fürther Christkind in die Fußstapfen ihrer Vorgängerin Lisa Lehmann. Und sie weiß sogar, wie am Sonntag das Derby ausgeht.
Alle zwei Jahre gibt es in Fürth ein Christkind-Casting - dieses Mal mit drei Bewerberinnen. «Und alle waren wirklich gut«, sagt Marion
Mehringer, die bei der Stadt Fürth für die Betreuung des Christkinds zuständig ist. Und warum fiel die Wahl auf Christina? Die Antwort
kommt ohne zu zögern: «Sie hat uns durch ihren Charme bestochen.«
Bei der offiziellen Vorstellung des Christkinds sitzt die Auserwählte im Gasthaus «Schwarzes Kreuz«, lächelt charmant und beantwortet
geduldig die Fragen der Journalisten. Schon als Kind sei es ihr Traum gewesen, in diese Rolle zu schlüpfen. Den Text des Prologs, den sie
zur Eröffnung des Fürther Weihnachtsmarktes am 27. November sprechen wird, kann sie schon auswendig. Und sie gibt gerne zu, dass sie sich
von ihrer Vorgängerin einige Ratschläge eingeholt hat. Der Wichtigste? «Ich soll mir immer gut überlegen, was ich den Kindern sage«,
antwortet die 18-Jährige. «Gerade die Kleinen haben ja so hohe Erwartungen vom Christkind, und die sollen nicht enttäuscht werden.«
Der Name kommt vom Papa
Wenn sie den Fürther Weihnachtsmarkt eröffnet, werden ihr vier Engelchen zur Seite stehen. In diesem Jahr übernehmen Nadine Strobelt (9),
Luisa Seewald (7), Luisa Raab (6) und Michelle Steibl (8) die ehrenvolle Aufgabe. In der Zeit danach ist das Christkind aber auf sich
allein gestellt. 89 Termine liegen bis Weihnachten vor ihr: Besuche in Altersheimen, Kindergärten, Vereinen und so weiter. Angst vor Stress
hat sie nicht. «Ich freue mich auf jeden Termin«, beteuert sie. Ihr Arbeitgeber, sie macht bei der Stadt Fürth eine Ausbildung zur
Verwaltungsfachangestellten, gibt ihr für die Zeit natürlich frei.
Der spanische Nachname täuscht übrigens. Zwar kommt der Papa aus Puerto Rico, «aber Christina ist eine waschechte Fürtherin«, sagt Marion
Mehringer. Christinas beste Freundin, die ganze Familie - alle seien riesig stolz auf sie. Die Omas haben vor Freude sogar ein paar Tränen
verdrückt, als sie die Nachricht hörten.
Für Fußball, räumt sie ein, interessiert sie sich zwar nicht besonders, aber vielleicht weiß das Christkind ja trotzdem, wie am Sonntag das
Fußballderby SpVgg gegen den 1.FCN ausgeht? «Klar«, sagt da das Christkind und verkündet die himmlische Botschaft: «Die Fürther gewinnen
natürlich«.
Johannes Alles
21.11.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Eine Lobby für Behinderte in Fürth
Neues Gremium gegründet - Ärger mit der Fußgängerzone - Vorbild Seniorenrat
FÜRTH - Nach den Senioren haben nun auch die Behinderten in Fürth eine kommunale Interessenvertretung. Der neue Behindertenrat hat seine
Arbeit aufgenommen.
Stolperfallen in der renovierten Fußgängerzone, Barrieren vor Behörden und in den Köpfen Nichtbehinderter: die Defizite wiegen schwer, mit
denen sich das Gremium herumschlagen muss. Sorgen und Nöte von Menschen mit Behinderungen will es gegenüber der Stadtverwaltung vertreten.
So sollen Fehlplanungen, wie sie etwa bei der neuen Fußgängerzone zu beklagen sind, vermieden werden.
Fast 14 000 Schwerbehinderte gibt es in Fürth. Die Interessen der unterschiedlichen Gruppen unter einen Hut zu bekommen, ist keine leichte
Aufgabe, wie Sozialreferent Karl Scharinger in der konstituierenden Sitzung des Beirats anmerkt. Er fügt allerdings hinzu, dass der
Seniorenrat vor ähnlichen Schwierigkeiten gestanden hat. Ein Beispiel ist die Barrierefreiheit: Blinde brauchen zur Orientierung einen
Randstein, Rollstuhlfahrer zum Fortkommen möglichst keinen. Der Kompromiss ist eine Absenkung bis auf zwei bis drei Zentimeter. Diese Stufe
können Rollstuhlfahrer noch überwinden, Blinde haben einen Anhaltspunkt zur Orientierung und der Straßenbau zudem eine praktische
Wasserrinne.
Große Prüfsteine für den neuen Behindertenrat sind der S-Bahn-Ausbau und die Planung eines weiteren Einkaufszentrums in Fürth. Das Gremium
will sich für den behindertengerechten Ausbau der Bahnunterführung am Scherbsgraben und für Barrierefreiheit im Einkaufszentrum einsetzen.
Für die Fußgängerzone kommt das Engagement zu spät.
«Mit Krücken oder Rollator ist der Gang über das neue und bei Regen glitschige Pflaster Schwerstarbeit», erläutert Agathe Krämer,
Kreisgeschäftsführerin des Sozialverbandes VdK. Dafür macht sie vor allem die unregelmäßig breiten Fugen verantwortlich. Krämer gibt zu
bedenken: «Nicht nur Behinderten nützt die Barrierefreiheit. Auch Mütter mit Kinderwagen und gehbehinderte Senioren sind dankbar dafür.»
Bemängelt wird auch, dass zu viele Werbeständer den Weg in der Fußgängerzone versperren.
Neu geregelt
Eine erste Prüfung kommt auf den Fürther Behindertenrat mit der Neuordnung des Behindertenfahrdienstes zu. Ab Januar übernimmt der Bezirk
die Regie, und die Betroffenen in Fürth befürchten einschneidende Verschlechterungen. An den Bezirkstagspräsidenten Richard Bartsch hat der
Rat bereits appelliert, die Qualitätsrichtlinien einzuhalten.
Zu den Ärgernissen gehören in Fürth schwer zugängliche und häufig von Nichtberechtigten belegte Behindertenparkplätze. Auch das Zuparken von
Gehsteigen macht Behinderten das Leben unnötig noch schwerer. «Behindert ist, wer behindert wird», sagt SPD-Bezirksrätin Gabriele
Köpplinger, Initiatorin des neuen Gremiums. Viel zu tun gibt es aber auch für die laut Köpplinger erschreckend wachsende Zahl psychisch
Kranker. Hier gelte es vor allem, Vorurteile zu bekämpfen.
Eigene Anlaufstelle
«Wir sind weder faul noch gewalttätig», erklärte eine Betroffene. Wohl aber seien psychisch Kranke oft arm dran. Die finanziellen
Konsequenzen der Erkrankung würden häufig übersehen. Den Blick über den Tellerrand der eigenen Behinderung wollen die Mitglieder des neuen
Behindertenrates gerne üben. Sie wünschen sich zudem ein eigenes Büro und ein Telefon wie der Seniorenrat.
Zwei Jahre Vorarbeit hat das Gremium bereits hinter sich. In einem Arbeitskreis wurden erste Schritte für Verbesserungen – etwa in Form von
Blindenampeln – unternommen. Seit Juni laufen die Vorbereitungen zur Beiratsgründung. In der konstituierenden Sitzung wurde Lothar Wüstner
einstimmig zum Vorsitzenden des Behindertenrates gewählt. Gleichberechtigte Stellvertreter sind Petra Hofer und Klaus Nachtmann. Als
Schriftführerin fungiert Erika Kuhn, und die Kasse führt Detlef Held. Ihr Ansprechpartner bei der Stadt ist der Behindertenbeauftragte
Alfons Schrüfer. VOLKER DITTMAR
24.11.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Kein Adler und keine Randale
Das Bähnchen für die Fahrt zum Derby blieb in Georgensgmünd – Polizei zufrieden
Manfred Knaut war gestern nach der 1:2-Niederlage seiner Spielvereinigung der vielleicht traurigste Kleeblattfan. Nicht nur das Ergebnis
schmerzte den Vorsitzenden des Fanclubs «Weiße Rose». Auch seine seit vielen Wochen geplante Adler-Fahrt zum Frankenderby nach Nürnberg war
kurzfristig geplatzt. Freude dagegen bei der Polizei. Die befürchteten Ausschreitungen konnten unterbunden werden.
FÜRTH (sir/kh) - Mit einem Nachbau der ersten deutschen Eisenbahn wollten Manfred Knaut und rund 50 Kleeblattanhänger zum Frankenstadion
fahren - «in friedlicher Absicht», wie Knaut im Vorfeld betonte. Doch am Samstagabend kam die schlechte Nachricht per SMS aus dem
Georgensgmünder Bürgermeisteramt. Der im Landkreis Roth stehende Adler-Nachbau könne wegen «zu starkem Schneefall und Glatteisgefahr» nicht
nach Fürth kommen.
Das war ein echter Schlag für den umtriebigen Fürther Gastwirt, dessen Idee auch an oberster Stelle Zustimmung gefunden hatte. Knauths
Initiative verdiene «viel Beifall», konstatierte Oberbürgermeister Thomas Jung. Aber als das Stadtoberhaupt gestern Vormittag in die
Gaststätte «Weiße Rose» kam, um den Fans seine Unterstützung zu zeigen, rieb er sich verwundert die Augen. Statt des Gmünder Adlers stand
ein mausgrauer Reisebus vor Knauts Gaststätte.
«Ja, das hätte sicher großen Spaß gemacht»: Gertrud Südekum bedauerte die Absage ebenso wie Karl-Heinz und Klaus Frohnmayer. Dick eingepackt
hatten sich die beiden Brüder, um während der Zugfahrt nicht zu frieren. Fast alle hatten Winterjacken, warme Unterwäsche, Handschuhe und
Mützen dabei. Schließlich wollten die Kleeblattanhänger nicht mit Frostbeulen am Frankenstadion angekommen. Mit der geplatzten Adler-Fahrt
war ihnen wenigstens diese Sorge genommen.
«Schlechtes Omen»
«Hauptsache, wir gewinnen», war der einhellige Tenor in der «Weißen Rose», als die Reisegruppe in den Fanbus stieg. «Etz is hald wäi bei
jedn Auswärtsspüll», meinte einer. Für die Farbtupfer im Bus sorgten derweil die weiß-grünen Trikots und Schals. Schlachtrufe und Lieder
ertönten – der verpasste Trip auf dem Adler schien schnell abgehakt. Im Stadion erst recht.
Als Stefan Reisinger in der 38. Minute das Kleeblatt in Führung schoss, lagen sich die Fans jubelnd in den Armen – noch. Rund 60 Minuten
später war die Stimmung auf dem Nullpunkt. Gertrud Südekum, die auf einen 3:2-Sieg der SpVgg getippt hatte, schleppte sich mit schweren
Schritten zum Bus: «Naja, des mit dem Adler war wahrscheinlich ein schlechtes Omen.»
Auch Manfred Knaut wollte das «verflixte Wochenende» schnell vergessen. Doch seine Gedanken kreisten immer noch um den Gmünder Adler: «Nou
fahr mer hald beim Rückspüll rauf». Knaut geht wie viele davon aus, dass auch das zweite Derby in dieser Saison in Nürnberg stattfinden
wird. Der Fürther Ronhof ist einfach zu klein.
Die dortige Polizei kann dann Anfang Mai 2009 ihren gestrigen Einsatzplan aus der Schublade holen. «Unser Konzept ist hervorragend
aufgegangen», frohlockte Einsatzleiter Kurt Benesch. Obwohl der Andrang auf die U–Bahn am Fürther Hauptbahnhof stärker als erwartet und die
Stimmung gereizt war, blieb es laut Benesch bei «verbalen Aggressionen».
Lange nach dem Spiel mussten die Ordnungshüter dann aber doch noch mal richtig auf der Hut sein. Mehrere Gruppen Nürnberger «Ultras» machten
sich auf den Weg nach Fürth. Trotz des Club-Sieges waren sie offensichtlich auf Randale aus. «Die wollten es unbedingt wissen», so Benesch.
Die Polizei nahm neun Personen vorübergehend in Gewahrsam. Sie kamen noch vor Mitternacht wieder frei.
24.11.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Bürgerinitiative formiert sich gegen Neue Mitte
Kritiker des geplanten Einkaufszentrums in der Fürther Innenstadt werden aktiv - Denkmalpflege meldet sich
FÜRTH - Der Widerstand gegen die Neue Mitte wächst. Eine Bürgerinitiative formiert sich gegen das geplante Einkaufszentrum in der Fürther
Innenstadt. Zur Vorbereitung der öffentlichen Gründungsversammlung trafen sich gestern Abend erstmals die Initiatoren. Zu ihnen zählt
Fürths Stadtheimatpfleger Alexander Mayer.
Auf einen Internet-Aufruf hatten sich so viele Interessierte an einer Bürgerinitiative gemeldet, dass der reservierte Platz im Restaurant
«Penelope» nicht ausreichte und die Initiatoren erst einmal im kleinen Kreis berieten. Zunächst muss nämlich ein Sprecher gefunden werden.
Morgen wollen der neue Gebietsreferent des Landesamtes für Denkmalpflege, Dr. Uli Walter, und Stadtheimatpfleger Mayer mit Baureferent
Joachim Krauße über die Neue Mitte reden. Wie Walter auf Anfrage der Fürther Nachrichten erläutert, geht es nicht allein um Baudenkmäler,
sondern darum, wie sich eine Stadt in ihrer Mitte präsentiert. Besorgt über die Planung des spanischen Investors Sonae Sierra hatte sich –
wie berichtet – bereits der Bayerische Landesverband für Heimatpflege geäußert.
Beispiel City-Center
Die Neue Mitte war am Sonntag auch Gegenstand der letzten Führung des Vereins Geschichte Für Alle mit dem Titel «Baulust und Planungsfrust».
Historiker Wolf Hergert stellte die Problematik in einen größeren Zusammenhang, indem er beispielsweise das City-Center betrachtete: Obwohl
mit Satteldächern und Sandsteinfassaden ausgestattet, wirkt es im historischen Umfeld doch mit seiner 80er-Jahre-Architektur als
Fremdkörper.
Mayer, der die Erläuterung zur Neuen Mitte beisteuerte, bedauerte, dass Sonae Sierra keinerlei Bereitschaft erkennen lasse, auf Bedenken
einzugehen und die Planungen entsprechend zurückzunehmen. Das sei die Folge davon, dass eineinhalb Jahre Vorplanung praktisch hinter
verschlossenen Türen stattgefunden habe. Indiskutabel ist für den Stadtheimatpfleger das Abriegeln der Rudolf-Breitscheid-Straße durch den
Zugang zum geplanten Einkaufszentrum. Schon das geplante Flachdach nehme keinerlei Rücksicht auf die Umgebung.
Probleme für den Fürther Einzelhandel sieht Mayer deshalb voraus, weil es sich um ein autarkes Einkaufszentrum handelt, das keine Rücksicht
auf die umgebenden Geschäfte nehmen muss. «Die Nürnberger machen es beim Augustinerhof besser», merkte er an. Hier handle es sich um ein in
die umgebende Handelsstruktur integriertes Projekt, für das außerdem ein Architektenwettbewerb durchgeführt wurde. Für das Fürther Projekt
gibt es nur ein beschränktes Gutachterverfahren mit vom Investor eingeladenen Planern. «Wenn das ein fauler Zahn wird, ist die Stadt
erledigt», warnt Mayer. Ein Buchhändler aus der Nachbarschaft des geplanten Einkaufszentrums, der nicht genannt werden möchte, fürchtet
bereits um seine Existenz: «Wir sind umsatz- und ertragsmäßig bereits am Limit und können uns keine Einbußen leisten.» Er hat nämlich
erfahren, das große Buchhandelsfilialisten bereits Interesse an einer Niederlassung in der Neuen Mitte bekundet haben.
Als illusorisch stuft der Stadtheimatpfleger die Annahme ein, dass durch das neue Einkaufszentrum alle bislang nach Nürnberg und Erlangen
abfließende Kaufkraft gebunden werden kann. Ein Rundgangsteilnehmer gibt ihm Recht: «Wenn in der Neuen Mitte wieder nur Filialisten
einziehen, dann fahre ich zum Einkaufen doch lieber nach Nürnberg. Mit der U-Bahn geht das ja ganz fix.» Ein weiterer Teilnehmer merkt an,
dass es ganz geschickt von OB Thomas Jung gewesen sei, vor der Wahl noch nichts über das Vorhaben zu verraten. Denn das hätte ihn
zweifellos einige Wählerstimmen gekostet. Wichtig für den Historiker Wolf Hergert ist es, bei vollmundig angekündigten Großprojekten wie
die Neue Mitte einen kritischen Kopf zu bewahren.
Volker Dittmar
25.11.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Stadt gibt grünes Licht für «Eckart-Plaza»
Mischung aus Einzelhandel, Büros und Wohnungen in der Südstadt - Brache wird genutzt
FÜRTH - Nach anderthalbjähriger Diskussion gibt die Stadt grünes Licht für die so genannte Eckart-Plaza in der Südstadt. Auf dem ehemaligen
Firmengelände an der Ecke von Schwabacher Straße und Kaiserstraße wird für rund 13 Millionen Euro eine Mischung aus Büros, Wohnungen und
Supermarkt entstehen.
Den Begriff «Nahversorgungszentrum» meidet die Stadt in diesem Zusammenhang tunlichst, denn genau das soll die «Eckart-Plaza» nicht werden.
Kein Discounter, kein Billig-Textilgeschäft und keine Drogerie ist geplant. Auf ursprünglich vorgesehene kleinere Läden verzichteten die
Investoren von Eckart & Neidhard Immobilien bereits Ende vergangenen Jahres, weil die Stadt darauf gedrängt hatte. Der Grund: Weitere
Einzelhandelszentren in den Randlagen Fürths möchte man sich nicht leisten – ziehen sie doch immer mehr Kaufkraft aus dem Zentrum ab.
Geblieben ist nun nur der Supermarkt – mit ansprechender Gestaltung und mit Vollsortiment, wie der städtische Wirtschaftsreferent Horst
Müller betont. Das heißt: Vor allem Lebensmittel sollen auf 2500 Quadratmetern in reicher Auswahl verkauft werden; das von Aldi, Lidl und
Co. bekannte, so genannte Non-Food-Segment - also alles vom Schraubenzieher übers Nachthemd bis zum Flachbildfernseher – bleibt nach
Vorgaben der Stadt auf unter fünf Prozent beschränkt.
Parkhaus und Wohnungen
Neben dem Markt wird das markante Eckart-Bürogebäude saniert, ein Teil des jetzigen Parkplatzes zum mehrgeschossigen Parkhaus umgestaltet.
Zur Neumannstraße hin sollen die Baulücken mit drei Wohnhäusern geschlossen werden.
Etwas überraschend für die Stadt hatten die Planer kurzfristig mitgeteilt, dass den Supermarkt nun nicht Edeka, sondern die Rewe-Kette
betreiben wird. Für Müller macht das keinen Unterschied, denn auch in dieser Variante bleibe der geforderte Qualitätsanspruch
gewährleistet. «Ich denke, das ist eine Bereicherung für die Gegend und schadet der Innenstadt nicht», sagt der Wirtschaftsreferent.
Ein Fachgutachten hatte der «Eckart-Plaza» bereits bescheinigt, sich nicht negativ auf bereits bestehenden Einzelhandel auszuwirken und noch
vorhandenen Bedarf zu decken. Als Plus verbucht die Stadtspitze darüber hinaus, dass eine unschöne Industriebrache sinnvoll genutzt wird.
Auch anfängliche Kritiker konnte das offenbar überzeugen: Die zuständigen Gremien der Stadt – Wirtschaftsausschuss und Bauausschuss – hat
das Projekt inzwischen ohne größere Diskussionen passiert. WOLFGANG HÄNDEL
27.11.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Vor 150 Jahren begann in Fürth das Gaszeitalter
infra feierte Jubiläum mit Festakt - Den Anfang machten Gaslampen - «Müssen uns aus Abhängigkeit lösen»
Fürths Energieversorger infra feiert: Vor 150 Jahren begann die Versorgung der Kleeblattstadt mit Gas. Heute kaufen 28 000 Kunden bei der
infra Erdgas ein. Allerdings dürfte angesichts der derzeitigen Preise nicht jedem zum Feiern zumute sein. Entlastung wird es erst im April
geben.
FÜRTH - Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhellten schummrige Öllaternen die Straßen Fürths. Doch 1858 hielt eine Neuheit
Einzug. Nach dem Willen der Stadtväter sollte die Straßenbeleuchtung auf Gaslampen umgestellt werden. Ein Gaswerk musste her. Der Neubau
entstand auf dem Platz zwischen Otto-, Theresien- und Hirschenstraße.
150 Jahre später ist das alte Gaswerk Geschichte, die Stadtwerke - heute infra fürth - sitzen schon seit 1904 an der Leyher Straße. Auch die
Gaslampen - die Letzte erlosch 1967 - wurden längst von elektrischem Licht abgelöst. Weil Gas aber nach wie vor eine bedeutende Rolle für
Fürth und seine Bürger spielt, feierte die infra gestern das Jubiläum «150 Jahre Gasversorgung» mit einem Festakt und vielen geladenen
Gästen in der Comödie.
Und weil die infra eine städtische Tochter ist (der Energieriese E.on ist auch noch mit 20 Prozent beteiligt), durfte Fürths
Oberbürgermeister nicht fehlen. «Erdgas», sagte Thomas Jung in seiner Ansprache, «hat die Stadt vorangebracht. Es ist der Motor der Fürther
Wirtschaft.» Und, so der OB: «Es prägt das Leben von vielen tausend Menschen - sei es zum Heizen oder Kochen.» Zwar werde man nach seinen
Worten noch viele Jahre «mit Gas leben und arbeiten», aber Jung erinnerte auch daran, dass Erdgas ein «endlicher Energieträger» ist. Die
Zukunft gehöre daher den erneuerbaren Energien.
Eine Aussage, die infra-Chef Hans Partheimüller gerne aufnahm. «Mister infra», wie die Hausherren des Berolzheimerianums, Martin Rassau und
Volker Heißmann, Partheimüller scherzhaft ankündigten, betonte, dass sich die Welt bereits auf dem Weg in das Nach-Fossile-Zeitalter
befindet. Regenerative Energien müssten gestärkt werden, dennoch dürfe man die konventionelle Energieerzeugung noch nicht aus den Augen
verlieren.
Das Lebenselixier
«Energie ist das Lebenselixier moderner Volkswirtschaften», sagte Parteimüller. Und weil Deutschland zu abhängig von Energieimporten sei,
müsse es mehr «hausgemachte Energie» geben. Der infra-Chef setzt auf Geothermie, Windkraft und die Nutzung von Klärgas. Zudem stehe die
infra kurz davor, ein Biomassekraftwerk zu verwirklichen. Mit «Innovation und Investition», so Partheimüller, «müssen wir uns aus der
Abhängigkeit fossiler Brennstoffe lösen». Bis es so weit ist, werden ihm zufolge die Energiekosten weiter steigen. «Der eigene Wohlstand
nimmt ab, das Geld fließt in die Produzenten-Staaten», so Partheimüller.
Was das heißt, können die Fürther schon seit langem am eigenen Leib erfahren. Letztmals hatte die infra im Oktober den Gaspreis um einige
Prozentpunkte angehoben. Am 1. Januar folgt eine weitere Erhöhung um 1,5 Prozent - und das, obwohl sich der Ölpreis, an den der Preis für
Gas gekoppelt ist, seit Juli im Sinkflug befindet. Allerdings folge der Gaspreis erst mit mehrmonatiger Verzögerung der Entwicklung beim
Öl.
Nach den Worten des Technischen Leiters bei der infra, Manfred Zischler, könne die Entlastung also erst nach dem Winter im April an die
Kunden weitergegeben werden. Zischler geht davon aus, dass der Preis dann um 13 bis 16 Prozent nachgibt.
Johannes Alles
27.11.2008
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Ein Pakt gegen die Neue Mitte
Sozialforum, Antifa und «Attac» wollen ein Bündnis schmieden
FÜRTH (hän) - Lange blieb es in Sachen Neue Mitte erstaunlich ruhig, nun scheinen sich gleich zwei Bürgerinitiativen gegen das aufwändige
Einzelhandelsprojekt in der Stadtmitte formieren zu wollen.
Nachdem ein erster Versuch (wir haben berichtet) in der vergangenen Woche zunächst sang- und klanglos verpufft ist, will heute Abend (19.30
Uhr im Gewerkschaftshaus) ein anderes Bündnis gegen die Neue Mitte die Arena betreten. Das Sozialforum Fürth, ein vor allem durch den
Widerstand gegen Hartz IV und den Kampf für einen Strom-Sozialtarif bekannt gewordener Zusammenschluss, die «Antifaschistische Linke Fürth»
(ALF) und die Fürther Gruppe der Globalisierungskritiker aus dem «Attac»-Lager haben beschlossen, gemeinsame Sache zu machen.
In der Einladung ist auch die Rede von einem angestrebten Bürgerbegehren gegen das Großprojekt. Nur davon verspreche man sich, das erklärte
Ziel zu erreichen: die Neue Mitte zu verhindern. Mit dieser Fundamentalopposition unterscheidet sich die Initiative grundlegend von anderen
Kritikern, die das Projekt lediglich in anderer Form realisiert haben möchten.
Gegen «Kommerzialisierung»
Einer der Haupteinwände ist für die zu einem guten Teil aus dem linken politischen Spektrum stammenden Aktivisten die «Kommerzialisierung
des öffentlichen Raums» durch die Einbeziehung der Rudolf-Breitscheid-Straße und der Hallstraße ins Einkaufszentrum. Auch die «Verdrängung
kleiner Läden» und die «Zerstörung des historischen Stadtkerns» durch den Abriss einiger denkmalgeschützter Häuser prophezeien sie.
Zudem werde die Innenstadt durch den links und rechts der Breitscheidstraße vorgesehenen, 150 Millionen Euro teuren Einkaufskomplex
erheblich aufgewertet. Wegen damit einhergehender Mieterhöhungen werde in der Folge weniger finanzkräftige Bevölkerung «aus der Innenstadt
vertrieben», befürchten die Gegner. Das Zentrum Fürths diene dann «nur noch zum Konsumieren».
1.12.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Die Fürther Edelsuppe mundete
Gäste des Geschichtsvereins ließen sich traditionelle Ollapodrida schmecken
Eine schöne Tradition wurde auch dieses Jahr gepflegt: Der Fürther Geschichtsverein lud zu seinem Ollapodrida-Essen ein.
FÜRTH (ts) - Was dem Amerikaner sein «Thanksgiving»-Truthahn, ist dem Fürther seine «Ollapodrida». Denn in beiden Fällen ist der vierte
Donnerstag im November der Tag des großen Schlemmens. Allerdings mit dem Unterschied, dass die in der Kleeblattstadt vom Geschichtsverein
kredenzte Suppe königlicher Herkunft ist und auf eine über 500 Jahre alte Tradition zurückblicken kann, «die bis zum spanischen Hof
reicht», wie die Vereinsvorsitzende Barbara Ohm sagt.
70 Gäste fanden sich im großen Saal des «Grünen Baums» ein, um sich die unter strenger Aufsicht Ohms und ihres Stellvertreters Rolf
Kimberger zubereiteten 40 Liter Edelsuppe schmecken zu lassen. Die genauen Zutaten sind geheim.
Jede Menge Krebsfleisch
Nur so viel durfte Küchenchef Barth verraten: Mehr als ein Dutzend Zutaten sind nötig, um aus einer normalen Kraftbrühe eine Ollapodrida zu
machen - unter anderem jede Menge Krebsfleisch und Kalbsbries. Gewürzt wird mit einer Spezialmischung, die in Fachkreisen als
«Schildkrötenmischung» firmiert. «Schildkröten müssen dafür aber nicht ihr Leben lassen», betont Ohm. Vielmehr sind es unzählige Kräuter,
die in Verbindung mit den hochwertigen Ingredienzen die unvergleichliche Suppe ergeben. Dass die Fürther auch in früheren Jahrhunderten in
den Genuss der Delikatesse gekommen sind, beweisen übrigens historische Rechnungen, die unlängst im Burgfarrnbacher Stadtarchiv aufgetaucht
sind.
Auf ihnen wurde genau vermerkt, dass Fürths Stadtobere bereits vor mehr als 200 Jahren ihre Gäste mit eben dieser Ollapodrida zu
beeindrucken suchten. Übrigens wird die edle Suppe nur einmal im Jahr gekocht und darf auch zu keinem anderen Anlass serviert werden.
1.12.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Im alten Zollhäuschen gibt es bald Espresso
Für das historische Gebäude an der Billinganlage hat sich eine Nutzung gefunden - Laden und Cafébetrieb
FÜRTH - Lange zog sich die Suche hin, nun hat sich ein neuer Nutzer für das historisch wertvolle Pflasterzollhäuschen an der Billinganlage
gefunden. Nach einer grundlegenden Renovierung soll im nächsten Jahr das derzeit noch auf der anderen Straßenseite untergebrachte
«Espressohaus Fürth» einziehen.
