S P R I C H W Ö R T E R
Der allerherzlichste Dank geht an dieser Stelle an die Westdeutsche Blindenhörbücherei, Münster, die die nachfolgenden Texte zur Vefügung stellte.
Worte, die beflügeln…
Sprüchesammlung für viele Gelegenheiten!
Bauern- und Wetterregeln
1. Die Heiligen Drei Könige (6.1.) kommen zu Wasser oder gehen zu
Wasser.
2. Morgenröte am Neujahrstage (1.1.) deutet auf viele Gewitter im
Sommer.
3. Ist der Januar gelind,
März und Sommer stürmisch sind.
4. Je härter der Januar -
je besser das ganze Jahr.
5. Ist der Januar trocken,
so füllt sich der Speicher mit Roggen.
6. Januar muss krachen,
soll der Frühling lachen.
7. Lässt der Februar viel Wasser nieder,
friert oft im März das Wasser wieder.
8. Liegt die Katz im Februar in der Sonne,
liegt sie im März hinterm Ofen mit Wonne.
9. Ist der Februar kalt und trocken, soll der August heiß werden.
10. Wenn's im Februar nicht recht wintert, so eiszapfet es an Ostern.
11. Der Februar muss stürmen und blasen,
soll das Vieh im Lenze grasen.
12. Wenn der März mait, märzt der Mai.
13. Wie die letzten Tage im März
wird die Herbstzeit allerwärts.
14. Wie's im März regnet,
wird's im Juni wieder regnen.
15. Wenn sich heiter zeigt der März,
freut sich jedes Landmanns Herz.
16. Ist am 15. März Sonnenschein,
so wird noch sechs Wochen Kälte sein.
17. Donnert es schon im April,
danach kommen Reif und Frost nicht viel.
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18. Je zeitiger im April die Schlehe blüht,
umso früher vor Jacobi (25.7.) die Ernte glüht.
19. Gehst du im April bei Sonne aus,
laß nie den Regenschirm zu Haus.
20. Maikäfer die im April schwirren,
müssen im Mai erfrieren.
21. Nasser April - blumiger Mai.
22. Heller Mondschein im April
gibt bei Wein und Obst nicht viel.
23. Blüht im April der Maulbeerbaum,
gibt es Kälte und Frost noch kaum.
24. Das Wetter des 13. April kann 30 Tage dauern.
25. Auf trockenen April
ein nasser Sommer kommen will.
26. Bläst der April mit beiden Backen,
gibt's genug zum Jäten und Hacken.
27. Je wärmer der Mai,
desto nasser und kälter der Juni.
28. Kühl und Abendtau im Mai
bringen Wein und vieles Heu,
doch der Bauer denkt, ich weiß,
mir ist's lieber trocken-heiß.
29. Donner im Mai führt großen Wind herbei.
30. Steht der Wind im Mai im Süden,
wird bald Regen uns beschieden.
31. Fliegen die Schwalben bis in die Höhn,
bleibt das Wetter noch recht schön.
32. Donnert es im Mai recht viel,
hat der Bauer gutes Spiel.
33. Übermäßig warmer Mai will,
dass der Juni voll Nässe sei.
34. Kommt der Juni heiß einher, säuft er alle Pfützen leer.
35. Kalter Regen im Juni ist des Müllers Verderben.
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36. Fliegen die Fledermäuse abends umher,
so kommt ein lang Schönwetter her.
37. Juni viel Donner,
verkündet trüben Sommer.
38. Stellt der Juni mild sich ein,
so wird's auch im Dezember sein.
39. Nordwind im Juni gesandt,
weht Korn ins Land.
40. Wie der Juli war,
so der nächste Januar.
41. Juli kühl und nass -
leere Scheune, leeres Fass.
42. Bringt der Juli heiße Glut,
so gerät der September gut.
43. Macht im Juli die Ameis' groß den Hauf,
folgt ein strenger Winter drauf.
44. In der heißen Juliglut
gerät Obst und Gemüse gut.
45. Wenn die Ameisen im Juli ihren Haufen höher
machen, so folgt ein strammer Winter
46. Macht der August uns heiß,
so bringt der Winter viel Eis.
47. Bringt der August viele Gewitter
wird der Winter kalt und bitter.
48. Wettert es im August,
du nassen Winter erwarten musst.
49. Den schönsten Tag im August erkennt man bereits am Morgen.
50. Wenn's im August nicht regnet,
ist der Winter mit Schnee gesegnet.
51. Donnert's oft im September,
viel Schnee im Dezember.
52. Wie im September tritt der Neumond ein,
so wird das Wetter den Herbst durch sein.
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53. Auf einen heiteren und warmen September
folgt gern ein trüber und rauer Oktober.
54. Auf Schwalb und Eichhorn achte bald,
sind sie verschwunden, wird's schnell kalt.
55. September schön in den ersten Tagen,
will den ganzen Herbst ansagen.
56. Septemberregen
kommt Saaten und Reben gelegen.
57. Gewitter im Oktober künden,
dass du wirst nassen Winter finden.
58. Bringt der Oktober schon Frost und viel Wind,
dann wird der Winter nur wie ein Kind.
59. Oktoberwind - glaube es mir -
verkündet harten Winter dir.
60. Oktober rau -
Januar flau.
61. Hält der Oktober das Laub,
wirbelt an Weihnachten der Staub.
62. Ist der November hell und klar,
wird trüb der nächste Februar.
63. Wenn der November blitzt und kracht,
im nächsten Jahr der Bauer lacht.
64. Hängt das Laub bis November hinein,
wird der Winter lange sein.
65. Hat der November einen weißen Bart,
dann wird der Winter lang und hart.
66. Glatter Pelz beim Wilde,
dann wird der Winter milde.
67. Donnerts im Dezember gar,
kommt viel Wind das nächste Jahr.
68. Ist der Dezember wild, mit viel Regen,
dann hat das nächste Jahr wenig Segen.
69. Kalter Dezember und fruchtbar Jahr
sind vereinigt immerdar.
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70. Sturm im Dezember und Schnee,
dann schreit der Bauer juchhe!
71. Im Dezember sollen Eisblumen blühn,
Weihnachten sei nur auf dem Tische grün.
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Literatur
1. Erst durch Lesen lernt man, wie viel man ungelesen lassen kann.
Wilhelm Raabe
2. Wenn ein Buch und ein Kopf zusammenstoßen, und es klingt hohl,
ist das allemal im Buch?
Georg Christoph Lichtenberg
3. Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen
beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit
einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das
Buch?
Franz Kafka
4. Ein sicheres Zeichen von einem guten Buch ist, wenn es einem
immer besser gefällt, je älter man wird.
Georg Christoph Lichtenberg
5. Keine Literatur kann in punkto Zynismus das wirkliche Leben
übertreffen.
Anton Tschechow
6. Ich vergesse das meiste, was ich gelesen habe; nichtsdestoweniger
aber trägt es zur Erhaltung meines Geistes bei.
Georg Christoph Lichtenberg
7. Bücher soll man wenige und gute haben.
Aus Spanien
8. Wenn ich ein Buch lese, ein gescheites ebenso wie ein törichtes, ist
es mir, als lebte es und spräche mit mir.
Jonathan Swift
9. Lessings Geständnis, dass er für seinen gesunden Verstand fast
zuviel gelesen habe, beweist, wie gesund sein Verstand war.
Georg Christoph Lichtenberg
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10. Ein Buch, das nicht wert ist, zweimal gelesen zu werden, ist auch
nicht wert, dass man's einmal liest.
Jean Paul
11. Die schlechtesten Leser sind die, welche wie plündernde Soldaten
verfahren: sie nehmen sich Einiges, was sie brauchen können,
heraus, beschmutzen und verwirren das Übrige und lästern auf das
Ganze.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
12. Er hatte seine Bibliothek verwachsen, so wie man eine Weste
verwächst. Bibliotheken können überhaupt der Seele zu enge und zu
weit werden.
Georg Christoph Lichtenberg
13. Man lese wenig und denke lange über das Gelesene nach.
Friedrich Melchior Baron von Grimm
14. Es hatte die Wirkung, die gemeiniglich gute Bücher haben. Es
machte die Einfältigen einfältiger, die Klugen klüger, und die übrigen
Tausenden blieben ungeändert.
Georg Christoph Lichtenberg
15. Lesen - ein geniales Mittel, das Denken zu vermeiden.
Sir Arthur Helps
16. Wer die Bücher zum Freund hat, kennt keine Langeweile.
Aus Russland
17. Die Wälder werden immer kleiner, das Holz nimmt ab, was wollen
wir anfangen? Oh, zu der Zeit, wenn die Wälder aufhören, können
wir sicherlich so lange Bücher brennen, bis wieder neue
aufgewachsen sind.
Georg Christoph Lichtenberg
18. Beim Lesen guter Bücher wächst die Seele empor.
Voltaire
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19. Man soll nicht lesen, um alles herunterzuschlucken, sondern
vielmehr sehen, was man gebrauchen kann.
Henrik Ibsen
20. Man kann sicher bei verschlossenen Augen in das erste beste Buch
den Finger auf eine Zeile legen und sagen, hierüber ließe sich ein
Buch schreiben. Wenn man die Augen auftut, so wird man sich
selten betrogen fühlen.
Georg Christoph Lichtenberg
21. Das Lesen nimmt so gut wie das Reisen die Einseitigkeit aus dem
Kopfe.
Jean Paul
22. Lesen ist nur ein Vergnügen, wenn man ganz frisch ist und jede
Schönheit und jede Dummheit gleich voll genießen kann ...
Theodor Fontane
23. Leute, die sehr viel gelesen haben, machen selten große
Entdeckungen. Ich sage dieses nicht zur Entschuldigung der
Faulheit, denn Erfinden setzt eine weitläufige Selbstbetrachtung der
Dinge voraus, man muss mehr sehen, als sich sagen lassen.
Assoziation.
Georg Christoph Lichtenberg
24. Bücher sind kein geringer Teil des Glücks. Die Literatur wird meine
letzte Leidenschaft sein.
Friedrich der Große
25. Wenn ein Buch die Kraft besitzt, dass ich mich in seiner Gesellschaft
vergessen kann, dann werde ich zum Leser.
Jakob Wassermann
26. Warum die Menschen so wenig behalten können, was sie lesen, ist,
dass sie so wenig selbst denken. Wo ein Mensch, was andere gesagt
haben, gut zu wiederholen weiß, hat er gewöhnlich selbst viel
nachgedacht, wenn sein Kopf anders nicht ein bloßer Schrittzähler
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ist, und dergleichen sind manche Köpfe, die des Gedächtnisses
wegen Aufsehen machen.
Georg Christoph Lichtenberg
27. Es ist ein großer Unterschied, ob ich lese zu Genuss und Belebung
oder zu Erkenntnis und Belehrung.
Johann Wolfgang von Goethe
28. Ohne eigene Bücher zu sein, ist der Abgrund der Armut, verweile
nicht darin.
John Ruskin
29. Ein Buch ist ein Druckwerk, aus dem Leser gewöhnlich etwas ganz
anderes herauslesen, als der Autor hineingeschrieben hat.
Georg Christoph Lichtenberg
30. Es ist leichter das Buch zu behalten, als das was drinnen steht.
Michel de Montaigne
31. Essen vertreibt den Hunger und Lesen vertreibt die Dummheit.
Aus China
32. Eine strenge und unumstößliche Regel, was man lesen sollte und
was nicht, ist albern. Man sollte alles lesen. Mehr als die Hälfte
unserer heutigen Bildung verdanken wir dem, was wir nicht lesen
sollten.
Oscar Wilde
33. Lass dich von deiner Lektüre nicht beherrschen, sondern herrsche
über sie.
Georg Christoph Lichtenberg
34. Allein die Lektüre entwickelt unseren Geist, das Gespräch verwirrt
und das Spiel verengt ihn.
Voltaire
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35. Lesen ist ein großes Wunder.
Marie von Ebner-Eschenbach
36. Wer einen Menschen tötet, der tötet ein vernünftiges Wesen, ein
Ebenbild Gottes; derjenige aber, der ein gutes Buch vernichtet, tötet
die Vernunft selbst, tötet Gottes Ebenbild sozusagen im Keime.
John Milton
37. Man hat bemerkt, dass düstere Menschen, Melancholiker, immer
lustig schreiben, die lebenslustigen aber mit ihren Schreibereien
Schwermut erzeugen.
Anton Tschechow
38. Einen elenden Dichter tadelt man nicht; mit einem mittelmäßigen
verfährt man gelinde; gegen einen großen ist man unerbittlich.
Gotthold Ephraim Lessing
39. Ich begreife nicht, wie ein Dichter das Kind seiner Liebe einem so
rohen Haufen, wie die Menschen sind, übergeben kann.
Heinrich von Kleist
40. Ein normaler Leser möchte wissen, wie das Buch endet, der Dickens-
Leser wünscht, es möge niemals enden.
Gilbert Keith Chesterton
41. Hier sprechen die Stummen und leben die Toten.
Überschrift der Bibliothek der Kapuziner in Budapest
42. Groß sind die Vorteile, die der Mensch des 19. Jahrhunderts genießt.
Zu den größten und dankenswertesten gehört entschieden die
erleichterte Zugänglichkeit der Bücher.
Sir John Lubbock
43. Eine Erzählung ohne Frau ist eine Maschine ohne Dampf.
Anton Tschechow
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44. Wer zwei Hosen hat, sollte eine verkaufen und sich davon ein Buch
kaufen.
Maxim Gorkij
45. Der einzige Grund für das Bestehen eines Romans ist,
dass er versucht, das Leben darzustellen.
Henry James
46. Der Verkehr mit Büchern ist ein Verkehr mit Geistern. Je höher Geist
und Leben steigen, desto flüchtiger ist das Material, worin sie sich
ausdrücken. Auf den vergänglichen Blättern der Blume wohnt mehr
Geist und Leben als in den plumpen, Jahrtausenden trotzenden
Granitblöcken.
Ludwig Feuerbach
47. Der dichterische Geist ist unsterblich und unverlierbar in der
Menschheit.
Friedrich von Schiller
48. Die Erfindung der Buchdruckerkunst ist das größte Ereignis der
Weltgeschichte.
Victor Hugo
49. Es gibt keine schöneren Möbel als Bücher.
Sidney Smith
50. Wenn ich mein Leben überschaue, so finde ich, dass ich die
glücklichsten Stunden den Büchern verdanke.
Paul Ernst
51. Es ist seltsam, dass in einer guten Erzählung allemal etwas
Heimliches ist - etwas Unbegreifliches. Die Geschichte scheint noch
ungeöffnete Augen in uns zu berühren - und wir stehn in einer ganz
andern Welt, wenn wir aus ihrem Gebiete zurückkommen.
Novalis
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52. Dort, wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch
Menschen.
Heinrich Heine
53. Streng genommen hat nur eine Sorte Bücher das Glück unserer Erde
vermehrt: Die Kochbücher.
Joseph Conrad
54. Kein Dichter gibt einen fertigen Himmel, er stellt nur die
Himmelsleiter auf.
