S P E Z I A L I N F O S

 

Hier gehen wir etwas näher auf besonderere Ereignisse in Fürth ein und veröffentlichen aus den verschiedensten Quellen Informationen zu Ereignissen und Personen.

 

Beim Lesen viel Freude!

 

2011, Fürther Stadtzeitung, Rubrik Spezial

Seite 17

Ein Fürther Bier kommt zurück

Zu einer rasanten Erfolgsgeschichte entwickelt sich das wieder gebraute „Grüner" in 
kürzester Zeit. Am 29. September fand der offizielle Anstich der Fürther Traditionsmarke 
statt und schon wenige Tage daraufwar die erste Lieferung in der Gaststätte „Zum Gelben 
Löwen" ausverkauft. Ein Getränkemarkt in der Innenstadt berichtete, Kunden aus ganz Fürth 
würden bei ihm nachfragen. Ergebnis: ausverkauft. Und schließlich verbreitete
sich wie ein Lauffeuer, an welchem Stand auf der Michaeliskirchweih das Bier zu haben sei. 
Seis weil die Fürther sich mit „ihrem" Grüner" identifizieren, sei es der Run auf etwas 
Neues - das Bier ist in aller Munde, und das, wie ein Blick auf die Brauereigeschichte 
zeigt, seit 1709.

1709: Erste Erwähnung einer Brauerei in der Gartenstraße in Fürth am 11. April 1709, die 
spätere Grüner Brauerei.

1816: Die Brauerei geht in den Besitz von Martin Reuter über. Früher war sie im Besitz eines 
Mitgliedes der Familie Humbser.

1860: Am 3. Mai 1860 erwarb der spätere Magistralrat (1879 bis 1884) Georg Heinrich Grüner 
gemeinsam mit seinen Brüdern Johann Georg und Johann Heinrich Grüner, die aus einer 
Altdorfer Brauereifamilie (Paul Grüner) stammten, die Brauerei in der Gartenstraße von den 
damaligen Besitzern Selig und Fischer.

1863: Nach Übernahme des Betriebes begann Johann Grüner mit großzügigen Umbauarbeiten. Es 
erfolgte eine Neueinrichtung des Betriebes mit Mälzerei, Sudhaus, Gär- und Lagerkeller, 
Maschinen- und Kühlhaus.

1866: Im Frühjahr kam es zum Einsturz des kurz vor der Vollendung stehenden neuen 
Lagerkellers unterhalb der Brauerei in der Gartenstraße. Danach wurde außerhalb der Stadt 
eine neue Kelleranlage an der Robert-Koch-Straße angelegt. Gleichzeitig entstand auf dem 
Gelände der gleichnamige und großzügig angelegte Grüner Park.

1872: Fertigstellung des neuen Grüner Felsenkeller in der Robert-Koch-Straße. Bauzeit 1866 
bis 1872.

1877: Ein Großbrand in der Brauerei verursachte massive Schäden.

1890: Bis zu dieser Zeit vollzog sich in den großen Brauereien eine technische Umstellung 
auf die Lindesche Kälteerzeugungsmaschinen.

1920: Nach der Inflation befand sich die Grüner Bräu AG wieder im Aufschwung.

1936: Fusion mit der Brauerei Zirndorf. Im Jahr 1935 wurden bereits 74 Prozent der Aktien 
erworben. Im Fusionsvertrag wurde vereinbart, dass der Name „Zirndorfer" nicht Üquidiert 
wird, sondern erhalten bleibt.

1940: Übernahme der Eisfabrik Fürsattel. Nach dem zweiten Weltkrieg erfolgte die Übernahme 
der Henninger Reifbräu Erlangen durch die Grüner AG.

1945: Kurzzeitig wurde die Grüner Brauerei von den US-Alliierten zur Heeresbrauerei benannt. 
Sie durften ab diesem Zeitpunkt lediglich die US Armee beliefern. Die Zivilbevölkerung wurde 
über die Zirndorfer Brauerei versorgt.

1969: Einstieg der Schickedanz-Gruppe mit 25 Prozent bei der Grüner Bräu AG.

1972: Vollständige Fusion mit der Schickedanz-Gruppe (Patrizier AG). Bis zu diesem Zeitpunkt 
lief die Brauerei als selbständiger Betrieb weiter.

1977: Einstellung des Braubetriebes. Nutzung der Hauptgebäude zwischen Garten- und 
Rosenstraßen nur noch als Lager. Später wurden die Brauereigebäude zu Wohnräumen umgebaut.

2011: Im September lässt die Tucher Traditionsbrauerei die Grüner Bräu Wiederaufleben. In 
Gedenken an die lange Geschichte der Kultmarke feiert Tucher das Comeback in dem ehemaligen 
Bierkeller von Grüner. Noch heute wird das süffige Vollbier ganz im Geiste der guten alten 
Zeit gebraut und erinnert an die große Fürther Bierkultur im 19. und 20. Jahrhundert.

 

 

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