Weil der Fürther Laden der Firma «Espresso direkt», die mit Espresso- und Kaffeemaschinen handelt und sie wartet, aus seinem bisherigen
Domizil neben dem Hochhaus an der Billinganlage ausziehen muss, meldete Geschäftsführer Michael Hößl Interesse am der Stadt gehörenden
Zollhaus an. Vorher waren verschiedene Anläufe gescheitert, zuletzt war Erlebnisgastronomie für die 100 Quadratmeter Nutzfläche in
exponierter Lage im Gespräch. Dass es damit nicht geklappt hat, findet Dieter Christoph zwar schade; dennoch ist der Chef der Firma
«RegionalKonzept», die von der Stadt mit der Vermarktung des Anwesens betraut wurde, auch mit dem künftigen Mieter hochzufrieden.
Wie Hößl auf FN-Anfrage sagte, möchte er sein Geschäft am neuen Standort um ein Tagescafé erweitern. Er verspricht sich von der
Gastro-Komponente ebenso wie Christoph, dass die Billinganlage weiter belebt wird. «Ein Schmuckkästchen» werde geschaffen, schwärmt Hößl.
Es wäre der letzte Mosaikstein bei der aufwändigen Umgestaltung der einstigen Verkehrsdrehscheibe zum «Stadtplatz». Als hier noch Busse und
Straßenbahnen das Bild beherrschten, war im Zollhaus ein dank der zahlreichen Fahrgäste gut frequentierter Kiosk untergebracht. Nachdem die
Stadt jedoch ihr gesamtes Nahverkehrskonzept umgekrempelt und die Billinganlage ihre frühere Funktion verloren hatte, verwaiste das
denkmalgeschützte Anwesen. Vom Verkehr umtost und reichlich marode, mochte sich seit 2001 niemand mehr dort einquartieren.
Dass es erhalten bleiben muss, stand indes stets außer Frage. Immerhin ist das 1901 erbaute Häuschen das letzte erhaltene Relikt aus einer
Zeit, als die Fuhrleute in Fürth noch für die Benutzung der Straßen abkassiert wurden. Umso glücklicher ist auch Fürths Oberbürgermeister
Thomas Jung, dass dieses «tatsächliche Schmuckstück der Denkmalstadt Fürth» nun eine Zukunft hat.
Die Stadt bleibt Eigentümer und räumt der Stiftung Baukultur und Denkmalschutz, in deren Auftrag «RegionalKonzept» agiert, ein langfristiges
Nutzungsrecht ein. Die Stiftung tritt als Bauherr auf und finanziert die rund 300 000 Euro teure Renovierung aus den Mieteinnahmen und
Zuschüssen, unter anderem aus dem Fördertopf «Soziale Stadt». Das Modell wurde bereits erfolgreich erprobt: Kommune und Stiftung
kooperierten beim Bau des Technischen Rathauses in der Hirschenstraße und bei der Sanierung des Rathaus-Südflügels.
Weil das Espressohaus rasch eine neue Unterkunft braucht, müsse es nun «zügig vorangehen», sagt Dieter Christoph. Anfang 2009 rücken die
Handwerker an, Mitte des Jahres sollen sie schon fertig sein. Dann werde sich das historische Kleinod sensibel saniert, in neuem Glanz und
mit komplett überarbeiteter Haustechnik präsentieren.
Wolfgang Händel
2.12.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Angefragt
Bernd Leibinger,
Fachanwalt für Arbeitsrecht, über das Ansehen von Chefs, die jeder vierte Arbeitnehmer als zu autoritär und jeder zehnte als cholerisch
beschreibt:
«Wenn sich Chef und Arbeitnehmer nicht verstehen, endet es bei mir: Man geht wegen Mobbing oder verhaltensbedingten Kündigungen vors
Arbeitsgericht. Aber es ist doch so: Im Arbeitsverhältnis werden Leistungen ausgetauscht. Überall kommt es dabei zu Reibungsverlusten. So
lange man sich aber über Probleme unterhalten kann, meine ich, funktioniert das noch. Gerade in Franken redet man gern Klartext. Chef wie
Mitarbeiter haben Eigenheiten und Fehler, zum täglichen Umgang gehört deshalb gegenseitiger Respekt. Selbst das kleinste Rädchen hält einen
großen Betrieb am Laufen. Freilich ist der Arbeitgeber in etwas besserer Stellung, aber auch der Arbeitnehmer darf auf seine Rechte pochen
und Veränderung verlangen. Sonst hindert ihn nichts, zu gehen.»
4.12.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Weihnachtsmarkt mit Altstadtflair
Auf dem Fürther Waagplatz locken ab morgen Buden und viel Musik
FÜRTH (fn) - Traditionelles Handwerk und Konzerte jeder Couleur, Christkindbesuch und Glühweinausschank: Bei der 29. Fürther
«Altstadt-Weihnacht» auf dem Waagplatz vom 5. bis zum 14. Dezember fällt die Einstimmung auf die stille Zeit nicht schwer.
Im Herzen der Altstadt zählt dieser vom Altstadtverein Fürth organisierte Weihnachtsmarkt noch zu den traditionellen Vertretern seiner
Gattung. In den Buden am Waagplatz finden sich wie in alter Zeit Blechspielzeug und Kunsthandwerk, Strohsterne und Häkeldeckchen wie aus
Omas guter Stube, handmodellierte Engel und selbst gefertigter Schmuck aus den Schmieden diverser Hobbykünstler und -handwerker.
Am Freitag, 5. Dezember, eröffnet Oberbürgermeister Thomas Jung um 17 Uhr die Altstadt-Weihnacht. Musikalisch gestaltet wird der Auftakt
unter anderem vom Chor des Schliemann-Gymnasiums und dem Vacher Posaunenchor. Auch in den darauffolgenden Markttagen ist für ein
umfangreiches Unterhaltungsprogramm mit weihnachtlicher Prägung gesorgt.
Überschaubarkeit und historische Kulissen verleihen der Altstadtweihnacht besonderes Flair. Neben dem Weihnachtsmarkt auf der Fürther
Freiheit eröffnet er ein kreatives Spektrum vorweihnachtlicher Schaffensfreude.
Der Markt ist von Montag bis Freitag von 16.30 bis 20 Uhr, samstags und sonntags von 13 bis 20 Uhr geöffnet. Täglich beschließt Nachtwächter
Manfred Heckel das Markttreiben.
4.12.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Mehr Sauberkeit an der U-Bahn–Endstation
Fürther Straßenreinigung auf Expansionskurs - Kehrmaschinen künftig auch im Golfpark
FÜRTH (di) - Die Stadt weitet das Gebiet ihrer Straßenreinigung nach dem Ende der Winterperiode im Westen aus. Sauberer soll es vor allem
auf der Hardhöhe und im Golfpark-Areal (alter Flugplatz Atzenhof) werden.
Finanziert wird der Service von den Anliegern. Ihr Beitrag bemisst sich nach den Frontmetern ihrer Grundstücke. Die Stadt ist mit 15 Prozent
an den Reinigungskosten beteiligt. Dennoch wird der kommunale Haushalt durch die Gebietsausweitung nicht zusätzlich belastet.
Wie Bauhofleiter Franek Kitowski erläutert, ist das dem Umstand zu verdanken, dass in einigen Straßen, die bislang ausschließlich auf
städtische Kosten gesäubert wurden, nun auch die Anlieger zur Kasse gebeten werden. Das betrifft den Breiten Steig, die Heilstättenstraße
von der Breslauer- bis zur Paul-Keller-Straße, die Veitsbronner Straße und die Würzburger Straße von der Narzissenstraße bis zur
Stadtgrenze.
Mit der Reinigung der bis Jahresende fertiggestellten Straßen im neuen Gewerbegebiet auf dem alten Flugplatz will die Stadt laut Kitowski
zur Verbesserung des Gesamteindrucks und damit auch der Vermarktung beitragen. Schließlich sind auch alle Straßen im Gewerbepark Süd in das
städtische Reinigungsgebiet aufgenommen worden.
Auch rund um den U-Bahnhof Hardhöhe soll ab April in städtischer Regie für mehr Sauberkeit gesorgt werden. Das betrifft in erster Linie die
Komotauer Straße zwischen Reichenberger Straße und Soldnerstraße und die von vielen Autos zugeparkte Siemensstraße. Auch das Umfeld der
anderen Fürther U-Bahn-Stationen wird von der Stadt gereinigt.
Das erweiterte Reinigungsgebiet umfasst schließlich noch die Wilhelmstraße von der Friedrich-Ebert-Straße bis zur Hochstraße, den
Fritz-Mailaender-Weg, der Weg von der Widderstraße zur Poppenreuther Straße und den Karlsberg zwischen Karlsteg und Königstraße.
Während die Kehrmaschinen in der Komotauer Straße zwei Mal wöchentlich unterwegs sind, werden alle übrigen neu aufgenommenen Straßen nur
einmal wöchentlich gereinigt. Trotz Personalknappheit will die Kommune auf Grund schlechter Erfahrungen mit Fremdfirmen die Zusatzaufgabe
mit eigenen Kräften bewältigen.
4.12.2008
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Von der Wein- bis zur Breitscheidstraße
Einem Straßenzug, der durch die jüngsten Diskussionen über das Einkaufszentrum Neue Mitte stark in den Blickpunkt gerückt ist, widmet sich
ein neuer, von der Fürther Geschichtswerkstatt im Städtebilder-Verlag Fürth herausgegebener Band. Der Titel «Die Fürther Weinstraße - vom
Feldweg zur Stadtmitte» mag zunächst verwirren, doch ursprünglich hieß die Breitscheid- tatsächlich Weinstraße. 1917 wurde sie in
Hindenburgstraße umbenannt, 1946 erhielt sie ihren heutigen Namen. Zahlreiche historische Aufnahmen spiegeln den Wandel der
Hauptverkehrsader wider, die parallel zur Trasse der ersten deutschen Eisenbahn verlief und durch die die erste Fürther Straßenbahn rollte.
Von allen Straßen der Fürther Innenstadt hatte sie im Zweiten Weltkrieg die meisten Zerstörungen zu verkraften, in der Nachkriegszeit
veränderten etliche Abrisse und Fassadenänderungen das Erscheinungsbild. Das Buch ist zum Preis von 15 Euro im Fürther Buchhandel
erhältlich. Eine farbige Version gibt es für 25 Euro auf Vorbestellung beim Verlag, Schwabacher Str. 17.
13.1.2009
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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St. Matthäus in Vach wird 950 Jahre alt
Ein sehr wichtiges Jahr steht der Vacher evangelischen Kirchengemeinde St. Matthäus bevor. Vor genau 950 Jahren wurde der weithin sichtbare
Sandsteinbau im heutigen Kirchenweg geweiht. Weder Plünderung, Brandschatzung oder Fliegerbomben konnten seither dem Gotteshaus
nachhaltigen Schaden zufügen. Immer wieder bauten die Vacher ihre Kirche auf und sorgten für eine nahtlose Historie, die momentan von mehr
als 2200 Gemeindemitgliedern und den beiden Pfarrern Katrin Grimmer und Markus Pöllinger fortgeschrieben wird. Den Auftakt im mit
Veranstaltungen gespickten Jubiläumsjahr bildete ein kurzweiliger Gottesdienst in der vollbesetzten Kirche. Als Friedenszeichen schickte im
Anschluss Taubenzüchter Hans Pfann zwei weiße Tauben gen Himmel. Extra für das Jubiläum ließ Pfarrer Pöllinger neben einer speziellen
Teemischung, bestehend aus Gingkoblättern mit Orangenölen, auch 250 knallrote Tassen mit dem Geburtstagslogo, einer stilisierten Kirche
nebst dem Vacher Wappen, anfertigen. Im Kantorat lud Heimatforscher Georg Mehl zu einer bunten Zeitreise durch die vergangenen Jahrhunderte
ein. ts/Foto: Thomas Scherer
15.1.2009
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Neue Mitte: 1000 Fürther beim FN-Forum
Podiumsdiskussion in der Stadthalle
FÜRTH - So viele Menschen hat ein öffentliches Thema in Fürth schon länger nicht mehr bewegt. Im voll besetzten großen Saal der Stadthalle
verfolgten am Montagabend rund 1000 Interessierte die FN-Podiumsdiskussion zur «Neuen Mitte» in der Stadthalle.
Schon bei der Vorstellung der Experten auf dem Podium zeigte sich, dass etwa gleich viele Gegner und Befürworter des Kaufhausprojektes des
portugiesischen Investors Sonae Sierra gekommen waren. So erhielt der Fürther Heimatpfleger Alexander Mayer, der sich im Vorfeld vehement
gegen den Abriss von denkmalgeschützten Häusern ausgesprochen hatte, ähnlich viel Beifall wie der städtische Wirtschaftsreferent Horst
Müller, der sich von der Neuen Mitte entlang der Rudolf-Breitscheid-Straße vielfältige Impulse verspricht.
An der grundsätzlichen Notwendigkeit, die Attraktivität Fürths als Einkaufsstadt zu verbessern, schieden sich die Geister nicht. Allerdings
bemängelte beispielsweise Mayer an der aktuellen Planung mit 25000 Quadratmetern Verkaufsfläche, sie berge zu viele Risiken und fordere zu
viele Opfer. Außerdem seien derartige Einkaufszentren nicht mehr zeitgemäß. Dagegen verteidigte Martin Philippen. Projektleiter von Sonae
Sierra, das Vorhaben. Seriöse Marktforscher, so Philippen, hätten festgestellt, dass «erhebliche Kaufkraft» nach Nürnberg und Erlangen
abfließt.
Oberbürgermeister Thomas Jung, der nicht auf dem Podium saß, erläuterte sozusagen als Gast seine Beweggründe für sein Interesse an Sonae
Sierra. Dabei gestand Jung, er habe anfangs auch Zweifel gehabt, weil die Stadt bezüglich großer, aber nie realisierter Projekte ein
gebranntes Kind sei. Als die Pläne mehrere Monate vor der vergangenen Kommunalwahl konkret geworden seien, habe er diese nicht im Wahlkampf
zerreden lassen wollen. Deshalb habe er das Thema erst nach seiner Wiederwahl in die Öffentlichkeit getragen.
(Einen ausführlichen Bericht über die Podiumsdiskussion lesen Sie morgen in den FN)
Kurt Heidingsfelder
19.1.2009 20:37 MEZ
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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In der Fastenzeit Essen wie die Mönche
Küchenmeister Anton Klein gibt Tipps zur Fastenzeit
PLANKSTETTEN - Schluss mit Schlemmen: Mit Beginn der Fastenzeit verzichtet fast ein Viertel der Deutschen vor allem auf Fleisch und Alkohol.
Besonders die Mönche entwickelten großen Ideenreichtum, wenn es darum ging, die Fastenregeln zu interpretieren. Aus dem Schwäbischen etwa
wird berichtet, dass dort eine segensreiche Regel galt: Fleisch, das man nicht sah, existierte auch nicht. Die berühmten Maultaschen haben
dort das Problem fleischloser Mahlzeiten gelöst.
Die Benediktinerabtei Plankstetten bietet unter dem Motto «Essen wie die Mönche« einmal monatlich Kochkurse in der Klosterküche an.
Küchenmeister Anton Klein ließ sich vorab in die Töpfe schauen:
40 Tage keine Fleischeslust: Müssen die Mönche heutzutage in der Fastenzeit das Fleisch auch verstecken?
Anton Klein: Bestimmt nicht. Zur Fastenzeit verzichten die Mönche zum Frühstück und Abendessen auf Wurst, montags, mittwochs und freitags
gibt’s kein Fleisch. Das hat der Konvent so festgelegt und ist auch aus ernährungsphysiologischer Sicht durchaus sinnvoll. Diesen Sonntag
steht etwa «Plankstettener Heubraten vom Klosterrind mit Semmelknödel« auf dem Speiseplan und dann gibt’s auch einen süßen Nachtisch für
die Mönche.
Thema Fastenspeisen: Steht denn eher der religiöse oder der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund?
Klein: Wir bereiten hier in der Zentralküche des Klosters die Mahlzeiten für die Klosterschenke, das Gästehaus und auch für den
Mönchskonvent. Wer richtig fasten will, der ist bei uns im Kloster in dem einwöchigen Kurs «Fasten mit Leib und Seele« richtig. Frisch
gepresste Gemüsesäfte und gedünstetes Gemüse reinigen den Körper, ausgiebige Spaziergänge in der Umgebung und auch das Miteinander im
Kloster, wie etwa der Besuch des morgendlichen Chorgebets, die Seele.
«Feines ohne Fleisch« ist das Thema des Februar-Kochkurses zur Fastenzeit. Was steht denn bei Ihnen auf dem Speiseplan?
Klein: In unserem Kochkurs zaubern wir in der Klosterküche zusammen mit zwölf Kochwütigen ein Vier-Gang-Menue. Butterlachs auf
Fenchel-Risotto werden wir zusammen zubereiten. Wichtig ist mir, dass die Rezepte einfach und ohne viel Schnickschnack zu Hause nachgekocht
werden können. Auch eine «Resteverwertung« gehört bei mir unbedingt dazu. So kann etwa ein Bierteig, der am Vortrag für Apfelküchle übrig
geblieben ist, tags drauf als Suppeneinlage auf den Tisch kommen. Ganz wichtig ist mir die saisonale Küche: 80 Prozent aller zum Kochen
verwendeten Produkte werden bei uns am Klostergut Plankstetten in Klostergarten und Metzgerei auch selbst erwirtschaftet. Gemüse etwa wird
im Sommer auf unseren Feldern knackfrisch geerntet und dann schockgefroren.
Hobby-Bocuse oder doch eher der Tütensuppen-Aufreißer – Wer besucht denn die Kochkurse im Kloster?
Klein: Junge berufstätige Mütter sind dabei, die lernen kindgerecht zu kochen und mit neuen Rezepten ihren Speiseplan aufpeppen wollen.
Aber auch viele «Wiederholungstäter« kommen zu mir an den Herd: Wie etwa ein Ehepaar, das, alle Jahre wieder, auf dem Zwischenstopp in den
Sommerurlaub Rast im Kloster macht.
Was steht denn als nächstes Schmankerl auf ihrem Kochkurs-Programm?
Klein: In vierzig Tagen ist Ostern. Am Donnerstag, 26. März, zaubern wir ein festliches Dreigang-Menue zum Osterfest. Dann darf auch wieder
richtig geschlemmt werden.
Info:
Der Kochkurs «Essen wie die Mönche« findet immer am 4. Donnerstag im Monat statt. Anmeldung telefonisch unter 08462/206-251. Die
Klosterschenke ist täglich, außer montags, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Weitere Informationen zu den Fastenkursen unter Telefon
08462/206-201.
Interview: Birgit Herrnleben
27.2.2009
© NÜRNBERGER NACHRICHTEN
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Live-Reportage für drei Blinde
Kommentatorin Stefanie Dietsch über das Projekt «Hören, was andere sehen»
FÜRTH - Seit Oktober 2005 gibt es im Ronhof das Projekt «Hören, was andere sehen», bei dem die Spiele der SpVgg für blinde Fans kommentiert
werden. Eine der ehrenamtlichen Kommentatorinnen ist Stefanie Dietsch. Wir sprachen mit der 24-jährigen freien Journalistin vor dem
Heimspiel gegen den TSV 1860 München über den Verlauf des Projekts, besondere Momente und den eventuellen Aufstieg des Kleeblatts.
Frau Dietsch, wie stehen Sie als Nürnbergerin eigentlich zum Kleeblatt?
Dietsch: Ich bin zwar gebürtige Nürnbergerin, wohne aber ganz nahe der Stadtgrenze. Und ich bin Kleeblatt-Fan. Schon als Kind hat mich mein
Vater zu den Heimspielen in den Ronhof mitgenommen, das war Mitte der 90er Jahre. Das ist also familiär bedingt, denn mein Vater ist schon
seit fast 50 Jahren Mitglied bei der Spielvereinigung.
Wie kamen Sie als Kommentatorin zum Projekt «Hören, was andere sehen»?
Dietsch: Ich habe damals bei einem Nürnberger Radiosender gearbeitet und wir wurden angerufen, ob wir Interesse an der Arbeit hätten. Mein
Kollege Christian Rupp und ich haben spontan ja gesagt.
Welches war Ihr erstes Spiel im Ronhof in der neuen Funktion?
Dietsch: Das war gegen den KSC. In der Pause stand es 1:0 für die Fürther und wir wurden interviewt. Ich habe damals auf einen 3:1-Endstand
getippt. Ein Raunen ging durchs Stadion und viele dachten bestimmt, das ist ein typischer Frauentipp ohne Sachverstand. Doch ich sollte
Recht behalten, das Spiel ging tatsächlich 3:1 aus.
Nun kommentieren Sie ja für Blinde. Worauf müssen Sie da besonders achten?
Dietsch: Wir suchen stets den Kontakt zu den Blinden, damit wir auch wissen, was sie hören wollen, was für sie wichtig ist. Entscheidend ist
es, viel mit Meterangaben zu arbeiten, die Spielminuten regelmäßig zu erwähnen und die Spielpositionen gut zu beschreiben. Wir müssen uns
immer bewusst machen, dass unsere Zuhörer ja nichts sehen. In der Halbzeit besprechen wir uns mit den Blinden dann regelmäßig und stimmen
uns ab. Wenn Fans des Gegners dabei sind, dann gibt es auch vor der Partie eine kurze Besprechung.
Gab es schon kuriose Erlebnisse?
Dietsch: Einmal waren nach 70 Minuten in einem Spiel die Akkus der Empfangsgeräte leer. Wir haben uns dann zu den Blinden gesetzt und
abwechselnd von links und rechts lautstark direkt ohne Mikrofon reportiert. Das war ein wenig kurios, aber den Blinden hat es gefallen.
Wie ist das Feedback generell?
Dietsch: Wir bekommen eigentlich immer Lob. Interessant dabei ist, dass die Blinden eine Partie und auch die Leistung einzelner Spieler
hinterher gut einordnen können, obwohl wir bei der Reportage um Neutralität bemüht sind und keine Bewertungen vornehmen. Das spricht dafür,
dass es funktioniert.
Klappt die neutrale Herangehensweise immer?
Dietsch: (lacht) Na ja, gegen den Club kann schon mal ein kleiner Seitenhieb kommen, aber auch da haben wir ja gegnerische Fans, für die wir
arbeiten. Da ist es in erster Linie wichtig, dass wir unsere Arbeit gut machen.
Für wie viele Menschen kommentieren Sie eigentlich?
Dietsch: Diesbezüglich ist das Projekt noch ausbaufähig. Im Schnitt sitzen drei Blinde auf der Tribüne und hören uns zu. Theoretisch könnten
wir aber für bis zu 16 Leute kommentieren.
Gibt es keine Werbeaktionen?
Dietsch: Doch. Die Behindertenbeauftragten des Vereins, Tanja Faltin und Mareike Kamm, wollen zukünftig verstärkt beispielsweise in
Blindenschulen die Werbetrommel rühren und wir hoffen, dass dann auch noch mehr kommen werden, um uns zu hören.
Wie ist die Unterstützung für das Projekt durch Verband und Verein?
Dietsch: Das Projekt wurde vom Verein «Sehhunde», einem Fanclub für blinde Fans aller Vereine, ins Leben gerufen. Von Seiten der Deutschen
Fußball-Liga existieren keine Vorgaben, dass es derartige Projekte geben muss. Aber erst Ende Januar gab es in der Sportschule Kaiserau von
DFL-Seite aus ein Seminar für die Kommentatoren, bei dem auch der bekannte Sportreporter Manni Breuckmann und der Ex-Schiedsrichter Hellmut
Krug Referate gehalten haben. Es wird sich also schon gekümmert. Auch die Unterstützung von Seiten der SpVgg ist sehr gut, man kommt uns
absolut entgegen.
Freuen Sie sich auf die Atmosphäre im Spiel gegen 1860 München, wenn der Ronhof wohl deutlich voller sein wird als normalerweise?
Dietsch: Klar heizt so etwas auch die Atmosphäre an. Das kriegen die Blinden auch mit und man muss das für sie auch transportieren.
Und wie geht das Spiel gegen die «Löwen» aus?
Dietsch: Ich weiß, dass 2:1 das Ergebnis ist, auf das jeder tippt. Aber trotzdem: Wir gewinnen 2:1. Und dann glaube ich auch weiterhin ganz
fest an den Aufstieg.
Interview: MARKUS RIEDL
19.3.2009
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Stelen für die Einkaufsmeile
Zwei Stelen markieren seit kurzem den Beginn der Fürther Fußgängerzone im Norden an der Schirmstraße und im Süden an der Maxstraße. Nach den
Worten von Tiefbauamtschef Manfred Pirkl wurde damit ein Wunsch der Gewinner des Architektenwettbewerbs zur Umgestaltung der Einkaufsmeile
in die Tat umgesetzt. Die Stelen sind mit einer Bronzelegierung versehen, aus welcher der Verlauf der Fußgängerzone samt Seitenstraßen
herausgeschnitten worden ist. Diese «Adern» lassen sich bei Dunkelheit beleuchten. Die Kosten für die beiden Stelen lassen sich laut Pirkl
nicht einzeln beziffern, da sie im 600 000 Euro schweren Gesamtbeleuchtungskonzept enthalten seien.
20.5.2009
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Der S-Bahn-Bau im engen Fürther Bogen
Von zweitem Bauwerk neben Siebenbogenbrücke nichts zu sehen - Nahverkehr am Wochenende gesperrt
FÜRTH (gru) - Der Ausbau der S-Bahn-Strecke von Nürnberg nach Forchheim, ein 200-Millionen-Projekt, kommt voran - in Fürth allerdings nicht
so schnell wie gedacht.
Im 45 Millionen Euro teuren Teilstück zwischen Hauptbahnhof und Stadeln, dem Fürther Bogen, müssen schließlich ganze Böschungen abgetragen
werden, ehe den zwei zusätzlichen Gleisen das Bett bereitet werden kann. In einem Internet-Video auf
Link www.nn-online.de ist der derzeitige Zustand der Bauarbeiten dokumentiert. So ist zum Beispiel von dem für Mai vorgesehenen Neubau
eines zweiten Brückenbauwerks neben der Siebenbogenbrücke westlich des Hauptbahnhofs noch nichts zu sehen.
Die Straßenunterführung am Scherbsgraben wurde bekanntlich im vergangenen Herbst gesperrt, um den Bahndamm verbreitern zu können. In unserem
Video erzählt ein Anwohner, dass der Durchgang zwischenzeitlich wieder geöffnet war, nur um dann erneut zugeschoben zu werden.
Den Bahn-Anrainern rücken zwar die Gleise näher auf die Pelle. Die versprochenen Schutzwände allerdings sollen einen beträchtlichen Teil der
Lärmbelastung schlucken, so dass unter dem Strich ein Minus an Lärmbelastung herauskomme.
Wegen des Gleisbaus muss die Strecke immer wieder für den Nahverkehr gesperrt werden - das nächste Mal schon von Freitag, 29. Mai, ab 23.55
Uhr bis zum folgenden Sonntag um 16.40 Uhr. Die Regionalbahnen zwischen Fürth-Vach und Nürnberg-Hauptbahnhof entfallen. Zwischen Vach und
Fürth werden Ersatzbusse angeboten, von Fürth nach Nürnberg kann die U-Bahn benutzt werden.
26.5.2009
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Pläne für die Neue Mitte haben sich erledigt
Investor Sonae Sierra setzt nicht mehr auf das Einkaufszentrum - und interessiert sich fürs alte City-Center
FÜRTH - Das Aus für die Neue Mitte ist beschlossene Sache: Der portugiesische Investor Sonae Sierra wird seine Pläne für ein neues
Einkaufszentrum links und rechts der Rudolf-Breitscheid-Straße nicht weiter verfolgen. Stattdessen lenkt das Unternehmen seinen Blick auf
das bestehende City-Center - an dem aber auch drei andere Investoren ernsthaft interessiert sind.
Das bestätigten der städtische Wirtschaftsreferent Horst Müller und der Projektentwickler von Sonae Sierra, Martin Philippen, gestern auf
Anfrage der FN. Der Konzern habe an seinem Konzept eines geschlossenen Centers festgehalten, sehe aber keine Möglichkeit, es auf der
verbliebenen, seit der Verkaufsweigerung eines Hausbesitzers deutlich geschrumpften Fläche umzusetzen. Man stufe Fürth jedoch «nach wie vor
als super Standort ein», so Philippen, und konzentriere sich deshalb nun aufs City-Center.
Er bedauere die Entwicklung zwar, sagt Horst Müller, weil er noch immer große Stücke auf das kreative Potenzial der Portugiesen halte;
dennoch sei er froh, dass die für Stadt und Handel ungute Hängepartie beendet ist. Seine Hoffnung für die Zukunft: Durch die Diskussionen
über die Neue Mitte sei «die Aufmerksamkeit auf Fürth gelenkt» worden, die «Bereitschaft, etwas zu tun», habe sich erhöht.