Joseph von Eichendorff
55. Das Buch ist wie eine Rose, beim Betrachten der Blätter öffnet sich
dem Leser das Herz…
Aus Persien
56. Der hat's wahrhaftig als Poet
nicht hoch hinausgetrieben,
in dessen Liedern mehr nicht steht,
als er hineingeschrieben.
Emanuel Geibel
57. Unter die größten Entdeckungen, die der menschliche Verstand in
den neuesten Zeiten gefallen ist, gehört meiner Meinung nach wohl
die Kunst, Bücher zu beurteilen, ohne sie gelesen zu haben.
Georg Christoph Lichtenberg
58. Ein Klassiker ist ein Schriftsteller, den jeder gelesen haben möchte
und den keiner liest.
Mark Twain
59. Romanschreiber sollten des Studiums des echten Lebens nie
überdrüssig werden.
Charlotte Brontë
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60. In einem guten Buche stehen mehr Wahrheiten, als sein Verfasser
hineinzuschreiben meint.
Marie von Ebner-Eschenbach
61. Bücher haben Ehrgefühl. Wenn man sie verleiht kommen sie nicht
zurück.
Theodor Fontane
62. Ist der Dichter nicht ein Täter, den wir durchs Schlüsselloch
belauschen?
Hugo von Hofmannsthal
63. Bei manchem Werk eines berühmten Mannes möchte ich lieber
lesen, was er weggestrichen hat, als was er hat stehen lassen.
Georg Christoph Lichtenberg
64. Die beiden fesselndsten Fähigkeiten eines Autors bestehen darin,
neue Dinge vertraut und vertraute Dinge neu erscheinen zu lassen.
Samuel Johnson
65. Lesen ohne Denken verwirrt den Geist,
und Denken ohne Lesen macht leichtsinnig.
Konfuzius
66. Manchmal habe ich so das Gefühl, ein Pulle Wein sei mehr wert als
die ganze Dichterei.
Gottfried Keller
67. Die Dichtkunst ist eine redende Malerei aber die Malerei ist eine
stumme Dichtkunst.
Plutarch
68. Bücher sind oft die besten Freunde. Aber sie sollten nicht die
einzigen in unserem Leben sein.
Marie von Ebner-Eschenbach
69. Es kommt für den wirklichen Menschen die Zeit, wo er in den
Werken der Autoren nicht mehr die Kunst, das Ästhetische sucht,
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um sich selber Ruhe zu schaffen im Sturm des Lebens, sondern die
Fingerzeige, wie jene sich in dem großen Kampfe zurechtgefunden
haben.
Wilhelm Raabe
70. Das Publikum ist so einfältig, lieber das Neue als das Gute zu lesen.
Arthur Schopenhauer
71. Liest du ein Buch zum ersten Mal, lernst du einen Freund kennen,
liest du es ein weiteres Mal, begegnet dir ein alter.
Aus China
72. Manchmal muss man Freunde besuchen, um seine Bücher
wiederzusehen.
William Hazlitt
73. Gern lesen heißt, die einem im Leben zugeteilten Stunden der
Langeweile gegen solche des Entzückens einzutauschen.
Charles Louis de Montesquieu
74. Vollständigkeit eines Buches ist eine Illusion.
Theodor Billroth
75. Körper und Stimme leiht die Schrift dem stummen Gedanken. Durch
der Jahrhunderte Strom trägt ihn das redende Blatt.
Friedrich von Schiller
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Glück und Segen
1. Glücklich zu sein ist auch eine Tugend.
Ludwig Börne
2. Die Seligkeit ist das letzte Ziel des menschlichen Lebens.
Thomas von Aquin
3. Das Menschenglück ist ein Mosaik aus lauter Kleinigkeiten.
Peter Rosegger
4. Alle Menschen suchen nach dem Glück. Das gilt ohne Ausnahme, wie
unterschiedlich auch die Mittel sein mögen, die sie dafür benutzen.
Sie streben alle diesem Ziel zu.
Blaise Pascal
5. Wir sollen nicht nur leben, als ob wir morgen sterben, sondern auch
als ob wir noch hundert Jahre leben könnten.
Marie von Ebner-Eschenbach
6. Besser, das Glück sucht den Menschen als der Mensch das Glück.
Jüdisches Sprichwort
7. Jeder hat sein eigen Glück unter den Händen, wie der Künstler eine
rohe Materie, die er zu einer Gestalt umbilden will. Aber es ist mit
dieser Kunst wie mit allen; nur die Fähigkeit dazu wird uns
angeboren, sie will gelernt und sorgfältig ausgeübt sein.
Johann Wolfgang von Goethe
8. Der Tag, an dem man einen Entschluss fasst, ist ein Glückstag.
Japanisches Sprichwort
9. Theoretisch gibt es eine vollkommene Glücksmöglichkeit: An das
Unzerstörbare in sich glauben und nicht zu ihm streben.
Franz Kafka
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10. Wenn der Mensch glücklich ist, lebt er im Einklang mit sich und
seiner Umgebung.
Oscar Wilde
11. Nicht im Besitz von Herden noch im Golde befindet sich das
Lebensglück; Wohnsitz des Glückes ist die Seele.
Demokrit
12. Das Glück allein hilft nicht dem Menschen, wenn der Mensch nicht
mithilft.
Jüdisches Sprichwort
13. Demütig und in die Seele hinein glücklich ist man, wenn man sieht,
wie wenig es bedarf, um sich des Lebens zu freuen.
Peter Rosegger
14. Die Klugheit betrachtet die Mittel, durch die man zum Glück kommt;
die Weisheit aber betrachtet den Gegenstand des Glückes selbst.
Thomas von Aquin
15. Allein, die Werkzeuge des Glücks sind nichts für denjenigen, der sie
nicht zu gebrauchen weiß; und man erkennt nur in dem Maße, worin
das wahre Glück besteht, als man fähig ist, es zu genießen.
Jean-Jacques Rousseau
16. Ein jeder sieht, wie glücklich der ist, der dumm geboren und alles
glaubt. Ehrgeiz stachelt ihn nicht und Furcht lässt ihn ruhig, beide
gewöhnlich der Samen von Kummer und Schmerz.
Niccolo Machiavelli
17. Du hast, vom Glück belehnt, ein schönes Fleckchen Erde;
Genieß es recht, dass dir’s ein Stückchen Himmel werde.
Friedrich Rückert
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18. Und doch, welch Glück, geliebt zu werden!
Und lieben, Götter, welch ein Glück!
Johann Wolfgang von Goethe
19. Man glaubt, der Mensch könne nur einmal sterben? Torheit! Wer
liebt, kann zweimal sterben! Damit muss er sein Glück bezahlen.
Friedrich Hebbel
20. Glücklich sein und andere glücklich zu machen, sonst hast du auf
Erden nichts zu tun.
Peter Rosegger
21. In ein Haus, in dem gelacht wird, kommt das Glück.
Japanisches Sprichwort
22. Wie glücklich würde mancher leben, wenn er sich um anderer Leute
Sachen so wenig bekümmerte, als um seine eigenen.
Georg Christoph Lichtenberg
23. Dass andere Leute kein Glück haben, finden wir sehr leicht natürlich,
dass wir selbst keines haben, immer unfassbar.
Marie von Ebner-Eschenbach
24. Glücklich, wer sich bei mäßigem Besitz frohgemut, unglücklich, wer
sich bei vielem Besitz missmutig, fühlt.
Demokrit
25. Glück macht Mut.
Johann Wolfgang von Goethe
26. Man muss es mit dem Glück halten wie mit der Gesundheit: es
genießen, wenn es günstig, Geduld haben, wenn es ungünstig ist,
und zu gewaltsamen Mitteln nur im äußersten Notfall greifen.
La Rochefoucauld
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27. Immer schreitet eine Angst, eine Sorge, ein Schmerz, ein Pickel,
neben unsrem Glück und unsren Plänen her, namentlich aber immer
in dem Augenblick, wo sie sich erfüllen sollen.
Theodor Fontane
28. Der Mensch liebt es, nur sein Unglück zu beachten, sein Glück aber
zu übersehen. Würde er aber richtig sehen, so würde er erkennen,
dass ihm beides beschert ist.
Fjodor Dostojewskij
29. Man sollte nicht sprechen von der Kunst, glücklich zu sein, sondern
von der Kunst, sich glücklich zu fühlen.
Marie von Ebner-Eschenbach
30. Nicht der weiß ein Glück zu schätzen, welcher es gewonnen, sondern
der, welcher es verloren hat. Und diese durch Verlust gewonnene
Weisheit ist für sich eine Art von Glück.
Peter Rosegger
31. Man ist nie so glücklich oder so unglücklich, wie man sich einbildet.
La Rochefoucauld
32. Lache, bevor du das Glück erreicht hast, sonst musst du fürchten,
dass du sterben wirst, ohne gelacht zu haben.
Jean de la Bruyère
33. Wenn dich Glückswechsel trifft, denk’ um dich nicht zu grämen:
Abnehmen muss der Mond, um wieder zuzunehmen.
Friedrich Rückert
34. Besser aber noch närrisch sein vor Glück als närrisch vor Unglück,
besser plump tanzen als lahm gehen.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
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35. Unglück macht immer interessant; ein glücklicher Alltagsmensch ist
immer das Uninteressante.
Johann Nepomuk Nestroy
36. Bildung schmückt die Glücklichen, den Unglücklichen gewährt sie
Zuflucht.
Demokrit
37. Jeder Frühlings-Sonnentag schließt nur für ein paar Menschen, die
imstande sind, ihn zu genießen, unter Millionen, die nicht dazu
imstande sind, das Glück der Erde und also den Himmel auf.
Wilhelm Raabe
38. Freue dich an der Sonne.
Und wenn die Sonne nicht da ist,
hast du den Mond.
Und wenn der Mond nicht da ist,
hast du die Sterne.
Und wenn die Sterne nicht da sind,
hast du das Licht der Kerze.
Und wenn die Kerze nicht da ist,
hast du immer noch deine Stimme.
Und dann singe so lange,
bis in deinem Herzen die Sonne aufgeht.
Aus der Karibik
39. Denn um nicht sehr unglücklich zu werden, ist das sicherste Mittel,
dass man nicht verlange, sehr glücklich zu sein.
Arthur Schopenhauer
40. Das Glück ist gut und fromm;
gleich teilt es seine Gaben:
Die Reichen lässt es Furcht,
die Armen Hoffnung haben.
John Owen
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41. Das Glück ist unbeständig: schnell fordert es zurück, was es
gegeben hat.
Publius Syrus
42. Das Glück ist eine Sache, die man fühlt und erlebt, es lässt sich nicht
definieren und durch Vernunft erklären.
Miguel de Unamuno y Yugo
43. Von der Wiege bis zum Grabe
Flicht sich Schmerz in unser Leben;
Ungetrübten Glückes Gabe
Wurde keinem noch gegeben.
Kretisches Sprichwort
44. Wirf ein Glückskind in den Fluss und es entsteigt ihm mit einem
Fisch im Munde.
Aus Arabien
45. Die Welt wird nie das Glück erlauben,
als Beute wird es nur gehascht;
entwenden musst du's oder rauben,
eh dich die Missgunst überrascht.
Friedrich von Schiller
46. Jeder Mensch kann glücklich sein, wenn er nur will!
Franz Grillparzer
47. Nur der ist glücklich, und wahrhaft glücklich, der sagen kann:
Willkommen das Leben, was immer es auch bringen möge!
Willkommen der Tod, wie immer er sei!
Henry, 1st Viscount Bolingbroke St. John
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48. Gott, was ist Glück: eine Griessuppe, eine Schlafstelle, keine
körperlichen Schmerzen - das ist schon viel!
Theodor Fontane
49. Die Seligkeit eines Augenblicks verlängert
das Leben um tausend Jahre.
Aus Japan
50. Wenn ich mir überlege, was ich mir wünsche, finde ich, dass dafür
keine andere Bezeichnung angemessen ist als das Wort »Glück«.
William Morris
51. Mögen alle deine Träume wahr werden,
mögen alle deine Himmel blau sein,
mögen alle deine Freunde wahrhaft Freunde sein,
mögen alle deine Freuden vollkommen sein,
mögen Glück und Lachen alle deine Tage ausfüllen.
Altirischer Segenswunsch
52. Weder vom Körper noch vom Geld hängt es ab, ob Menschen
glücklich sind, sondern ob der Mensch mit sich zurechtkommt oder
immer etwas anderes will.
Demokrit
53. Wenn man mit sich selbst einig ist und mit seinen Nächsten,
das ist auf der Welt das Beste.
Johann Wolfgang von Goethe
54. Fragt euch, ob ihr glücklich seid,
und ihr werdet aufhören, es zu sein.
John Stuart Mill
55. Kein höh'res Glück dem Menschen lacht,
als wenn er andre glücklich macht.
Monier Williams
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56. Wer das Glück nicht in sich selber finden kann,
wird es unnötigerweise anderswo suchen.
Liselotte von der Pfalz
57. Wären die Menschen mit ihrem Glück so zufrieden wie mit ihrem
Verstande, welche Millionen Glücklicher!
Karl Julius Weber
58. Als einen glücklichen Tag sollten wir den betrachten, an dem wir
etwas Böses verhindert oder etwas Gutes getan haben.
Vinzenz von Paul
59. Vier Säulen stützen den Tempel der irdischen Glückseligkeit:
Gesundheit, Gemütsruhe, Wohlstand und Freundschaft.
Sir Francis von Verulam Bacon
60. Der zum Glück bestimmte Mensch braucht sich nicht zu beeilen.
Aus China
61. Glück ist eine Oase, die zu erreichen
nur träumenden Kamelen gelingt.
Von den Beduinen
62. Glück ist, wenn einer seine Brille so schnell findet, dass er sich noch
erinnern kann, warum er sie aufsetzen wollte.
Anonymus
63. Frauen versuchen ihr Glück, Männer riskieren ihres.
Oscar Wilde
64. Es ist gut, die Glücklichen dieser Welt hin und wieder wissen zu
lassen, und wäre es auch nur, um ihren törichten Hochmut ein wenig
zu schmälern, dass es ein höheres Glück gibt als das ihre,
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umfassender und erlesener.
Charles Baudelaire
65. Die wesentliche Voraussetzung für Glück ist
die Bereitschaft, der zu sein, der man ist.
Erasmus von Rotterdam
66. Ob arm oder reich, niemand ist gut oder glücklich, wenn ihn das
Schicksal nicht auf den richtigen Platz gestellt hat.
Luc de Clapiers Vauvenargues
67. Verständig zu sein ist der Hauptteil des Glücks.
Sophokles
68. Ein ungestörtes Glück verlangen,
heißt Mondeslicht mit Netzen fangen,
den Sonnenstrahl mit Ketten fesseln
und Rosen fordern von den Nesseln.
Otto von Leixner
69. Das Glück ist wie ein Brillengestell. Man sucht es, bis man darauf
tritt, und dann ist es hinüber.
Annette von Droste-Hülshoff
70. Wie glücklich man am Lande war, merkt man erst, wenn das Schiff
untergeht.