Deshalb bleibt Müller zuversichtlich, dass zumindest auf dem Wölfel- und dem Fiedler-Areal ein neuer, allerdings wesentlich kleinerer
Einkaufsschwerpunkt entstehen wird. «In diesem Bereich muss etwas passieren», in den verwinkelten und maroden Wölfel-Höfen «sogar
kurzfristig», wie Müller meint.
Interessenten dafür gebe es, doch Müller macht eine klare Einschränkung: In seinen Augen muss der Investor, der den Zuschlag fürs
City-Center bekommt, auch an der Rudolf-Breitscheid-Straße aktiv werden, damit beide Projekte aufeinander abzustimmen sind - und eine
Konkurrenzsituation auf diese Weise vermieden wird.
Andernfalls torpediere man die inzwischen weit gediehenen Bemühungen um eine neue Nutzung des 24 Jahre alten, in Turbulenzen geratenen
City-Centers. Dass diese Bemühungen bereits gefruchtet haben, überrascht Müller, wie er einräumt. Zwar habe er das Center nie ganz
abgeschrieben, aber auch nicht erwartet, «dass sich die Lage so schnell ändert». Zu verdanken sei dies dem dreiköpfigen Verwaltungsbeirat,
den die 351 Eigentümer eingesetzt haben. Er trieb die Verhandlungen unter wachsendem wirtschaftlichem Druck und mit Unterstützung des
Wirtschaftsreferats zügig voran.
Am vergangenen Samstag traf sich die Eigentümergemeinschaft zur entscheidenden Versammlung. Das Ergebnis, das noch vor einigen Monaten kaum
jemand für möglich hielt: Der Verkauf des stark sanierungsbedürftigen Einkaufstempels ist nun «grundsätzlich beschlossen», sagte Karin
Maul, eine der Sprecherinnen, den FN. Man hoffe, rasch alle notariellen Angelegenheiten über die Bühne zu bringen.
Damit wäre der Weg für neue Besitzer frei, die freilich erst einmal kräftig in einen Umbau des längst nicht mehr zeitgemäßen City-Centers
investieren müssten. Fachleute gehen von Kosten von bis zu 80 Millionen Euro aus. Ob die ursprüngliche Größe – 26 000 Quadratmeter
Verkaufsfläche – erhalten bliebe, ist mehr als fraglich. Wahrscheinlicher ist, dass der Investor stattdessen auf zusätzliche, noch zu
entwickelnde Einkaufsangebote im zuvor für die Neue Mitte reservierten Gebiet setzt. Bisher, heißt es, haben die meisten Bewerber diese
Bereitschaft signalisiert. In Müllers Augen müsste dieses kleinere Center zumindest ein Kino und einen großen Textilanbieter aufweisen. Er
halte es daher für ratsam, dass die Kommune entsprechende Bedingungen stellt.
Zunächst sind nun aber die Unternehmen aufgefordert, in Kürze ein Angebot für das City-Center abzugeben - das hoffentlich den Vorstellungen
der Eigentümer entspricht. Wie diese aussehen, darüber schweigt sich Karin Maul jedoch aus.
Sofern sich die Preisvorstellungen «nicht in schwindelerregender Höhe befinden, ist das aber sicher machbar», meint Horst Müller. Eigentlich
hätte er sich gewünscht, die Weichen könnten noch vor der Sommerpause des Stadtrats gestellt werden; dass es gelingt, hält er allerdings
für wenig wahrscheinlich.
Wolfgang Händel
1.7.2009
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Warum Jever Bier an Tucher liefert
Frage kam nach dem Unfall eines Tanklasters mit 28000 Liter Pils aus Friesland auf
FÜRTH - Über einen Tanklastzug, der in der Fürther Innenstadt umzustürzen drohte, berichteten die FN am Wochenende. Der Inhalt des Tanks:
28000 Liter Jever-Bier, bestimmt für die hiesige Tucher Bräu. Etliche Leser stellten sich die Frage, was Tucher mit dieser Menge Bier aus
dem Norden der Republik macht. Die Erklärung ist denkbar einfach.
Kai Eschenbacher muss schmunzeln. «Auf keinen Fall«, sagt der Marketing-Chef der Tucher Bräu, «füllen wir Jever-Bier in Tucher-Flaschen ab.«
Nein, nein, das habe schon alles seine Richtigkeit. Das Jever lande natürlich in Jever-Flaschen und werde vom Großraum aus in
Süddeutschland - vor allem Bayern - vertrieben. So lautet die Vereinbarung innerhalb der Radeberger-Gruppe, zu der sowohl Tucher als auch
das friesisch-herbe Pils aus dem hohen Norden gehören.
Vorteil für die Umwelt
Laut Eschenbacher kommt das frisch gebraute Bier von der Nordseeküste in einem Tank mit dem Zug nach Nürnberg, wo es wiederum in einen
Tanklaster - der die enorme Menge von 28000 Liter fasst - geladen und zur neuen Tucher-Brauerei an der Nürnberg-Fürther Stadtgrenze
gebracht wird. Dort füllt Tucher das Bier in Flaschen ab.
Dieser «logistische Vorteil« spare nicht nur Geld, sondern sei auch ein Beitrag zum Umweltschutz, meint Eschenbacher. Würde man das
Jever-Bier nämlich bereits abgefüllt in Kästen in den Süden schicken, würden weitaus mehr Lkw-Fahrten notwendig. Auch das Jever-Leergut
landet folglich wieder bei der Tucher Bräu, wo die Flaschen gereinigt werden und auf die nächste Lieferung aus Friesland warten.
Weiterer Pluspunkt für die Tucher Bräu: Die eigene Abfüllanlage wird noch besser ausgelastet. Jever ist laut Eschenbacher allerdings die
einzige Biermarke aus der Radeberger-Gruppe, die bei Tucher abgefüllt wird. «Das macht ja auch nur Sinn bei einer nationalen Marke, die in
ganz Deutschland bekannt ist und getrunken wird«, sagt der Marketing-Chef.
Johannes Alles
7.7.2009
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Archäologen auf ehemaligem Friedhof
Bauarbeiten ermöglichen kurzfristig Ausgrabungen am Kirchenplatz in der Fürther Altstadt
FÜRTH (fn) - Keine Sommerferien macht die Arbeitsgruppe Archäologie in Fürth. Derzeit werden Funde am Kirchenplatz gesichert.
Eine städtische Baumaßnahme vor der Grundschule am Kirchenplatz zur Verlegung von neuen Blitzableiterkabeln sowie der Umleitung einer
Gasversorgungsleitung haben zur Öffnung eines Teils des aufgelassenen Ortsfriedhof an der Michaelskirche geführt und wie immer in solchen
Fällen auch alte Bestattungen aufgedeckt.
Am vergangenen Freitag waren auch Archäologinnen des Landesamtes für Bodendenkmalpflege vor Ort, um die Befunde zu dokumentieren – eine
Tätigkeit, die unter Mithilfe der AG Archäologie im Altstadtverein durchgeführt wird. Die Ausrichtung zweier fast ungestörter Bestattungen
geben die Belegrichtung auf dem Friedhof an. Reste von Buntmetall an den Knochen lassen auf weitere Beigaben schließen.
Wie der Leiter der Arbeitsgruppe und Altstadtvereinschef Thomas Walter erläutert, war es möglich, ein fast vollständig erhaltenes
Totenkrönchen im Block zu bergen. Mit solchen Krönchen wurden in Fürth einst verstorbene Frauen ausgestatten.
18.8.2009
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Dokumente kehrten nach fast 65 Jahren zurück
Am Kriegsende verloren gegangene Briefe und Fotos eines Fürthers sind in Jade an der Nordsee aufgetaucht
Ein kleines Wunder verbindet Fürth mit Jade an der Nordsee. Auf dem Dachboden des Rathauses der 6000-Einwohner-Gemeinde wurde ein Beutel mit
persönlichen Dokumenten gefunden, die einem Fürther beim Fronteinsatz in Nordeutschland am Ende des letzten Weltkriegs abhanden gekommen
waren. In einer goßen Suchaktion konnte der Besitzer ausfindig gemacht werden. So fand nach fast 65 Jahre das Hab und Gut wieder nach
Hause.
FÜRTH - Den Anstoß hatte Jades Bürgermeister Henning Kaas mit der Anordnung zum Aufräumen in der Verwaltung gegeben. Im Archiv unter dem
Rathausdach stieß Sozialamtsleiter Jörg Weden (42) nach einigen Tagen auf einen Beutel mit Briefen, Fotos, Tagebuch, Soldbuch und
Postsparbuch. Die Post war an Jupp Baier aus Limburg an der Lahn addressiert, der bei der Kriegsmarine in Wilhelmshaven stationiert war.
«Vielleicht lebt er noch?», fragte sich Weden und nahm umgehend Kontakt zur Meldeamtsleiterin Christel Wagner in Limburg / Lahn auf. Spontan
versprach sie, bei der Suche nach dem Adressaten zu helfen. Gleichzeitig wurde der Suchdienst des Roten Kreuzes eingeschaltet. Doch der
brauchte erst gar nicht in Aktion treten, denn bereits einen Tag nach der Anfrage aus Jade konnte Wagner stolz verkünden, dass sie den
Besitzer der Dokumente, Josef Baier (81), in Fürth ausfindig gemacht hat.
Viele Erinnerungen
Weden zögerte keine Minute und schickte dem Fürther nach einem Telefongespräch die längst abgeschriebenen Papiere. Baier traute seinen Augen
kaum, als er nach so vielen Jahren die verloren geglaubten Dinge wieder in Händen hielt. So viele Erinnerungen hafteten an den Schreiben
und Bildern. In den Wirren des zu Ende gehenden Krieges hatte Baier den Verlust überhaupt nicht bemerkt. Nachdem sein Schiff im Ärmelkanal
versenkt worden war, wurde er zum Landdienst abkommandiert. «In Wilhelmshaven wurden wir neu eingekleidet. Die blaue Marineuniform durch
feldgraue ersetzt. Das gesamte Zivilgepäck ist bei dieser Aktion in Wilhelmshaven geblieben», erinnert sich der Fürther. Weil es keine
intakten Fahrzeuge und Treibstoff mehr gab, marschierten die Soldaten zu Fuß. Baier: «Wir haben ganz Ostfriesland durchquert.»
Beim letzten Kampf im Norden wurde Baier in Edewechterdamm an der Grenze zur Stadt Oldenburg unmittelbar vor Kriegsende als einer von
wenigen Überlebenden gefangen genommen. Nach dem Krieg fand er Arbeit bei einem amerikanischen Konzern, zu dessen Marketingdirektor er
wurde.
Wie die Unterlagen ins Rathaus von Jade kommen konnten, ist Baier wie Weden ein Rätsel. «Ich war nie in Jade», berichtet der Fürther. Dafür
kam der Finder nach Fürth. Baier hatte ihn nämlich eingeladen. Dass sich beide so gut verstehen, hängt mit ihrer Leidenschaft für die
Seefahrt zusammen. Auch Weden hat von 1986 bis 1994 bei der Marine gedient, meist in Wilhelmshaven.
«Wir sind Sealords, und alle Sealords auf der Welt, egal wie alt, welcher Nation, Hautfarbe oder welchen Glaubens, verbindet ein stilles
Band des gegenseitigen Respekts», erklärt der Sozialamtsleiter aus Jade. Sealords sind das, was auf der Straße die Trucker darstellen.
Baier nahm den Besuch zum Anlass, um dem Nordlicht seine Heimat vorzustellen. Ausgiebig wurde Nürnberg besichtigt. Weden: «Der Tag verging
wie im Flug.» Für Fürth reichte die Zeit schließlich nicht mehr.
Die Geschichte ist mit der glücklichen Rückkehr der Unterlagen und einer neuen Bekanntschaft aber noch nicht zu Ende. Die Stadt Limburg
plant einen Empfang für ihren Sohn. Und Weden freut sich schon darauf, bei dieser Gelegenheit auch seine Kollegin im dortigem Meldeamt
persönlich kennen zu lernen.
Volker Dittmar
24.8.2009
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Experimentierstunde in den Schulferien
Ein Fernsehteam dreht im Förderzentrum Nord auf dem alten Flugplatz für «Galileo»
FÜRTH (fn) - Das Fernsehen entdeckt Fürth. Immer häufiger nutzen Aufnahmeteams die Stadt als Kulisse. Aber auch städtische Einrichtungen
sind gefragt. Derzeit wird im Förderzentrum Nord auf dem alten Flugplatz Atzenhof eine neue Folge der Pro 7-Fernsehserie Galileo gedreht.
Wo ab Mitte September wieder Schüler lernen, wie man Kartoffelsalat zubereitet, gibt es jetzt in den Ferien nur Kabelsalat. Scheinwerfer
tauchen Teile der Schulküche in gleißendes Licht, Mikrofone werden ausgerichtet und Standorte für die Kamera gesucht. Seltsame Geräte
nehmen den Platz von Kochtöpfen und Bratpfannen ein. Die Experimentiervorrichtung steht unter dem Motto «Haushaltsgeräte extrem», das
zugleich Titel der Folge ist.
Herkömmliche Küchengeräte werden in der Schulküche durch Großmaschinen aus der Industrie ersetzt. Fürther Firmen haben die Apparate zur
Verfügung gestellt. So treibt eine Industriebohrmaschine etwa einen Milchaufschäumer an. Die naturwissenschaftliche Fernsehserie Galileo
zeichnet sich durch außergewöhnliche Versuche dieser Art aus. Im Auftrag von Pro 7 dreht ein Team der Maximus-Filmgesellschaft jetzt
ungestört vom normalen Schulbetrieb.
Die städtische Gebäudewirtschaft hat die moderne Schulküche des Förderzentrums Nord auf Anfrage der Filmgesellschaft zur Verfügung gestellt.
Was für die Kommune dabei zählt, ist vor allem der Werbe-Effekt. Voraussichtlicher Sendetermin ist der 10. September um 19.10 Uhr.
25.8.2009
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Kleines Häuschen, große Wirkung
Das Elektronische Stellwerk der Bahn ist in Betrieb gegangen - Start mit Panne
FÜRTH - Die Arbeiten waren von langer Hand geplant: Um unter anderem ein neues Elektronisches Stellwerk (ESTW) in Fürth in Betrieb zu
nehmen, war die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth am Wochenende 72 Stunden lang gesperrt. Doch ganz ohne Pannen lief die
Angelegenheit nicht ab.
Eigentlich sollten am Montagmorgen gegen 5 Uhr wieder Züge zwischen Nürnberg und Fürth verkehren, doch gleich die ersten Bahnen fielen aus.
Grund waren «Umstellungsprobleme auf das neue ESTW», wie Bahnsprecher Frank Kniestedt auf FN-Anfrage sagte. Das ESTW ist in den vergangenen
Monaten zwischen den Bahngleisen und der Gebhardtstraße in Fürth entstanden - ein kleines Häuschen voll gestopft mit Hightech. Von hier aus
werden über ein Dutzend Weichen und Signale an der Nürnberger Jansenbrücke gesteuert - «ein besonders neuralgischer Punkt», sagt Kniestedt.
Im Lauf der nächsten Jahre soll das ESTW weitere Aufgaben bekommen. Der elektronischen Steuerung gehöre schließlich die Zukunft, weiß der
Bahnsprecher. Die elektromechanischen Stellwerke hingegen seien Auslaufmodelle.
Oberstes Ziel eines solchen Stellwerks ist es Kniestedt zufolge, dass sich niemals zwei Züge in ein und demselben Abschnitt befinden, damit
es nicht zu einem Crash kommen kann. Während vor vielen Jahren noch ein Bahnangestellter aus dem Fenster blickte, um zu sehen, ob der Zug
durch ist, bevor er die Weiche stellte, läuft das nun wie folgt ab: Kleine Kästchen an den Gleisen zählen die Achsen eines Zuges. Haben
ebenso viele Achsen den Abschnitt verlassen, wie zuvor hineingefahren sind, wird ein Signal weitergeleitet.
Reibungslos verlief am Wochenende der Abbruch der Hardbrücke. Sie musste im Zuge des S-Bahn-Baus einem breiteren Neubau weichen. Kniestedts
Fazit für das Wochenende ist denn auch trotz der Panne am Montagmorgen positiv: «Wir haben in den 72 Stunden Vollsperrung wirklich
unglaublich viel geschafft.» JOHANNES ALLES
15.9.2009
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Erinnerung ans Kaufhaus Tietz
Raiffeisenbank will Geschichte des Ex-Warenhauses beleben
FÜRTH (fn) - Die Raiffeisen- und Volksbank bittet die Fürther darum, in ihren Erinnerungen zu kramen. Was verbinden sie mit dem Gebäude am
Kohlenmarkt 4, dem ehemaligen Kaufhaus Tietz?
Wie berichtet, hat es das Kreditinstitut vor einigen Wochen erworben, um in Teilen des Gebäudes ein Kundencenter unterzubringen. Damit endet
- sehr zur Freude der Stadtspitze - ein jahrelanger Leerstand. In den kommenden Monaten steht die Sanierung an. Mitte 2010 soll nach dem
Wunsch der Raiffeisenbank nicht nur der Glanz früherer Zeiten wieder erstrahlen, sondern auch die über 100-jährige Geschichte des Hauses
wieder aufleben, das als erstes Warenhaus Bayerns gilt.
Zur feierlichen Eröffnung im Mai 2010 soll eine Ausstellung zur Vergangenheit des Gebäudes gezeigt werden, das manche Fürther vielleicht
noch aus Zeiten kannten, als die Straßenbahn vorbeifuhr und es unter dem Namen Kaufhaus Weißer Turm oder - noch früher - als Warenhaus «H.
Tietz & Co.» geführt wurde.
Nur Leihgaben
«Sicher haben einige Bürger seltene und alte Fotoaufnahmen und Postkarten vom Kohlenmarkt 4 oder alte Rechnungen, die noch vom Warenhaus
ausgestellt wurden», sagt Markus Engelmayer, Vorstand der Raiffeisen-Volksbank Fürth.
Gesucht werden neben Fotografien und Postkarten auch Berichte, Geschichten und Anekdoten zum Geschäftshaus. «Vielleicht hat der eine oder
andere noch Erinnerungs- oder Einrichtungsstücke, die mit dem Warenhaus in Verbindung stehen», hofft auch Engelmayrs Vorstand-Kollege
Thomas Gimperlein. Die Ausstellung soll allen Geschichtsinteressierten zugänglich gemacht werden. Die Gegenstände werden nur als Leihgabe
behandelt.
Weitere Informationen gibt es in der Raiffeisen-Volksbank Fürth unter der Telefonnummer (09 11) 77 98 01 80 oder im Internet auf der
Webseite
Link www.rvb-fuerth.de
30.9.2009
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Angefragt
Konrad Ammon,
Obermeister der Fürther Metzgerinnung, zur jüngst vorgestellten Statistik, nach der ein Deutscher in seinem Leben durchschnittlich 1094
Tiere verspeist:
«Da fragt man sich schon, ob die Zählung bei Hühnern, Schweinen oder Rindviechern beginnt, obwohl der Vegetarierbund den Konsum recht genau
aufgeschlüsselt hat. Wer in seinem Leben nur knapp über 1000 Hühner verspeiste, der würde wohl bitteren Hunger leiden. Bei allem
Verständnis für die Vegetarier: Wenn alle diese Tiere nicht gegessen würden, dann würde es auf unserem Planeten ganz schnell ziemlich eng
werden. Zumal man Schweinen mittlerweile eine Lebensdauer von nur noch zehn Monaten gleichsam angezüchtet hat. Dass der Mensch ein
Allesfresser ist, belegt die Statistik jedenfalls zu 100 Prozent.»
5.10.2009
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Erinnerungen an die alte Schwand
Frühere Bewohner des abgerissenen Viertels trafen sich zum Gedankenaustausch
Die Schwandsiedlung, ein Wohnbauprojekt aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, wurde
vor rund 20 Jahren abgerissen. Die Historikerin Renate Trautwein hat bereits 2007 mit ihrer Ausstellung «Verschwundene Heimat» über das
Viertel am Bunker an der Friedrich-Ebert-Straße ein weitgehend unerforschtes Feld Fürther Stadtgeschichte betreten. Nun trafen sich
ehemalige Bewohner der Schwandsiedlung ein zweites Mal zum Erinnerungsaustausch.
FÜRTH - «Die da hinten, die mit den blonden Zöpfen, das bin ich», «Den Hasenstall, an den kann ich mich noch gut erinnern», «Und das war
unser Nachbar, der später nach Amerika gegangen ist» - beim Anblick der zahllosen vergilbten Schwarzweißfotografien mit den gezackten
Rändern sprudeln die Eindrücke vieler Leben nur so hervor. Manch lang Vergessenes gelangt so wieder zurück ins Bewusstsein.
«Ich hätte nie gedacht, dass so viele kommen.» Margit Göpfert schüttelt den Kopf und freut sich über das Stimmengewirr im Nebenraum der
Gaststätte «Hellas». Gut 30 Frauen und Männer sind Göpferts Einladung gefolgt. Die 60-Jährige, selbst in der Schwandsiedlung aufgewachsen,
will damit ihren Beitrag dazu leisten, alte Nachbarn und Bekannte wieder zusammenzubringen.
Buch in Planung
Für eine andere Frau bedeutet der Abend in der Gastwirtschaft, die früher Schwander Bräustüberl hieß, reiche Ernte. Renate Trautwein spitzt
die Ohren, lässt sich Fotos zeigen und erklären, stellt gezielt Fragen. Die Historikerin will das Gesammelte verwenden, um ihre Ausstellung
im Bunker «zu verbessern». Außerdem plane sie eine Broschüre, vielleicht auch ein kleines Buch über die Geschichte der Schwandsiedlung.
«Das ist eine Frage der Finanzierung», so Trautwein.
60 Not- und Behelfswohnungen für Familien aus heruntergekommenen Altstadthäusern waren ab 1935 bezugsfertig. Nach heutigen Vorstellungen
eigentlich unzumutbar - die nutzbare Wohnfläche für eine Familie betrug nicht einmal 30 Quadratmeter, ein Badezimmer gab es nicht, dafür
Plumpsklos. «Für die damalige Zeit war es aber ein Luxus», erklärt Trautwein.
Doch darum drehten sich die Gespräche der ehemaligen Bewohner wenn überhaupt nur am Rande. Man freute sich, einander wiederzusehen und
rätselte gemeinsam, wer denn wer sei auf den Fotos. Margit Göpfert will verhindern, dass man sich erneut aus den Augen verliert. Deshalb
hat sie nicht nur Adressen notiert, sondern gleich das nächste Treffen angesetzt: Am Freitag, 29. Januar 2010, gibt es um 14 Uhr eine
geführte Tour durch den Schwandbunker. Erinnerungen inklusive. ARMIN LEBERZAMMER
7.12.2009
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Neue Initiative für den alten Lokschuppen
Vorstoß für ein Museum im Baudenkmal an der Stadtgrenze - Der Verfall schreitet voran
Grafik 20091210_4c_fue_lok_thumb ] FÜRTH - Während die Vorbereitungen für das Eisenbahnjubiläum im nächsten Jahr auf Hochtouren laufen,
verfällt das älteste Denkmal der Eisenbahngeschichte Mittelfrankens: der Fürther Lokschuppen.
Einen neuen Anlauf zur Rettung des Baudenkmals hat Linkspartei-Stadtrat Ulrich Schönweiß gestern im Bauausschuss unternommen. Wie auch
Stadtheimatpfleger Alexander Mayer macht er sich für eine Verwendung des alten Gemäuers als Museumsquartiers stark.
Ein Eisenbahnmuseum, wie es sich Schönweiß vorstellt, wird Fürth nach Ansicht von Baureferent Joachim Krauße aber nicht auf die Beine
stellen können. Auch Mayer, der bereits im Nürnberger Verkehrsmuseum vorgefühlt hat, macht sich da keine großen Hoffnungen. «Die haben
schon abgewunken», sagt er.
Der Baureferent sieht die Bahn als Hausherrn in einer «gewissen kulturellen Verpflichtung» zum Erhalt des Schuppen. Und Krauße lässt keinen
Zweifel daran, dass die Stadt auch künftig den Abrissantrag der Bahn nicht genehmigen wird. Auf rund eine halbe Million Euro schätzt der
Referent die Kosten der Generalsanierung des maroden Lokschuppens. Eine vergleichsweise überschaubare Summe, die, so Krauße, Protagonisten
aller Art aufhorchen lassen sollte.
Auch den neuen Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will der Fürther Baureferent für die Sache gewinnen und zu einem Ortstermin nach Fürth
einladen. Härte gegen Abriss-Bestrebungen und Diplomatie für den Erhalt: «Wir fahren zweigleisig», erläutert Krauße die Fürther Strategie.
Dabei versichert er: «Wir werden im Rahmen unserer Möglichkeiten unser Scherflein zur Sanierung beitragen.»
Auch der Stadtheimatpfleger hält es für geboten, der Bahn finanzielle Perspektiven für die Instandsetzung des Gebäudes aufzuzeigen.
Vergeblich hatte sich Mayer in der Vergangenheit dafür eingesetzt, den Fürther Lokschuppen notfalls in das Freilandmuseum nach Bad
Windsheim zu verfrachten. Immerhin sind inzwischen auch die Fürther Bundestagabgeordneten aktiv geworden.
Einen historischen Lokschuppen wie jenen in Fürth gibt es bayernweit nur noch in Bamberg. Gut erhaltene Details wie die historischen
Wasserbecken zum Befüllen der Lokomotiven zeichnen das Gebäude aus. Mayer gibt zu bedenken: «Es wäre äußerst peinlich, wenn der Lokschuppen
ausgerechnet im Jubiläumsjahr zusammenbricht.» VOLKER DITTMAR
10.12.2009
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Die Post verlässt Burgfarrnbach
Agentur schloss Knall auf Fall Betreiber hält sich bedeckt
FÜRTH (ja) - Aufregung in Burgfarrnbach: Wer gestern Briefe oder Päckchen in der Postagentur am Kapellenplatz aufgeben wollte, wurde
abgewiesen. Die Agentur hatte ohne Vorwarnung geschlossen.
Untergebracht war sie bis dato im Lotto-Toto-Laden von Hans-Peter Schmitt. Das Geschäft, in dem Schmitt unter anderem auch Tabakwaren und
VGN-Fahrscheine verkauft sowie Schuhreparaturen anbietet, hat nach wie vor geöffnet, Postdienstleistungen zählen jedoch nicht mehr zum
Angebot, worauf ein Blatt Papier an der Ladentür hinweist. «Aus betrieblichen Gründen werden wir bis auf weiteres die Filiale Fürth 19
schließen», ist dort zu lesen. Die Kunden werden an die nächste Postfiliale in der Soldnerstraße auf der Hardhöhe verwiesen.
Auf die Frage nach dem Warum hält sich der bisherige Betreiber Schmitt mit Antworten zurück. «Der Vertrag wurde aufgelöst», sagt er knapp
und lässt dabei offen, ob von ihm oder von der Post. Weder er noch der Bonner Konzern tragen Schuld an diesem Zustand, betont er und räumt
immerhin ein, «dass alles a bissle schnell ging».
Mit Unverständnis reagiert der Burgfarrnbacher Ortsvereinsvorsitzende und CSU-Stadtrat Franz Stich auf die Schließung. «Wie soll das
weitergehen in Burgfarrnbach?», fragt er. «Ein Laden nach dem anderen schließt und jetzt noch die Post.» Er selbst sei gestern
Leidtragender der neuen Situation gewesen. «Als ich einen Brief aufgeben wollte, wurde mir das Plakat hingehalten und so erging es etlichen
Postkunden.» Wahrscheinlich, unkt Stich, werde Burgfarrnbach künftig «postalisch von Veitsbronn aus bedient».
«Das ist doch nur vorübergehend», beschwichtigt Hans-Peter Schmitt. Bei der Post habe man ihm zugesagt, dass in einigen Wochen eine neue
Agentur eröffnen wird. Ob das vielleicht erneut in seinem Laden passieren wird, dazu wollte sich der Geschäftsmann nicht äußern. Von der
Post war gestern Abend keine Stellungnahme mehr zu erhalten.
27.1.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Der ersten Eisenbahn auf der Spur
Ein neuer Stadtrundgang beleuchtet die Zeit, als der legendäre Adler fuhr
«Herzlich willkommen, ich bin der letzte Bedienstete der Ludwigseisenbahn.» Mit diesen Worten begrüßte Stadtführer Gerhard Fuchs, stilecht
ausgerüstet mit einer Schaffnersmütze, seine Zuhörer zum Stadtrundgang, der sie auf die 175 Jahre alten Spuren des «Adler» führte.
FÜRTH - Viel gibt es nicht mehr zu sehen auf der ehemaligen Eisenbahntrasse zwischen Fürth und Nürnberg. Dort, wo sich einst die Station
Fürth-Ost befand, senkt sich heute das Gelände hin zum Verteilergeschoss der U-Bahnstation Jakobinenstraße. Auf der Freiheit, wo einst acht
starke Männer die tonnenschweren Lokomotiven, Tender und Waggons jeweils einzeln auf einer kleinen Drehscheibe um zwei Mal 90 Grad
wendeten, damit sie wieder zurück in die Noris fahren konnten, verkaufen Gemüsehändler ihre Waren.
Gleise und Bahnhöfe sind schon seit Jahrzehnten abgebaut. Um zu erfahren, dass man sich auf verkehrstechnisch historischem Boden bewegt –
die 1835 eröffnete Strecke war bekanntlich die erste in deutschen Landen – muss man unter die Erde: Im besagten U-Bahnverteiler illustriert
ein Mosaik die wichtigsten Stationen der Verkehrsgeschichte: Adler, Pferdebahn, Straßenbahn und U-Bahn. Unter freiem Himmel benötigt der
Spurensucher etwas mehr Fantasie. Immerhin ist die Trasse an der Hornschuchpromenade noch als Fuß- und Radweg erkennbar.
Die fehlenden Relikte machte Rundgangsleiter Fuchs mit Anekdoten, Illustrationen und jeder Menge Geschichte wett, ohne dabei aber zu
faktenlastig zu werden. Die gut eineinhalbstündige Führung ist eine Zeitreise in die Stadtgeschichte, die von Bürgern, Brauern und
Industriellen handelt.
Enormer Verkehr schon 1833
Ganz ohne Zahlen geht es natürlich nicht: 612 000 Personen und Zehntausende Fuhrwerke haben Statistiker bei einer Verkehrszählung für das
Jahr 1833 hochgerechnet. «Damit war die Straße zwischen Fürth und Nürnberg die meistbefahrene in ganz Bayern», erläuterte Fuchs. Die Idee,
an dieser Stelle die englische Erfindung namens Eisenbahn zu bauen, kam also nicht von ungefähr.
100 Gulden – damals ungefähr ein halbes Jahreseinkommen eines Arbeiters – kostete eine Aktie. Während die Nürnberger beherzt zugriffen (55
Prozent der Anteilsscheine erwarben Bürger der Nachbarstadt), «waren die Fürther skeptischer», so Fuchs, «nur zehn Prozent wurden von ihnen
gekauft». Der Rest ging an Auswärtige, davon gerade einmal zwei an den bayerischen König Ludwig I., dessen technisches Herz viel stärker
für den zur gleichen Zeit entstehenden Main-Donau-Kanal schlug.
Trotz der kalten Schulter, die der Wittelsbacher dem nach ihm benannten Bahnprojekt zeigte, sollte die Eröffnung der Strecke ihm zu Ehren an
seinem Geburtstag am 25. August gefeiert werden. Doch die Anlieferung der vielen Einzelteile des Adlers aus England verzögerte die erste
Fahrt bis zum 7. Dezember 1835.
In den folgenden Jahrzehnten nahm der Verkehr stetig zu. Doch mit der Inbetriebnahme der Pferdebahn (1881) und der «Elektrischen» (1896)
erwuchs eine Konkurrenz, der sich die Ludwigsbahn schließlich 1922 geschlagen geben musste. Da halfen auch die schönen Jugendstil- und
Historismushäuser entlang der Trasse oder der 1886 neu errichtete repräsentativere Bahnhof auf der Freiheit wenig. ARMIN LEBERZAMMER
Der Stadtrundgang (6 Euro pro Person) findet dieses Jahr noch mehrmals statt. Die Termine stehen aber noch nicht fest.
1.2.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Dudelsäcke ließen Fürth erzittern
Schottlandfans kamen beim Landesfest in der Grünen Halle auf ihre Kosten
Whisky, Kilts und Dudelsäcke: Das zweite Schottenfest in der Grünen Halle ließ es an nichts fehlen.
FÜRTH - Schmuck sehen sie aus, die Mannen um Thomas Schalla in ihren Kilts, den passenden Strümpfen, Tartan-Schals, Kreuzgürteln und
verzierten Kopfbedeckungen. Sie machen ordentlich was her und wirken irgendwie größer als sie eigentlich sind, schon bevor sie zu ihren
Dudelsäcken greifen und volltönend das zweite Schottenfest in der Grünen Halle eröffnen.
Die «Clanranald Highlanders» klingen traditionell nach Marschmelodien, Kampfesmut, nach Zusammenkünften der Clans und tiefen dunklen Seen.
Die gewaltige Lautstärke kommt aus vier Pfeifen, die ihre Töne mit der Luft erzeugen, die der Spieler mit dem Arm aus dem Sack
herauspresst, wie Schalla erläutert.
Schon jetzt zu Beginn ist die Grüne Halle gut gefüllt. Der Duft von Rindersteak, garniert mit Stilton Creme aus einem speziellen Käse, füllt
den Raum. Einige wagemutige Schottland-Fans lassen sich auch das Nationalgericht Haggis munden, den wurstartigen gefüllten Schafsmagen mit
Innereien.
Zwei ältere Herren fachsimpeln derweil oben auf der Empore vor dem Stand von Scotch Broth über Whisky und testen Single Malts. Eifrig
diskutieren sie über die Noten Torf/Rauch, Holz, Gewürz, Frucht, Süße, Blumigkeit, Getreide und natürlich Alkohol. «Der hier hat eine
Honig-Note», erläutert der eine und hebt sein Glas. Sein Freund lobt den Muskat-Touch des kostbaren Trunks. Scotch-Broth-Chef Andreas Hertl
schmunzelt und lädt sie zu seinen Seminaren ein.
Nebenan gibt es Spezialitäten wie Rauchbier, Whisky-Pralinen und Shortbread. Sogar Ale-Chutney und Cheddar-Käse mit Whisky- oder
Cranberry-Geschmack hat Michael Metzner mitgebracht. «Das Bad und Mehr» verwöhnt mit Highland Bluebell Raumduft und kuscheligen Bademänteln
aus Lammwolle. Nadine und Saskia, zwei Teenager, suchen an den Ständen nach einem Geschenk für eine «schottlandbegeisterte Freundin». Mit
ein paar Naschereien und einer duftenden Seife werden sie rasch fündig und informieren sich dann noch bei Renate Trautwein über die
Partnerschaft mit Paisley, weil sie auf einen Schüleraustausch hoffen.
Pure Lebensfreude
Eben eröffnet Bürgermeister Markus Braun die Veranstaltung offiziell und weist dabei auch auf die Städtepartnerschaft mit Paisley hin, das
durch die klassischen Stoffmuster berühmt ist. Ihm schließt sich Erich Kröner an, der für eine Reise nach Paisley wirbt und später auch
über die jüngste Fahrt der Rotarier berichtet. Auch getanzt wird viel: Die Set Dance Gruppe der Menzel School aus Nürnberg tritt auf, für
die die flotten Schritte «Lebensfreude pur» sind, wie die Leiterin sagt. Die Truppe zeigt schnelle, rhythmische Steppschritte, wobei der
Fuß flach bewegt und nicht gesprungen wird.
Später am Abend gibt es noch Highland-Dancing, Step Shuffel and more sowie Mitmachtänze, die das Publikum aktivieren. Das tun auch O’Malley
mit ihrer Folkmusik zum Mitsingen. Ein Highlight sind zwei Nürnberger Briten: Susanna Curtis und Neil Greig als urkomisches Ehepaar Daphne
und Perry. Organisatorin Eva Göttlein hat in bewährter Manier ein Programm auf die Beine gestellt, das locker und authentisch zugleich ist,
das Produkte anbietet, ohne die Kultur dahinter auszuverkaufen, und das ein zeitgemäßes Bild von Schottland vermittelt. CLAUDIA SCHULLER
1.2.2010
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Post plant mit Burgfarrnbach
Bis zum Frühsommer soll neue Partnerfiliale eröffnen
FÜRTH (ja) - Die Post lässt die Burgfarrnbacher hoffen: Nach Angaben eines Sprechers wird auf jeden Fall wieder eine Agentur in dem Fürther
Vorort eröffnen - allerdings kann bis dahin noch viel Zeit vergehen.
Wie berichtet, hatte die Post die bisherige Partnerfiliale, die im Lotto-Toto-Laden am Kapellenplatz untergebracht war, von heute auf morgen
geschlossen. Warum, darüber hüllt sich Post-Pressesprecher Erwin Nier in Schweigen. «Manchmal passt’s einfach nicht mehr und dann trennt
man sich einvernehmlich», sagt er lediglich.
Derzeit müssen die Burgfarrnbacher die Postfiliale auf der Hardhöhe ansteuern, doch das soll kein Dauerzustand bleiben. Laut Nier habe man
erst gestern «viel versprechende Gespräche» mit potenziellen Interessenten geführt, die sich vorstellen könnten, die Post in ihrem Laden zu
beherbergen und damit alle Leistungen anzubieten, die es bereits im Vorgängergeschäft gegeben hatte. Nier hofft, dass ein neuer Vertrag bis
Ende Februar unterschrieben werden kann.
Allerdings: Ab diesem Zeitpunkt können erfahrungsgemäß noch einmal bis zu drei Monate vergehen, bis die Filiale in dem neuen Laden
betriebsbereit ist. Das würde bedeuten, dass sich die Burgfarrnbacher unter Umständen bis Ende Mai gedulden müssten. «Wir werden uns
beeilen», verspricht Nier. Für die Post und für Burgfarrnbach gelte: «Je früher desto besser.»
5.2.2010
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Neue Ideen sollen dem Tourismus mehr Auftrieb geben
Workshops nehmen schlummernde Entwicklungspotenziale ins Visier - Bessere Vernetzung touristischer Institutionen
FÜRTH - Kreativität kontra Krise: Nach diesem Motto will die Fürther Tourist-Information gemeinsam mit Kulturschaffenden, Gastronomen,
Einzelhändlern und der Stadtverwaltung dem Tourismus neue Entwicklungspotenziale erschließen.
Auf die Stärken der Kleeblattstadt will man sich neu besinnen und eingefahrene Gleise verlassen. Die Zeit dafür ist nach Ansicht von Eike
Söhnlein, Leiterin der städtischen Tourist-Info, reif. Seit 15 Jahren ist das Tourismus-Konzept unverändert und die letzte Ideenbörse des
Stadtmarketingvereins Vision Fürth liegt auch schon wieder sechs Jahre zurück.
Zwar nimmt die Zahl der Stadtführungen stetig zu und auch das Interesse daran wächst, doch das Ende der Fahnenstange ist nach Söhnleins
Überzeugung noch lange nicht erreicht. So könnten die Hotels zum Beispiel noch wesentlich besser ausgelastet werden. Um noch mehr
Übernachtungsgäste zu gewinnen, müssen jedoch vor allem die Zugnummern verbessert werden.
Punkten kann Fürth nicht nur als Denkmalstadt mit seinen einzigartigen Gründerzeit-Ensembles. Auch die jüdische Geschichte und eine Fülle
kultureller Nischen machen die Stadt attraktiv. Zu überdenken gilt es laut Söhnlein allerdings, ob Veranstaltungen wie das Fürth Festival
oder das New Orleans Festival nicht noch besser vermarktet werden können.
Größeres Augenmerk als bisher soll Pauschalangeboten gewidmet werden. Auch Gruppenfahrten in Verbindung mit dem Besuch von
Kulturveranstaltungen hält die Leiterin der Tourist-Info für ausbaufähig. Daneben könne die Stadt mit ihrem umweltpolitischen Engagement –
etwa im Solarbereich – als Tagungsort Boden gutmachen. Deshalb wird auch das Umweltamt in den neuen Denkprozess einbezogen. Das Fürthermare
ließe sich als Wellness-Oase nach Einschätzung der Tourismus-Fachfrau noch besser präsentieren. Überhaupt hält Söhnlein auch in Zeiten
knapper Mittel eine wirksamere Werbung für geboten. Einen ersten Impuls verspricht sie sich von einer demnächst anlaufenden
Plakat-Kampagne, die mit originellen Titeln wie «Turnschuh trifft Denkmal» auf Fürths Qualitäten aufmerksam macht.
Neue Führungen – etwa für Jogger oder mit dem Elektroroller – sollen Aufsehen erregen. Aber auch die Hoteliers sieht Söhnlein in der
Pflicht, mit besonderen Serviceleistungen die Gäste zu binden. Um dem Tourismus in Fürth neue Perspektiven zu erarbeiten, treffen sich am
kommenden Montag erstmals 42 Vertreter aus vielen Bereichen des öffentlichen Lebens zu einem Workshop. Moderator ist der Tourismusexperte
Peter Zimmer.
Gefragt sind Vorschläge, die neu und nachhaltig sind, die zu Fürth passen und langfristig dazu beitragen, die Stadt neu zu positionieren.
Durch das Vernetzen der am Prozess Beteiligten erhofft man sich Synergieeffekte. Dem Workshop am Montag sollen weitere Sitzungen folgen.
Wichtig ist es dem Moderator, dass es nicht nur bei einer viel versprechenden Ideensammlung bleibt, sondern umgehend Verantwortliche
gefunden werden, die sich um die Umsetzung der Vorschläge kümmern. VOLKER DITTMAR
19.2.2010
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Das Eisenbahnjubiläum steht unter Dampf
Ein Vortrag zur Einführung - Sonderzug fährt am 1. Mai zum Dampfloktreffen nach Bebra
FÜRTH (fn) - Das Eisenbahnjubiläum kommt in Fahrt. Am kommenden Donnerstag erinnert Barbara Ohm an die erste Fahrt des Adlers vor 175
Jahren. Doch auch die Praxis kommt nicht zu kurz.
Unter dem Motto: «Ein epochales Ereignis: Die erste deutsche Eisenbahn» untersucht die Historikerin und Vorsitzende des Geschichtsvereins,
Barbara Ohm, am Donnerstag um 19.30 Uhr im Vortragssaal des Fürther Klinikums die Umstände der ersten Fahrt des Adlers am 7. Dezember 1835
von Nürnberg nach Fürth. Der Eintritt ist für Mitglieder des Geschichtsvereins frei, für Nichtmitglieder beträgt er fünf Euro.
Wer nach der Theorie Lust auf die hautnahe Begegnung mit der Eisenbahngeschichte bekommt, kann sich jetzt schon zur Sonderfahrt mit einem
Museumszug zum Dampfloktreffen am 1. Mai in Bebra anmelden.
Ausgestattet mit Wagen und Personal des Eisenbahnvereins Fränkische Museumseisenbahn aus Nürnberg macht sich eine 1939 erbaute Dampflok auf
den Weg. In Bebra wird das Bahnjubiläum mit einem großen Dampfloktreffen gefeiert. Etwa 15 Dampflokzüge kommen zusammen.
Im Rahmenprogramm gibt es eine Oldtimer- und Traktorenausstellung und Mitfahrmöglichkeiten in einer 600-Millimeter-Schmalspureisenbahn. Der
Sonderzug nach Bebra fährt am 1. Mai um 6.15 Uhr in Fürth ab. Weitere Zusteigemöglichkeiten gibt es in Erlangen, Forchheim, Bamberg,
Schweinfurt, Gemünden/Main und Fulda. Die Tickets kosten bis einschließlich Forchheim 89 Euro für Erwachsene und 45 Euro für Kinder (vier
bis zwölf Jahre). Danach variieren die Kartenpreise je nach Abfahrtsbahnhof. Für die wenigen Erste-Klasse-Karten wird ein Zuschlag von 20
Euro fällig.
Fahrkarten und weitere Informationen gibt es unter der Telefonnummer (0 61 52) 71 94 83 oder im Internet auf der Seite
www.dampfloktreffen-bebra.de
22.2.2010
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Vacher Schafe haben die Tiefkühlkost langsam satt
Sie waren zwar den ganzen Winter über im Freien, doch das Ende der Eiszeit kommt auch den Tieren des Vacher Schafhalters Thomas Wüst
entgegen. Endlich komme sie wieder ohne größere Umstände an ihre bevorzugte Grünkost. Lange genug hat die außergewöhnlich dicke Schneedecke
in diesem langen Winter den Tieren in der freien Wildbahn den Zugang zu ihren Speisekammern erschwert. Vor allem Rehe waren arm dran.
Allmählich kehrt die Farbe Grün in die Natur zurück und lässt auf die ersten warmen Sonnenstrahlen hoffen. Die Schafherde, die hier im
Farrnbachgrund an der Mühltalstraße auf Futtersuche unterwegs ist, braucht Väterchen Frost natürlich nicht zu fürchten. Noch schützt die
Tiere ein molliger Schafspelz. Erst Ende April werden sie geschoren. Über 500 Tiere gehören zur Herde, die Schäfer Karl-Heinz Schwarz
täglich zwischen 12 und 18 Uhr weiden lässt, bevor er sie wieder zurück in den Stall treibt. Für die Kinder ist das eine Augenweide. Wüst
jedoch klagt über zunehmende Auflagen, mit denen die Schafhaltung immer weiter erschwert werde. Was ihm darüber hinaus Sorgen bereitet,
sind die Störungen der weidenden Schafe durch Hunde. Die Hundehalter bittet Wüst um etwas mehr Rücksicht. di/Foto: Hans-Joachim Winckler
24.2.2010
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Der Schlussverkauf hat noch zu warten
Der Billige Jakob ist seit gestern 75 - Noch immer Stammgast auf vielen Märkten
FÜRTH - Der Billige Jakob ist ein echtes Kärwa-Original. Und weil dem so ist, durfte er seinen 75. Geburtstag im Rathaus feiern. Dabei
erzählte er aus einer Zeit, als es jede Menge Doppelgänger gab - und lüftete das Geheimnis um seinen Ruhestand.
Als der Oberbürgermeister ihn in höchsten Tönen lobt, scheint auch der Billige Jakob tief gerührt. Mehrfach greift der Jubilar, der
eigentlich Georg Huber heißt, zum Schneuztuch. «Im Herzen bist Du ein geborener Fürther und für diese Verbundenheit sind wir Dir sehr
dankbar«, sagt Rathauschef Thomas Jung zum «lieben Schorsch«, der von der Fürther Kärwa einfach nicht mehr wegzudenken sei.
Dort ist Huber seit über einem halben Jahrhundert vertreten. Schon mit 15 war er in das Gewerbe der Marktkaufleute eingestiegen, um am
väterlichen Stand Socken, Gürtel, Strumpfhosen und vieles mehr an den Mann oder die Frau zu bringen – und er tut dies nach wie vor auf
unnachahmliche Weise. Wenn Huber seine Waren anpreist, bilden sich Menschentrauben. Der 75-Jährige ist das, was man heutzutage einen
Entertainer nennt. Huber unterhält. Er reiht Witz an Witz, spielt mit den Zuhörern und Kunden, bindet sie in seine Scherze ein, die auch
mal unter die Gürtellinie zielen. Macht aber nichts. Das Publikum findet’s zum Wiehern.
Ein Heiliger oder ein Fugger?
Von sich selbst sagt Huber stolz, er sei ein «Nathanstiftler«, ein Spross der Fürther Geburtsklinik. Die ersten Jahre seiner Kindheit
verbrachte er im Haus Königstraße 138, wo heute das NH-Hotel steht. Als jedoch sein Vater kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs träumt,
dass Fliegerbomben auf Fürth fallen, zieht die Familie aufs Land. Heimisch werden sie in Mühlhausen im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Und
tatsächlich: Gegen Kriegsende, erzählt Huber, wird das Haus in der Königstraße von einer Luftmine getroffen. Acht Menschen seien ums Leben
gekommen.
Nach dem Krieg tut die Familie das, was sie schon immer gut konnte. Vater und Onkel von Georg Huber etablieren sich als Marktkaufleute. Er
selbst steigt 1950 ein, ebenso seine beiden Cousins. Während es vor dem Krieg laut Huber 26 Billige Jakobs in Fürth und Nürnberg gab, ist
seine Familie danach quasi konkurrenzlos.
Laut Internet-Lexikon Wikipedia ist ein Billiger Jakob ein Händler, der Waren «auf Märkten zu Niedrigpreisen anbietet«. Der Name stamme vom
heiligen Jakobus, da rund um dessen Gedenktag im Juli traditionell viele Märkte stattgefunden hätten. Georg Huber hat jedoch eine andere
Erklärung parat: «Das kommt vom Jakob Fugger.« Der berühmte Augsburger Kaufmann habe seine Waren um 1500 besonders günstig feilgeboten.
Lange Jahre führte Huber mit seinen Cousins die von den Vätern übernommene Tradition fort. Seit 1990 tut er es allein. Noch heute schlüpft
er an etwa 90 Tagen im Jahr in die Rolle des Billigen Jakobs, besucht unter anderem Märkte in München, Nördlingen und Lindau. Zur Kärwa in
Fürth steht er von 8 bis 22 Uhr an seinem Stand. Sein Problem: Er ist quasi unersetzlich. Einmal vertrat ihn seine Frau Gerlinde in Fürth.
«Es war furchtbar«, erinnert sie sich. «Wo ist unser Jakob?«, habe es immer wieder geheißen. Einige Besucher hätten sie regelrecht
beleidigt.
Der Billige Jakob bleibt den Fürthern übrigens erhalten – zumindestens in diesem Jahr. Zusagen über 2010 hinaus will Georg Huber auf Grund
seines Alters noch nicht geben, aber er macht klar, wie viel ihm seine Arbeit bedeutet. Solange er gesund ist, könne der Ruhestand warten.
«Wenn ich aufhöre«, sagt er, «ich glaub’, dann sterbe ich.«
23.2.2010
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Die Welt als Haus
Misereor-Fastenaktion zum Schutz der Erde
FÜRTH - Zum Start der Fastenaktion des katholischen Hilfswerks «Misereor" im Bistum Bamberg sind gestern zwei Erzbischöfe nach Fürth
gekommen. Den Schutz der Umwelt forderte Ludwig Schick aus Bamberg ebenso wie sein brasilianischer Mitbruder Luiz Soares Vieira aus der
ehemaligen Urwaldmetropole und heutigen Zweimillionenstadt Manaus, Mittelpunkt von Amazonien.
Anlass war der Gottesdienst zur Eröffnung der Fastenaktion in der Kirche von St. Heinrich, die heuer 100 Jahre alt wird. Gottes Schöpfung
zu bewahren ist für Ludwig Schick die beste Art, dem Himmelreich schon auf Erden am Nächsten zu kommen. Damit gemeint sei aber nicht nur
eine maßvolle Versorgung mit Essen und Trinken. «Fasten heißt auch Fasten im Verbrauch von Energie, Licht und Strom, auch einmal Verzicht
auf Fleisch oder Sparen beim Autofahren, um das Klima zu schonen", zählte Bambergs Kirchenoberhaupt auf. Weil unser Wohlstand im großen
Stil die Lebensgrundlagen in Entwicklungsländern vernichte, heiße Fasten - so Schicks Überleitung zum aktuellen Anlass - auch, den Armen
weltweit zu helfen. «Und dafür steht Misereor. Leisten wir unseren Beitrag dazu, Amen", schloss er seine Predigt.
«Die Erde wird grau»
In den Fürbitten wurde unter anderem auch der Adivasi gedacht, indischer Ureinwohner, die «mit Hilfe von Sonne und Wasser zeigen, dass
Energiegewinnung und Entwicklung im Einklang mit der Schöpfung möglich sind». Erzbischof Luiz Soares Vieira zeigte bei seinem Vortrag im
Pfarrzentrum, unterstützt von eindrucksvollen Dias, den «blauen Planeten» Erde erst einmal aus Astronautensicht mit Südamerika in der
dominierenden Rolle. «Die Erde wird allmählich grau» schilderte er ein skeptisches Gegenwarts- und vielleicht Zukunftsbild, ehe er daran
erinnerte, dass alle Bewohner der Welt in einem gemeinsamen Haus leben. «Wenn wir das Haus beschützen, können alle dort wohnen» meinte er,
fuhr jedoch fort: «Wenn nicht, haben wir nichts, wohin wir gehen können.»
Schlimmer Raubbau
Die beiden Pole der Erde und ihre Äquatorialregion, wozu auch Amazonien zählt, seien besonders gefährdet. So zeigten erschreckende Beispiele
aus Brasilien Umweltsünden riesigen Ausmaßes: Waldgebiete, die rigoros abgeholzt oder einfach in Brand gesetzt wurden, bevor auf den
gerodeten Flächen Monokulturen angelegt wurden. Ein Beispiel ist der Anbau von Soja zur Rindermast. Die Folge: Dem Boden werden Nährstoffe
entzogen, er wird für die Landwirtschaft unbrauchbar.
Die Ureinwohner, die in den betreffenden Regionen lebten, waren Vieira zufolge kein Hindernis; Man hatte sie einfach vertrieben. Unliebsame
Gesetze wurden von korrupten Behörden gegebenenfalls «außer Kraft gesetzt».
Doch gibt es auch Beispiele, die hoffen lassen. So ist Vieiras Darstellungen zufolge in der Industriestadt Manaus inzwischen mit
Misereor-Unterstützung eine «Cooperativa» mit etwa tausend Mitarbeitern entstanden, die Müll in einem regelrechten Recycling-Kreislauf
entsorgen. Aus tausenden Plastikflaschen entstehen demnach Kehrbesen und andere Gebrauchsartikel.
Als letzter Programmpunkt wurde bei einem «Fasten-Essen» im Pfarrzentrum ein einfacher Gemüseeintopf gegen eine Geldspende angeboten. Das
Geld wiederum soll im Sinne der Fastenaktion eingesetzt werden. Die annähernd hundert Gäste, darunter auch Fürths evangelischer Dekan Jörg
Sichelstiel, waren von der Veranstaltung sichtlich angetan.
Eduard Helldörfer
1.3.2010
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Zeuge der Eisenbahngeschichte verschwindet
Das alte Stellwerksgebäude an der Ottostraße weicht der S-Bahn - Hoffnung für historischen Lokschuppen
FÜRTH - Ausgerechnet zum 175-jährigen Jubiläum der ersten deutschen Eisenbahnlinie zwischen Nürnberg und Fürth geht ein weiteres Denkmal der
Fürther Bahngeschichte verloren: Bagger machen im Zuge des S-Bahn-Baus das alte Stellwerk an der Ottostraße dem Erdboden gleich.
Das nach Angaben von Stadtheimatpfleger Alexander Mayer um 1890 errichtete Gebäude stand nicht unter Denkmalschutz. Wie eine Bahnsprecherin
auf Anfrage der Fürther Nachrichten mitteilte, wurde es bereits Anfang der 70er Jahre außer Betrieb gesetzt. Seine Funktion übernahm ein
neues Stellwerk am Güterbahnhof. Auch dieses hat inzwischen ausgedient, denn im September vergangenen Jahres wurde ein neues elektronisches
Stellwerk in einem schmucklosen Fertigbau an der Gebhardtstraße eingeweiht.
Im historischen Backsteinbau an der Ottostraße war laut Bahn bis 2009 nur noch ein Schrankenwärter tätig. Die Medienwerkstatt Franken hatte
dem letzten seiner Art in Fürth sogar einen Film gewidmet. Die elektronisch gesteuerten Schranken hatten ihren Dienst allerdings schon 2008
eingestellt, weil der Bahnübergang geschlossen wurde.
Ein Präzedenzfall
Vergeblich hatte sich lange im Vorfeld der Stadtheimatpfleger für den Erhalt des alten Stellwerks eingesetzt. Mayer hatte das Schicksal des
ältesten deutschen Bahnwärterhäuschens an der Stadtgrenze vor Augen, das 1967 im Zuge des U-Bahn-Baus abgerissen wurde, «in überflüssiger
Weise», wie Mayer meint. Denn der Standort am U-Bahnhof Stadtgrenze sei bis heute nicht bebaut worden.
Heute könnte das kleine Sandsteinhäuschen aus dem Jahre 1834 nach Mayers Einschätzung ein Aushängeschild der Fürther Eisenbahngeschichte
sein. Stattdessen wird auf der Fürther Freiheit der hier 1922 stillgelegte und 1938 von den Nationalsozialisten für ein Aufmarschgelände
abgerissene Ludwigsbahnhof in einem Großmodell nachempfunden.
Nicht weit vom verschwundenen Bahnwärterhäuschen entfernt verfällt noch immer der historische Lokschuppen aus dem Jahre 1860. Bislang hat
sich die Bahn hartnäckig allen Auflagen zum Erhalt des Baudenkmals widersetzt. Wegen der ungünstigen Lage auf einem schmalem Grundstück am
Gleiskörper und der hohen Sanierungskosten fand sich bislang auch kein privater Käufer.
Doch nun zeichnet sich laut Mayer eine Lösung ab. Die Bahn sei bereit, das historische Ensemble der Stadt zu überlassen. Nur mit Hilfe der
Bahn könne die Stadt allerdings die Sanierung stemmen. Der Zugang könnte nach den Vorstellungen des Stadtheimatpflegers mit einer
Unterführung der erhöhten U-Bahn-Station Stadtgrenze geschaffen werden.
In dem alten Sandstein-Schuppen waren nach Mayers Recherchen einst zwei bis vier Rangierloks für den Verkehr zwischen der Ludwigseisenbahn
und der Ludwig-Nord-Süd-Bahn untergestellt. Obwohl der Verfall des Daches bereits weit fortgeschritten ist, sieht es für die Bausubstanz
noch nicht hoffnungslos aus.