Lucius Annaeus Seneca
71. Man kann nicht alle Sterne zwingen!
Gottfried Keller
72. Vermehrung des menschlichen Glücks wird nur durch Vermehrung
der Liebe möglich.
Leo Tolstoi
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73. Wäre ich Narr genug, noch an das Glück zu glauben,
so würde ich es in der Gewohnheit suchen.
François-René Vicomte de Chateaubriand
74. Die meisten Menschen sind in dem Maße glücklich,
wie sie es sich gestatten.
Abraham Lincoln
75. Das Glück der Menschen ist, das zu lieben, was sie tun müssen. Auf
diesem Prinzip ist die Gesellschaft nicht aufgebaut.
Claude-Adrien Helvetius
76. Das Glück ist verschwenderisch, aber unbeständig.
Demokrit
77. Ich glaube, dass das Glück nur in der heiteren Auffassung des
Lebens und in der Vortrefflichkeit des Herzens und nicht in den
äußeren Umständen liegt.
Fjodor Michailowitsch Dostojewskij
78. Ein jeder hat seine eigne Art, glücklich zu sein, und niemand darf
vom anderen verlangen, dass man es in der seinigen sein soll.
Heinrich von Kleist
79. Wer’s Glück hat, dem fliegen gebratene Enten ins Maul.
Aus Holland
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Hoffnung und Zuversicht
1. Hoffnung aber lässt nicht zu Schanden werden.
Brief des Paulus an die Römer
2. Die Hoffnung mag eintreffen oder nicht, so hat sie doch das Gute,
dass sie die Furcht verdrängt.
Jean Paul
3. Sei dankbar für das, was du hast; warte auf das übrige und sei froh,
dass du noch nicht alles hast; es ist auch ein Vergnügen, noch auf
etwas zu hoffen.
Seneca
4. Es gibt keine Lage, die man nicht wandeln könnte durch Leisten oder
Dulden.
Johann Wolfgang von Goethe
5. Vertrauen ist eine Oase im Herzen,
die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird.
Anonymus
6. Hoffnung ist wie Zucker im Tee: auch wenn sie klein ist, versüßt sie
alles.
Aus China
7. Die Hoffnung ist Träumen mit offenen Augen.
Aristoteles
8. Die kleinste Hoffnung ist besser als die schlimmste Befürchtung.
Mark Twain
9. Die hoffenden Gedanken, die das Leben möglich machen.
Giacomo Graf Leopardi
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10. Hoffen soll der Mensch! Er frage nicht!
Ludwig van Beethoven
11. Wenn die Hoffnung nicht wäre, dann würde das Leben aufhören.
Aus Arabien
12. Noch am Grabe pflanzt er die Hoffnung auf.
Friedrich von Schiller
13. Wenn die Hoffnung uns verlässt,
geht sie, unser Grab zu graben.
Carmen Sylva
14. Begegne dem, was auf dich zukommt,
nicht mit Angst, sondern mit Hoffnung.
Franz von Sales
15. Hoffnung haben ist Arbeit für die Zukunft.
Friedrich Naumann
16. Der Mensch würde nicht verzweifeln, wenn er nicht hoffen würde.
Giacomo Graf Leopardi
17. Aus dem dunkelsten Tag quillt plötzlich das lieblichste Licht hervor.
Johann Kaspar Lavater
18. Die Sonne ist mir oft verloschen, aber wieder aufgegangen, und je
öfter sie verloschen ist, desto heller und schöner ist sie wieder
aufgegangen.
Jakob Böhme
19. Du gehst im Dunkeln,
im Herzen bedrängt,
von Sorgen beengt,
28
plötzlich über dir Sterne funkeln.
Wilhelm August Theodor Steinhausen
20. Alles kann ein Mensch noch hoffen, solange er lebt.
Seneca
21. Was wäre das Leben ohne Hoffnung? Ein Funke, der aus der Kohle
springt und verlischt.
Friedrich Hölderlin
22. Wer Unverhofftes nicht erhofft, kann es nicht finden.
Heraklit von Ephesus
23. Unter Dornen wachsen Rosen.
Deutsches Sprichwort
24. Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter
dich.
Aus Afrika
25. Hoffnung, Hoffnung, immer grün!
Wenn dem Armen alles fehlet,
alles weicht, ihn alles quälet,
Johann Gottfried von Herder
26. Die Hoffnung ist eine große Verfälscherin der Wahrheit: Die Klugheit
weise sie zurecht und sorge dafür, dass der Genuss die Erwartung
übertreffe.
Baltasar Gracián y Morales
27. Im Reich der Hoffnung ist es nie Winter.
Aus Russland
28. So oft die Sonne aufgeht
erneuert sich mein Hoffen
29
und bleibt, bis sie untergeht,
wie eine Blume offen.
Gottfried Keller
29. Je törichter dein Hoffen, um so fester.
Marie von Ebner-Eschenbach
30. Hoffnung ist ein Mangel an Vertrauen.
Eduard Acda
31. Es gibt keine Hoffnung ohne Angst
aber auch keine Angst ohne Hoffnung.
Baruch de Spinoza
32. Wenn Gott dir eine Tür zuschlägt, öffnet er dir ein Fenster.
Aus Russland
33. Die Hoffnung durch einen Stern ausdrücken, die Sehnsucht der
Seele durch einen strahlenden Sonnenuntergang.
Vincent van Gogh
34. Alles, was in der Welt erreicht wurde, wurde aus Hoffnung getan.
Martin Luther
35. Die Hoffnung belebt die Weisen, jene aber, die sich anmaßend und
träge von ihren Verlockungen umschmeicheln lassen, wirft sie in
Schlaf.
Luc de Clapiers Vauvenargues
36. Wir können ohne Freude leben aber nicht ohne Hoffnung.
Joszef Baron von Eötvös
37. Derjenige, der von der Hoffnung lebt, läuft Gefahr, zu verhungern.
Benjamin Franklin
30
38. Ein Mensch hofft, solange er lebt,
erst die Toten hoffen nicht mehr
Theokrit
39. Selbst die absolute Dunkelheit kann eine kleine Kerze nicht am
Scheinen hindern.
Aus Irland
40. Im Elend bleibt kein anderes Heilungsmittel als Hoffnung nur.
William Shakespeare
41. Die Hoffnung nährt mich, sie nährt ja die halbe Welt, und ich habe
sie mein Lebtag zur Nachbarin gehabt, was wäre sonst aus mir
geworden?
Ludwig van Beethoven
42. Ein vernünftiger Mensch wird einer Hoffnung, die ins Wasser fällt, nie
nachspringen.
Deutsches Sprichwort
43. Wo Leben ist, da darf auch Hoffnung sein.
Henrik Ibsen
44. Wenn du klug bist, so mische eins mit dem anderen;
hoffe nicht ohne Zweifel und zweifle nicht ohne Hoffnung.
Seneca
45. Die Welt wird alt und wird wieder jung,
doch der Mensch hofft immer auf Verbesserung.
Friedrich von Schiller
46. Wenn die Hoffnung aufwacht, legt sich die Verzweiflung schlafen.
Von den Malaien
31
47. Verzage nicht, wenn ab die welke Hoffung fiel:
Die neue schon erhebt sich jung auf frischem Stiel.
Friedrich Rückert
48. Wer von der Hoffnung lebt, fliegt ohne Flügel.
Aus Portugal
49. Hätte ich kein Hoffen auf die Erlösung, würde es nichts geben, um
dafür zu leben.
Aus dem Warschauer Getto
50. Wir alle liegen in der Gosse, doch einige von uns blicken in die
Sterne.
Oscar Wilde
51. Die Hoffnung: sie ist in Wahrheit das Übelste der Übel, weil sie die
Qual der Menschen verlängert.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
52. Wie schön der Hoffnung Bilder lachen:
Sie stellen Truggestalten dar;
nur die Erinn'rung redet wahr,
die Hoffnung ist ein Traum im Wachen.
Christoph August Tiedge
53. Solange der Mensch lebt, hat der Hoffnung.
Jerusalemer Talmud
54. Gegen die schlechte Stimmung: Mit der Hoffnung zu reisen ist
besser, als das Ziel zu erreichen.
Robert Louis Stevenson
55. Eine frohe Hoffnung ist mehr wert als zehn trockene Wirklichkeiten.
Franz Grillparzer
32
56. Entferne die Hoffnung aus dem Herzen des Menschen und du machst
ihn zum wilden Tier.
Ovid
57. Die Hoffnung dient dazu, uns das Leben zu erwärmen, zu erhellen.
François de La Rochefoucauld
58. Die Hoffnung mag eintreffen oder nicht, so hat sie doch das Gute,
dass sie die Furcht verdrängt.
Jean Paul
59. Die Hoffnung ist der Zehrpfennig des Lebens.
Aus Frankreich
60. Hoffnung ist die zweite Seele der Unglücklichen.
Johann Wolfgang von Goethe
61. Das ist ein Leben! Man verbringt es hoffend, um es mit einem Tode
zu beschließen, an den man wieder Hoffnungen knüpft.
Voltaire
62. Begehren, verbunden mit der Erwartung, das Gewünschte zu
erlangen, nennt man Hoffnung.
Thomas Hobbes
63. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Sprichwort
64. Die Hoffnung, so trügerisch sie auch ist, dient zumindest dazu, uns
zum Ende des Lebens auf einem angenehmen Weg zu führen.
François de La Rochefoucauld
65. Vergiss nicht, dass jede schwarze Wolke eine dem Himmel
zugewandte Sonnenseite hat.
Friedrich Wilhelm Weber
33
66. Auch durch ein Nadelöhr kann man den Himmel sehen.
Aus Japan
67. Die Hoffnung ist die Blüte des Wunsches, der Glaube die Frucht der
Gewissheit.
Honoré de Balzac
68. Wenn wir aufhören, lebhaft zu hoffen, fangen wir an, uns lebhaft zu
erinnern.
Marie von Ebner-Eschenbach
69. Wir hoffen immer, und in allen Dingen ist besser hoffen als
verzweifeln.
Johann Wolfgang von Goethe
70. Die lächerlichsten und kühnsten Hoffnungen waren manchmal schon
die Ursache außergewöhnlicher Erfolge.
Luc de Clapiers Vauvenargues
71. Es ist die Hoffnung, die den schiffbrüchigen Matrosen mitten im Meer
veranlasst, mit seinen Armen zu rudern, obwohl kein Land in Sicht
ist.
Ovid
72. Lerne vom Gestern,
lebe im Heute und
hoffe auf Morgen.
Anonymus
73. Und wenn die Sanduhr der Zeitweiligkeit abgelaufen ist, wenn die
Geräusche des weltlichen Lebens verklungen sind und sein rastloser,
unwirksamer Aktivismus zu einem Halt gekommen sind, wenn alles
um dich herum still ist wie in der Ewigkeit, dann fragt die Ewigkeit
dich und jedes Individuum dieser Millionen und Abermillionen nur
34
das folgende: Lebtest du in Hoffnungslosigkeit oder nicht?
Søren Kierkegaard
74. Die größten Menschen sind jene, die anderen Hoffnung geben
können.
Jean Jaurés
75. Die aufgehende Sonne hat mehr Anbeter als die untergehende.
Deutsches Sprichwort
76. Hoffnung ist das einzige Gut, das allen Menschen gemein ist; selbst
diejenigen, die nichts besitzen, besitzen noch Hoffnung.
Thales von Milet
77. Ich will Euch Zukunft und Hoffnung geben.
Jeremias 29.11
78. Die kleinen Sterne scheinen immer,
während die große Sonne oft untergeht.
Aus Botswana
79. Hoffnung ist das gefiederte Ding, das sich in der Seele niederlässt
und die Melodie ohne Worte singt und niemals aufhört ...
Emily Dickinson
80. Die Hoffnung befeuert den Weisen, aber sie narrt den Vermessenen
und den Trägen, die gedankenlos auf ihren Versprechungen
ausruhen.
Luc de Clapiers Vauvenargues
81. Wenn du glaubst es geht nicht mehr
kommt von irgendwo ein Lichtlein her.
Deutsches Sprichwort
35
82. Ebbe folgt nicht auf Ebbe. Dazwischen ist die Flut.
Aus Afrika
83. Wer den Kopf nicht hebt, kann die Sterne nicht sehen.
Aus Armenien
84. Was dürfen wir hoffen?
Immanuel Kant
85. Fürchte dich nie vor Schatten, zeigen sie doch an, daß irgendwo in
der Nähe ein Licht leuchten muß.
Anonymus
86. Es ist unmöglich, daß ein Mensch in die Sonne schaut, ohne daß sein
Angesicht hell wird.
Friedrich von Bodelschwingh
87. Wer immer hofft, stirbt singend.
Aus der Toscana
88. Höher als alle Vögel fliegen Wunsch und Hoffnung.
Aus Java
36
Humor und Hintersinn
1. Wäre mancher schon erschaffen gewesen, er hätte Gott bei der
Schöpfung Rat erteilt.
Friedrich Hebbel
2. Gar mancher Schwierigkeit entweicht
Man durch das hübsche Wort „vielleicht''.
Wilhelm Busch
3. Wie das Leben einmal eingerichtet ist, bezahlt man alles etwas zu
teuer - scheint mir.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
4. Vorsicht und Misstrauen sind gute Dinge, nur sind auch ihnen
gegenüber Vorsicht und Misstrauen nötig.
Christian Morgenstern
5. Die kleinsten Unteroffiziere sind die stolzesten.
Georg Christoph Lichtenberg
6. Ein Mann mit großen Ideen ist ein unbequemer Nachbar.
Marie von Ebner-Eschenbach
7. Am Regenbogen muss man nicht Wäsche aufhängen wollen.
Friedrich Hebbel
8. Eifersucht ist eine Leidenschaft, die mit Eifer sucht, was Leiden
schafft.
Friedrich Schleiermacher
9. Gegen große Vorzüge eines andern gibt es kein Rettungsmittel als
die Liebe.
Johann Wolfgang von Goethe
10. Dummheit, die man bei den andern sieht,
Wirkt meist erhebend aufs Gemüt.
Wilhelm Busch
37
11. Wir sind so eitel, dass uns sogar an der Meinung der Leute, an
denen uns nichts liegt, etwas gelegen ist.
Marie von Ebner-Eschenbach
12. Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen
Schatten.
Karl Kraus
13. Auch die besessensten Vegetarier beißen nicht gern ins Gras.
Joachim Ringelnatz
14. Eine Erkenntnis von heute kann die Tochter eines Irrtums von
gestern sein.
Marie von Ebner-Eschenbach
15. Gewisse Ehen halten nur in der Weise zusammen, wie ineinander
verbissene Tiere.
Gerhart Hauptmann
16. Die meisten jagen so sehr dem Genuss nach, dass sie an ihm
vorbeilaufen.
Sören Kierkegaard
17. Die echten Schriftsteller sind Gewissensbisse der Menschheit.
Ludwig Feuerbach
18. Der Zufall ist der einzig legitime Herrscher des Universums.
Napoleon
19. Alle Regierungen fordern blinden Glauben, sogar die göttliche.
Friedrich Hebbel
20. Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt.