Sorgenvoll betrachten die Denkmalschützer allerdings die Entwicklung des Hauptbahnhof-Empfangsgebäudes. Die Bahn selbst benötigt den 1863
begonnenen klassizistischen Sandsteinbau nicht mehr. An den Sanierungskosten und der Geräuschkulisse des Schienenverkehrs scheiterten
bislang Verkaufsbemühungen. Zu den neuen Nutzungsplänen gehört ein Einkaufszentrum. Doch der Stadtheimatpfleger macht klar: «Die bisherigen
Pläne finden nicht die Zustimmung der Denkmalpflege.»
Volker Dittmar
4.3.2010
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Familie Kleinlein nimmt Abschied vom Markt
»Wir hören auf«: Nach 113 Jahren beendet die Bauernfamilie ihren Gemüseverkauf auf der Fürther Freiheit VON BIRGIT HEIDINGSFELDER
Die Anzeige in den FN war wie der Gemüsestand auf dem Wochenmarkt: klein und bescheiden. »Wir hören auf«, stand da, und in den folgenden
Zeilen bedankte sich die Familie Kleinlein für die Treue ihrer Kunden. Wir hören auf. Die knappen Worte beenden eine 113-jährige Tradition.
Denn seit dem Jahr 1897 verkauften die Kleinleins aus Boxdorf in Fürth Gemüse aus dem Knoblauchsland.
FÜRTH - Die abgearbeiteten Hände streichen über die Wachstischdecke. Kunigunde Kleinlein sitzt in ihrer Küche auf dem Hof in Boxdorf. Sie
sitzt da, wie viele Fürther sie kennen. In Kittelschürze und Strickweste, das graue Haar zum Dutt hochgesteckt. »Naja«, sagt die 76-Jährige
und seufzt, »des is mir scho was Args, dass edz nimmer weidergehd.« 50 Jahre ihres Lebens hat Kunigunde Kleinlein mit ihrem Mann Konrad
(82) Kartoffeln und Sellerie, Mohrrüben und »Radiesla«, Kopfsalat, Kohl und ihre selbst gekochte Rote Beete auf der Fürther Freiheit
feilgeboten.
Der Handel mit den Früchten aus der eigenen Erde, das war schon sehr das Leben der Kleinleins. 1897 fing es an. Kunigunde Kleinleins
Großmutter - auch sie hieß Kunigunde - und ihr Mann Michael machten sich damals mit Körben voller Feldfrüchte auf den Weg nach Fürth.
Margarete und Johann Melchior Kleinlein taten es ihnen später nach, dann setzten Kunigunde und Konrad Kleinlein die Tradition fort und, in
vierter Generation, Hans und später Odilia und Jürgen Kleinlein. Mussten die Vorfahren ihre Fracht zu Fuß zum Verkauf schleppen, so halfen
später Pferdegespanne beim Transport, dann der Traktor, zuletzt ein Fiat-Kastenwagen.
»Mengs noch a Zwiebala?«
Jürgen und seine von Madeira stammende Frau Odilia Kleinlein (41 und 40) sind erst vor knapp acht Jahren in das Geschäft eingestiegen.
Ungeplant. Er hatte im »Schindlerhof« Koch gelernt und tourte durch die Gastronomie Europas, sie hatte gerade Sohn Jonas zur Welt gebracht.
Dann starb Jürgen Kleinleins Bruder Hans durch einen Unfall. Das änderte alles. Jürgen Kleinlein entschied sich, das Geschäft zu
übernehmen.
Ein harter Job. Die Arbeitstage begannen um sechs Uhr früh und endeten abends nach neun Uhr. Zunächst war Kunigunde Kleinlein noch mit von
der Partie. »Mengs noch a Zwiebala?«, fragte sie ihre Kunden mit ihrem unverwechselbar fränkischem Charme und steckte ein, zwei Zwiebeln
rasch mit in die Tüte. Und hatten die Kunden Kinder dabei, bekamen die flugs eine frisch geschabte Mohrrübe. Vor zwei Jahren aber machte
Kunigunde Kleinleins Gesundheit nicht mehr mit. Sohn und Schwiegertochter hielten seitdem ohne sie die Stellung auf der Freiheit.
Immer wieder zerbrach sich das Paar den Kopf darüber, wie der gerade mal sechs Meter lange Stand die Familie auf lange Sicht ernähren
sollte. Sie spürten die Folgen der Krise und zuletzt der Quelle-Pleite, und sie hofften auf einen Kundenmagneten wie die geplante, dann
aber gescheiterte »Neue Mitte«.
Südfrüchte zugekauft
Klar war aber auch: Mit Kohl und Kopfsalat war die Kundschaft nicht zu halten. »Wer dann noch Bananen will, geht halt gleich zur
Konkurrenz«, sagt Odilia Kleinlein. Also gingen sie und ihr Mann dazu über, Südfrüchte am Großmarkt zuzukaufen. Bis zuletzt, sagt er, habe
der Betrieb Gewinn abgeworfen. Nur: »Es war zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.«
Am Abend des 22. Dezember wuchteten die Kleinleins zum letzten Mal Kisten mit Obst und Gemüse in ihren Transporter. Es war ein bitterkalter
Wintertag und für die Eheleute zunächst nicht mehr als ihr letzter Arbeitstag vor Weihnachten. Es gab keinen Abschied von Kollegen oder
Kunden. Dann folgte der lange Winter, in dem Zeit war für die Steuererklärung und für Grübeleien. Odilia Kleinleins Geburtstag kam, sie
wurde 40. Vor kurzem fiel die Entscheidung. Odilia und Jürgen Kleinlein beschlossen, einen beruflichen Neuanfang zu wagen.
Noch gibt es keine konkreten Aussichten. Sie hätte gern einen Job im Hotel oder Café, er besinnt sich zurück auf seinen Beruf als Koch. Das
Bewusstsein, auf dem eigenen Hof zu leben, auf ein paar Pachteinnahmen vertrauen zu können, hat die Entscheidung erleichtert. Kunden, von
denen manche mit Kunigunde Kleinlein alt geworden sind, haben die Abschiedsanzeige gelesen und spontan angerufen. In solchen Gesprächen
fließen bei den Kleinleins schon mal Tränen.
Birgit Heidingsfelder
24.3.2010 11:10 MEZ
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S-Bahn: Genossen geraten in Streit
Fürther SPD ist gegen, die Nürnberger SPD für den Bau durchs Knoblauchsland
FÜRTH (hän) - Der Streit um den Verschwenk der S-Bahn-Trasse durch das Fürther Knoblauchsland weitet sich aus. Seit gestern stehen sich
dabei auch SPD-Politiker aus Nürnberg und Fürth gegenüber.
Denn während der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Horst Arnold aus Fürth die Verschwenk-Gegner unterstützt und ihnen gestern bei der
Übergabe einer Petition an den Landtag den Rücken stärkte, gehen seine Nürnberger Genossen auf Konfrontationskurs. Die Landtagsabgeordneten
Angelika Weikert, Helga Schmitt-Bussinger und Stefan Schuster (alle SPD) fordern, dass die bisherigen Planungen der DB für eine S-Bahn
durchs Knoblauchsland beibehalten werden.
Sie seien »sehr erstaunt», dass die von dem Fürther Bündnis auf den Weg gebrachte Petition, die einen Planungsstop fordert und eine Trasse
entlang der bestehenden Strecke nach Erlangen verlangt, von der Nürnberger Grünen-Abgeordneten Christine Stahl sowie Horst Arnold
unterstützt wird. »Die Planungen der Bahn sind das Ergebnis eines langen Diskussionsprozesses und eines standardisierten
Bewertungsverfahrens. Das Verfahren ist sachlich anerkannt und wir sehen keinerlei Grund, jetzt davon abzuweichen», sagt Weikert. Sie,
Schmitt-Bussinger und Schuster stufen den Gleis-Schwenk mit einem neuen Haltepunkt bei Steinach, unweit des Nürnberger Gewerbegebiets
Schmalau, als positiv für die Entwicklung des Wirtschaftsstandorts ein: »Die Erschließung der Schmalau mit der S-Bahn begünstigt die
Ansiedlung von Betrieben», so die drei Nürnberger SPD-Parlamentarier. Die vom Bündnis eingereichte Petition werde von ihnen deshalb nicht
unterstützt. Darin wird unter anderem die Zerstörung von geschützten Landschaftsbestandteilen und von wertvollem Ackerland auf Fürther
Gebiet beklagt.
24.3.2010
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Fürther Geschichtswerkstatt macht Dampf
Ein neuer Bildband zum Eisenbahnjubiläum liegt vor - Führungen und Ausflugsfahrten
FÜRTH (di) - Zum 175-jährigen Jubiläum der ersten deutschen Eisenbahnlinie zwischen Fürth und Nürnberg steuert die Fürther
Geschichtswerkstatt nicht nur einen neuen Bildband bei, sondern auch ein buntes Programm rund um die Bahngeschichte.
Der »Eisenbahnstadt Fürth» haben die Stadthistoriker bereits 2007 anlässlich der Tausenjahrfeier Fürths einen Bildband mit vielen
historischen Schwarz-Weiß-Fotos gewidmet. Jetzt kommt der Ergänzungsband mit dem Untertitel »Die Eisenbahn in Farbe» in den Buchhandel.
Aus über 3000 Aufnahmen von zwölf Fotografen wurden 562 ausgewählt, die Schlaglichter auf die Entwicklung der Eisenbahn von 1835 bis 2010 in
Fürth werfen. Auf einer Zeittafel sind die wichtigsten Daten übersichtlich zusammengefasst. Die Autoren: Jörg Schäfer, Werner Schmidt und
Lothar Berthold engagieren sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich für die Verbesserung des umweltfreundlichen öffentlichen Schienenverkehrs.
Ludwigsbahn, Ludwigs-Nord-Süd-Bahn, Rangaubahn, Flugplatzbahn, Industriegleise und die Bahn im Fürther Süden werden beleuchtet. Für schöne
Motive sorgte aber auch das Eisenbahnfestival des Fürther Jubiläumsjahres.
Band 2 ist für 18 Euro im Buchhandel erhältlich. Band 1 (20 Euro) gibt es nur noch in einigen Restexemplaren. Provisorisch geklebt bietet
ihn Lothar Berthold in seinem Fürther Städtebilder-Verlag, Schwabacher Straße 17 (Rückgebäude), Telefon (0911) 77 31 92, für fünf Euro an.
Beide Exemplare zusammen gibt es beim Verlag auch im Ordner für 20 Euro.
Hautnah erleben kann man die Fürther Eisenbahngeschichte bei zahlreichen Veranstaltungen der Geschichtswerkstatt, die im offiziellen
Programmheft der Stadt nicht aufgeführt sind. Bereits im Anschluss an die Hauptversammlung der Geschichtswerkstatt am 25. März wird um
20.30 Uhr im Gasthof Tannenbaum ein Lichtbildervortrag zum Thema »Eisenbahnstadt Fürth gestern und heute» gezeigt.
Ein Stadtrundgang zum Thema wird am 17. April angeboten. Treffpunkt ist um 14.30 Uhr die Litfaßsäule am Bahnhofplatz. Weitere Termine
(gleiche Uhrzeit) sind am 15. Mai, 12. Juni, 10. Juli, 15. August und 11. September. Weitere Lichtbildervorträge gibt es am 28. Oktober und
25. November, jeweils um 19.30 Uhr im Gasthof Tannenbaum. Außerdem gibt es ein- bis zweimal im Monat sonntags Ausflugsfahrten. Näheres dazu
bei der Vereinsgeschäftsstelle im Städtebilderverlag.
In den Pfingstferien organisiert die Geschichtswerkstatt vom 30. Mai bis 5. Juni eine Bahnreise nach Frankreich mit Aufenthalt in Verdun,
Paris und der Partnerstadt Limoges. Auch die Gedenkstätte in Oradour-sur-Glane steht auf dem Programm. Die Fahrtkosten betragen maximal 200
Euro Pro Person. Die Übernachtungskosten stehen noch nicht fest. Die Frankreichfahrt ist Thema einer Zusammenkunft des Geschichtsvereins am
29. April um 20 Uhr im Restaurant Penelope, Moststraße 33.
24.3.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Bahngeschichte . . .
. . . steht heute Abend im Mittelpunkt eines Vortrags des Erlanger Professors Georg Seiderer, zu dem der Geschichtsverein Fürth im Rahmen
des Jubiläums 175 Jahre deutsche Eisenbahn einlädt. Seiderer, Inhaber des Lehrstuhls für Bayerische und Fränkische Landesgeschichte,
spricht zur »Entwicklung der bayerischen Eisenbahnen von 1835 bis zur Gründerkrise 1873». Einsteigen bitte, heißt es um 19.30 Uhr im
Vortragssaal im 5. Stock des Fürther Klinikums. Der Eintritt kostet fünf Euro, für Mitglieder des Geschichtsvereins ist er frei.
24.3.2010
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Das Fürther Stadtmuseum startet durch
Haus in der Ottostraße präsentiert Zeit- und Wirtschaftsgeschichte - Originale und Medienstationen
FÜRTH - Das historische und kulturelle Gedächtnis der Stadt ist um knapp 2000 Quadratmeter größer: Das Stadtmuseum Fürth Ludwig Erhard in
der Ottostraße öffnet heute um 11 Uhr. Das Museumsteam und Oberbürgermeister Thomas Jung stellten das Haus gestern vor.
Gut möglich, dass die kleinen Besucher zuerst die Heißprägemaschine ausprobieren, die etwas älteren an den Medienstationen Platz nehmen und
die Senioren vor der Teigknetmaschine der Marktplatz-Bäckerei Nagel aus den 30er Jahren verharren werden. Generationenübergreifendes Lernen
und Staunen könnte zum Markenzeichen eines Hauses werden, in dem der Nürnberger Architekt Christian Koch - er zeichnet auch für
Sonderschauen im Jüdischen Museum verantwortlich - eine klare Raumsprache sowie lichte Grün- und Grautöne fand.
Der Schwerpunkt liegt auf Fürth im 19. und 20. Jahrhundert. »Ein auf viele Arten erlebbares Haus» solle das Stadtmuseum sein, so der
kommissarische Leiter Gert-Ronald Langer. Der Verzicht auf eine klassische Rundgang-Dramaturgie und der Vorzug für eine thematische
Gliederung überlasse es jedem Besucher, wie tief er einsteigen wolle in die Geschichte der Stadt; sie ist im Erdgeschoss jenes Hauses, in
dem Erhard, Wassermann und Schickedanz fürs Leben lernten, dokumentiert »von der Steinzeit bis zur Jetztzeit» (Langer).
Leiste der Ereignisse
Zentrales Element der Dauerausstellung und zugleich Raumteiler ist eine Zeitleiste, die Fürther Ereignisse, globale Begebenheiten und bunte
Meldungen vereint. Wann der große Brand die Kleeblattstadt verwüstete - der Besucher erfährt es hier ebenso wie die erste Verwendung von
Toilettenpapier in China (825).
Auf sogenannten Zeitinseln zeigt das Museum großformatige Bilddokumente, so etwa den nachweisbar ersten Stadtplan Fürths. Ein eigener
Bereich ist zudem der NS-Zeit vorbehalten. Ein Foto zeigt einen »Schlagrahmdampfer» auf dem alten Kanal, am Boot das Schild »Juden Zutritt
verboten». Unter Vitrinenglas zu finden: Fürths Kapitulationsurkunde vom 19. April 1945. Rechts der Zeitleiste gibt es übersichtlich
gestaltete Vertiefungsräume zur Handwerks- und Industriegeschichte der Kleeblattstadt sowie zu den zehn führenden Unternehmen des
Wirtschaftsstandortes Fürth anno 2010.
Namensgeber Ludwig Erhard wiederum hat einen eigenen, allerdings kleinen (Neben-)Raum erhalten, an dessen Ausstattung das Team derzeit noch
arbeitet. Schon jetzt zu sehen sind fotografische Dokumente des Ex-Kanzlers und die Filmbiografie von Evi Kurz. Ebenfalls noch im Aufbau
ist ein »Learning Center» mit virtuellen Arbeitsplätzen.
Obgleich einige Exponate des »Treffpunkts Geschichte» - so der Titel der Dauerausstellung - schon früher in Schloss Burgfarrnbach zu sehen
waren, ist das moderne neue Stadtmuseum mit dem alten überhaupt nicht mehr vergleichbar. Oberbürgermeister Thomas Jung hoffte denn auch
gestern, das mit 700 000 Euro ausgestattete Haus werde als Nachfolger der »lieblosen Ansammlung» in Burgfarrnbach zu einer »Initialzündung
für die Innenstadt». Er wünsche sich, dass nicht nur die Fürther den Weg in die Ottostraße 2 fänden, sondern auch Besucher von auswärts.
Apropos: Eine Beschriftung der Exponate und Vitrinen in englischer Sprache soll es beizeiten geben. Die erste Sonderausstellung zur
Eisenbahngeschichte startet Ende April. Führungen durch die Dauerschau gibt es in drei Varianten (30, 60, 90 Minuten), montags ist das Haus
geschlossen.
Auf die ersten beiden Öffnungstage (heute von 11 bis 17 Uhr, morgen 13 bis 17 Uhr) folgt am Sonntag der Tag der offenen Tür, an dem zwischen
11 und 17 Uhr kein Eintritt fällig ist; die ersten drei Besucher erhalten eine Familienkarte. Auch das Museumscafé nimmt heute den Betrieb
auf. (Weitere Infos auf Seite 5 des FN-Lokalteils, ein Video ist ab heute unter
Link www.fuerther-nachrichten.de
zu sehen)
Matthias Boll
26.3.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Abreibung für Fürth
Neuer Stadtrundgang setzt auf kreative Gestaltung
»Alter Ronhofer Stolz und junge Pflänzchen« und »Rubbing Fürth« heißen zwei neue Stadtspaziergänge der Tourist-Information. Sie zeigen auf
unterschiedliche Weise interessante Aspekte der Kleeblattstadt. Während sich die Ortsbesichtigung durch den alten Ortskern von Ronhof mit
Dorfgeschichte und Gemüsebauern beschäftigt, setzen sich die kleinen und großen Gäste bei der Familienführung »Rubbing Fürth« mit Flächen,
Steinen und Schildern kreativ auseinander.
FÜRTH (fn) - Gerhard Fuchs ist ein begeisterter Stadtführer und ein »alter Ronhofer«. Er hat die Geschichte und Gegenwart seines Ortsteils
unter die Lupe genommen und wird die Resultate an diesem Samstag, 27. März, zusammen mit Gemüsebauer Thomas Baier präsentieren. Nur soviel
vorneweg: Trotz Geldnot wollte sich Ronhof einst partout nicht nach Fürth eingemeinden lassen und erhöhte stattdessen lieber die
Bierpreise.
Mittlerweile gehört Ronhof wie selbstverständlich zur Stadt. Eine eigene Kirche gab es nie, ein Wirtshaus existiert nicht mehr, dafür aber
einige alte Bauernhöfe. Vor allem aber gibt es Thomas Beiers riesigen Betrieb, den einzigen im Knoblauchsland, der auf vier Hektar
Unterglasfläche jährlich mehr als 79 Millionen Gemüse-Jungpflanzen produziert. Die Tour beginnt um 14 Uhr vor dem Feuerwehrhaus in der
Ronhofer Hauptstraße.
Bei der Familientour »Rubbing Fürth« am Sonntag, 28. März, um 11 Uhr (Start an der Schule der Phantasie, Wasserstraße 5) liegt der Akzent
auf der Kreativität. Ulrike Irrgang von der Schule der Phantasie hat die Entdeckungstour in Kooperation mit der Tourist-Information
zusammengestellt.
Rubbing ist eine grafische Abbildungstechnik, bei der verschiedene Oberflächen in der Stadt, wie beispielsweise Schilder, Bodenbeläge,
Haustüren oder Steine, durch Abreiben mit Kreide oder Bleistift auf ein aufgelegtes Papier übertragen werden. Aber das ist nur der erste
Schritt. Denn beim Reiben entstehen völlig neue und überraschende Details, die man sonst glatt übersehen würde. »Rubbing öffnet die Augen«,
sagt Ulrike Irrgang und verspricht, dass jeder Teilnehmer nach dieser künstlerischen Tour ein echtes Stück Fürth mit nach Hause nehmen
kann. Für diese beiden Wochenendtouren ist eine Anmeldung bei der Tourist-Information am Bahnhofplatz 2, Telefonnummer 2395870,
erforderlich.
Ausflug in die Geschichte
»Jüdische Lebenswelten« heißt eine neu entwickelte Kombitour der Tourist-Information und des Jüdischen Museums Franken in Fürth. Am Sonntag,
28. März, um 14 Uhr beginnt dieser Stadtspaziergang zum zweiten Mal. Die jüdische Geschichte wird ausführlich vorgestellt und an
anschaulichen Beispielen im Museum vertieft. Dabei wird den Gästen erklärt, warum Fürth heute gern »Fränkisches Jerusalem« genannt wird
oder warum es einst das religiöse Zentrum Süddeutschlands, mit mehreren Synagogen, einer hebräischen Druckerei sowie Talmudschulen und
bedeutenden Gelehrten war.
Dieter Zemann führt bei diesem Spaziergang, der im alten jüdischen Friedhof (Schlehenstraße) beginnt, an eindrucksvolle Orte jüdischen
Lebens. Die Tour endet mit dem Besuch des Museums, das in einem ehemaligen jüdischen Wohnhaus aus dem 17. Jahrhundert errichtet wurde.
Spannende Zeugnisse des Hauses, wie das Ritualbad im Keller und die historische Laubhütte im Dachgeschoss, werden gezeigt und ausführlich
erklärt.
Weitere Informationen gibt es bei der Tourist-Information am Bahnhofplatz 2, Telefon (0911) 239587-0 oder unter www.fuerth.de/tourismus.
26.3.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Rettung für Wandgemälde
Initiative will Bilder im Grünen Baum instand setzen lassen
FÜRTH (ja) - Vor gut einem dreiviertel Jahr berichteten die FN erstmals über den beklagenswerten Zustand der historischen Wandgemälde im
Gasthof Grüner Baum in der Gustavstraße. Jetzt soll Geld für die Restaurierung gesammelt werden. Benötigt werden 20 000 Euro.
Die treibenden Kräfte des Projekts sind die beiden Fürther FDP-Politiker Norbert Eimer und Kurt Georg Strattner. Sie wollen dem weiteren
Verfall der Bilder, die von Zigarettenqualm und fettigen Dämpfen stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, nicht tatenlos zusehen.
Die Gemälde zeigen die Schlacht an der Alten Veste im Dreißigjährigen Krieg sowie den Zug der Schweden durch Fürther Gebiet. Sie stammen vom
Maler Karl Hemmerlein, der an der Kunstgewerbeschule in Nürnberg und der Münchener Akademie der Bildenden Künste studierte. Er lebte und
arbeitete von 1896 bis 1970 in Fürth. Die besagten Wandgemälde entstanden 1932 zum 300. Jahrestag der Schlacht an der Alten Veste.
Gutachten gab Aufschluss
»Der Grüne Baum ist eines der geschichtsträchtigsten Gebäude in Fürth - selbst wenn König Gustav Adolf nicht dort übernachtet haben sollte.
Er ist als historisches Bauwerk unbedingt erhaltenswert. Hierzu gehören auch die verschiedenen Wandgemälde«, betont der ehemalige
Bundestagsabgeordnete Norbert Eimer.
Laut einem Gutachten, das FDP-Stadtrat Strattner in Auftrag gegeben hat, wird es voraussichtlich 20 000 Euro kosten, die Gemälde in der so
genannten Gustav-Adolf-Stube sowie dem Gastraum und dem Eingangsbereich in Stand zu setzen. Diesen Betrag möchten die Initiatoren des
Projekts in den nächsten Monaten sammeln, um die Restaurierung so bald wie möglich starten zu können.
Angetan von der Initiative ist auch Michael Barth, der Pächter des Grünen Baums. Er hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, die dann
aufpolierten Gemälde mit einer Wandbeleuchtung ins rechte Licht rücken zu wollen.
19.4.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Wie sich Fürth vor den Bomben schützte
Neue Broschüre zeigt, dass das NS-Regime die Menschen früh auf einen Krieg einstimmte
Wie das NS-Regime die Fürther auf drohende Bombenangriffe aus der Luft vorbereitete, haben zwei Fürtherinnen erforscht. Ihre Ergebnisse sind
in einer lesenswerten Broschüre zusammengefasst.
FÜRTH - Beim Stichwort Luftschutz denken die meisten Leute an den Zweiten Weltkrieg und die alliierten Bombenabwürfe. Was die wenigsten
wissen: Die Nationalsozialisten machten die deutsche Bevölkerung bereits ab 1933 systematisch mit Sicherheitsmaßnahmen vertraut und
drillten sie in entsprechenden Übungen. Kaum, dass Hitler die Macht ergriffen hatte, standen die Zeichen also auf Krieg.
Dies hat die Fürther Historikerin Renate Trautwein recherchiert. Im April 2008 hatte sie mit Susanne Plack, Mitarbeiterin des
Stadtplanungsamtes, die Ausstellung »Geheimnisvolle Zeichen - Zeugnisse des Bombenkrieges 1943 bis 1945« im Bunker an der
Friedrich-Ebert-Straße präsentiert. Dabei begaben sie sich auf Spurensuche nach Aufschriften wie »LSR« für Luftschutzraum, »NA(S)« für
Notausstieg oder »LSN(A)« für Luftschutznotausstieg.
Viele Häuser, besonders in der Südstadt, aber auch rund um die Theater- und Mathildenstraße, tragen noch solche Beschriftungen. Plack
fotografierte über 100 Stück davon, Trautwein verfasste die Begleittexte. In der Folge wurden die Beschriftungen sogar unter Denkmalschutz
gestellt, um sie als Mahnung und Warnung zu erhalten. Immerhin scheint Fürth die einzige Stadt in Bayern zu sein, die noch so viele
»geheimnisvolle Zeichen« besitzt.
Weil viele damalige Ausstellungsbesucher erklärendes Begleitmaterial vermissten, beschlossen Trautwein und Plack, an dem Thema dranzubleiben
und eine Broschüre zu erstellen. Sie ist nun erschienen. Trautwein hat in engagierter Kleinarbeit die alten Zeitungsberichte aus der
Nazi-Zeit ausgewertet, um sich ein Bild von der Stimmung im Land zu machen.
Das Ergebnis, wie früh es mit dem Luftschutz losging - nämlich bereits im Mai 1933 - dürfte selbst Zeitzeugen überraschen. Nicht im
Geheimen, sondern in drei Fürther Tageszeitungen wurde das korrekte Verhalten im Angriffsfall ausführlich behandelt, um die Menschen
psychologisch auf Luftkrieg zu trimmen. »Zuerst sah man noch Unterschiede, aber dann waren alle Zeitungen gleichgeschaltet und brachten
dieselben Artikel, allenfalls mit unterschiedlichen Fotos«, so Trautwein. Der Fürther Anzeiger klärte über den Flugmelde- und
Luftschutz-Warndienst auf, die Leser erfuhren, dass die Alarmfrist nur zehn Minuten betrage. Die Luftschutz-Blockwarte wurden in der Presse
gewürdigt, ebenso der Luftschutztrupp Ekkehard. Über praktische Übungen im Geißmannsaal berichteten alle Medien groß. Selbst
Verdunkelungsmaßnahmen gab es schon lange vor Kriegsbeginn.
Die gut gestaltete Broschüre mit der Zusammenstellung der Luftschutzberichterstattung von Trautwein und den Fotos von Plack, inklusive einer
eigens erstellten Stadtkarte mit allen noch vorhandenen Luftschutzzeichen, kostet 14,90 Euro. Sie ist erhältlich in der Bürgerinformation
Fürth und in der Buchhandlung Edelmann.
CLAUDIA SCHULLER
19.4.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Alte Grabsteine sorgen für Rätselraten
Merkwürdige Relikte im Hof eines abbruchreifen Gebäudes auf dem Golfpark-Gelände
Im Innenhof eines abbruchreifen Gebäudekomplexes auf dem Fürther Golfpark-Gelände liegen ohne ersichtlichen Grund mehrere gebrauchte
Grabsteine herum. Irritierte Spaziergänger haben um Aufklärung gebeten, die FN fragten nach.
FÜRTH - Ein Teil der Platten ist bereits zerbrochen und grasüberwuchert. Andere teilen dem Betrachter noch deutlich lesbar mit, wessen Grab
sie einst geschmückt haben. Doch wozu lagern sie so pietätlos zwischen den unbewohnten Gebäuden? Und wer hat sie dorthin gebracht? Der
Versuch, Licht in diese Angelegenheit zu bringen, fördert einige Spekulationen zutage.
Was normalerweise mit ausgedienten Gedenksteinen geschieht, weiß Norbert Wagner vom städtischen Friedhof: Wer ein Grab errichten lässt, ist
verpflichtet, eine gewisse Zeit lang dafür zu sorgen. Die so genannte Ruhefrist variiert je nach Friedhof und beträgt durchschnittlich
zwischen zehn und 20 Jahren.
Nach Ablauf der Frist bleiben dem Inhaber zwei Möglichkeiten: Entweder verlängert er die Laufzeit oder er löst die Ruhestätte auf. Wenn er
sich für Letzteres entscheidet, muss er eine Steinmetzfirma damit beauftragen, den Grabstein abzubauen. Da sich eine Wiederverwendung durch
entsprechendes Ummeißeln meist nicht rentiert, werden die meisten Exemplare an diesem Punkt schließlich vom Steinmetz entsorgt.
»Es kommt auch vor, dass die Angehörigen der Verstorbenen den Grabstein behalten wollen, um ihn beispielsweise in ihren Garten zu stellen«,
erzählt Wagner. Das aber sei selten.
Steinmetz am Werk?
Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Privatperson die Fracht bei den Häusern am Golfpark abgeladen hat, ist also gering. Eher könnte da schon
ein Steinmetz am Werk gewesen sein - eine der Platten steht nämlich auf einem Podest, das eine besseren Handhabung bei der Bearbeitung
gewährleistet.
Warum die Steine dann aber nicht recycelt, sondern dem Verfall ausgesetzt wurden, bleibt ein Geheimnis. Auch eine Überprüfung der
gemeißelten Namen durch Wagner brachte nicht den erhofften Durchbruch. Die einzige Erkenntnis bisher: Bei den Verstorbenen handelte es sich
wohl nicht um Menschen aus Fürth.
Ist es denn eigentlich verboten, alte Grabsteine öffentlich zu lagern? Hans-Peter Kürzdörfer vom Fürther Ordnungsamt hat mit solchen Fällen
kaum Erfahrung. »Es gibt keine Regelungen zum Umgang mit Grabsteinen außerhalb des Friedhofs«, meint er. »Insofern liegt hier kein Verstoß
gegen die Rechtsvorschriften vor.« Ordnungswidrig wäre die Sachlage nur im Falle einer illegalen Abfallentsorgung - und die kann man
momentan nicht nachweisen.
Eine weitere Theorie eröffnet sich in Hinblick auf die ehemaligen Mieter des angrenzenden Gebäudes: Hier waren die Ateliers mehrerer
Künstler untergebracht. Vielleicht gehörten die Steine also einem Bildhauer, der sie beim Umzug der Einfachheit halber zurückließ?
Inzwischen sind alle Räume des Komplexes geräumt, der Abbruch steht kurz bevor. Und im Zuge der Abrissarbeiten werden wohl letztlich auch
die Steine des Anstoßes endlich verschwinden.
Christiane Ernst
20.4.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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»Eiserner Weg« sorgte für den Umbruch
Ein Geschichtswerkstatt-Rundgang auf den Spuren der »Eisenbahnstadt Fürth«
Die Bahn machte Fürth zur Großstadt. Bei einem Rundgang der Fürther Geschichtswerkstatt unter dem Titel »Eisenbahnstadt Fürth« zeigte der
Stadthistoriker Lothar Berthold zum Jubiläum »175 Jahre deutsche Eisenbahnen« die wichtigsten Entwicklungen an konkreten Beispielen.
FÜRTH (hvd) - Wer heute auf der Schwabacher Straße mitten in Fürths belebter Fußgängerzone steht, kann sich kaum vorstellen, dass hier vor
knapp 180 Jahren die damalige »Schwabacher Landstraße« durch eine idyllische, kaum bebaute Felder- und Wiesenlandschaft führte. Die
Ludwigseisenbahn sorgte ab 1835 für eine rasche Bebauung der sie umgebenden Areale.
Lothar Berthold hat sich mit der Stadtgeschichte intensiv auseinandergesetzt. Weshalb es ihm nicht schwer fällt, Fakten und Daten ohne
Zuhilfenahme des von der »Arbeitsgruppe Eisenbahngeschichte« der Geschichtswerkstatt erstellten Ordners »Eisenbahnstadt Fürth« zu nennen.
Es geht Berthold vor allem um die starken Veränderungen, die der »eiserne Weg« in seinem Umfeld auslöste.
So zog es in den ersten Eisenbahn-Jahrzehnten gut betuchte Bürger und Firmen in die Nähe der Eisenbahntrasse. Die Bewohner der entlang des
Schienenwegs gebauten Hornschuchallee hatten die Bahn vor der Haustüre. Und fühlten sich bei Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 35 und
50 Stundenkilometern wohl auch (noch) nicht sonderlich von Bahn-Lärm oder -Schmutz belästigt.
»Die heutige Rudolf-Breitscheid- und frühere Weinstraße war die erste Bahnhofstraße«, weiß Lothar Berthold: Erstmals wurde eine Stichstraße
eigens zum Zweck der Bahnhofs-Anbindung gebaut. Starke Unterschiede in den Stockwerkshöhen weisen heute noch darauf hin, wie bestehende
Gebäude in die neuen klassizistischen Häuserblöcke eingebunden wurden.
1922 wurde der Betrieb der Ludwigseisenbahn eingestellt, 1926 die Gleise zurückgebaut - die »Elektrische« (Straßenbahn) hatte das Rennen um
die Gunst der Fahrgäste zwischen Nürnberg und Fürth gewonnen.
Am 15. Mai, 14.30 Uhr, wird der informative Rundgang wiederholt.
20.4.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Startschuss für die Sanierung des Ortskerns
Die Stadt baut in Burgfarrnbach - Der Würzburger Straße steht eine Vollsperrung bevor
In den kommenden Jahren sollen Millionen Euro in die Sanierung des Burgfarrnbacher Ortskerns fließen. Seit Montag wird ein Anfang gemacht:
Hinter dem Gasthof Krone entsteht ein »Bürgergarten«. Davor wird auf einer Länge von 180 Metern der Gehsteig entlang der Würzburger Straße
neu angelegt und verbreitert. Zuvor muss jedoch ein alter Missstand beseitigt werden.
FÜRTH - Die Sanierung der Fürther Innenstadt habe zwar Priorität, sagt Oberbürgermeister Thomas Jung, »aber dann steht auch schon
Burgfarrnbach auf unserer Liste«. Der Grund leuchtet ein: Im Vorort im Stadtwesten gibt es schlichtweg enormen Handlungsbedarf. In einigen
Ecken, so Jung, »herrschen Zustände wie in der Weimarer Zeit«.
Damit spielt der Rathauschef auch darauf an, dass an der Würzburger Straße das Regenwasser aus den Dachrinnen wie anno dazumal einfach auf
die Straße geleitet wird. Zwischen »Am Schlosshof« und dem Gasthaus Krone wird daher seit Montag die Straße aufgegraben und ein
Regenwasserkanal errichtet. Die viel befahrene Würzburger Straße ist aus diesem Grund noch bis zum 21. Mai halbseitig gesperrt – doch es
kommt noch schlimmer.
Wenn die Baustelle im Anschluss bis zur Lehenstraße verschoben wird, ist aus Platzgründen bis zum 18. Juni eine vierwöchige Vollsperrung
nötig. Zur Ortskirchweih im Juli soll Ruhe herrschen, schließlich braucht der Kärwazug Platz. Im Anschluss müssen Autofahrer jedoch mit
weiteren Verkehrsbehinderungen rechnen.
Dann nämlich baut die Stadt Fürth auf dem besagten Abschnitt zwischen »Am Schlosshof« und der Lehenstraße einen neuen Gehsteig auf der
nördlichen Seite der Würzburger Straße. Fußgänger können sich freuen, sie bekommen mehr Raum. Vor dem Gasthaus Krone soll sogar eine Fläche
mit »platzartigem Charakter« entstehen, wie Stadtbaurat Joachim Krauße ankündigt. Wegfallen muss hingegen die Parkbucht für den Bus.
Scheune für Veranstaltungen
Parallel zu diesen Arbeiten wird der Hof hinter dem Gasthaus umgestaltet und aufgewertet. Zum einen soll dadurch der Zugang zu der
anliegenden TSV-Turnhalle verbessert werden, zum anderen soll hier ein Bürgergarten entstehen, worunter sich die Verantwortlichen eine
Freischankfläche vorstellen, die vom Gasthaus Krone betrieben wird, aber der Öffentlichkeit jederzeit zugänglich bleibt – »ohne
Verzehrzwang«, wie der Oberbürgermeister betont. Eine angrenzende Scheune hat die Stadt bereits erworben. Hier könnte Raum für verschiedene
Veranstaltungen sein.
Freude darüber herrscht beim Bürgerverein. »Im Straßendorf Burgfarrnbach entsteht hier so was wie eine Platzsituation«, sagt beispielsweise
der Architekt Markus Hilpert. Und Bürgervereinschef Franz Stich zeigt sich dankbar dafür, »dass die Ortssanierung nun losgeht, auch wenn es
nur ein kleiner Anfang ist«.
Wann die Stadt größere Projekte in Angriff nimmt, ist noch ungewiss. Laut Baureferent Krauße hat die Kommune für die Ortskernsanierung noch
keine Fördermittelzusage, was aber nach seinen Worten nur eine Formsache sein dürfte. Die nun anstehenden Arbeiten konnten vorgezogen
werden, weil hierfür Gelder aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung fließen. Die Stadt muss nur 20 Prozent der Kosten von 350 000 Euro
schultern.
Der Nachteil ist, dass das Konjunkturpaket einen engen zeitlichen Rahmen setzt. Bis Herbst 2011 müssen die Arbeiten beendet sein. Zeitdruck
hin oder her: »Es wäre sträflich, wenn wir das nicht nutzen würden«, sagt Baureferent Krauße, »so billig kommen wir nicht mehr an Geld
heran.«
Johannes Alles
22.4.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Christkönig startet millionenschwere Umbauarbeiten
Kirche ohne Barrieren
FÜRTH - Ein beachtliches Bauprojekt nimmt die katholische Kirche im Fürther Westen in Angriff. Christkönig wird in den kommenden zwei Jahren
für 3,3 Millionen Euro saniert. Statt eines Spatenstichs errichteten Kindergartenkinder gestern zum symbolischen Auftakt der Bauarbeiten
ein Mäuerchen aus Plastikbacksteinen.
Seit Tagen zeigt sich das mächtige Gotteshaus an der Würzburger Straße im Baugerüst. Sichtbares Zeichen für die großen Veränderungen, die
bevorstehen und denen Karmelitenpater Eduard Sebald nun in einer Feierstunde den Segen erteilte.
Noch kaum renoviert
Der Gebäudekomplex, zu dem die Kirche sowie die kleinere »Unterkirche« und Jugendräume im Souterrain zählen, der frei stehende Kirchturm,
das jetzige Pfarrheim, der ehemalige Kindergarten und ein Klostertrakt wurde in den 50er/60er Jahren errichtet und seitdem kaum renoviert.
Die Folge: Die Christkönigsgemeinde heizt sprichwörtlich zum Fenster hinaus, und den Betagteren unter ihren 6500 Mitgliedern macht zu
schaffen, dass alle Kirchen- und Versammlungsräume nur über Treppen zu erreichen sind. Hinzu kommen Feuchtigkeitsschäden, Pilzbefall,
marode Stellen im Mauerwerk. So kann es nicht weitergehen, urteilte schließlich das Erzbischöfliche Ordinariat Bamberg und gab im August
2009 grünes Licht für den Umbau.
Backsteinfassade bleibt erhalten
Zunächst wird die Kirche saniert. Die Backsteinfassade bleibt aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten. Doch bekommen alle Fenster
zusätzlich Isolierglas. Besonders begrüßte Bürgermeister Markus Braun, dass das Kirchendach nicht nur gedämmt, sondern auch mit einer
Photovoltaikanlage ausgestattet wird. Braun schwärmte von »einer Premiere in Fürth, die hoffentlich Schule macht«.
Zug um Zug soll dann der frühere Kindergarten zum Pfarrhaus mit Büro und Wohnungen werden. Wo das jetzige Pfarrheim untergebracht ist,
werden ein Pfarrsaal und Gruppenräume entstehen. Es wird eine neue Heizung geben und mit Rampen und Aufzügen barrierefreie Zugänge.
Bamberg übernimmt Gros der Kosten
Das Gros der Kosten, 60 Prozent, übernimmt Bamberg. Weiteres Geld kommt aus Rücklagen, Darlehen, Entschädigungszahlungen, weil auch der
U-Bahn-Bau Gebäudeschäden verursacht hat, und privaten Spenden. 330.000 Euro Spendengelder muss die Gemeinde auftreiben, knapp 143.000 Euro
hat sie bisher.
Pater Eduard Sebald erhielt gestern einen Bauhelm und Ohrenschützer und gilt somit als »Bauherr vor Ort«. Der 69-Jährige nahm den Titel
lächelnd an. Trotz der aktuellen Krise, in der sich die katholische Kirche befindet, ist er »ganz sicher«, dass »sein« Gotteshaus nach dem
Umbau mit Leben erfüllt sein wird. Er selbst wird dann längst weg sein. Der Karmelitenorden hat Nachwuchsprobleme und gibt den Standort
Fürth auf. Die Patres Eduard Sebald und Klaus Weigand kehren Fürth im August nach 13 Jahren den Rücken. Ihre Nachfolge regelt das Bistum
Bamberg.
Birgit Heidingsfelder
26.4.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Henry Kissinger auf den Spuren seiner Jugend
Henry Kissinger, Ex-US-Außenminister, stattete seiner Geburtsstadt Fürth mal wieder einen Besuch ab: Der 86-Jährige, hier mit OB Thomas
Jung, enthüllte im Rathaus ein Porträt, das Fürths Ehrenbürger zeigt. »Das haben Sie sehr gut gemacht«, lobte er die Künstlerin Doris Baum.
Kissinger, der 1938 im Alter von 15 Jahren mit seinen Eltern vor den Nationalsozialisten in die USA flüchtete, ist nach wie vor häufiger
Gast in Fürth und zeigte sich auch gestern bestens informiert über die Ergebnisse der SpVgg. Deshalb gehörte ein Besuch im Ronhof zu seiner
»sentimentalen Reise« (siehe Fürther Sport). Später machte er Station in der Mathilden- und Marienstraße, wo er aufwuchs, und am
Helene-Lange-Gymnasium, dem ehemaligen Lyzeum, wo sein Vater Louis unterrichtete, bis ihm die Nazis wie allen jüdischen Lehrern
Berufsverbot erteilte. (Weiterer Bericht im Politikteil, Seite 3) aj/Foto: Hans Winckler
5.5.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fürth-Fan drückt Club die Daumen
Sentimentale Reise: Wieder einmal besucht Henry Kissinger seine Geburtsstadt
FÜRTH - Henry Kissinger ist immer noch ein echter Diplomat: Der ehemalige US-Außenminister drückt als eingefleischter Anhänger des Fürther
Kleeblatts sogar dem Erz-Rivalen in Nürnberg die Daumen. »Ich hoffe sehr, dass der Club in der Ersten Bundesliga bleibt und dass er das
Spiel gegen Köln eindeutig gewinnt«, sagt der 86-Jährige bei einem Besuch im Fürther Rathaus - worauf OB Thomas Jung angesichts so viel
ungewohnter fränkischer Fußball-Harmonie anmerkt: »Man sieht, Henry Kissinger hat zu Recht den Friedensnobelpreis erhalten.«
Es geht bei seiner Visite natürlich nicht um große Politik, nicht um seine heftigst umstrittene Arbeit als erstem nicht aus den USA
stammenden Außenminister unter den Präsidenten Richard Nixon und Gerald Ford von 1973 bis 1977. Es geht um seine Wurzeln: Wieder einmal
unternahm der Mann, der am 27.Mai 1923 als Heinz Alfred Kissinger in Fürth auf die Welt kam, eine seiner »sentimentalen Reisen« in die Zeit
seiner Kindheit und Jugend. 1938, gerade noch rechtzeitig, floh die jüdische Familie mit dem Schiff vor den Nationalsozialisten in die
Vereinigten Staaten, zunächst nach New York.
Sein Vater Louis war bis zum Berufsverbot durch die Nazis ein äußerst beliebter Lehrer am damaligen Fürther »Lyzeum«, dem heutigen
Helene-Lange-Gymnasium. Dort schaut Henry Kissinger nun ebenso vorbei wie in der Marien- und Mathildenstraße, wo er aufwuchs, am Grab
seines Großvaters auf dem neuen jüdischen Friedhof in Fürth und, am Vormittag, in der Heimat seiner Großeltern, in Leutershausen bei
Ansbach, wohin er mit seinem ein Jahr jüngeren Bruder Walter oft radelte.
Positive Gefühle
»Je älter die zwei Brüder werden, desto näher ist ihnen ihre Kindheit«, beobachtet Evi Kurz, die deren Jugend in einem Film und einem Buch
(»Die Kissinger-Saga«) beschrieben hat. Und vor allem Henry kommt »regelmäßig alle paar Jahre nach Fürth - das allein beweist schon meine
Verbundenheit«, sagt er im Rathaus gut gelaunt. Er habe »positive Gefühle, wenn ich nach Fürth komme«, und »denke nicht an die schlechten
Dinge, die schon über 70 Jahre zurückliegen«. Daran zum Beispiel, dass die Brüder Kissinger etliche Male von der Hitler-Jugend verprügelt
wurden. Auf dem Weg zum Ronhof etwa, in den vor allem der junge Heinz nur zu gern pilgerte. »Als ich dort hinging, gab es außer der Tribüne
nur Stehplätze«, erinnert er sich nun bei seinem Abstecher ins Playmobil-Stadion, das bald Trolli-Arena heißt - Namen, mit denen nicht nur
Kissinger seine Schwierigkeiten hat.
»Zum Aufstieg ins Stadion«
Und er staunt, als ihm Vereins-Chef Helmut Hack berichtet, was so ein Fußball-Profi in Liga eins oder auch zwei verdienen kann. Viel mehr
als bei den Basketball-Stars in den USA sei das, stellt der berühmteste Kleeblatt-Fan der Welt fest, der bestens Bescheid weiß über
Ergebnisse: In dieser Saison habe er ja wenig fiebern müssen, »weil wir in der Mitte der Tabelle standen«. Er sagt »wir«; das zeigt seine
enge Bindung an Verein und Stadt. Einen Wunsch hat er: Den Aufstieg seiner bisher allerdings hartnäckig unaufsteigbaren Fürther möchte er
doch mal erleben. Dann, verspricht er, will er zum ersten Heimspiel in Liga eins kommen.
Ein Video über Henry Kissingers Besuch in Fürth finden Sie unter
Link www.nn-online.de
Alexander Jungkunz
5.5.2010
© NÜRNBERGER NACHRICHTEN
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Kissinger kickte lieber nicht
Der wohl prominenteste SpVgg-Fan zu Gast im Ronhof
Anlässlich seines Fürth-Besuchs machte Henry Kissinger gestern auch am Laubenweg halt. Wie stets, wenn er in seiner Heimatstadt zu Gast ist,
zog es ihn in den Ronhof zur SpVgg.
FÜRTH (jos) - Beim letzten Besuch im Jahr 2004 hatte Henry Kissinger auf dem Rasen im Ronhof einige Bälle mit seinem Bruder Walter hin und
her gekickt. Auf den Platz will er auch diesmal, gegen den Ball treten nicht. »Ich habe einen Bänderriss, aber nicht vom Fußball«, sagt der
86-Jährige und zeigt Kleeblatt-Kapitän Marino Biliskov und Manager Rachid Azzouzi, die ihn mit einem Mannschaftstrikot beschenken, den
Spezialverband am Fuß.
Ansonsten ist der ehemalige US-Außenminister und bekannteste Kleeblatt-Fan der Welt gut gelaunt und bestens über die SpVgg informiert. »Am
Sonntag war nur die erste Hälfte gut«, tadelt er milde und lässt sich von Präsident Helmut Hack die Renovierungsmaßnahmen erklären. Seit
seinem letzten Besuch bekam die Nordkurve ein Dach und der letzte Block des alten Runds wich dem Neubau »VIP-Nord« mit der Verwaltung.
Kissingers Erinnerungen an den Ronhof: »Bis auf die Tribüne gab es nur Stehränge. Damals waren die Emotionen der Zuschauer groß. Und die
Schiedsrichter lebten gefährlich, wenn Fürth nicht gewann«, schmunzelt der Besucher, dessen Begeisterung für die SpVgg noch von der
Meisterelf 1929 geprägt wurde.
Helmut Hack erklärt bei einem Tässchen Tee in einer der neuen Logen auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des deutschen Fußballs und
der SpVgg im Besonderen. Kissinger informiert sich über Einnahmequellen und Zuschauerzuspruch, lobt die SpVgg für solides Wirtschaften und
freut sich, als Hack ihm erklärt, dass man auch in Zukunft am Laubenweg spielen werde. Dorthin will Fürths Ehrenbürger spätestens dann
zurückkehren, »wenn die SpVgg in die Bundesliga aufsteigt«.
Ein Video zum Kissinger-Besuch auf
Link www.fuerther-nachrichten.de
5.5.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Begeistert vom Anbau
Neues Schulgebäude in Burgfarrnbach ist fertig
FÜRTH - Erster Schritt auf dem Weg zu einem Burgfarrnbacher Schulzentrum: Der Erweiterungsbau der Grundschule Hummelstraße ist fertig und
inzwischen auch bezogen. Die Arbeiten sind deswegen aber noch lange nicht beendet.
Rektorin Waldtraud Lieret ist voll des Lobes für den Architekten Albert Payer aus Regensburg. Die Akustik in den Klassenzimmern sei
wunderbar, ebenso die Beleuchtung: »Man meint im Tageslicht zu sitzen«, schwärmt Lieret von den Arbeitsbedingungen im Erweiterungsbau, der
die Stadt 3,24 Millionen Euro gekostet hat.
Seit vorgestern haben die Schüler davon Besitz ergriffen. Auch die Verwaltung der Schule ist eingezogen, so dass der Altbau nun komplett
leer steht – und das aus gutem Grund. Bis März nächsten Jahres soll dieser für weitere 3,5 Millionen Euro auf Vordermann gebracht werden.
Dazu zählen beispielsweise ein neues Dach und neue Fenster sowie der komplette Innenausbau.
Nach der Fertigstellung wird Burgfarrnbach endlich das haben, »was man sich hier schon seit 50 Jahren wünscht«, sagt die Rektorin: Ein
großes Schulzentrum, indem auch die Schüler der beiden anderen Standorte in Burgfarrnbach – Zehentweg und Lehenstraße – Platz finden
werden. Diese werden aufgelöst, die Gebäude laut Oberbürgermeister Thomas Jung vermutlich verkauft.
Wenn der sanierte Altbau an der Hummelstraße im Frühjahr bezogen wird, wird auch der Erweiterungsbau seiner eigentlichen Nutzung zugeführt.
Im Erdgeschoss, wo jetzt noch vorübergehend Klassenzimmer untergebracht sind, wird dann der Hort zu Hause sein. Der erste Stock beherbergt
Werk- und Handarbeitsraum. Und im zweiten Obergeschoss ist Platz für die Verwaltung sowie für einen Seminarraum, den man als
Ausbildungsschule benötigt.
Wermutstropfen für die Rektorin: Zwar hat sie sich seit Jahren für Anbau und Sanierung stark gemacht, davon profitieren wird sie jedoch
kaum, da sie Ende des laufenden Schuljahres in den Ruhestand tritt. Waltraud Lieret nimmt es locker: »Man kann eben nicht alles haben«,
sagt sie und weist darauf hin, dass der Schule nach der Sanierung nur noch eines zum ganz großen Glück fehlen wird: eine Turnhalle.
Doch die wird so schnell nicht gebaut. »Jetzt sind erst mal andere Schulen dran«, sagt Rathauschef Jung. Schließlich gebe es in Fürth noch
Schulgebäude, in die es hineinregnet. Da habe eine neue Turnhalle keine Priorität.
Johannes Alles
6.5.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Mit dem Zug zur ,Bläih‘
»Was blieb vom Moggala?«: Historische Spurensuche
Vom Bimmelbähnchen zur modernen Nahverkehrs-Verbindung: Die heutige Rangau- oder Mittelfrankenbahn startete als touristisch genutzte
Nebenbahn von Fürth nach Cadolzburg. Die Frage »Was blieb vom Moggala?« versuchte der Geschichtsverein Fürth im Rahmen einer Exkursion
anlässlich des Bahnjubiläums zu beantworten.
FÜRTH/CADOLZBURG - Mit den »Vizinalbahnen« wurde im 19. Jahrhundert das flache Land erschlossen. Im Gegensatz zu den schnellen
Hauptbahn-Verbindungen kam eine Lokalbahn mit leichterem Gleisoberbau, simpleren Fahrzeugen und sehr viel niedrigeren Fahrgeschwindigkeiten
aus. Ein Umstand, der jenen Bähnchen oft gutmütigen Spott eintrug.
Der Cadolzburger Geschichts- und Eisenbahnfan Hans-Werner Kress leitet seinen Rundgang zur Geschichte des »Moggala« daher auch mit
zeittypischen Karikaturen ein: Da läuft eine Bauersfrau in fränkischer Tracht neben dem fahrenden Zug her, weil sie ins Gespräch mit ihrem
Mann vertieft ist - und kann problemlos mithalten. Ein Scherz, der von der Wirklichkeit noch in den Schatten gestellt wurde. Musste die
Bahnlinie zwischen Zirndorf und Cadolzburg doch Straßen im spitzen Winkel überqueren. Zur Unfallverhütung durfte der Zug das letzte
Teilstück nur im Schritttempo zurücklegen, während ein Streckenwärter mit Warnflagge (am Tag) oder Laterne (nachts) vorausging.
Gebaut wurde die knapp 13 Kilometer lange Bahnlinie von der Münchner »Lokalbahn Aktien-Gesellschaft« (LAG). Die LAG unterhielt in der
zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Strecken in ganz Deutschland - überall dort, wo aufgrund von Tourismus, Bodenschätzen, boomender
Industrie oder auch Land- und Forstwirtschaft entsprechende Transportleistungen benötigt wurden. In Cadolzburg war der große
Steinbruchbetrieb ein wichtiger Kunde der Bahn.
Cadolzburg galt vielen Fürthern bis weit ins 20. Jahrhundert hinein als beliebter Ausflugsort. Vor allem die »Bläih« genannte Kirschblüte
zog Scharen von Menschen an und bescherte der 1890 bis Zirndorf eröffneten Strecke, die zwei Jahre später nach Cadolzburg verlängert wurde,
ein erstaunlich hohes Fahrgastaufkommen: »Im Mai 1912 benutzten am ersten Blütensonntag rund 8 000 Fahrgäste das ,Moggala‘«, zitiert
Hans-Werner Kress aus Quellen zur Bahngeschichte. 1932 mussten zum gleichen Anlass sogar über 15 000 Menschen transportiert werden. Das
Umfeld der Bahn veränderte sich ebenfalls: Im vormals ländlichen Cadolzburg entstanden Häuser »im städtischen Stil«. Die LAG selber baute
zusammen mit dem Markt Cadolzburg den später »Bleistift« genannten Aussichtsturm. Eine weithin sichtbare Erinnerung an das »Moggala«.
Hans von Draminski
10.5.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Einzelhändler setzen auf die Breitscheidstraße
Nach dem Rückzieher von Sonae Sierra finden die Pläne Anklang, Fiedler, Wölfel-Areal und Park-Hotel zu entwickeln
Bestürzt, betrübt, betroffen - das Aus für den Plan des Investors Sonae Sierra, das City-Center zu sanieren, lässt Fürther Einzelhändler
und Wirtschaftsvertreter verzweifeln. Große Hoffnungen setzen sie nun auf ein anderes Vorhaben der Stadt.
Dass Norbert Staudt »erschüttert« ist, muss er nicht mehr betonen. Man hört es aus jedem seiner Worte - auch durch den Telefonhörer. »Erst
die Neue Mitte, nun das City-Center, zeitgleich verlässt Marktkauf Fürth«, klagt der Sprecher des hiesigen Einzelhandelsverbands und
bilanziert: »Wir bekommen hier ein Riesenproblem.« In der Innenstadt gebe es keine zugkräftigen Geschäfte mehr und bald nicht einmal mehr
einen Nahversorger.
»Ich habe immer gesagt, wenn nicht schnell etwas passiert, dann wird es zu spät sein für die Innenstadt«, sagt Staudt. Nun hofft er, dass
sich seine Prophezeiung nicht allzu rasch erfüllt. Dennoch hegt er keinen Groll gegen Sonae Sierra. Eher verwundert ihn, dass er noch
nichts von anderen Investoren gehört hat, die Interesse an einer Sanierung des angeschlagenen Einkaufszentrums haben.
Von einer »betrüblichen Nachricht für die Innenstadt« spricht Christian Nowak, Chef der IHK in Fürth. Im Gegensatz zu Staudt gibt er sich
allerdings überzeugt davon, dass sich ein anderer Investor des City-Centers erbarmt. »Irgendwer wird erkennen, dass man eine Stadt mit 114
000 Einwohnern nicht einfach übersehen kann«, sagt Nowak. Doch es müsse rasch passieren, damit das Einkaufszentrum nicht noch weiter
»ausblutet«. Um eine erneute Hängepartie zu vermeiden, müssen ihm zufolge jedoch die Eigentümer des City-Centers einsehen, dass sie
Investoren nur mit einem »moderaten Verkaufspreis« überzeugen können.