Joseph Rudyard Kipling
21. Auge um Auge – und die ganze Welt wird blind sein.
Mahatma Gandhi
38
22. Verstehen kann man das Leben rückwärts, leben muss man es
vorwärts.
Sören Kierkegaard
23. Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
Wilhelm Busch
24. Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.
Joachim Ringelnatz
25. Du musst nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Kopfe
essen, damit dich nicht die Naschhaftigkeit des Mundes zugrunde
richtet.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
26. Wer in Glaubenssachen den Verstand befragt, kriegt unchristliche
Antworten.
Wilhelm Busch
27. Der Wein entströmt nur der gepressten Traube,
nur dem gepressten Herzen der Humor.
Marcus Licinius Crassus
28. Humorlosigkeit ist ein Zeichen für fehlende Menschlichkeit.
Deszö Kosztolányi
29. Humor und Geduld ergeben eine unwiderstehliche Mischung.
Wilhelm Busch
30. Im Garten des Lebens ist Humor der beste Dünger.
Anonymus
31. Alles lächelt, wo der Humor hinblickt; in allem ist Poesie,
wenn nur der richtige Strahl darauf fällt.
Emanuel Wertheimer
39
32. Klatschen heißt anderer Leute Sünden beichten.
Wilhelm Busch
33. Der Humor lässt seinen Besitzer Dinge sehen, die der andere
überhaupt nicht sieht. Und dadurch verschönt er das Leben in
geradezu unbeschreiblicher Weise.
Max Haushofer
34. Humor ist das, was man nicht hat, sobald man es definiert.
Rudolf Presber
35. Aller höhere Humor fängt damit an, dass man sich selber nicht mehr
so ernst nimmt.
Heinrich Heine
36. Humor ist der Knopf, der verhindert, dass einem der Kragen platzt.
Joachim Ringelnatz
37. Der Beste muss mitunter lügen,
zuweilen tut er's mit Vergnügen.
Wilhelm Busch
38. Humor ist gesunder Menschenverstand, der tanzt.
Aus England
39. Es gibt im Leben keine bessere Waffe als den Humor.
Georges Courteline
40. Ob man Humor hat, zeigt sich erst in ernsteren Situationen.
Anonymus
41. Wenn der Humor ernstgenommen wird, hört der Spaß auf.
Lionel Strachey
42. Nichts ist kläglicher als Humor in zu engen Schuhen.
Annette von Droste-Hülshoff
40
43. Als deutscher Tourist im Ausland steht man vor der Frage, ob man
sich benehmen muss oder ob schon deutsche Touristen da gewesen
sind.
Kurt Tucholsky
44. Die verborgene Quelle des Humors ist nicht Freude, sondern
Kummer.
Mark Twain
45. Dummheit ist auch eine natürliche Begabung.
Wilhelm Busch
46. Wer immer die Wahrheit sagt, wird kein Gedächtniskünstler.
Joachim Ringelnatz
47. Und kommt es dir zuweilen vor,
als ächze schwer dein Lebenskarren,
öl rasch die Räder mit Humor,
dann hört er wieder auf, zu knarren.
Aus einem Poesiealbum
48. Humor ist die Medizin, die am wenigsten kostet und am sichersten
hilft.
Deutsches Sprichwort
49. Humor ist überwundenes Leiden an der Welt.
Jean Paul
50. Humor ist der Schwimmgürtel auf dem Strom des Lebens.
Wilhelm Raabe
51. Manche Leute sind wie Uhren. Wenn man sie aufzieht, gehen sie.
Joachim Ringelnatz
52. Wer Sinn für Unsinn hat, wird nicht in Gefahr geraten, Unsinn für
Sinn zu halten.
Anonymus
41
53. Der Philosoph hat wie der Hausbesitzer immer Reparaturen.
Wilhelm Busch
54. Der Humor kann einem durch nichts so schnell vergehen, wie durch
die Frage, wo man ihn gelassen habe.
Anonymus
55. Humor ist eines der besten Kleidungsstücke, die man in Gesellschaft
tragen kann.
William Makepeace Thackeray
56. Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens.
Ludwig Börne
57. Satire ist Humor, der die Geduld verloren hat.
Anonymus
58. Witz ist Schaum an der Oberfläche, Humor die Perle aus der Tiefe.
Peter Sirius
59. Nur wer das Leben ernst, bitter ernst nimmt, hat auch wirklich
Humor.
Immanuel Kant
60. Wer mit mir reden will, der darf nicht bloß seine eigene Meinung
hören wollen.
Wilhelm Raabe
61. Ach, dass der Mensch so häufig irrt
und nie recht weiß, was kommen wird.
Wilhelm Busch
62. Witz verblüfft, Humor erleuchtet.
Anonymus
63. Die Welt, obgleich sie wunderlich,
ist gut genug für dich und mich.
Wilhelm Busch
42
64. Die Phantasie ist dem Menschen als Entschädigung für das
mitgegeben, was er nicht ist, der Humor für das, was er ist.
Anonymus
65. Enthaltsamkeit ist das Vergnügen
an Dingen, welche wir nicht kriegen.
Drum lebe mäßig, denke klug,
wer nichts gebraucht, der hat genug.
Wilhelm Busch
66. Der Nachruf ist meistens besser als der Ruf.
Joachim Ringelnatz
67. Wer keinen Humor hat, ist jedermann hilflos ausgeliefert.
Anonymus
68. Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muss sie allein machen.
Kurt Tucholsky
69. Jeder spinnt auf seine Weise -
der eine laut, der andere leise.
Joachim Ringelnatz
70. Die Frauen haben es ja von Zeit zu Zeit auch nicht leicht. Wir
Männer aber müssen uns rasieren.
Kurt Tucholsky
43
Liebe und Freundschaft
1. Kein besseres Heilmittel gibt es im Leid als eines edlen Freundes
Zuspruch.
Euripides
2. Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand.
Blaise Pascal
3. Darin besteht die Liebe: Dass sich zwei Einsame beschützen und
berühren und miteinander reden.
Rainer Maria Rilke
4. Schelmisches Kind,
Lieb' ist wie Wind,
rasch und lebendig,
ruhet nie, ewig ist sie,
aber nicht immer beständig.
Eduard Mörike
5. Die schlechtesten Münzen, mit denen man Freunde bezahlen kann,
sind Ratschläge. Worauf es ankommt, ist, ihnen zu helfen
Abbé Ferdinando Galiani
6. Was wir gewöhnlich Freundschaft nennen, ist eigentlich nur
Geselligkeit.
Michel de Montaigne
7. Im Glück kennen dich deine Freunde,
im Unglück kennst du sie.
Anonymus
8. Unsicheres Glück lässt uns den Freund erkennen.
Quintus Ennius
44
9. Das Leben ist tot, wenn der Freund fehlt.
Aus Island
10. Wenn meine Freunde einäugig sind,
betrachte ich sie im Profil.
Joseph Joubert
11. Ein Ding ist die Freundschaft,
und das Geschäft ein ander Ding.
López de Ayala
12. Aus dem besten Wein wird der schärfste Essig, aus den besten
Freunden die ärgsten Feinde.
Sprichwort
13. Man muss zuvor viele Scheffel Salz miteinander essen,
bis die Aufgabe der Freundschaft erfüllt ist.
Aus Griechenland
14. Eher findet man einen, der für seinen Freund sein Leben opfert, als
einen, der für den Freund einen Taler aufs Spiel setzt, geschweige
denn ausgibt.
Giacomo Graf Leopardi
15. Jeder Freund hält es für den größten Genuss, dem andern die
Wahrheit zu sagen - am Hören findet keiner einen sonderlichen.
Jean Paul
16. Die Abschiede der Freundschaft haben zwar etwas von dem
schwermütigen, aber nichts von dem ängstlichen Abschiede der
Liebe.
Edward Bulwer-Lytton
45
17. Man öffnet sein Herz nicht einem anderen,
weil er gelehrt ist, sondern weil wir ihn gern haben.
Vinzenz von Paul
18. Die guten Freunde sind da, um uns zu sagen,
was unsere Feinde von uns denken.
Marie von Ebner-Eschenbach
19. Niemand ist uns ein näherer Freund, als wir uns selber sind.
Dante Alighieri
20. Beim Freunde sieht man nur die Fehler, die ihm nachteilig werden
können, bei der Geliebten nur die Fehler, unter denen man selber zu
leiden hat.
Jean de La Bruyère
21. Es gibt mehr Beispiele von maßloser Liebe als von vollkommener
Freundschaft.
Jean de La Bruyère
22. Es fehlt der Mensch, und darum hat er Freunde.
Johann Wolfgang von Goethe
23. Tadele den irrenden Freund, aber lass auch den
unschuldig angegriffenen Freund niemals im Stich!
Ambrosius
24. Was ich dir wünsche, mein Freund?
Ich wünsche allen dasselbe:
Finde ein jeglicher den, der ihm im Innersten gleicht!
Bist du ein Guter, so kann dich der
Himmel nicht besser belohnen,
Bist du ein Schlimmer,
So straft ärger die Hölle dich nicht!
Christian Friedrich Hebbel
46
25. Freundschaft ist des Lebens Salz.
Deutsches Sprichwort
26. Was kann es Süßeres geben, als einen Freund zu haben, mit dem du
alles, was in deinem Herzen lebt, bereden kannst wie mit dir selber?
Meister Eckhart
27. Der wahre Freund ist Freund in Worten und in Werken.
Johann Wilhelm Ludwig Gleim
28. So lang einer im Glück ist,
der hat Freunde die Menge,
doch wenn ihm das Glück den Rücken kehrt,
verläuft sich das Gedränge.
Hugo von Hofmannsthal
29. Nur die wenigsten vermögen es, ihrem besten
Freund große Erfolge aufrichtig zu gönnen.
Aeschylos
30. Die Freundschaft gibt zwar nicht die Seligkeit der Liebe;
Doch wär ein Leben hart, das ohne Freundschaft bliebe.
Spruch aus den 19. Jahrhundert
31. Liebe und Freundschaft sind die besten Gewürze zu allen Speisen.
Aus China
32. Besser in der Tasche kein Geld,
als ohne Freund in dieser Welt.
Deutsches Sprichwort
33. Schwach ist die Liebe, die sich noch in Worten ausdrücken lässt.
Dante Alighieri
47
34. Ruhen wir aus im Herzen jener, die wir lieben, gleichwie jene, die wir
gern haben, in unserem Herzen ruhen sollen.
Bernhard von Clairvaux
35. Bei einem Freund trank ich Wasser, es schmeckte wie Wein.
Aus Russland
36. Das Schicksal bestimmt deine Verwandten,
du bestimmst deine Freunde.
Jacques Delille
37. Im Missgeschick erkennt man Freundestreuen.
Die Leuten sagen's, doch ich hab' erfahren:
die sich neidlos mit uns freuen,
nicht die uns trösten kommen, sind die wahren.
Georg Moritz Ebers
38. Ein Fremder ist ein Freund, dem wir noch nicht begegnet sind.
Aus Irland
39. Das schönste Freundschaftsverhältnis: Wenn jeder von beiden es
sich zur Ehre rechnet, der Freund des anderen zu sein.
Marie von Ebner-Eschenbach
40. Die edle und reine Freundschaft kann sich auch abwesend recht viel
sein, und zu fühlen, dass auch entfernt an einen gedacht wird,
erweitert und verdoppelt das eigene Dasein.
Friedrich von Schiller
41. Ein Freund ist jemand, der deinen kaputten Zaun übersieht,
aber die Blumen deines Gartens bewundert.
Wilhelm Raabe
48
42. Besser die Freundschaft eines Verständigen
als die sämtlicher Unverständigen.
Demokrit
43. Es gibt zwei Dinge, die beim Altern gewinnen:
guter Wein und Freunde.
Anonymus
44. Wer viele Freunde hat, wird auf der Straße
nicht von Dunkelheit überrascht.
Sprichwort der Kikuyu in Kenia
45. Es ist sicher, dass der Charakter der Liebe und Freundschaft ganz
verschieden ist: Letztere hat noch niemals einen Mann ins Irrenhaus
gebracht.
Charles de Montesquieu
46. Es ist ganz gewiss, dass man viele Freunde hat, wenn man keines
Menschen bedarf.
Teresa von Avila
47. Freundschaft, das ist wie Heimat.
Kurt Tucholsky
48. Freunde können und müssen Geheimnisse voreinander haben: sie
sind einander doch kein Geheimnis.
Johann Wolfgang von Goethe
49. Leicht erwirbt man einen Feind und nur schwer einen Freund.
Talmud
50. Freundschaft heißt vergessen, was man gab,
und in Erinnerung behalten, was man empfing.
Alexandre Dumas
49
51. Freundschaft - in ihrer Vollkommenheit betrachtet - ist die
Vereinigung zweier Personen durch gleiche wechselseitige Liebe und
Achtung.
Immanuel Kant
52. Wie soll ich meine Feinde lieben, wenn ich nicht einmal meine
Freunde leiden kann?
Anonymus
53. Tot ist der Mensch, dem der Genuss
Der Liebe nicht das Herz beseelt;
Ein Leben, dem die Liebe fehlt,
Gereicht der Welt nur zum Verdruss.
Bernart de Ventadorn
54. Zerrissene Freundschaft knüpft sich nicht wieder zusammen, ohne
dass der Knoten sichtbar oder fühlbar bliebe.
Aus Frankreich
55. Freundschaften, die mit Schnaps beschlossen werden, verdunsten
schnell.
Anonymus
56. Der unfähigste Mensch ist jemand, der unfähig ist, Freunde zu
finden. Und noch unfähiger ist jemand, der einen Freund aus der
Hand gibt.
'Ali ibn Abi-Talib
57. Ein dummer Freund macht mehr Ärger als ein kluger Feind.
Iwan Sergejewitsch Turgenjew
58. Liebesgedichte sollte man gar nicht drucken, unechte sind zu
schlecht für die Öffentlichkeit, und echte - zu gut.
Peter Rosegger
50
59. In der Liebe kränkt der gar zu leichte Sieg unseren Stolz.
Stendhal
60. Nur die Liebe bedarf keines Buches. Sie liest die größten Schätze der
Weisheit und der Wahrheit im Auge der Geliebten.
Karl Ferdinand Gutzkow
61. Liebe, der Seele Leben!
Jean-Jacques Rousseau
62. Nimm mir die Liebe, was bin ich?
Der Ärmste unter den Armen!
Lass mir die Liebe, ich bin reicher
als Könige sind.
Siegfried August Mahlmann
63. Es gibt Männer, die mit Furchen auf der Stirne noch ein Kind sind,
wenn sie die Liebe erfasst.
Peter Rosegger
64. Liebe auf den ersten Blick - das geht über alle Erfahrung hinaus.
Oscar Wilde
65. Es ist ein Zeichen für die Entstehung der Liebe, dass alle Freude und
Leiden, die jede andere Leidenschaft, jedes andere menschliche
Bedürfnis hervorruft, uns plötzlich nicht mehr berühren.
Stendhal
66. Die Herzen werden nicht durch Waffen, sondern durch Liebe und
Edelmut gewonnen.