»Bedauern« über den Rückzug von Sonae Sierra äußert auch Petra Büttner-Krauss von den »Kreativen Einzelhändlerinnen«. Die Runderneuerung des
25 Jahre alten City-Centers wäre nach ihren Worten eine Chance für die Stadt gewesen. Dennoch ist sie weit davon entfernt, wegen des
Scheiterns der Pläne ihren Laden in der Fußgängerzone zuzusperren. »Es ist nicht das Ende aller Tage.«
Hoffnung macht den Einzelhändlern das Vorhaben der Stadt, nach dem Fiedler-Gebäude an der Rudolf-Breitscheid-Straße auch das Wölfel-Areal
und möglicherweise sogar das Park-Hotel zu erwerben und als Einzelhandelsstandort entwickeln zu lassen. »Das wäre ganz nach unserem
Geschmack«, sagt Büttner-Krauss, »weil es Frequenz in die Innenstadt bringen würde.« Auch IHK-Chef Christian Nowak signalisiert der Stadt
»jegliche Unterstützung« für diese Pläne. Wichtig sei, dass es zügig vonstatten geht und weiterer »Zeitverlust« vermieden wird.
Gegen Aktionismus
Anders sieht das Christofer Hornstein, Sprecher der Bürgerinitiative, die sich gegen die Pläne für das Kaufhaus »Neue Mitte« links und
rechts der Breitscheidstraße eingesetzt hatte. Dass die Stadt »nun das Heft in die Hand nimmt«, um die besagten Flächen zu entwickeln,
findet er »sehr, sehr gut«. Laut Hornstein decken sich die Pläne sogar zum Teil mit den Ideen der BI, die in der Diskussion um die Neue
Mitte ein »Drei-Höfe-Modell« ohne Überdachung der Breitscheidstraße favorisierte.
Allerdings hält er es für falsch, nun in »Aktionismus zu verfallen.« Er plädiert bereits vorausschauend für »einen Architekten-Wettbewerb
und eine Lösung, die der historischen Innenstadt gerecht wird«. Und was ist mit dem Investor, den die BI angeblich an der Angel hatte? »Den
gibt es noch«, sagt Hornstein - den Namen will er trotzdem noch nicht nennen. Das Unternehmen wollte ihm zufolge in Fürth nicht aktiv
werden, so lange sich dort die Konkurrenz von Sonae Sierra engagierte. Hornstein werde nun aber wieder Kontakt aufnehmen.
Einzelhandelssprecher Staudt hält eine Entwicklung an der Breitscheid-Straße sogar für wichtiger als die Sanierung des City-Centers, für die
er keine zeitnahe Lösung sieht. Die Stadt müsse mit dem Kauf der Flächen ein Zeichen setzen, nur so könne der Einzelhandel sehen, dass die
Kommune die Probleme ernst nimmt.
Johannes Alles
8.5.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Schweres Unwetter hält Feuerwehr in Atem
FÜRTH - Ein heftiges Unwetter hat am späten Dienstagabend für erhebliche Schäden in Stadt und Landkreis Fürth gesorgt.
Gegen 21.30 gingen eine halbe Stunde lang geradezu sintflutartige Regenfälle nieder. In manchen Gebieten, darunter im Westen von Fürth,
hagelte es kurzzeitig bis zu tischtennisballgroße Körner, die im Ortskern von Burgfarrnbach sogar per Radlader beseitigt werden mussten.
Die Feuerwehren kamen wegen der großen Zahl von Notrufen kaum mehr nach. Rund 30 Einsätze binnen kurzer Zeit musste allein die Fürther
Berufsfeuerwehr bewältigen, im ganzen Stadtgebiet waren die Sirenen zu hören.
Vor allem blitzartig vollgelaufene Keller hatten die Helfer leerzupumpen, wie es auf Anfrage der Fürther Nachrichten hieß. In der Südstadt
warfen heftige Sturmböen ein Gerüst um, in Sack stürzte eine Birke auf ein Wohnhaus und eine Telefonleitung.
Wolfgang Händel
11.5.2010 22:44 MEZ
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Geheimnis gelüftet: Ein Türmchen fürs Kaufhaus
Relikt aus alter Zeit kommt zu neuen Ehren
FÜRTH (ja) - Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Bei der Überraschung, die die Raiffeisenbank für die Sanierung des ehemaligen Warenhauses
Tietz am Kohlenmarkt angekündigt hatte, handelt es sich - wie vermutet - um den Nachbau eines Türmchens, das in früheren Zeiten das
Dachgeschoss zierte.
»Als wir es auf alten Fotos sahen, war schnell klar, dass wir es nachbauen lassen«, sagt Raiffeisenbank-Vorstand Thomas Gimperlein. Die
Arbeiten führte ein Steinmetz aus Neustadt/Aisch aus.
Jetzt wurde das Türmchen - unser Bild zeigt nur ein Teilstück davon - montiert, was den Augen des FN-Fotografen nicht entging. Inzwischen
ist die »Überraschung« verpackt worden; sie soll erst bei der Einweihungsfeier nach der Sanierung des Gebäudes am 27. August enthüllt
werden.
Wie berichtet, hatte das Fürther Kreditinstitut das markante Haus nach jahrelangem und viel beklagtem Leerstand im Herbst 2009 erworben.
13.5.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Alte Pracht erneuert
Schloss Burgfarrnbach wird kräftig aufgemöbelt
VON VOLKER DITTMAR
FÜRTH - Es klingt paradox: Die Wirtschaftskrise verhilft dem Schloss Burgfarrnbach zu neuem Glanz. Mit 9,6 Millionen Euro aus dem
Konjunkturpaket II der Bundesregierung kann jetzt unter anderem der 176 Jahre alte Feudalbau aufgemöbelt werden.
Eingerüstet wie derzeit präsentiert sich das klassizistische Schmuckstück nicht alle Tage. Nötig ist das Gerüst, um neben der Wärmedämmung
des Daches und dem Einbau energiesparender Fenster nach historischem Vorbild auch die teilweise brüchig gewordene Sandsteinfassade
auszubessern. 2,1 Millionen Euro sind für die laufende Sanierung eingeplant. 1,3 Millionen Euro übernimmt der Bund - mit der Vorgabe, dass
75 Prozent der Fördermittel aus dem Konjunkturpaket II für die energetische Sanierung verwendet wird.
Die Kommune hat sich die Chance zum Absahnen der Bundesmittel nicht entgehen lassen und kann nun neben der Wärmedämmung nun im bescheidenen
Umfang auch Schönheitsreparaturen vornehmen. Wie Ralf Röder, Technischer Leiter der städtischen Gebäudewirtschaft, auf Anfrage der Fürther
Nachrichten erläutert, wird die Fassade von oben nach unten ausgebessert, bis die Mittel erschöpft sind. Wenn die Stadt später einmal
wieder bei Kasse ist, könne man den unteren Teil dann kostengünstig angehen, weil dazu ein kleines Gerüst ausreiche.
Nach dem Einbau einer Dämmschicht zwischen das Dackgebälk werden auch marode Bleche und Ziegel erneuert. Technisches Aushängeschild der
energetischen Schlosssanierung wird eine neue Pellet-Heizung. Dazu muss ein Teil des Kellers zum Pelletlager ausgebaut und mit einer
Einfüllöffnung versehen werden. Bis zu den Sommernachtspielen Ende Juli soll die Renovierung so weit abgeschlossen sein, dass der
Kulturgenuss nicht von einer Baustelle beeinträchtigt wird, verspricht Röder. Der Abschluss der bereits im Herbst begonnenen Arbeiten ist
für Sepetember vorgesehen.
Die Sanierung des 1968 von der Stadt erworbenen Schlosses ist langfristig angelegt und umfasst auch den Schlosspark. Eigentlich war zum
Auftakt die Renovierung der Farrnbachmauer geplant. Doch die 450000 Euro teure Maßnahme wurde wegen eines Konflikts zwischen Denkmal- und
Naturschutz bis zur Einigung zurückgestellt. Der Bürgerverein Burgfarrnbach hat in Eigeninitiative bereits die östliche Remise und das
ehemalige Waschhaus neu herausgeputzt.
Während die Meierei an der Farrnbachbrücke verkauft und von privater Seite zu Wohnzwecken hergerichtet wurde, fehlt zur Instandsetzung des
alten Marstalls das Geld. Im letzten Herbst wurden lediglich Stützen eingebaut, die verhindern, dass der Dachstuhl die Mauern
auseinanderdrückt.
Intensiv bemüht sich die Stadt um weitere Fördermittel für das Schloss. »In guten Gesprächen« ist sie laut Baureferent Joachim Krauße über
Zuschüsse aus dem Städtebauförderprogramm des Freistaates. Eine Zusage liege allerdings noch nicht vor. Daneben wird über eine Förderung
aus dem europäischen Strukturförderfonds Ziel 2 verhandelt. Mit europäischer Hilfe könnte auch der stark zugewachsene Schlosspark wieder zu
seiner ursprünglichen Gestalt zurückfinden. Um überhaupt Fördermittel in Anspruch nehmen zu können, wurde der Burgfarrnbacher Ortskern
einschließlich des Schlosses zum Sanierungsgebiet erklärt.
20.5.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Sondershuttle für Fahrgäste
Anbindung der umgeleiteten Linie 172 erfolgt per Kleinbus
FÜRTH (fn) - Da der Ortskern von Burgfarrnbach wegen der Sperrung der Würzburger Straße zurzeit nicht von der Buslinie 172 bedient werden
kann und nur eine sehr weiträumige Umleitung möglich ist, hat die infra Fürth kurzfristig einen zusätzlichen Shuttle-Verkehr eingerichtet.
Während der Autoverkehr derzeit über die Hintere Straße, die Veitsbronner Straße und die Straße »Breiter Steig« rollt, ist dies für den
Busbetrieb ein zu großer Umweg. Deshalb wird seit dieser Woche ein Pendeldienst - je nach Nachfrage mit einem VW Caddy oder einem Kleinbus
- absolviert. Er fährt von der Haltestelle Burgfarrnbach West über die Würzburger Straße, Regelsbacher Straße und
Graf-Pückler-Limpurg-Straße bis zum Fritz-Rupprecht-Heim. Von dort geht es auf gleicher Strecke wieder zurück, so dass eine Verbindung zur
(umgeleiteten) Linie 172 besteht.
Beidseitig Haltestellen
Ersatz-Haltestellen werden beidseitig auf Höhe der Einfahrt zum Schlosshof (Wohnstift Käthe Loewenthal), gegenüber der Gaststätte »Florysche
Restauration« vor dem Abzweig der Egersdorfer Straße und am Fritz-Rupprecht-Heim eingerichtet. Außerdem wird die Haltestelle Libellenweg
beidseitig bedient.
Da vor der »Floryschen Restauration« wegen der Straßenverhältnisse kein Haltepunkt eingerichtet werden konnte, haben die Fahrgäste die
Möglichkeit, von der gegenüber liegenden Haltestelle stattdessen die Schleife über das Fritz-Rupprecht-Heim mitzufahren.
Die infra weist darauf hin, dass dieses Angebot vor allem eingerichtet wird, um älteren und in ihrer Mobilität eingeschränkten Fahrgästen
trotz der Umleitung der Linie 172 die Möglichkeit zu geben, mobil zu bleiben. Die Fahrgäste werden aber um Verständnis dafür gebeten, dass
der Pendelverkehr nicht die Kapazitäten der Linie 172 ersetzen kann; deshalb stehe bei erhöhter Nachfrage eventuell nicht allen Fahrgästen
Platz in den Fahrzeugen zur Verfügung.
27.5.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Neues Buch von Heimatpfleger Alexander Mayer erschienen
FÜRTH (fn) - Zum 175. Jubiläum der Pionierfahrt des »Adlers« zwischen Nürnberg und Fürth lädt der Fürther Stadtheimatpfleger Alexander Mayer
zu einem literarischen Streifzug durch die Verkehrsgeschichte der Stadt ein.
In seinem neuen Buch schildert Mayer die Entwicklung der Kanalbauten und Fernstraßen von karolingischer Zeit über die industrielle
Revolution bis zum Rhein-Main-Donau-Kanal und dem Frankenschnellweg. In Bild und Text verfolgt der Leser die Entstehung der ersten
deutschen Eisenbahnlinie mit, den Ausbau des Bahnnetzes sowie den Aufbau von Straßen- und U-Bahn. Auch die Geschichte der beiden Flughäfen
und die Entwicklung des Autoverkehrs mit all seinen Problemen fehlen nicht in der Übersicht über alles, was sich in und durch Fürth bewegt.
Schon am von der Rednitzfurt abgeleiteten Stadtnamen wird deutlich, wie wichtig die verkehrsgünstige Lage an der Kreuzung mittelalterlicher
Handelswege und zwischen Main und Donau für Fürths Entstehung und Entwicklung waren. Der Leser begleitet Reisende auf holprigen Wegen und
gemächlichen Treidelfahrten und gewinnt einen Eindruck von der Mühsal des Reisens im Mittelalter und der frühen Neuzeit.
Kanäle und die Eisenbahn wurden überall auf der Welt zu Motoren des Industriezeitalters und Fürth nahm in Deutschland eine Pionierrolle ein.
Ausführlich schildert Mayer die Planung und den Bau der Strecke von Nürnberg nach Fürth und die parallel betriebenen Kanalbauten.
Der Aufbau eines effektiven Nahverkehrs war zugleich Folge und Bedingung der fortschreitenden Industrialisierung. Von der Pferdebahn über
die 1898 eingeführten elektrischen Triebwagen zeichnet der Autor die Entwicklung des Nahverkehrs in der Metropolregion bis hin zu S- und
U-Bahn nach.
Alexander Mayer: Zu Wasser, zu Lande und in der Luft, Eine Fürther Verkehrsgeschichte, Suton Verlag, 128 Seiten, 17,90 Euro.
31.5.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Hoffnung für den Hauptbahnhof
DB-Chef Rüdiger Grube stellt Sanierung des maroden Gebäudes in Aussicht
Wenn der Hauptbahnhof die Visitenkarte einer Stadt ist, dann gibt Fürth schon seit vielen Jahren ein denkbar schlechtes Bild ab. An dem
heruntergekommenen klassizistischen Gebäude, in dem kein einziger Platz zum Verweilen einlädt, ist nur noch die Substanz reizvoll. Nun gibt
es ein wenig Hoffnung, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändert.
FÜRTH - Runner‘s High, so nennen Ausdauersportler ein Hochgefühl, das sie trotz größter Strapazen selig lächelnd dem Ziel zustreben lässt.
Bahn-Chef Rüdiger Grube musste als Staffelläufer beim Metropolmarathon zwar nicht an seine Grenzen gehen, selig schien er trotzdem zu sein.
Dem 58-jährigen Vorstandsvorsitzenden der DB war in Fürth so viel Sympathie zuteil geworden, dass er eine Lobeshymne nach der anderen
anstimmte, auf die »wunderbare Stadt« und auf die »Herzlichkeit und Bodenständigkeit« ihres Oberbürgermeisters. Thomas Jung hatte dem
prominenten Gast vorher als eine Art joggender Fremdenführer gedient. »Bisher«, so der Bahn-Chef wörtlich, »habe ich ja nur den Bahnhof
gekannt, mit dem ich nicht einverstanden bin.« Auf eine entsprechende Nachfrage unserer Zeitung hin kündigte Grube unmissverständlich an,
Abhilfe schaffen zu wollen: »Da muss etwas gemacht werden.« Grube sagte nicht »dringend«, aber er meinte es so.
Das war der Moment, in dem Achim Stauß ein Gesicht zog, als ob ihn von jetzt auf gleich eine Lebensmittelvergiftung heimgesucht hätte. Der
stellvertretende Leiter der DB-Pressestelle in Berlin versuchte später, das Gesagte zu relativieren, abzuschwächen. »Wir wollen auch die
Fassade des Empfangsgebäudes renovieren, aber nur im Zuge der Konzepte für die künftige Nutzung.« Will heißen: So lange sich kein privater
Investor findet, passiert gar nichts. Sein Chef hatte aber viel konkretere Hoffnungen geweckt.
Mächtige Menschen machen zuweilen aus einer Laune heraus Versprechungen, die ihre Untergebenen arg in Bedrängnis bringen. Denn natürlich
existieren bei der Bahn Investitionspläne, in denen im Zuge des S-Bahn-Baus zwar ein Mittelbahnsteig mit eigenem Aufzug entstehen soll und
in einem Gebäudeflügel ein temporäres Info-Zentrum bezüglich des Mammutprojekts. Von einem grundsätzlichen Aufhübschen des fast 150 Jahre
alten Bahnhofs, das Grube ausdrücklich wünscht, war bislang aber nicht die Rede.
Was Jung optimistisch stimmt, dass den schönen Worten auch Taten folgen, ist unter anderem die am Montag gegebene Zusage der Bahn AG,
dauerhaft als Großsponsor des Metropolmarathons einzusteigen. Und Grube, so heißt es, wolle 2011 erneut selbst mitlaufen. Schon am 6. Juli,
wenn in Nürnberg die Jubiläumsausstellung »Planet Eisenbahn« eröffnet wird, ist der Bahn-Chef wieder in der Gegend. Bei einem Abstecher
nach Fürth will er sich dann an Ort und Stelle über den Sanierungsstau am Hauptbahnhof informieren. »Der oberste Boss ist sensibilisiert,
das kann nicht schaden«, meint Jung.
Bei aller Freundlichkeit macht der Fürther OB auch klar, dass er die Bahn sowieso in der Pflicht sieht. Die Stadt könne das Gebäude weder
kaufen noch einen Abriss genehmigen. Also müsse früher oder später saniert werden. Nach Ansicht Jungs könnte nach Fertigstellung der S-Bahn
schon 2011 mit den dringendsten Arbeiten begonnen werden. Dem Rathaus-Chef schwebt die Einrichtung von Galerie-Räumen vor, die inzwischen
in der Stadt recht knapp geworden seien. Auch mit einer gastronomischen Nutzung könne er sich anfreunden, so Jung. »Da muss Leben rein,
Schönheitsattrappen helfen uns nicht weiter.« Auf jeden Fall werde man »hartnäckig versuchen«, die Chance, die sich durch den Grube-Besuch
aufgetan hat, zu nutzen.
Kurt Heidingsfelder
15.6.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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31400 Nürther und Fürthberger
Statistiker beobachten Mischung der Einwohner beider Städte
Die Nürnberger und Fürther nähern sich, obwohl manche Animositäten gepflegt werden, immer stärker an. Das belegen die aktuellsten Zahlen aus
den Statistiken beider Städte.
So fanden die Fachleute heraus, dass mittlerweile unter den 502566 Einwohnern Nürnbergs rund 13400 gebürtige Fürther leben. Das sind etwa
drei Prozent. Umgekehrt haben sich in der Kleeblattstadt mit ihren 117707 Einwohnern sogar 18000 (15 Prozent) Menschen niedergelassen, die
in Nürnberg geboren sind.
»Gerade Fürth muss also - trotz aller öffentlich zur Schau gestellten Abneigung seitens der Nürnberger - einen nicht unerheblichen Reiz auf
den Nachbarn ausüben«, heißt es im Monatsbericht März des gemeinsamen Statistikamts. Ob die Einbürgerungen jeweils freiwillig oder nur
unter Zwang erfolgt seien, könne die Statistik aber nicht klären. Auffällig in der kartografischen Darstellung ist jedoch, dass viele
eingebürgerte Nürnberger sich ganz nahe an der Stadtgrenze niedergelassen haben.
Die Experten haben auch fast 4000 »gemischete Ehen« zwischen Bürgern beider Städte registriert. Für sie ist dies ein weiterer Beweis dafür,
»dass sich Gegensätze anziehen und ein Nebeneinander sehr schnell zu einem Miteinander auf Lebenszeit werden kann«.
Das Amt verspricht, die Entwicklung der »daraus resultierenden Fürthberger oder Nürther aufmerksam zu verfolgen«.
fra
15.6.2010 13:08 MEZ
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Bürgerentscheid soll »Pfister« retten
Während für die Hauptschule Unterschriften gesammelt werden, sucht die Stadt bereits Mieter
FÜRTH - Der Kampf um den Erhalt der Pfisterschule geht weiter: Jetzt soll ein Bürgerentscheid die Innenstadt-Hauptschule erhalten.
Als Initiator tritt die »Pfister-Unterstützungsgruppe Fürth« in Erscheinung, zu der neben einigen Elternbeiräten der Schule auch die
Stadträte Ulrich Schönweiß (Die Linke) und Brigitte Dittrich (Bündnis 90/Die Grünen) zählen. Um einen Bürgerentscheid herbeiführen zu
können, bei dem dann über den Erhalt der Schule abgestimmt wird, muss die Initiative im Rahmen eines Bürgerbegehrens die Unterschriften von
rund 4400 Fürthern einholen, das entspricht fünf Prozent der Wahlberechtigten der Kleeblattstadt.
Als Begründung für ihr Engagement führt die »Unterstützungsgruppe« unter anderem an, dass in der Innenstadt »insbesondere angesichts des
Bildungshintergrunds der Einwohner eine ortsnahe Hauptschule dringend erforderlich ist«. Am Samstag will man von 10 bis 17 Uhr an einem
Stand in der Fußgängerzone Unterschriften sammeln.
Die Zeit drängt. Denn wie ausgiebig berichtet, hat der Stadtrat bereits die Schließung der Pfisterschule zum Schuljahresende beantragt. Im
neuen Fürther Mittelschulkonzept, in dem sich die verbliebenen acht Hauptschulen in drei Verbünden zusammenschließen, ist kein Platz mehr
für die »Pfister« vorgesehen.
Akademie hat Interesse
Jetzt muss die Regierung von Mittelfranken über den Antrag entscheiden. Bürgermeister Markus Braun gibt aus diesem Grund zu bedenken, dass
ein kommunaler Bürgerentscheid möglicherweise gar nicht zum Tragen kommen könnte. »Ob auf diesem Weg eine Entscheidung des Freistaats
zurückgenommen werden kann, das müssen wir erst noch prüfen«, sagt Braun. Brigitte Dittrich hält dagegen, dass noch vor der Regierung der
Stadtrat das Aus beschlossen hat. Zudem habe man vom Fürther Ordnungsamt die Auskunft erhalten, dass nichts gegen ein Bürgerbegehren
spreche.
Ungeachtet dessen werden Gespräche über eine künftige Nutzung des Gebäudes in der Pfisterstraße geführt. Eine Umwandlung in Wohnungen
scheint ausgeschlossen, da die Stadt gewillt ist, den Pausenhof der Öffentlichkeit auch nach der Schließung beispielsweise als Spielplatz
zu erhalten. Wie Rathauschef Thomas Jung gegenüber den FN sagte, plant die Kommune, im Besitz des Gebäudes zu bleiben und die Räume zu
vermieten, um ein »Haus der Bildung und Qualifizierung« zu schaffen. Einige Interessenten gebe es bereits.
Dass zu ihnen die Hans-Weinberger-Akademie zählt, bestätigte deren Leiterin Petra Lietzau-Klein auf Anfrage unserer Zeitung. Der Grund: Die
Altenpflege-Schule in der Hirschenstraße platzt aus allen Nähten. Startete man 2003 noch jeweils mit einer Altenpfleger- und einer
Pflegefachhelferklasse ins Schuljahr, so sind es inzwischen jeweils drei. »Wir haben aber auch andere Standorte im Auge, entschieden ist
nichts«, so Lietzau-Klein. (Einen weiteren Artikel über die Fürther Bildungslandschaft lesen Sie auf Seite 3 dieser Ausgabe.) JOHANNES
ALLES
16.6.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Fürther Komparsen freuen sich auf Hanni und Nanni
Kinostart: Bei der Neuverfilmung des Kinderbuchklassikers werden etliche Mädchen aus der Gegend zu sehen sein
FÜRTH (ja) - Wenn heute in den deutschen Kinos der Film »Hanni und Nanni« anläuft, werden auf der Leinwand auch etliche Mädchen aus Fürth
und aus dem Landkreis zu sehen sein.
Wie berichtet, wurden einige Szenen des Kinderfilms über die Zwillinge Hanni und Nanni, die das Mädcheninternat Lindenhof unsicher machen,
im vergangenen August im Steiner Schloss gedreht. Logisch, dass dafür jede Menge Komparsen benötigt wurden.
Die 13-jährige Annika Poxleitner aus Zirndorf etwa hatte sich auf Grund eines Aushangs am Steiner Gymnasium beworben und durfte in einer
Szene im Hintergrund mitwirken. Ihre Aufgabe: Nach dem Pausengong musste sie mit anderen den Gang entlanglaufen. »Die Szene wurde ein paar
Mal gedreht, bis sie gepasst hat«, sagt die Schülerin. Zwar sei alles »schön und spannend« gewesen, ein echter Fan des
Mädchenbuchklassikers ist sie trotzdem nicht geworden.
Mitgewirkt haben auch 22 musikalische Mädchen des Oberasbacher Gymnasiums, die – weil Protagonistin Nanni Cello lernen will – als Orchester
in einer Szene zu sehen und zu hören sein werden. Die Filmcrew war auf das Gymnasium aufmerksam geworden, weil ein Mädchen bei seiner
Bewerbung angegeben hatte, in der »Streicherklasse« der Schule zu sein.
Genaue Vorstellungen
»Die Verantwortlichen hatten sehr genaue Vorstellungen, was sie hören wollten«, sagt Lehrerin Teresa Klier. Also hatte sie schon Tage vor
den Aufnahmen die Noten verteilt und die Schüler angewiesen, zu üben.
Gedreht wurde an einem heißen Tag in den Sommerferien in einem Raum des Steiner Schlosses, der extra in einen Musiksaal verwandelt worden
war. »Das war schon ein super Erlebnis«, sagt Lehrerin Teresa Klier. Demnächst geht’s mit der ganzen Klasse ins Kino.
17.6.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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»Das ist ein Schlag unter die Gürtellinie«
Die nahende Verschärfung des Nichtraucherschutzes beschert Fürther Gastronomen Existenzängste
Die Situation ist eindeutig: Nach dem Volksentscheid am vergangenen Wochenende tritt in Bayern am 1. August das schärfste
Nichtraucherschutzgesetz aller deutschen Bundesländer in Kraft. Für manche Kneipenbetreiber und andere Gastronomen, die bis dato per
Ausnahmegenehmigung »Raucher-Oasen« anboten, könnte dies zu einem existenzbedrohenden Problem werden.
FÜRTH - »In Fürth gibt es nur eine Handvoll Lokale, die von der neuen Regelung betroffen ist«, weiß Hans-Peter Kürzdörfer, Chef des
städtischen Ordnungsamtes. Nachdem die bisherige Gesetzeslage zum Nichtraucherschutz mit ihren zum Teil recht frei auslegbaren Ausnahmen
ziemlich undurchsichtig war, ging das Ordnungsamt zumeist nur konkreten Beschwerden von Rauchgegnern nach. »Eine lückenlose Kontrolle gab
es nicht, sie war vom Gesetzgeber auch gar nicht gewünscht, weil der davon ausging, dass der soziale Druck ausreicht«, erklärt Kürzdörfer.
Ab 1. August sind die Rahmenbedingungen allerdings um so klarer: In Gaststätten, Lokalen und Kneipen sowie Bierzelten darf generell nicht
mehr geraucht werden; weder »Raucherclubs« noch abgetrennte Nebenräume, wie sie etwa das »Barhaus Dillinger« an der Schwabacher Straße
(noch) hat, sind künftig erlaubt. »Jetzt sind vor dem Gesetz alle gleich, der Bürger hat seine Funktion als Gesetzgeber wahrgenommen«,
betont Kürzdörfer.
Wer sich nicht an die neuen Vorgaben hält, muss mit Bußgeldern rechnen, wobei laut Kürzdörfer nach Einzelfall entschieden wird. »Ersttäter«
kommen mit 50 bis 100 Euro davon, »Unbelehrbare« müssen bis zu 1000 Euro Strafe blechen. »Ich würde niemandem empfehlen, auf
Konfrontationskurs zu gehen«, sagt der Ordnungsamtsleiter.
Das hat Medin Kern, Betreiber des »Dillinger«, auch nicht vor: »Wir werden uns natürlich an das Gesetz halten«, verspricht der Gastronom. Im
Garten könne weiterhin geraucht werden, in den Innenräumen künftig eben nicht mehr. »Für den Biergarten brauchen wir keine
Sonderkonzession, weil er auf Privatgrund liegt«, führt Kern aus. Im Winter werde er hier vielleicht einen Pavillon für die Raucher
aufstellen.
Dass die Befürworter der »harten Linie« sich so deutlich durchgesetzt haben, kann Kern dennoch »kaum fassen.« Eine Meinung, die er mit Tolga
Kaynar, dem Chef der »Opus Lounge« in der Königstraße, teilt. »Ich weiß nicht, wie es weitergehen soll«, sagt Kaynar hörbar deprimiert.