Baruch de Spinoza
67. In einer Welt, in der alles schwankt, bedarf es eines festen Punktes,
auf den man sich stützen kann. Dieser Punkt ist der häusliche Herd;
der Herd ist aber kein fester Stein, wie die Leute sagen, sondern ein
51
Herz, und zwar das Herz einer Frau.
Jules Michelet
68. Was aber aus Liebe geschieht, das ist groß, das bringt reiche Frucht,
so gering und ungeachtet es im Auge des Menschen immer sein
mag.
Thomas von Kempen
69. Eine unglückliche Liebe gleicht dem hohen Fieber, das nicht lange zu
währen pflegt. Eine glückliche Liebe dagegen ist ein entzückender
und andauernder Traum.
Charles Joseph Fürst von Ligne
70. Das Geheimnis der Liebe ist größer als das Geheimnis des Todes.
Oscar Wilde
71. Liebe hört auf keine Lehre,
weiß im Leben nicht ein noch aus.
Wenn's nicht eben die Liebe wäre,
sie sperrten sie ins Irrenhaus.
Friedrich Halm
72. Es gibt eine Autorität, die mit sanfter Gewalt die tollen Herzen
bändigt - diese Autorität heißt Liebe.
Peter Rosegger
73. Wie sonderbar ist doch unser menschliches Herz: die geliebte Frau
gewährt uns immer viel mehr Reize, als sie in Wirklichkeit besitzt.
Stendhal
74. Es ist doch schön auf der Welt - wo Liebe ist!
Jeremias Gotthelf
75. Die Liebe gleicht einem Stück Butter;
etwas Kühle von Zeit zu Zeit hält sie frisch.
Anonymus
52
76. Im Heiraten hat man die Wahl,
in der Liebe hat man keine.
Peter Rosegger
77. Die Liebe fürchten heißt, das Leben fürchten, und wer das Leben
fürchtet, ist schon zu drei Vierteln tot.
John Ruskin
78. Liebe ist etwas Großes, man braucht Mut zur Liebe.
Alfred de Musset
79. Sein Herz verlieren ist die beste Art zu entdecken, dass man eines
hat.
Aus den »Fliegenden Blättern«,
80. Wie weit geht Liebe? Sie entfaltet ihre Fahnen, sie erobert ihre
Reiche; im Freudenjauchzen, im Siegestoben eilt sie mit, ihrem
ewigen Erzeuger zu. So weit geht Liebe, dass sie eingeht, von wo sie
ausgegangen ist.
Bettina von Arnim
81. Die Lieb' ist eine hübsche Blume,
Die Freundschaft eine süße Frucht.
August von Kotzebue
82. Von niemandem geliebt zu sein, großes Leid!
Niemanden lieben können: Tod mitten im Leben.
Otto von Leixner
83. Jeder hat in seinem Leben einen schönen Kindertag, wo er, wie die
ersten Menschen im Paradiese die Früchte des Feldes, so auch Liebe
ohne Sorge und Mühe findet. Ist dieser Tag aber vorüber, erwirbst
du, wie dein Brot, so auch Liebe nur im Schweiße deines Angesichts.
Ludwig Börne
53
84. Mit der Liebe ist es wie mit den Epidemien: Je mehr einer sie
fürchtet, um so mehr ist er der Ansteckung ausgesetzt.
Nicolas Chamfort
85. Der Schmerz um Liebe, wie die Liebe,
bleibt unheilbar und unendlich.
Johann Wolfgang von Goethe
86. Es ist überall heimlich und traut neben einem Menschen, den man
gern hat.
Wilhelmine Heimburg
87. Wo noch Liebe ist, da kann alles wieder gut werden.
Ernst Eckstein
54
Mensch und Natur
1. Wem Mutter Natur ein Gärtchen gibt und Rosen, dem gibt sie auch
Raupen und Blattläuse, damit er’s verlernt, sich über Kleinigkeiten
zu entrüsten.
Wilhelm Busch
2. Gewiss kein Freund der Gärtnerei wäre zufrieden, wenn auf einmal
alles reif gewachsen da stände und er nichts zu tun hätte als zu
pflücken.
Jean Paul
3. Der Mensch muss Erde unter seinen Füßen haben, sonst verdorrt
ihm das Herz. Nur der Städter, der zum Wochenend aufs Land
flüchtet, schwärmt von Natur, der Bauer atmet in ihr.
Gertrud von Le Fort
4. Wir sind so gerne in der freien Natur, weil diese keine Meinung über
uns hat.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
5. Man möchte wirklich sagen: Die Menschen sind der Teufel auf der
Erde und die Tiere die geplagten Seelen.
Arthur Schopenhauer
6. Der Igel ist der Kaktus des Tierreichs.
Ambrose Bierce
7. Natur heißt weiter nichts als die alltägliche Wiederkehr desselben
Wunders; erst die unterbrochne nennen die Leute Wunder.
Jean Paul
8. Natur! Wir sind von ihr umgeben und umschlungen – unvermögend,
aus ihr herauszutreten. Ungebeten und ungewarnt nimmt sie uns in
den Kreislauf ihres Tanzes auf und treibt sich mit uns fort bis wir
ermüdet sind und ihrem Arme entfallen.
Johann Wolfgang von Goethe
55
9. Ein Keim ward von dem Fuß getreten, und beklagte sich. Aber der
Fuß hatte ihn zugleich mit Erde bedeckt, und nun ward er Baum.
Friedrich Hebbel
10. Die Tiere empfinden wie der Mensch Freude und Schmerz, Glück und
Unglück; sie werden durch dieselben Gemütsbewegungen betroffen
wie wir.
Charles Darwin
11. Wenn die Wurzel auch nicht von den Früchten weiß, sie nährt sie
doch.
Rainer Maria Rilke
12. Grün ist die Farbe der Hoffnung. Wahrscheinlich, weil an alles
Ergrünende sich die Hoffnung knüpft. Die Hoffnung auf Blüten und
Früchte.
Friedrich Hebbel
13. Der Wechsel von Sturm und Winterkälte zu heiterer, milder
Witterung, von dunklen, träge hinschleichenden Stunden zu hellen,
beschwingten, ist ein großer Augenblick den die ganze Natur
verkündet.
Henry David Thoreau
14. Ein Maitag ist ein kategorischer Imperativ der Freude.
Friedrich Hebbel
15. Im Geiste ist kein näherer Nachbar des Frühlings als der Herbst.
Jean Paul
16. Es ist sehr leicht, am Anfang des Sommers lustig zu sein. Man hat
ein lebhaftes Herz, einen leidlichen Gang und ist dem künftigen
Leben ziemlich geneigt.
Franz Kafka
56
17. Gott schuf die Menschen und das Tier.
Er hat uns die Tiere anvertraut,
nicht ausgeliefert.
Anonymus
18. Es ist doch seltsam, dass es keine Kaiser- und Königsfrüchte gibt.
Von keiner, nicht einmal von der Ananas wächst so wenig, dass nur
die Häupter der Menschheit davon essen könnten.
Friedrich Hebbel
19. Auch die Natur hat ihre Geschichte und das ist eine andere
Naturgeschichte als wie die, welche in Schulen gelehrt wird.
Irgendeine von jenen grauen Eidechsen, die schon seit
Jahrtausenden in den Felsenspalten des Apennins leben, sollte man
als ganz außerordentliche Professorin bei einer unserer Universitäten
anstellen, und man würde ganz außerordentliche Dinge zu hören
bekommen.
Heinrich Heine
20. Die Natur und unser eignes Herz sind gleichsam die Tafeln, in welche
Gott seine unwandelbaren Gesetze mit unauslöschlichen Zügen
eingegraben hat.
Christoph Martin Wieland
21. Wir werden in Ewigkeiten nicht mehr gut machen können, was wir
den Tieren angetan haben.
Mark Twain
22. So ein Spinnentüchlein voll Regentropfen – wer macht das nach?
Christian Morgenstern
23. Die ganze Natur ist eine Melodie, in der eine tiefe Harmonie
verborgen ist.
Johann Wolfgang von Goethe
57
24. Übrigens hat man, wenn man es zeitweise bei
den Menschen nicht mehr aushält, die Tiere.
Friedrich Theodor von Vischer
25. Die Natur hätte den Menschen nicht hervorbringen können, wenn sie
sich seinen Hoffungen und Wünschen nicht gewachsen fühlte. Die
gehören zu ihm, wie das Wasser zum Fisch.
Friedrich Hebbel
26. Die Natur ist kein Tempel, sondern eine Werkstatt, und der Mensch
hat darin zu arbeiten.
Iwan Turgenjew
27. Mit Blitzen kann man die Welt erleuchten, aber keinen Ofen heizen.
Friedrich Hebbel
28. Nicht in den Zweigen, in den Wurzeln steckt des Baumes Kraft!
Gertrud von Le Fort
29. Ganze Weltalter voll Liebe werden notwendig sein,
um den Tieren ihre Dienste und Verdienste an uns zu vergelten.
Christian Morgenstern
30. Nur der Einsame findet den Wald; wo ihn mehrere suchen, da flieht
er, und nur die Bäume bleiben zurück.
Peter Rosegger
31. Nur die Menschen sind verflucht, der Garten Eden nicht.
Franz Kafka
32. Alle Tiere haben Mächte in sich, denn der große Geist wohnt in allen,
auch in der kleinen Ameise, in einem Schmetterling, auch in einem
Baum, in einer Blume und einem Felsen.
Petaga Yuha Mani, Sioux-Indianer
33. Die Erde ist eine Gondel, die an der Sonne hängt, und auf der wir
aus einer Jahreszeit in die andere fahren.
Johann Peter Hebel
58
34. So viel sich auch um und in mir ändre: Dieselbe Sonne, die mich als
Kind bestrählte, sieht unverändert mich jetzt an.
Jean Paul
35. Unser Herrgott hat des öfteren seine schönsten und größten Gaben
dem gemeinsten Tier gegeben. Nur die Menschen suchen sie dort
nicht.
Martin Luther
36. Darf es uns wundern, dass die Menschen glaubten, die Tiere wären
für sie da, wenn sie dasselbe doch sogar von ihresgleichen
annehmen?
Luc de Clapiers Vauvenargues
37. Der Astronom studiert im Himmel die Wunder der Schöpfung; der
Bauer schaut hinauf, ob’s wohl Regen gibt.
Friedrich Hebbel
38. Da erwiderte mir gestern ein Herr aus Bremen: "Wie? Sie bedauern
den Tod eines Seehundes? Ausrotten müsste man diese Tiere.
Glauben Sie etwa, sie seien nützlich? Sie sind die ärgsten
Fischräuber, die es gibt, ganz schädliche, unnütze Geschöpfe!" Ich
dachte an die feuchten dunklen Augen der gutmütigen Tiere und sie
erschienen mir weit liebenswerter als diese Anschauungen eines
Pedanten, dem sich sein eigenes grenzenloses Räubertum als
Mensch so ganz und gar von selbst verstand.
Christian Morgenstern
39. Alt gewordenen Pferden das Gnadenbrot zu geben und Hunden nicht
nur, wenn sie jung sind, sondern auch im Alter Pflege angedeihen zu
lassen, ist Ehrenpflicht eines guten Menschen.
Marcus Portius Cato
59
40. Nur bei Tieren kann ich sicher rechnen, dass sie desto besser gegen
mich sind, je besser ich gegen sie bin, bei Menschen nicht, ja oft
umgekehrt.
Jean Paul
41. Die Frage heißt nicht: Können Tiere denken oder reden? Sondern:
Können sie leiden?
Jeremy Bentham
42. Ich bin für die Rechte der Tiere genauso wie für die Menschenrechte.
Denn das erst macht den ganzen Menschen aus.
Abraham Lincoln
43. Alle Geschöpfe der Erde fühlen wie wir, alle Geschöpfe streben nach
Glück wie wir. Alle Geschöpfe der Erde lieben, leiden und sterben wie
wir, also sind sie uns gleich gestellte Werke des allmächtigen
Schöpfers - unsere Brüder.
Franz von Assisi
44. Die Welt ist kein Machwerk und die Tiere sind kein Fabrikat zu
unserem Gebrauch. Nicht Erbarmen, sondern Gerechtigkeit ist man
den Tieren schuldig.
Arthur Schopenhauer
45. Nur die Natur ist redlich! Sie allein liegt an dem ew'gen Untergrunde
fest, wenn alles andre auf den sturmbewegten Wellen des Lebens
unstet treibt.
Friedrich von Schiller
46. Jedem erscheint sie (die Natur) in einer eigenen Gestalt. Sie verbirgt
sich in tausend Namen und Termen und ist immer dieselbe.
Johann Wolfgang von Goethe
47. Die Natur kann am Körper wie am Geiste kultiviert und
vervollkommnet werden - aber sie kann durch keine Kunst ausgetilgt
werden.
Philip Stanhope Lord Chesterfield
60
48. In den kleinsten Dingen zeigt die Natur die allergrößten Wunder.
Carl von Linné
49. Die Natur ist weniger eine nüchterne Arbeiterin als eine Künstlerin.
Peter Rosegger
50. Die Natur bedarf keiner Erläuterung; um ihre Schönheit zu
verstehen, genügt ein offener Blick und ein empfängliches Gemüt.
Karl Detlef
51. Gottes Natur ist herrlich überall, und es kommt oft nur auf das Auge
und Herz an, mit dem man sie erblickt.
Albert Emil Brachvogel
52. Die nie gesehen wurde,
Kleine milchweiße Windenblüte:
Unterm feuchten Laub verborgen,
Erblickte sie doch die Welt.
Schida Yaba
53. Wie sehn ich mich aufs neue
hinaus in Wald und Flur!
Ob ich mich gräm, mich freue,
du bleibst mir treu, Natur!
Heinrich Heine
54. Die Natur ist unser Jungbrunnen. Keine Hygiene, keine
Volkswohlfahrt kann uns das geben, was die Natur uns bietet.
Fördern wir sie, so fördern wir uns, morden wir sie, so begehen wir
Selbstmord.
Hermann Löns
55. Denn die Maler begreifen die Natur und lehren uns sie zu sehen.
Vincent van Gogh
61
56. Natur, du seltsam Ding!
An einem Ende gemein,
Am andern seelisch fein
Und doch geschlossner Ring.
Friedrich Theodor von Vischer
57. Die Menschen lassen sich so leicht von der Natur stimmen und
bestimmen. Sie lachen im Frühling, sind traurig am Herbsttag; sie
haben Sehnsucht, wenn die Wolken am Himmel ziehen, und wollen
mit den Quellen plaudern und mit den Stürmen fliegen. Die Natur ist
gefühllos ihnen gegenüber; sie sendet einen Regenschauer auf den
bunten Hochzeitszug, sie lässt über einem offenen Grabe die Lerchen
jubilieren und die Schmetterlinge tanzen.
Paul Keller
58. Wenn wir der Natur als Führerin folgen, werden wir niemals abirren.
Marcus Tullius Cicero
59. Das Gräslein ist ein Buch, suchst du es aufzuschließen,
du kannst die Schöpfung draus und alle Weisheit wissen.
Daniel Czepko von Reigersfeld
60. Wir haben eine ältere Offenbarung als jede geschriebene, die Natur.
Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling
61. Es badet sich die Kräh mit allem Fleiß
und kann doch niemals werden weiß.
Bernhard Freidank
62. Alles ist in der Natur verbunden: Ein Zustand
strebt zum anderen und bereitet ihn vor.
Johann Gottfried von Herder
63. Denn die Natur ist zuverlässig, nicht das Geld.
Aristoteles
62
64. Die Katze ist ein freier Mitarbeiter,
der Hund ein Angestellter.
Kurt Tucholsky
65. Katzen lieben Menschen viel mehr, als sie zugeben wollen, aber sie
besitzen genug Weisheit, es für sich zu behalten.
Mary E. Wilkins Freeman
66. Je mehr ich von den Menschen sehe,
um so lieber habe ich meinen Hund.
Friedrich der Große
67. Die Katze ist das einzige vierbeinige Tier, das dem Menschen
eingeredet hat, er müsse es erhalten, es brauche aber dafür nichts
zu tun.
Kurt Tucholsky
68. Ob eine schwarze Katze Unglück bringt oder nicht, hängt davon ab,
ob man ein Mensch ist oder eine Maus.
Max O'Rell
69. Einer der Unterschiede zwischen Hund und Mensch besteht darin,
dass man sich in der Not auf diesen niemals, auf jenen aber immer
verlassen kann.
George Louis Leclerc Graf de Buffon
70. Wer seinen Hund liebt, muss auch dessen Flöhe lieben.
Von den Bantu
71. Wenn ein Hund nicht auf Sie zulaufen mag, nachdem er Ihnen ins
Gesicht geblickt hat, sollten Sie nach Hause gehen und Ihr Gewissen
überprüfen.
Thomas Woodrow Wilson
72. Der Hund wird zu Recht als Inbegriff der Treue betrachtet. Wo denn
sonst kann man vor der endlosen Verstellung, der Falschheit und
dem Verrat des Menschen Zuflucht finden, wenn nicht beim Hund,
63
dessen ehrliches Wesen ohne Misstrauen betrachtet werden kann.
Arthur Schopenhauer
73. Dem Hunde, wenn er gut erzogen,
wird selbst ein weiser Mann gewogen.
Johann Wolfgang von Goethe
74. Hunde haben alle guten Eigenschaften des Menschen, ohne
gleichzeitig ihre Fehler zu besitzen.
Friedrich der Große
75. Ich verabscheue Leute, die Hunde halten. Das sind Feiglinge, die
nicht genug Schneid haben, selbst zu beißen.
August Strindberg
76. Dass mir mein Hund viel lieber sei,
sagst du, oh Mensch, sei Sünde.
Der Hund bleibt mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde!
Arthur Schopenhauer
77. Je besser ich die Männer kenne, desto lieber mag ich Hunde.
Anne Louise Germaine de Staël
64
Nah und fern
1. Unsere Natur besteht in der Bewegung, die vollständige Ruhe ist der
Tod.
Blaise Pascal
2. Die Ferne ist das Land der unerfüllten Wünsche.
Walter Benjamin
3. Nicht an den Orten liegt der Fehler, sondern in uns selbst.
Seneca
4. Gehst du langsam, wirst du schnell ankommen.
Jüdisches Sprichwort
5. Leben ohne Feste ist wie ein langer Weg ohne Rasthäuser.
Demokrit
6. Alles in der Welt geht in der Wellenlinie. Jede Landstraße und so
weiter. Wehe dem, der überall das Lineal anlegt!
Wilhelm Raabe
7. Der Natur des Menschen entspricht es nicht, immer in eine Richtung
zu gehen; sie hat ihr Kommen und Gehen.
Blaise Pascal
8. Das ist das Angenehme auf Reisen, dass auch das Gewöhnliche
durch Neuheit und Überraschung das Ansehen eines Abenteuers
gewinnt.
Johann Wolfgang von Goethe
9. Was von allem bewussten Sehen gilt, dass erst die aus einer Fülle
von Anschauungen erwachsende Möglichkeit des Vergleichs die Gabe
und die Lust zum Beobachten weckt, das gilt ganz besonders auch
von dem Auge für die Landschaft. Wer immer dasselbe sieht, sieht
nichts. Er weiß, das ist ein Hügel, ein Wald, eine Mühle; er kann der
Wegweiser einer Gegend sein, aber nicht ihr Maler; die Berglinie, die
65
tausendmal zu ihm gesprochen, er vermag sie weder zu zeichnen
noch zu beschreiben, erst die Fremde bringt ihm die Physiognomie
seiner Heimat zum Bewusstsein.
Theodor Fontane
10. Wer nach den Sternen greifen will, der sehe sich nicht nach
Gesellschaft um.
Friedrich Hebbel
11. Wie sehr wünschte ich meine Freunde einen Augenblick neben mich,
dass sie sich der Aussicht freuen könnten, die vor mir liegt!
Johann Wolfgang von Goethe
12. Der Zufall ist der Gott der Reisenden.
Friedrich Hebbel
13. Wann man fährt, weiß man. Wann man zurückkommt, weiß man
nicht.
Jüdisches Sprichwort
14. Man kann nicht bergauf kommen, ohne bergan zu gehen. Und
obwohl Steigen beschwerlich ist; so kommt man doch dem Gipfel
immer näher, und mit jedem Schritt wird die Aussicht umher freier
und schöner! Und oben ist Oben.
Matthias Claudius
15. Ich habe manche sagen hören, in unserer Seele gebe es ein
natürliches Verlangen, den Wohnort zu wechseln und sich
anderwärts niederzulassen. Denn dem Menschen eignet ein
beweglicher, unruhiger Geist, der es nirgends lange aushält, der sich
ausbreitet, seine Gedanken um alles Bekannte und Unbekannte
kreisen lässt, unstet, der Ruhe nicht mächtig und hocherfreut über
alles Neue. Darüber wirst du dich nicht wundern, wenn du auf seinen
unmittelbaren Ursprung siehst: Er entstammt keinem irdischen
schweren Körper, er ist ein Abkömmling jenes himmlischen Geistes.
Das Himmlische aber ist von Natur aus in ständiger Bewegung.
Seneca
66
16. Man bricht das Bein selten, solange man im Leben mühsam aufwärts
steigt – aber wenn man anfängt, es sich leicht zu machen und die
bequemen Wege zu wählen.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
17. Wir lernen die Menschen nicht kennen, wenn sie zu uns kommen;
wir müssen zu ihnen gehen, um zu erfahren, wie es mit ihnen steht.
Johann Wolfgang von Goethe
18. Wie dumm ist es, sich zu überheben; hinterm Berge wohnen auch
immer Leute.
Theodor Fontane
19. Was hilft laufen, wenn man nicht auf dem rechten Weg ist?
Deutsches Sprichwort
20. Bisweilen glauben wir, uns nach einem fernen Orte zurückzusehnen,
während wir eigentlich uns nur nach der Zeit zurücksehnen, die wir
dort verlebt haben, da wir jünger und frischer waren. So täuscht
uns alsdann die Zeit unter der Maske des Raumes. Reisen wir hin, so
werden wir der Täuschung inne.
Arthur Schopenhauer
21. Viele sind hartnäckig in Bezug auf den einmal eingeschlagenen Weg,
wenige in Bezug auf das Ziel.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
22. Der auf halbem Weg umkehrt, irrt nur um die Hälfte.
Deutsches Sprichwort
23. Man kann wohl den Weg weisen – aber gehen muss ihn jeder selbst.
Ernst von Feuchtersleben
24. Es kommt nicht auf die Masse des zu Sehenden und kaum auf die
Bedeutung des einen oder andern an, sondern lediglich darauf, mit
welchem Auge man sieht.
Theodor Fontane
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25. Das Vergnügen am Kennenlernen vergangener Zeiten hat mehr
sinnlichen Zusatz, als wir denken würden; es ist damit wie mit dem
Reisen.
Hugo von Hofmannsthal
26. Das Leben in der Fremde lehrt Genügsamkeit; ein (Stück)
Gerstenbrot und ein Streulager sind nämlich (die) wohltuendsten
Heilmittel gegen Hunger und Erschöpfung.
Demokrit
27. In den meisten Fällen heißt reisen, sich ärgern, und wäre nicht der
Wechseltrieb im Menschen so stark, der Hang, mal was andres zu
sehn und zu erleben, so reiste kein Mensch.
Theodor Fontane
28. Reisen lern ich wohl auf dieser Reise, ob ich leben lerne, weiß ich
nicht.
Johann Wolfgang von Goethe
29. Was nützt es, das Meer zu durchmessen und von Stadt zu Stadt zu
reisen? Wenn du vor deinen Bedrängnissen fliehen willst, dann
musst du nicht anderswo, sondern ein anderer sein.
Seneca
30. Vielen ist Reisen ein Ersatz für Leben. Es gibt oft nichts
Schmerzlicheres, als solches zu erkennen.
Christian Morgenstern
31. Sitzt man daheim, zerreißt man sich keine Stiefel.
Jüdisches Sprichwort
32. Was kann dir der Reiz der neuen Länder helfen, was die Kenntnis
von Städten und Gegenden? Zu nichts führt dieses ewige Hin und
Her. Du fragst, warum dir diese deine Flucht nicht hilft? Du fliehst ja
mit dir! Die Last der Seele musst du ablegen: nicht eher wird die
gefallen irgendein Ort.
Seneca
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33. Ich reise schon zwei Monate – bald bin ich gar nicht mehr da.
Kurt Tucholsky
34. Reisen ist gut, aber reisen à tout prix ohne Rücksicht auf Leib, Seele
und Thermometer, ist Blödsinn.
Theodor Fontane
35. Auf allen Wegen ist Heimkehr.
Rainer Maria Rilke
36. Nicht da ist man daheim, wo man seinen Wohnsitz hat, sondern wo
man verstanden wird.
Christian Morgenstern
37. Was hilft mein Verreisen ins Ausland, wenn ich zu Hause dieselben
Leute wiederfinde?
Jean Paul
38. Unser wahres Vaterland ist dort, wo wir die meisten Wahlverwandten
finden.
Stendhal
39. Dass du fern vom Vaterlande bist, das macht dich nicht unglücklich;
du bist so verständig, zu wissen, dass des Weisen Vaterland überall
ist.
Seneca
40. Was ist der Mensch! Ist er vor dem Altonaer Tore, so möchte er
gerne in Italien sein, und ist er in Italien, so möchte er wieder vor
dem Altonaer Tore sein!
Heinrich Heine
41. Die Geheimnisse der Lebenspfade darf und kann man nicht
offenbaren; es gibt Steine des Anstoßes, über die ein jeder
Wanderer stolpern muss. Der Poet aber deutet auf die Stelle hin.
Johann Wolfgang von Goethe
69
42. Ich schlug die Richtung nach Süden ein, wie ich überhaupt sehr
gerne bei dem Beginne eines Spazierganges so gehe, dass ich leicht
nach Mittag sehe, das Licht vor mir habe, und in den schöneren
Glanz und die lieblichere Färbung der Wolken blicken kann.
Adalbert Stifter
43. Nach der Reise findet man in seiner Stube den Sonnenschein an
einem anderen Ort.
Jean Paul
44. Gastsein ist gut. Heimkommen ist besser.
Aus Gabun
45. Leuten, die ihr Leben auf Reisen verbringen, widerfährt dies, dass
sie viele Bekanntschaften haben, aber keine Freundschaften.
Seneca
46. Die Heimat des Abenteuers ist die Fremde
Emil Gött
47. Was ich an Heimat habe, liegt da und dort verteilt im Bewusstsein
der Freunde.
Rainer Maria Rilke
48. Das Reisen will uns eines lehren:
Das Schönste bleibt stets heimzukehren.
Deutsches Sprichwort
49. Es kommt niemals ein Pilger nach Hause, ohne ein
Vorurteil weniger und eine neue Idee mehr zu haben.
Thomas Morus
50. Besser, man fragt 2x, als das man sich 1x verläuft.
Aus Dänemark
51. Der Weg ist immer besser als die schönste Herberge.
Miguel de Cervantes-Saavedra
70
52. Manche Leute reisen, um Neues zu sehen; aber sie sehen das Neue
leider immer mit alten Augen.
Charlotte von Kalb
53. Wenn du ein fremdes Land betrittst, frage, was dort verboten ist.
Konfuzius
54. Wer die Heimatberge nicht liebt, kann auch fremde Täler nicht lieben
Aus dem Kaukasus
55. Die weitesten Reisen unternimmt man mit dem Kopf.
Joseph Conrad
56. Viel wandern macht bewandert.
Peter Sirius
57. Wer Gastfreundschaft übt, bewirtet gleichsam Gott selbst.
Talmud
58. Wärme wünscht, der vom Wege kommt
Mit erkaltetem Knie;
Mit Kost und Kleidern erquicke den Wandrer,
Der über Felsen fuhr.
aus der „Edda“
59. Ist der Tisch erstmal gedeckt, finden sich auch Gäste.
Jüdisches Sprichwort
60. Welche Schwelle du auch immer betrittst,
es möge jemand da sein,
der dich willkommen heißt
Altirischer Segenswunsch
61. Wirst du irgendwo gut aufgenommen,
musst du nicht gleich wiederkommen.
Deutsches Sprichwort
71
62. Vergesst die Gastfreundschaft nicht. Durch sie haben manche, ohne
es zu wissen, Engel beherbergt.
Hebräer 13.2
63. Ein Willkommen und freundliche Worte mangeln niemals in dem
Hause eines guten Menschen.
Aus Indien
64. Gastfreundschaft ist die Kunst, seine Besucher zum Bleiben zu
veranlassen, ohne sie am Aufbruch zu hindern.
Anonymus
65. In der Fremde erfährt man, was die Heimat wert ist, und liebt sie
dann um so mehr.
Ernst Wiechert
66. Erst wenn du in der Ferne bist,
merkst du wie schön die Heimat ist.
Anonymus
67. Die Menschheit teilt sich in zwei Hälften: Solche, die gefunden
haben, ohne zufrieden zu sein, und solche, die suchen, ohne zu
finden.
Aus Arabien
68. Die meisten reisen nur, um wieder heimzukommen.
Michel de Montaigne
69. Wohl oft fand ich, was Aug’ und Herz ergötzte,
doch nie, was meine Heimat mir ersetzte.
Friedrich Martin von Bodenstedt
70. Erst die Fremde lehrt uns, was wir an der Heimat besitzen.
Theodor Fontane
71. Geh langsam! Du kommst doch immer wieder nur zu dir selbst.
Aus dem Orient
72
72. Wer geht sieht mehr als wer fährt.
Johann Gottfried Seume
73. Sage nicht, ein Pass sei unüberwindlich; wenn du hinaufsteigst,
kannst du ihn überschreiten. Sage nicht, es ist weit, ich kann es
nicht erdulden; wer geht, langt auch an.
Aus der Mongolei
74. Unser Suchen kann kein Ende finden. Unser Ziel ist in der anderen
Welt.
Michel de Montaigne
75. Das Wichtigste im Leben finden wir nicht etwa durch intensive
Suche, sondern so, wie man etwa eine Muschel am Strand findet. Im
Grunde findet es uns.