Sein Speiselokal mit zugehöriger Zigarrenlounge eröffnete Kaynar, als 2008 die erste Fassung des Nichtraucherschutzgesetzes auf den Weg
gebracht wurde. Den Zigarrenraucher-Bereich der »Opus Lounge« deklarierte Kaynar - mit Unterstützung von Oberbürgermeister Thomas Jung -
als Club, was dem Lokal bisher das Überleben sicherte. »Der Ausgang des Volksentscheids ist aber ein Schlag unter die Gürtellinie«,
schimpft Kaynar.
Leidenschaftlicher Zigarrenfan
Er kann nicht verstehen, dass man »über einen Raum, in den man so viel Mühe und Geld gesteckt hat, als Gastronom nicht eigenständig verfügen
kann«. Als Zigarrenraucher könne man im Gegensatz zu den Zigaretten-Konsumenten »nicht eben mal schnell rausgehen«, erläutert Kaynar, der
selber »leidenschaftlich gerne« Zigarren raucht.
Wie es weitergeht, vermag der Wirt, der »einen Großteil des Ersparten« in die »Opus Lounge« gesteckt hat, nicht zu sagen. »Vielleicht muss
ich den Laden sogar auflösen«, fürchtet er und fügt in Anspielung auf die Vergangenheit der Gaststätte bitter hinzu: »Dann kann Wienerwald
hier wieder Hähnchen verkaufen.« Die Verlagerung des Schwerpunkts auf das Speiselokalgeschäft betrachtet Kaynar skeptisch: »Dann haben wir
bald eine Restaurantschwemme.«
Hans von Draminski
6.7.2010
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Herbert Erhard ist tot
FÜRTH Die Fürther Fußballegende Herbert "Ertl" Erhard ist am Samstag nach langer schwerer Krankheit gestorben. Er wäre am Dienstag 80 Jahre
alt geworden.
Erhard spielte von 1948 bis 1962 über 800 Mal für die Spielvereinigung Fürth. Er galt als knallharter Verteidiger. Von 1953 bis 1963 gehörte
der gebürtige Fürther zum Kader der deutschen Nationalmannschaft. Auch 1954, beim Wunder von Bern, war Erhard dabei, kam im Gegensatz zu
seinem Fürther Kameraden Karl Mai aber nicht zum Einsatz.
Nach seinem Wechsel zum FC Bayern München erlebte Erhardt bis 1964 noch die Anfänge des Vollprofitums im deutschen Fußball. Nach dem Ende
seiner Fußballerkarriere kehrte er in seine Heimatstadt zurück und fieberte bis zu seinem Tod mit der SpVgg.
Wegen seines schlechten Gesundheitszustandes hatte sich der Rekord-Nationalspieler der SpVgg in den vergangenen Jahren in der Öffentlichkeit
zunehmend rar gemacht. Auch den Ronhof hatte er nur noch selten besucht.
Kurt Heidingsfelder
5.7.2010 11:14 MEZ
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Trauer um Herbert Erhard
Fürther legen Blumen am Gedenkstein nieder
FÜRTH - Die Kleeblattstadt trauert um Herbert »Ertl» Erhard. Zum Gedenken an den ehemaligen Fußball-Nationalspieler und Weltmeister aus den
Reihen der SpVgg, der am Samstag gestorben ist, zündeten zahlreiche Fürther an seinem Gedenkstein in der Fußgängerzone Kerzen an und legten
Blumen und eine Kleeblattfahne nieder.
Vor allem die älteren Passanten erinnerten sich lebhaft an die Fürther Fußballlegende, die an drei Weltmeisterschaften teilgenommen hat.
Seine Bodenständigkeit und Menschlichkeit hoben sie dabei besonders hervor. Gestern wäre Erhard 80 Jahre alt geworden.
Zu seinem Begräbnis am Donnerstag hat sich auch der Vizepräsident des Deutschen Fußballbundes, Rolf Hocke, angesagt, der im Namen des DFB
und der 54er-WM-Nationalmannschaft Kränze am Grab niederlegen wird.
rue
6.7.2010 14:50 MEZ
© FÜRTHER NACHRICHTEN
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Abschied von Aal-Uwe
Bekannter Kärwa-Fischhändler gestorben
FÜRTH - Uwe Freitag, besser bekannt als »Aal-Uwe«, ist nach schwerer Krankheit gestorben.
Seit 1979 gehörte Freitag mit seinem legendären Fischstand zur Stammbelegschaft der Fürther Kirchweih, zudem war er seit 1992 Ausrichter des
Fischmarkts auf der Fürther Freiheit. Der gebürtige Hamburger mit ausgeprägtem Hang zu Franken war in der ganzen Republik unterwegs, um
seinen Seefisch an den Mann und die Frau zu bringen.
Der Bayerische Landesverband der Marktkaufleute und Schausteller zeichnete ihn mit seiner Goldenen Nadel aus, die Stadt Fürth verlieh ihm
eine Ehrenurkunde für 30 Jahre Kirchweihteilnahme.
fn
13.7.2010
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Das zähe Ringen um die Pfisterschule
Während ein Bürgerentscheid angestrebt wird, ist die Abwicklung weit fortgeschritten
Rund 4400 Unterschriften von Fürther Bürgern benötigt jene Gruppe, die sich für den Erhalt der Pfisterschule stark macht,
um einen
Bürgerentscheid zu erreichen. Nach eigenen Angaben ist sie mit der Sammlung auf einem guten Weg. Unklar scheint jedoch
nach wie vor, ob ein
Bürgerentscheid in dieser Frage rechtlich überhaupt zulässig ist.
FÜRTH - Wie oft Regina Gerstner ihren Wahlspruch von sich gegeben hat, weiß die Elternbeirätin der Pfisterschule wohl
selbst nicht. »Wer
nicht kämpft, hat schon verloren«, sagt sie gerne. Also kämpft sie. In den vergangenen Wochen sammelte sie Unterschrift
um Unterschrift.
Meistens von Passanten in der Fußgängerzone, aber sie nutzte auch den Volksentscheid zum Nichtraucherschutz, um sich vor
Wahllokalen zu
postieren.
Ihr und ihren Mitstreitern geht es um den Fortbestand der Pfisterschule. Wie ausführlich berichtet, hat der Stadtrat
beschlossen, die
Innenstadt-Hauptschule im Zuge der Mittelschulreform zu schließen. Die Schülerzahlen seien eklatant gesunken, eine
Sanierung des
renovierungsbedürftigen Schulhauses komme viel zu teuer, so die Argumente der Stadt.
Die Regierung von Mittelfranken hat dem Beschluss des Stadtrats stattgegeben und Einwänden des Elternbeirats vor einem
Monat widersprochen.
»An der Entscheidung wird festgehalten«, heißt es in einem Schreiben, das der Redaktion vorliegt.
Der Bürgerentscheid ist für Gerstner, aber auch für Stadträte wie Ulrich Schönweiß (Linke) und Brigitte Dittrich (Grüne)
der letzte Ausweg.
Gerstner behält zwar die bislang gesammelte Zahl von Unterschriften für sich (»Damit wollen wir nicht prahlen«), sagt
aber auch: »Ich bin
zuversichtlich, dass wir im Lauf der Woche die nötige Zahl zusammen haben.«
Während die Pfister-Aktivisten davon überzeugt sind, dass es in diesem Fall auch zu einem Bürgerentscheid, also einer
Abstimmung über den
Erhalt der Schule, kommen wird, wiederholt Bürgermeister und Schulreferent Markus Braun gegenüber den FN seine Aussage:
Es sei noch gar
nicht gewiss, dass ein Bürgerentscheid überhaupt rechtens ist. Denn: »Wir haben die Entscheidung längst in die Hände der
Regierung gelegt«,
sagt er. Und ob ein kommunaler Bürgerentscheid einen Beschluss der Regierung rückgängig machen kann, sei unklar.
Prüfen will er das aber erst lassen, wenn die nötige Unterschriftenzahl vorgelegt wurde. Braun weist zudem darauf hin,
dass die Abwicklung
der Schule »auf Hochtouren läuft«. Das neue Schuljahr sei nicht mehr fern, da könne man nicht abwarten. Die Schüler sind
bereits auf andere
Schulen verteilt, die Lehrkräfte ebenfalls. Die meisten Eltern hätten sich mit den neuen Standorten angefreundet.
»Ich weiß nicht, wie groß die Zahl derer ist, die wirklich zurück wollen«, sagt Braun - und meint damit: Viele dürften es
nicht sein.
Johannes Alles
26.7.2010
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Mit Gehrock und Zylinder durch die Stadt
Geschichtsverein sucht Fürther, die in der Mode von 1835 beim Kirchweihzug mitlaufen
FÜRTH - Die Möglichkeit, im Oktober beim diesjährigen Erntedankfestzug der Michaeliskirchweih mitzulaufen, bietet der
Geschichtsverein den
Fürthern an. Einzige Voraussetzung: Sie müssen sich in Schale werfen - und zwar in jene des 19. Jahrhunderts.
Als sich der Adler 1835 zur Jungfernfahrt aufmachte, sprachen Zeitgenossen vom Anbruch eines neuen Zeitalters.
Entsprechend säumten die
Menschen die Strecke zwischen Nürnberg und Fürth, um die erste deutsche Eisenbahn zu bestaunen. Aus ganz Deutschland
reisten Schaulustige
an.
Szenen wie damals - natürlich eine Nummer kleiner - möchte der Geschichtsverein Fürth im Herbst dieses Jahres gerne wieder
sehen. Man hat
daher tief in die Vereinskasse gegriffen, um sich am Sonntag, 10. Oktober, mit einem aufwendig gestalteten Wagen am
Festzug der
Michaeliskirchweih zu beteiligen. Das Thema der Dekoration ist - passend zum 175. Jubiläum - die erste Fahrt des Adlers.
Wie der Wagen
genau aussehen wird, ist allerdings noch eine Überraschung.
Fest steht: Etwa zehn Vorstandsmitglieder und Beiräte werden sich Kleidung aus der Zeit des Biedermeiers leihen und derart
kostümiert neben
dem Wagen herlaufen. »Und das wollen wir nicht alleine machen«, sagt die Vereinsvorsitzende und frühere
Stadtheimatpflegerin Barbara Ohm.
Sie lädt die Fürther ein, mitzukommen, damit rund um den Adler wieder ein Gedränge herrscht wie anno 1835.
Allerdings kann nur mit, wer ein entsprechendes Kostüm hat, sei es geliehen, gekauft oder selbst geschneidert;
beispielsweise Gehrock und
Zylinder für die Herren, Reifrock und die haubenähnliche Schute für die Frauen. Weil alles »historisch korrekt« sein
soll, müssen
Interessenten ein Foto von sich in Gewandung an den Verein schicken. »Das muss sein, wir sind schließlich ein
Geschichtsverein«, betont
Ohm. Einsendeschluss ist Freitag, 17. September. Wer Interesse hat, sollte nicht zu lange zögern. Die Teilnehmerplätze
sind begrenzt. ja
Fotos mit Kostüm bitte entweder per E-Mail an
geschichtsverein-fuerth@web.de oder per Post an Geschichtsverein Fürth, Schlosshof 12, 90768 Fürth.
21.7.2010
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Viel Lob und Kritik
Nachbau des Ludwigsbahnhofs polarisiert
FÜRTH - Seit wenigen Tagen steht der Nachbau des historischen Ludwigsbahnhofs zum Bahnjubiläum auf der Fürther Freiheit - und schon gibt es deutliches Lob und konstruktive Kritik.
Der Standort des Weizenbiergartens beim Ludwigsbahnhof wird kritisiert, weil er aus mancher Richtung die Sicht auf die Replik beeinträchtigt. Die Veranstalter verweisen auf die Planung für das Bahnfest, die nach ihrer Ansicht keine andere Platzierung zulässt.
"Die Idee als solche ist toll und auch ihre Umsetzung ist in Ordnung, aber ich hätte mir doch etwas größere Dimensionen gewünscht", sagt Werner Jockusch, städtischer Verkehrsplaner im Ruhestand und passionierter Fan der großen und kleinen Eisenbahn.
"Im Großen und Ganzen" gefällt Jockusch der Bahnhof, dessen Außenwände aus Plastikplanen bestehen, die per digitalem Druck eingefärbt und
dann über ein Aluminiumrohgerüst gespannt wurden. Allerdings hätte Jockusch aus bahnhistorischer Sicht bevorzugt, dass man das originale
Gebäude maßstäblich nachgebaut und nicht um etwa ein Drittel verkleinert hätte.
"Schöner wäre es gewesen, auch die ,Abschlusshäuschen' nachzubilden und wie beim richtigen Ludwigsbahnhof eine Einfriedung um die Ecke zur
Friedrichstraße zu ziehen", meint Jockusch, der das Projekt dennoch "im Grundsatz für gelungen" ansieht und vor allem die Leistung der
Bahnjubiläums-Planer lobt - weiß er doch aus eigener Anschauung, wie schwer es ist, solche ambitionierten Vorhaben durchzuziehen, wenn die
städtischen Kassen leer sind.
Weniger begeistert ist Werner Jockusch von der Platzierung eines Imbiss- und Getränkewagens am Bahnhofsnachbau in Richtung Friedrichstraße. Denn der mit großen Werbelogos bedruckte Gastro-Anhänger samt umgebendem Mini-Biergarten verstellt die freie Sicht
auf den Bahnhofs-Seitenflügel, der die Stellwände für die bahnhistorischen Schautafeln des Stadtheimatpflegers Alexander
Mayer liefert.
City-Manager Thomas Schier verteidigt den Standort: "Wir haben so viel Abstand zwischen dem Bahnhof und dem Weizenbiergarten gelassen, wie
es möglich war, ohne noch mehr Parkplätze zu belegen", sagt Schier, der die kleine Gastronomie-Insel als "Service für die Besucher des
Bahnhofs" versteht. Folgerichtig dürfe man sie auch nicht zu sehr "verstecken".
"Ein Kompromiss"
"Die Gäste der allabendlichen Pavillon-Lesungen sollen ebenfalls in den Genuss von Speis' und Trank kommen", gibt
Schier zu bedenken, der überdies in der Großplanung für das Eisenbahnfest Ende August keinen anderen Platz für den Weißbiergarten fand - "ein notwendiger Kompromiss" in Schiers Augen.
Bei den Fürthern stößt der Bahnhofsnachbau auf ein geteiltes Echo. Eine Gruppe von Jugendlichen besichtigt das "Gebäude" mit ungläubigem
Lächeln. "Die hätten für das Geld lieber einen Bolzplatz bauen sollen", meint der 15-jährige André Buchreither leicht verärgert.
Sein 17-jähriger Freund Matthias Schultheiß pflichtet ihm bei: "Das ist doch nur Geldverschwendung wie der Plastik-Christbaum, der hier vor ein paar Jahren zum Stadtjubiläum stand."
"Mir gefällt der Bahnhof sehr, ich würde mir wünschen, dass er stehen bleibt", sagt dagegen die 15-jährige Ülhü
Arslan.
Erwachsene Fürther wie Alexander Roth treibt "die pure Neugier" auf die Freiheit, denn Roth ist nach eigenen Worten, "kein Eisenbahnfan". Er nimmt aber gerne die städtischen Programmhefte zur "Zeitreise" und dem Eisenbahnfest mit. Roths Besucher Daniel Fischer aus Brandenburg mag den Bahnhof und auch er hofft, dass sich für die Replik nach der Jubiläumsfeier "eine dauerhafte Standort-Lösung"
abzeichnet. An die glaubt City-Manager Schier ebenfalls: "Zum Bahnfest haben sich viele ,Offizielle' aus Nürnberg angesagt - da geht bestimmt was."
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Renovierung verdrängt Geschäfte
In der Hirschenstraße werden gleich mehrere Altbauten gründlich aufgemöbelt - 25.08. 08:00 Uhr
FÜRTH - Wo bislang noch wohnungsnahe Einkaufsadressen zu finden waren, herrscht jetzt gähnende Leere. In der Hirschenstraße machen sich
die Geschäfte rar.
Eine Initialzündung für die Aufwertung der Geschäftswelt in der westlichen Innenstadt verspricht sich die Kommune von der
Sanierung des ehemaligen Kaufhauses am Kohlenmarkt. Im Hintergrund fällt der Blick in die Hirschenstraße.
Den Grund für diese Entwicklung sieht die Fürther Innenstadtbeauftragte Karin Hackbarth-Herrmann in einer beginnenden
Renovierungswelle.
Gleich drei Geschäfte haben das Gebäude Hirschenstraße 23 verlassen müssen. Der unter Denkmalschutz stehende Altbau aus
dem Jahre 1842 ist mit Quecksilber belastet.
Dies ist eine Hypothek aus der Zeit der florierenden Spiegelbelegen, die nun mühsam aus Putz und Fehlböden entfernt werden muss. Die
Geschäfte haben in Fürth bereits Ausweichquartiere gefunden. Ob sie später wieder zurückziehen werden, steht laut Hackbarth-Herrmann noch
nicht fest.
Renoviert werden soll nach dem Umzug des Kleinen Ateliers in die Rosenstraße auch das 110 Jahre alte Gebäude Hirschenstraße 31. Wie die
Innenstadtbeauftragte weiß, ist vorgesehen, die zwei kleinen Ladenflächen zu einer größeren zusammenzulegen. Sorgen
bereitet Hackbarth-Herrmann die Entwicklung kaum.
Kleine Fachgeschäfte
"Wo Bewegung ist, tut sich auch im Geschäftsleben etwas", sagt die Fachfrau und hat dabei die Altstadt vor Augen. Viele
kleine Fachgeschäfte haben sich in der Gustavstraße und am Marktplatz angesiedelt. Zur Aufwertung der Hirschenstraße kann nach Ansicht der
Innenstadtbeauftragten die laufende Generalsanierung des um 1900 entstandenen Warenhauses Tietz beitragen. Wie berichtet,
hat die Raiffeisen-Volksbank das Baudenkmal erworben und richtet hier ein neues Kundencenter ein. Im Erdgeschoss zieht die Vorverkaufsstelle
Franken Ticket ein. Die Eröffnung ist Ende September geplant.
Wenig Bewegung aber auch wenig Leerstand gibt es derzeit in der Fußgängerzone. "Alle Geschäftsleute warten ab, was mit dem
City Center und dem Wölfel-Areal passiert", sagt Hackbarth-Herrmann. Ein neuer Trend sei die Verkleinerung von Handy-Läden. Hier gelte es, Nachmieter zu
finden. Zur besseren Präsentation plant die Innenstadtbeauftragte zusammen mit dem Zirndorfer Stadtmarketing derzeit ein
neues Unterstützungsseminar für Geschäftsleute.
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Missgünstige Nürnberger
Eisenbahnhistorie: Barbara Ohm stöberte im Stadtarchiv
FÜRTH - Dass Nürnberg die Nachbarstadt Fürth im 19. Jahrhundert bewusst vom überregionalen Eisenbahnnetz abschnitt, ist
bekannt. Wie die Nürnberger dabei vorgingen, hat nun die Historikerin Barbara Ohm nach umfangreichem Aktenstudium beschrieben:
"Missgünstige Gesinnungen Nürnbergs" lautet der Titel ihres Aufsatzes, der in den Fürther Geschichtsblättern nachzulesen ist.
Als die Ludwigsbahn 1835 von Nürnberg nach Fürth fuhr, schien sie für die Kleeblattstadt eine glorreiche Bahn-Zukunft einzuleiten. Doch die
Hoffnungen trogen
Arbeiteten die beiden Nachbarstädte beim Bau der Ludwigseisenbahn noch eng zusammen, kam kurz darauf ein Bruch in die Beziehungen. Wenige
Wochen nach der Fahrt der ersten deutschen Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth begannen Anfang 1836 die Planungen für
die Linie Nürnberg-Bamberg und weiter nach Norden.
"In Nürnberg legte man alles darauf an, die wirtschaftlich potente Nachbarstadt aus dem geplanten Netz herauszuhalten", so
Ohm. Mit Erfolg.
Die Linie der Ludwigseisenbahn verkam zu einer Nebenstrecke. In den Akten des Fürther Stadtmagistrats fand die ehemalige
Stadtheimatpflegerin viele Belege dafür, wie verzweifelt die Stadt - allen voran Bürgermeister Franz Joseph Bäumen - sich
bemühte, nicht vom Fortschritt, den das neue Verkehrsmittel brachte, abgekoppelt zu werden. Vergeblich.
Barbara Ohm schreibt über Nürnberger Ränkeschmiede.
Im August 1844 eröffnete die Strecke Nürnberg-Bamberg, die nicht über Fürth lief, sondern bei Doos Richtung Norden abknickte - ein großer
Nachteil für die exportorientierten Unternehmen der Kleeblattstadt. Fürth war für 20 Jahre von der direkten Eisenbahnverbindung abgehängt.
Das reichte der größeren Nachbarstadt, um den wirtschaftlichen Vorsprung zu sichern. Erst als 1865 die Würzburger Linie
und der heutige Bahnhof gebaut waren, kam Fürth unmittelbar an das überregionale Netz. 1876 wurde dann auch die Strecke Erlangen-Nürnberg
über diesen Bahnhof geleitet.
Die aktuelle Ausgabe der Fürther Geschichtsblätter, herausgegeben vom Geschichtsverein Fürth, kann man in der Buchhandlung
Edelmann an der Freiheit erwerben.
27.08.2010
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Fahrt ins Provisorium
Neue S-Bahn: Für die DB kein Grund zum Feiern
NÜRNBERG/FÜRTH - Jahrelang wurde für die neue S-Bahn in Nürnberg geplant und gebaut. Nun soll es in zwei Wochen losgehen.
Doch von einem kundenfreundlichen Nahverkehrssystem wird vorerst nur wenig zu sehen sein.
Wenn die S-Bahn ihren Betrieb aufnimmt, müssen die Fahrgäste in Fürth mit einem provisorischen Bahnsteig aus Holz
vorliebnehmen. Die Haltestelle Vach wird hingegen bis 2011 gar nicht angefahren, und auch sonst werden sich die Bauarbeiten
für das neue Netz teilweise noch Jahre hinziehen.
Ab und zu feiert die Bahn gern. Immer, wenn irgendwo ein neuer Zug auf ein Gleis gesetzt wird und mit Verbesserungen für
die Kunden geworben werden kann, kommt ein roter Teppich zum Einsatz, werden Reden gehalten, eine Torte in Zugform
angeschnitten und dann symbolisch der Verkehr freigegeben.
Aber wenn am 12. Dezember die S-Bahn rund um Nürnberg von 67 auf 224 Kilometer wächst, werden keine Korken knallen. Der DB
fehlt die Lust. Obwohl 400 Millionen Euro ausgegeben und auch sonst beeindruckende Zahlen produziert wurden: Bauarbeiten
auf 179 Kilometern Strecke, 30 Kilometer neue Gleise, 42700 neue Schwellen, 411500 Kubikmeter Erdbewegung, 80 neue Weichen,
87 Kilometer neue Oberleitung nebst Masten, 8930 Meter Schallschutz.
Die Liste ließe sich noch fortsetzen. Sie ist so lang, dass nicht einmal Norbert Klimt sie im Kopf hat. Der Chef von DB
Regio in Bayern sagt dafür Sätze wie: „Am Ende des Tages wird alles super sein.“ Wenn Nürnberg nicht nur einer der
Hauptknoten für den Fern- und Güterverkehr in Deutschland ist, sondern die Mittelfrankenbahn, die Mainfrankenbahn und die
S-Bahn hier zu einem Nahverkehrssystem vereint, nach dem sich andere Städte die Finger lecken würden. Wenn.
Klimt ist eine sportliche Erscheinung und kennt sich aus in Sachen Ausdauer. Vergleicht man den Ausbau der S-Bahn mit
einem Marathonlauf, wäre man jetzt wenige Kilometer vor dem Ziel. An einem Punkt also, wo es weh tut und der Schmerz
bisweilen den Blick auf das nahe Ziel verstellt. Klimt macht aus der Situation kein Hehl. Wie auch?
In Fürth gibt es nur einen Behelfsbahnsteig aus Holz
Jeder halbwegs aufmerksame Beobachter kann sehen, dass es vor allem auf der ursprünglich als Paradestrecke gedachten Linie
der S1 nach Forchheim zwickt: In Fürth gibt es nur einen Behelfsbahnsteig aus Holz. Ein Stück weiter in Vach nicht einmal
das. Bis Mitte 2011 kann der Halt auf keinen Fall angesteuert werden. Infrastrukturexperten der Bahn nennen Vach hinter
vorgehaltener Hand einen „Kollateralschaden“.
Doch auch rundherum hakt es reichlich. Weil sich die Stadt Fürth und die Bahn um die Streckenführung (Reizwort:
Verschwenk“) streiten, hört die S-Bahn hinter der Kleeblattstadt einfach auf. Bis dort die Gleise verlegt sind, wird es
noch Jahre dauern. Zwischen Nürnberg und Fürth macht die Stellwerkstechnik Probleme.
19 der 74 Stationen im Großraum sind nicht barrierefrei. An manchen Bahnhöfen fehlt immer noch die Beleuchtung — ohne die
abends kein Zug halten darf.
Wer nach den Ursachen sucht, muss weit zurückblicken. Die ursprünglichen Planungen für die Erweiterung der Nürnberger
S-Bahn Richtung Forchheim stammen aus den 90er Jahren. 2002 wurde eine „Absichtserklärung“ zwischen Freistaat und Bahn
unterschrieben. Bis zur Finanzierungsvereinbarung sollten dann aber noch vier Jahre vergehen. Die Mittelfreigabe für die
anderen Linien wurde erst im September 2008 besiegelt. Unter dem Strich blieben der Bahn also knapp drei Jahre, um 400
Millionen Euro zu verbauen.
Ein Kraftakt sondersgleichen. Und eine Zumutung für die Kunden. Zwei Mal wurde für je sechs Wochen die Strecke zwischen
Forchheim und Bamberg gesperrt. Auch auf der Strecke nach Ansbach, nach Hartmannshof und zwischen Nürnberg und Neumarkt
mussten die Kunden über Wochen in Busse steigen. Dazwischen ging während unzähliger Wochenenden nichts mehr auf den
Gleisen.
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Altstadtweihnacht: Gemütlich und familiär
Markt auf dem Waagplatz lädt zum besinnlichen Bummel ein - 05.12. 19:25 Uhr
FÜRTH - Am Freitag hat der Weihnachtsmarkt auf dem Waagplatz begonnen. Die kleine Budenstadt im Herzen der Fürther
Altstadt verströmt wie immer ein ganz besonderes Flair.
Kunsthandwerk hautnah erleben: Holzschnitzer Kurt Schubert lässt sich bei der Arbeit in der Freibank über die Schultern
schauen.
„Der Markt ist einfach eine Institution, so gemütlich und besinnlich geht es sonst nirgendwo zu“, sagt der Nürnberger
Christian Autenrieth, den es Jahr für Jahr auf den kleinen, aber feinen Weihnachtsmarkt mitten in der Fürther Altstadt
zieht. Diesmal hat er seine Schwester samt Familie aus Jena mitgebracht, um ihnen das ganz besondere Flair der Budenstadt
zwischen historischen Fachwerkhäusern zu zeigen.
Frische Waffeln für die fünfjährige Charlotte und ihre Schwester Gisela, wärmenden Glühwein für die Eltern und leckere,
riesige Maroni aus Fürths Partnerstadt Limoges sind einfach Pflicht. Und natürlich ein Bummel entlang der liebevoll
gestalteten Stände mit allerlei Kunsthandwerk: feiner Zinnschmuck, bunte Glaskugeln, bei deren Produktion sich der
Glasbläser über die Schultern schauen lässt, gedrechselte Schalen und Bestecke oder selbst gemachte Krawatten und Mützen.
Viele Aussteller zeigen am Stand, wie sie ihre Waren herstellen. So auch Kurt Schubert aus Wilhermsdorf, der bereits seit
27 Jahren mit seinem Holzschmuck auf der Altstadtweihnacht vertreten
ist. Ihm können die Besucher zuschauen, wie er aus heller Linde eine Sonne schnitzt, die er später noch mit Gold
überziehen will.
Der Hobbykünstler, der sein Handwerk unter anderem bei Bildhauern in Oberammergau gelernt
hat, schätzt besonders die familiäre Atmosphäre des Marktes. „Verkaufen wollen wir unsere Sachen natürlich auch, aber der
Kommerz steht nicht im Vordergrund“, sagt er. „Hier herrscht ein großes Hallo, man kennt sich und freut sich alle Jahre
aufeinander.“
Chöre und Musikgruppen aus der Region bieten auf der kleinen Bühne täglich ein abwechslungsreiches Programm, und abends um
20 Uhr beschließt der Nachtwächter Manfred Heckel mit Liedern aus alter und neuer Zeit den Markt.
Die Altstadtweihnacht ist bis 12. Dezember geöffnet, Montag bis Freitag 16.30 bis 20 Uhr, Samstag und Sonntag 13 bis 20
Uhr.
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