Anonymus
76. Alle Dinge verändern sich, es gibt nichts in der ganzen Welt, das
Bestand hat.
Ovid
77. Und ob alles in ewigem Wechsel kreist,
Es beharret im Wechsel ein ruhiger Geist.
Friedrich von Schiller
78. Der Wechsel vergnügt die menschlichen Sinnen,
dies lehrt uns der Umgang und auch die Natur.
Johann Christian Günther
79. Es gibt nichts Beständigeres als die Unbeständigkeit.
Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen
80. Ich fühle mich in der ganzen Welt zu Hause, wo es Wolken und
Vögel und Menschentränen gibt.
Rosa Luxemburg
73
81. Froh schlägt des Herz im Reisekittel,
vorausgesetzt man hat die Mittel.
Wilhelm Busch
74
Redensarten, Sprichwörter und Volksweisheiten
1. Wer den Aal hält beim Schwanz, hat ihn weder halb noch ganz.
2. Abendrede und Morgenrede kommen selten überein.
3. Dreimal umziehen ist so schlimm wie einmal abgebrannt.
4. Wer den Acker pflegt, den pflegt der Acker.
5. Der Adel sitzt im Gemüt, nicht im Geblüt.
6. Ein Adler fängt keine Mücken.
7. Leere Ähren stehen hoch.
8. Wer alles haben will, bekommt am Ende nichts.
9. Allzu scharf macht schartig.
10. Allzu straff gespannt, zerspringt der Bogen.
11. Alt werden, steht in Gottes Gunst; jung bleiben, das ist Lebenskunst.
12. Die Alten zum Rat, die Jungen zur Tat.
13. Wie die Alten sungen, so zwitschern auch die Jungen.
14. Alter schützt vor Torheit nicht.
15. Ein guter Amboss fürchtet keinen Hammer.
16. Ändern und Bessern sind zweierlei.
17. Anfangen ist leicht, Beharren ist Kunst.
18. Die viel anfangen, beenden wenig.
19. Wer viel fragt, erhält viel Antwort.
20. Arbeit, Mäßigkeit und Ruh’, schließt dem Arzt die Türe zu.
21. Wer zuschaut, dem ist keine Arbeit zu schwer.
22. Besser barfuß, als in geborgten Schuhen.
23. Die ältesten Bäume tragen oft die süßesten Früchte.
24. Im Becher ertrinken mehr als im Meer.
25. Beharrlichkeit führt zum Ziel.
26. Ein gutes Beispiel ist der beste Lehrmeister.
27. Je höher der Berg, desto tiefer das Tal.
28. Lobe die Berge und bleibe im Tale.
29. Hinter den Bergen wohnen auch Leute.
30. In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister.
31. Erst besinn’s, dann beginn’s.
32. Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.
33. Das Bessere ist der Feind des Guten.
75
34. Wer sein Bett verkauft hat, muss auf Stroh schlafen.
35. Betteln ist besser als stehlen.
36. Es ist drollig auf der Welt: der eine hat den Beutel, der andre hat
das Geld.
37. Lieber biegen, als brechen.
38. Bildung macht frei.
39. Jeder blamiert sich so gut, wie er kann.
40. Keiner ist so blind, als wer nicht sehen will.
41. Je fetter der Boden, desto fetter das Unkraut.
42. Borgen macht Sorgen.
43. Borgen und Schmausen endet mit Grausen.
44. Böses schreibt man in Stein, Gutes in Sand.
45. Schlimme Botschaften kommen immer zu früh.
46. Besser eigenes Brot als fremder Braten.
47. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.
48. Vom Brot allein kann man nicht leben, es muss auch Wurst und
Schinken geben.
49. Dem fliehenden Feinde soll man goldene Brücken bauen.
50. Erst wenn der Brunnen trocken ist, schätzt man das Wasser.
51. Wer sich nicht nach der Decke streckt, dem bleiben die Füße
unbedeckt.
52. Tu das Deine, Gott tut das Seine.
53. Was ich denk und tu, trau ich auch dem andern zu.
54. Von Dornen kann man keine Trauben essen.
55. Dummheit und Stolz wachsen auf gleichem Holz.
56. Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.
57. Wer’s eilig hat, der gehe langsam.
58. Je mehr Einsicht, desto mehr Nachsicht.
59. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.
60. Erfahrenheit macht Narren gescheit.
61. Ohne Saat keine Ernte.
62. Der erste Schritt ist der schwerste.
63. Fallen ist keine Schande, aber liegen bleiben.
64. Wer satt ist, lobt das Fasten.
65. Man soll das Fell des Bären nicht verkaufen, ehe man ihn erlegt hat.
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66. Wer Feuer haben will, muss auch den Rauch leiden.
67. Freunde in der Not gehen hundert auf ein Lot.
68. Freundestreue prüft man im Sturm.
69. Friede nährt, Unfriede zehrt.
70. Ein froher Gast ist niemals Last.
71. Wenn die Gewalt kommt, muss das Recht auf Krücken gehen.
72. Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.
73. Glauben ist leichter als Denken.
74. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
75. Wenn die Hirten sich zanken, haben die Schafe freies Spiel.
76. Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.
77. Wer in der Jugend nicht töricht war, wird im Alter nicht weise sein.
78. Wer den Kern essen will, muss die Nuss knacken.
79. Klug reden ist schwer, klug zu schweigen noch mehr.
80. Lebe, als wolltest du täglich sterben, schaffe, als wolltest du ewig
leben.
81. Wer Maß hält in allen Dingen, der wird’s auch zu etwas bringen.
82. Wer das Mögliche erreichen will, muss das Unmögliche fordern.
83. Viele wissen guten Rat, nur der nicht, der ihn nötig hat.
84. Wenn der Reiter nichts taugt, hat das Pferd schuld.
85. Wenn man den Sack zu voll stopft, zerreißt er.
86. Wer im Frühjahr nicht sät, wird im Herbst nicht ernten.
87. In eine leere Scheune kommt keine Maus.
88. Wer schweigt, stimmt zu.
89. Die Schwingen wachsen im Fluge.
90. An Gottes Segen ist alles gelegen.
91. Mach es wie die Sonnenuhr; zähl die heitren Stunden nur.
92. Aus leerem Stroh drischt man keinen Weizen.
93. Besser stumm als dumm.
94. Dem Glücklichen schlägt keine Stunde.
95. Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag.
96. Der fremde Trost ist gut, doch besser ist der eigne Mut.
97. Verzeihen ist die beste Rache.
98. Der Wechsel allein ist beständig.
99. Von Worten zu Taten ist ein weiter Weg.
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Trost und Trauer
1. Beim Tode eines geliebten Menschen schöpfen wir eine Art Trost aus
dem Glauben, dass der Schmerz über unseren Verlust sich nie
vermindern wird.
Marie von Ebner-Eschenbach
2. Was das Schicksal schickt, ertrage,
Auch im Leide nicht verzage.
Ob in Freude, ob in Trauer,
Glaube niemals an die Dauer.
Theodor Storm
3. Wenn du recht schwer betrübt bist, dass du meinst, kein Mensch auf
der Welt könnte dich trösten, so tue jemand etwas Gutes, und gleich
wird's besser.
Peter Rosegger
4. Die kleinen Unfälle, die uns stündlich vexieren, kann man betrachten
als bestimmt, uns in Übung zu erhalten, damit die Kraft, die großen
zu ertragen, im Glück nicht ganz erschlaffe.
Arthur Schopenhauer
5. Es gibt Augenblicke, in denen eine Rose wichtiger ist als ein Stück
Brot.
Rainer Maria Rilke
6. Je dunkler es hier um uns wird,
desto mehr müssen wir das Herz öffnen für das Licht,
das von oben kommt.
Edith Stein
7. Als wie ein Blatt vom Baume fällt,
so geht ein Leben aus der Welt.
Die Vögel singen weiter.
Anonymus
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8. Ich bin von euch gegangen nur für einen kurzen Augenblick und gar
nicht weit.
Wenn ihr dahin kommt, wohin ich gegangen bin, werdet ihr euch
fragen, warum ihr geweint habt.
Laotse
9. Der Abschied ist die Geburt der Erinnerung.
Nachruf
10. Diejenigen, die gehen, fühlen nicht den Schmerz des Abschieds. Der
Zurückbleibende leidet.
Henry Wadsworth Longfellow
11. Wie kann man einen Menschen beweinen, der gestorben ist?
Diejenigen sind zu beklagen, die ihn geliebt und verloren haben
Helmuth Graf von Moltke
12. Betrübnis ist ein großes Hindernis; sie erstickt das Leben, verdüstert
das Licht und verlöscht das Feuer der Liebe.
Johannes Tauler
13. Tue Gutes und treibe Traurigkeit fern von dir. Denn Traurigkeit tötet
viel Leute und dienet zu nichts.
Jesus Sirach 30.24
14. Fröhlich, wenn ich kann, traurig, wenn ich muss.
Deutsches Sprichwort
15. Wenn man das Dasein als eine Aufgabe betrachtet, dann vermag
man es immer zu ertragen.
Marie von Ebner-Eschenbach
16. Traurigsein ist wohl etwas Natürliches. Es ist wohl ein Atemholen zur
Freude, ein Vorbereiten der Seele dazu.
Paula Modersohn-Becker
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17. Der wahre Mensch ist immer traurig; seine Freuden sind Blitze in der
Nacht.
Johann Jakob Wilhelm Heinse
18. Mit den Flügeln der Zeit fliegt die Traurigkeit davon.
Jean de La Fontaine
19. Freund, gönn es doch der Welt,
ihr geht's zwar wie sie will:
Doch ist ihr ganzes Tun
nichts als ein Trauerspiel.
Angelus Silesius
20. Schibli sah eines Tages einen Menschen, der bitterlich weinte. Er
fragte: "Warum weinst du?" Der sagte: "Ich hatte jemanden lieb, der
ist gestorben!" Er sprach: "Du Tor, warum liebst du jemanden, der
sterben kann?"
Abu Bakr asch-Schibli
21. In jedem Kelch der Trübsal, den Gott den Menschen reicht, ist ein
Tropfen Honig; aber man schmeckt ihn oft erst, wenn man den Kelch
bis auf den Grund geleert hat.
Charles Haddon Spurgeon
22. Auch beim Lachen kann das Herz trauern
Sprüche 14.13
23. Wenn das Herz traurig ist, so hilft keine äußerliche Freude.
Sprüche Salomos 14.10
24. Mache dich selbst nicht traurig und plage dich nicht selbst mit deinen
eigenen Gedanken. Denn ein fröhlich Herz ist des Menschen Leben,
und seine Freude ist sein langes Leben.
Jesus Sirach 30.22.23
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25. Nichts tut der Seele besser, als jemandem seine Traurigkeit
abzunehmen.
Paul Verlaine
26. Das schwerste auf der Welt ist ein schweres Herz.
Johann Wolfgang von Goethe
27. Ich sträube mich nicht gegen den Tod, denn ich hege die frohe
Hoffnung, dass es ein Leben Jenseits gebe für die Verstorbenen.
Sokrates
28. Auferstehn, ja auferstehn wirst du,
mein Staub, nach kurzer Ruh.
Friedrich Gottlieb Klopstock
29. Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein
Quell unendlichen Leids - und ein Quell unendlichen Trostes.
Marie von Ebner-Eschenbach
30. Unsere Seele gleicht der Sonne,
hier geht sie unter, um im selben Augenblick
in einer anderen Welt strahlend aufzugehen.
Nachruf
31. Das letzte heißt nicht Tod, sondern Auferstehung.
Und am Ende nicht Verlust, sondern ewiges Leben.
Nachruf
32. Nur wo Gräber sind, gibt es Auferstehungen.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
33. Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?
Lukas 24.5
34. Suche nicht den Tod, er wird dich schon finden.
Aus der Türkei
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35. Wer das Wesen der Welt erkannt hat, sieht im Tode das Leben, aber
auch im Leben den Tod.
Arthur Schopenhauer
36. Wenn wir das Leben lieben, sollten wir den Tod nicht fürchten, denn
er kommt aus derselben Hand.
Michelangelo
37. Der Tod ist nicht das Ende,
Nicht die Vergänglichkeit.
Der Tod ist nur die Wende,
Beginn der Ewigkeit.
Nachruf
38. Ertragen wir das Leben, das keine große Angelegenheit ist. Fürchten
wir den Tod nicht, er ist noch viel weniger.
Voltaire
39. Das Leben ward uns gegeben mit der Bedingung des Sterbens, es ist
ein Gang zum Tode. Den Tod zu fürchten ist falsch, denn man
fürchtet ja nur Ungewisses.
Lucius Annaeus Seneca
40. Leuten, die danach fragen, was nach dem Tode sein wird, muss man
antworten: dasselbe, was vor der Geburt war. Wir wissen es nicht,
können es nicht wissen und brauchen es nicht zu wissen, was das für
ein Sein jenseits des Körpers, in der Vereinigung mit Gott ist.
Leo Tolstoi
41. Denken über den Tod, ist Denken über das Leben.
Jüdisches Sprichwort
42. Der Tod ist kein Untergang, sondern ein Übergang: Vom
Erdenwanderweg hinein in die Ewigkeit.
Cyprian von Karthago
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43. Der Tod kann uns von dem Menschen trennen,
der zu uns gehörte,
aber er kann uns nicht das nehmen,
was uns mit ihm verbindet.
Nachruf
44. Der Schmerz dauert eine Ewigkeit, der Tod nur einen Augenblick.
Jean-Baptiste-Louis Gresset
45. Der Tod tötet dich nicht, bist du dir nicht selber der Tod.
Aurelius Augustinus
46. Er ist in den Tod gegangen, auf dass der Tod an seinem Tod den Tod
finde.
Hieronymus
47. ... und am Ende meiner Reise
hält der Ewige die Hände,
und er winkt und lächelt leise -
und die Reise ist zu Ende.
Matthias Claudius
48. Ein ewig Rätsel ist das Leben, und ein Geheimnis bleibt der Tod.
Emanuel Geibel
49. Wir erkennen wohl, was wir durch den Tod verlieren, aber nicht, was
wir durch ihn gewinnen.
Arthur Schopenhauer
50. Wann stirbt jemand wirklich? Wenn wir aufhören an ihn zu denken.
Und wann geht ein Mensch tatsächlich von uns? Wenn wir uns nicht
mehr an ihn erinnern.
Anonymus
51. So durchlauf ich des Lebens Bogen und kehre, woher ich kam.
Friedrich Hölderlin
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52. Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird
nicht mehr sein. Noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird sein.
Offenbarung 21.4
53. Wie ein gut verbrachter Tag einen glücklichen Schlaf beschert, so
beschert ein gut verbrachtes Leben einen glücklichen Tod.
Leonardo da Vinci
54. Sagt nicht, dass die Toten tot sind. Etwas von ihrem Wesen bleibt
weiter in ihren Nachkommen. Wenn also die Toten in ihren
Nachkommen leben, wie können sie dann tot sein?
Dschuang Dsi
55. Willst du wissen: Was ist das Leben, so frage dich: Was ist der Tod?
Christian Friedrich Hebbel
56. Wenn der Tod kommt, hat der Reiche kein Geld, der arme keine
Schulden mehr.
Aus Estland
57. Dem Geborenen ist der Tod gewiss, dem Gestorbenen die Geburt;
drum darfst du über eine unvermeidliche Sache keine Trauer
empfinden.
Bhagavadgîtâ, indisches Lehrgedicht im 6. Buch des
Mahâbhârata
58. Der Mensch kommt zur Welt mit Weinen und verlässt die Welt mit
Weinen.
Altes Testament
59. Der Mensch kommt zur Welt mit geschlossenen Händen, als wollte er
sagen: Die ganze Welt ist mein. Und er verlässt die Welt mit offenen
Händen, als wollte er sagen: Ich habe von dieser Welt nichts
mitgenommen.
Prediger 5
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60. Wenn was uns den Tod so schrecklich erscheinen lässt der Gedanke
des Nichtseins wäre; so müssten wir mit dem gleichen Schauder der
Zeit gedenken, da wir noch nicht waren. Denn es ist unumstößlich
gewiss, dass das Nichtsein nach dem Tod nicht verschieden sein
kann von dem vor der Geburt, folglich auch nicht beklagenswerter.
Arthur Schopenhauer
61. Mich lässt der Gedanke an den Tod in völliger Ruhe, denn ich habe
die feste Überzeugung, dass unser Geist ein Wesen ist von ganz
unzerstörbarer Natur: es ist ein fortwirkendes von Ewigkeit zu
Ewigkeit. Es ist der Sonne ähnlich, die bloß unseren irdischen Augen
unterzugehen scheint, die aber eigentlich nie untergeht, sondern
unaufhörlich fortleuchtet.
Johann Wolfgang von Goethe
62. Die Blume neigt ihr Haupt zur mütterlichen Erde;
sie fragt nicht, ob ein Morgenrot
zu irgendeinem Lenz sie wieder wecken werde.
Der Mensch nur fühlet seinen Tod.
Christoph August Tiedge
63. Das Schlimme am Tod ist nicht die Tatsache, dass er uns einen
geliebten Menschen nimmt, sondern vielmehr, dass er uns mit
unseren Erinnerungen allein lässt.
Anonymus
64. Der Tod ist kein Unglück für den, der stirbt, sondern für den, der
überlebt.
Karl Marx
65. Den Tod hat selbst Gott gefürchtet, als er Mensch war.
Aus Griechenland
66. Alle Bücher, die ich je gelesen, haben mir nicht den Trost geben
können, den mir das eine Wort der Bibel gab: "Und ob ich schon
wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei
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mir, dein Stecken und Stab trösten mich."
Immanuel Kant
67. Willst du getröstet werden, so vergiss derer, denen es besser geht
und denke immer an die, denen es schlimmer ist.
Meister Eckhart
68. Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes.
Aus Rumänien
69. Es ist mehr wert, eine Träne zu trocknen,
als tausend zum Fließen zu bringen.
Ernst Wiechert
70. Des Nächsten Leid zu lindern hilft einem, das eigene zu vergessen.
Abraham Lincoln
71. Welch ein süßer Trost ist es doch, Gefährten im Unglück zu haben.
Aus Italien
72. Eine Kleinigkeit tröstet uns, weil eine Kleinigkeit uns betrübt.
Blaise Pascal
73. Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.
Matthäus 5.4
74. Glücklich, wer zu sich selbst sagen kann:
Ich habe eine Träne getrocknet.
Giuseppe Giusti
75. Das schwere Herz wird nicht durch Worte leicht.
Doch können Worte uns zu Taten führen.
Friedrich von Schiller
76. Niemand kann einem anderen die Tränen trocknen, ohne sich selbst
die Hände nass zu machen.
Aus Afrika
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77. Von allen Trostmitteln tut Trostbedürftigen nichts so wohl als die
Behauptung, für ihren Fall gebe es keinen Trost. Darin liegt eine
solche Auszeichnung, dass sie wieder den Kopf erheben.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
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Weisheit
1. Denn wer lange bedenkt, der wählt nicht immer das Beste.
Johann Wolfgang von Goethe
2. Mein Glück
Seit ich des Suchens müde ward,
Erlernte ich das Finden.
Seit mir ein Wind hielt Widerpart,
Segl ich mit allen Winden.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
3. Man muss sein Brot mit dem Messer schneiden, welches einem das
Schicksal, ob stumpf oder scharf, dazu in die Hand gibt.
Wilhelm Raabe
4. Alle Gelegenheit, glücklich zu werden, hilft nichts, wer den Verstand
nicht hat, sie zu benutzen.
Johann Peter Hebel
5. Viel mehr Menschen werden tüchtig durch Übung als aufgrund von
Naturanlage.
Demokrit
6. Man muss sich selbst erkennen. Wenn das nicht helfen sollte, das
Wahre zu finden, so hilft es wenigstens dabei, sein Leben
einzurichten, und es gibt nichts Richtigeres.
Blaise Pascal
7. Gebrannte Kinder fürchten das Feuer oder vernarren sich darein.
Marie von Ebner-Eschenbach
8. Einsichtig ist, war sich nicht grämt über das, was er nicht hat,
sondern sich freut über das, was er hat.
Demokrit
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9. Nie soll der Mensch sich gering achten; wer kein Selbstvertrauen
hat, hat kein Glück im Leben.
Indisches Sprichwort
10. Es ist recht häufig viel besser, die Bedrängten sich ausreden zu und
ausschreien zu lassen, als ihnen zur Geduld zu reden und zu raten.
Wilhelm Raabe
11. Wer ein Unrecht begeht, ist viel unglücklicher, als wer es erleidet.
Demokrit
12. Wenn man glücklich ist, soll man nicht noch glücklicher sein wollen.
Theodor Fontane
13. Man kann das Leben nicht wiederholen wie einen Zug beim
Brettspiel.
Antiphon
14. Die verstehen sehr wenig, die nur das verstehen, was sich erklären
lässt.
Marie von Ebner-Eschenbach
15. Wir sehen, ein jeder nicht bloß einen anderen Regenbogen, sondern
ein jeder einen anderen Gegenstand und jeder einen anderen Satz
als der andere.
Georg Christoph Lichtenberg
16. Einen Regenbogen, der eine Viertelstunde steht, sieht man nicht
mehr an.
Johann Wolfgang von Goethe
17. Behandeln muss man die Schicksalsschläge mit der Dankbarkeit für
das Verlorene und mit der Erkenntnis, dass man das Vergangene
nicht ungeschehen machen kann.
Epikur
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18. Wenn man zum Gipfel gelangt ist, gibt es nur Gleichheit; es gibt
keinen Platz mehr für Zuwachs, man steht.
Seneca
19. Die Sanduhren erinnern nicht bloß an die schnelle Flucht der Zeit,
sondern auch zugleich an den Staub, in welchen wir einst verfallen
werden.
Georg Christoph Lichtenberg
20. Wer etwas wert ist, den macht Erfahrung und Unglück besser.
Johann Heinrich Pestalozzi
21. Wer den Tod fürchtet, hat das Leben verloren.
Johann Gottfried Seume
22. Nicht was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben,
macht unser Schicksal aus.
Marie von Ebner-Eschenbach
23. Die Kunst der Lebensführung besteht bekanntlich darin, mit gerade
so viel Dampf zu fahren, wie gerade da ist.
Theodor Fontane
24. Du wirst immer finden, dass wer viel in Not und Sorgen war,
gemeinlich mehr ist, mehr kann und mehr wird, als die guten
Hansen ohne Sorgen.
Johann Heinrich Pestalozzi
25. Um durch die Welt zu kommen, ist es zweckmäßig, einen großen
Vorrat von Vorsicht und Nachsicht mitzunehmen: durch erstere wird
man vor Schaden und Verlust, durch letztere vor Streit und Händel
geschützt.
Arthur Schopenhauer
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26. Es gibt keine wichtigere Lebensregel in der Welt als die: Halte dich,
soviel du kannst, zu Leuten, die geschickter sind als du, aber doch
nicht so sehr unterschieden sind, dass du sie nicht begreifst. Das
Erheben wird deinem Ehrgeiz durch Instinkt leichter werden als dem
Allzugroßen das Herablassen aus kalter Entschließung.
Georg Christoph Lichtenberg
27. Der Mensch ist an drei Proben zu erkennen. Erstlich: Erzürne ihn.
Zweitens: Berausche ihn. Drittens: Teile mit ihm ein Erbe. Wenn er
in der letzten Probe nicht mankiert, so ist er probat.
Johann Peter Hebel
28. Im Unglücke finden wir meistens die Ruhe wieder, die uns durch die
Furcht vor dem Unglück geraubt wurde.
Marie von Ebner-Eschenbach
29. Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
Aristoteles
30. Der Stolz der Menschen ist ein seltsames Ding, es lässt sich nicht
sogleich unterdrücken und guckt, wenn man das Loch A zugestopft
hat, ehe man sich's versieht, zu einem andern Loch B wieder heraus,
und hält man da zu, so steht er hinter dem Loch C usw.
Georg Christoph Lichtenberg
31. Der Schmerz ist der große Lehrer der Menschen. Unter seinem
Hauche entfalten sich die Seelen.
Marie von Ebner-Eschenbach
32. Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.
Mahatma Gandhi
33. Zuerst verwirren sich die Worte, dann verwirren sich die Begriffe,
und schließlich verwirren sich die Sachen.
Chinesische Weisheit
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34. Wer an die Freiheit des menschlichen Willens glaubt, hat nie geliebt
und nie gehasst.
Marie von Ebner-Eschenbach
35. Im Herzen eines Menschen ruht der Anfang und das Ende aller
Dinge.
Leo Tolstoi
36. Eine linde Antwort stillt den Zorn,
aber eine harte Antwort erregt Grimm.
Sprüche 15,1
37. Höre mein Sohn auf die Mahnung des Vaters und die Lehre deiner
Mutter verwirf nicht
Sprüche der Weisheit
38. Erklimme das Gebirge oder steige ins Tal hinab, gehe bis ans Ende
der Welt oder um dein Haus herum: du triffst immer nur dich auf
den Straßen des Zufalls.
Maurice Maeterlinck
39. Ich sprach in meinem Herzen: Wohlan, ich will wohl leben und gute
Tage haben! Aber siehe, das war auch eitel.
Der Prediger Salomo
40. Wir werden vom Schicksal hart oder weich geklopft. - Es kommt auf
das Material an.
Marie von Ebner-Eschenbach
41. Wo wir unfähig sind, die Gesetze der Notwendigkeit zu erkennen, da
glauben wir frei zu sein.
Ludwig Börne
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42. Man muss sich nicht um jeden Preis selbst erhalten wollen, sondern
sein Leben in etwas setzen, was nicht sterben kann.
Friedrich Naumann
43. ... in der Gewohnheit ruht das einzige Behagen des Menschen; selbst
das Unangenehme, woran wir uns gewöhnten, vermissen wir
ungern.
Johann Wolfgang von Goethe
44. Die Menschen, denen wir eine Stütze sind, die geben uns Halt im
Leben.
Marie von Ebner-Eschenbach
45. Trotz aller Lehren, trotz aller Schulen steht der Mensch doch allein
seinem Schicksal gegenüber, und er allein hat mit seiner
Persönlichkeit Antwort zu geben.
Wilhelm Raabe
46. Schüttle alles ab, was dich in deiner Entwicklung hemmt, und wenn's
auch ein Mensch wäre, der dich liebt, denn was dich vernichtet, kann
keinen anderen fördern.
Christian Friedrich Hebbel
47. Heftigen Ehrgeiz und Misstrauen habe ich noch allemal beisammen
gesehen.
Georg Christoph Lichtenberg
48. Kein Mensch weiß, was in ihm schlummert und zutage kommt, wenn
sein Schicksal anfängt, ihm über den Köpf zu wachsen.
Marie von Ebner-Eschenbach
49. Wer lächelt statt zu toben, ist immer der Stärkere
Japanische Weisheit
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50. Der Empfindsame ist der Waffenlose unter lauter Bewaffneten.
Berthold Auerbach
51. Jedem Besiegten wird es schwer, den Grund seiner Niederlagen an
der einzig richtigen Stelle, nämlich in sich selbst zu suchen.
Theodor Fontane
52. Der Kern des Glücks: der sein zu wollen, der du bist.
Erasmus von Rotterdam
53. Seit es Menschen gibt, hat sich der Mensch zu wenig gefreut.
Lernen wir besser, uns zu freuen, so verlernen wir, anderen wehe zu
tun.
Friedrich Wilhelm Nietzsche
54. Wenn man etwas recht gründlich hasst, ohne zu wissen, warum, so
kann man überzeugt sein, dass man davon einen Zug in seiner
eigenen Natur hat.
Christian Friedrich Hebbel
55. Tränen reinigen das Herz.
Fjodor M. Dostojewski
56. Wenn Leute ihre Träume aufrichtig erzählen wollten, da ließe sich
der Charakter eher daraus erraten als aus dem Gesicht.
Georg Christoph Lichtenberg
57. Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden.
Es ist nicht genug, zu wollen, man muss es auch tun.
Johann Wolfgang von Goethe
58. Wende dein Gesicht der Sonne zu,
dann fallen die Schatten hinter dich.
Thailändisches Sprichwort
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59. Es gibt nur ein Mittel, sich wohl zu fühlen: Man muss lernen, mit
dem Gegebenen zufrieden zu sein und nicht immer das verlangen,
was gerade fehlt
Theodor Fontane
60. Ein Augenblick der Geduld kann vor großem Unheil bewahren, ein
Augenblick der Ungeduld ein ganzes Leben zerstören
Chinesische Weisheit.
61. Wenn du siehst, wie viele dir voraus sind, so denke daran, wie viele
dir nachstehen.
Seneca
62. Was einer für sich selbst ist, was ihn in die Einsamkeit begleitet und
was keiner ihm geben oder nehmen kann, ist offenbar für ihn
wesentlicher als alles, was er besitzen oder auch was er in den
Augen anderer sein mag.
Arthur Schopenhauer
63. Wenn ich mich im Zusammenhang des Universums betrachte, was
bin ich?
Ludwig van Beethoven
64. Ziel des Lebens ist Selbstentwicklung. Das eigene Wesen völlig zur
Entfaltung zu bringen, das ist unsere Bestimmung.
Oscar Wilde
65. Es steht dir frei, zu jeder Stunde dich auf dich selbst zurückzuziehen.
Gönne dir das recht oft, dieses Zurücktreten ins Innere und verjünge
so dich selbst
Marc Aurel
66. Sei nicht der Diener eines anderen,
wenn du als eigener Herr kannst wandern.
Philippus Theophrastus Paracelsus
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67. Verschenke in all den Tagen eine stille Stunde an dich.
Die allem Besinnen entsagen, verlieren sich.
Anonymus
68. Zum Besten der Menschheit kann niemand beitragen, der nicht aus
sich selbst macht, was aus ihm werden kann und soll.
Johann Gottfried von Herder
69. Ich kann die Achtung aller Menschen entbehren,
nur meine eigene nicht.
Otto von Bismarck
Rechtliche Hinweise entnehmen Sie bitte dem Impressum.
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